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30. August 06

Nachtrag zum Kyoto-Urlaub

von Thomas

Am späten Sonntagabend sind wir wieder zurück von unserer letzten Reise in Japan gekommen. Und wenn es auch eigentlich viel zu warm und schwül war, so war's doch nochmal ein schöner Abschluss, aus dem wir das beste rausgeholt haben. Und trotz Konferenz, die recht gut verlief und ganz interessant war, war's auch für mich doch auch Urlaub. Dabei hat es natürlich auch geholfen, dass wir schon so oft in Kyoto waren. Man brauchte keine Zeit mehr damit zu verschwenden, sich zu überlegen, wie man von A nach B kommt, wenn wir abends noch rausgingen, wusste wir, wo man noch was interessantes sehen konnte. Meist waren wir in Gion, sind entweder entlang der grossen Strassen mit den vielen Kaufhäusern, Geschäften und Lokalen spaziert oder haben uns in kleine Seitenstrassen verdrückt, die einem noch etwas von der Stimmung vermitteln, die hier mal vor längst vergangenen Zeiten geherrscht haben mag. Am letzten Abend haben wir dann sogar noch eine echte Maiko gesehen :)

Viele neue Tempel/Schreine haben wir uns nicht angesehen, nur den Heian-Schrein incl. dem ihn umgebenden Park und einige kleinere Anlagen rund um den Kiyomizu-dera, dem wir auch nochmal einen Besuch abgestattet haben. Mehr war für mich (Gunda war auch noch auf einem Flohmarkt am To-ji) zeitlich und für uns beide wegen der Hitze einfach nicht drin, sollte der Urlaub nicht zu sehr in Stress ausarten. Am Samstag waren wir dann noch in Himeji und haben uns die größte noch weitestgehend authentische Burg Japans angesehen. Das war natürlich besonders für mich ganz toll, sah es dort doch genauso aus, wie ich mir immer solch eine japanische Burg vorgestellt habe. Von dem Nachbau aus Beton in Osaka war ich ja doch etwas enttäuscht...

Daneben war die Fahrt nach Kyoto vor allem als Gelegenheit viele Leute zu treffen ein voller Erfolg. Manfred war da, Takuya und seine zukünftige Frau haben wir bei einem echt japanischen Abendessen auf einer Terrasse am Fluss in Gion getroffen, Lee-san aus Korea war da und natürlich Roland und Petra, mit denen wir ein paarmal zum Abendessen gegangen sind. Wenn die beiden auch damals sehr froh waren, endlich wieder nach Schweden zurückgehen zu können, merkte man ihnen doch auch deutlich an, dass das nicht so einfach war, in Schweden auch nicht alles so toll ist, wie es von Japan aus aussah und die beiden doch vieles vermissen, wie z.B. das japanische Essen oder einfach nur die Möglichkeit, auch am Abend noch ohne Stress einkaufen gehen zu können. Vor allem letzteres oder auch die oft (gerade in kleinen Ortschafften) deprimierenden, weil so leblosen, Sonntage wieder zu ertragen, wird mich einiges an Mühe kosten (da gibt es ein Lied von Johnny Cash, in dem das gut rueberkommt, eine Stelle darin lautet:"'Cause there's something in a Sunday That makes a body feel alone." usw...).

Bilder haben wir natuerlich auch ganz viele gemacht, aber bis davon wenigstens ein kleiner Qerschnitt auf unserer Webseite erscheint, wird es noch etwas dauern, aber nach und nach wird es schon werden. Soweit es Fotos angeht, braeuchten wir uns um eine Ende dieser Seite keine Sorgen machen, da werden wir noch Monate mit verbringen, zu sichten, auszuwaehlen und die Bilder zu veroeffentlichen :)

Das war also Kyoto, zum letzten mal fuer lange Zeit, aber hoffentlich nicht fuer immer, dazu ist es dort einfach zu schoen...

26. August 06

Himeji Castle

von Gunda

200608261318_1... ist heute unser Tagesausflug. Abends krieg ich nen Kimono angezogen. Morgen gehts ab nach Hause.

25. August 06

Sammlungserweiterung

von Gunda

Auf einem Flohmarkt am Toji-Tempel habe ich am Montag ein ziemlich kunstvolles traditionelles Bambusrollo erstanden. Nach einstuendiger Suche habe ich dann gestern auch den Antik-Kramladen wiedergefunden, den ich im Oktober mit Ortrun entdeckt hatte. Den werde ich dann heute Nachmittag stuermen. ;-) Gut, dass wir 5 Kubikmeter Seefracht mit nach Deutschland nehmen koennen und nichts dafuer bezahlen muessen. Ich muss mich trotzdem etwas zurueckhalten. Schliesslich haben wir zu Hause ja auch schon einiges. Ich bin schon gespannt, wie sich unsere Sammlung in einer deutschen Wohnung in Verbindung mit unseren Sachen macht, die wir in Berlin gelassen haben.

Sonst alles toll

von Gunda

Es ist ja nicht so, dass es hier ausschliesslich heiss und vermueckt waere. Thomas bekommt z.B. Arbeit und Freizeit gut unter einen Hut, und wir haben viel voneinander. Abends treffen wir meistens nette Leute, die wir schon laenger nicht gesehen haben und die aus allen moeglichen Ecken der Welt angereist sind. Nur die Besitzerin unseres japanischen Hotels fuehlt sich wohl etwas vernachlaessigt und scheint manchmal zu vergessen, dass wir nicht ihre privaten Gaeste sind...

23. März 06

Joban Bahnhofstoilettenführer

von Gunda

Ja, liebe Japaner, die Ihr mit mir am Dienstag in dem vollbesetzten Zug mitten im Berufsverkehr gesessen habt, ich oute mich hiermit: Ich war es, die das Abteil vollgekotzt hat, weil die Station nicht rechtzeitig kam. Und danke für die Fragen, ob auch alles klar wäre. - Das hatte ich so nicht erwartet.

Angefangen hatte es schon im Shinkansen nach Tokyo. Aber da gab es ja ein Klo.
Nachdem Thomas nach seiner kurzen aber heftigen Magen-Darm-Geschichte noch etwas wacklig war, fing es bei mir an. Nur schlimmer. Alles mußte raus (oben und unten), und das möglichst noch unterwegs. Auf dem Weg von Tokyo nach Hause mußte ich ungefähr an jeder zweiten Station rausstürzen. Dabei habe ich intensiv die von mir so verhaßten Bahnhostoiletten besser kennengelernt. (Wer vorher nicht würgen konnte, kann es dann bestimmt.)

Am coolsten kam die Aktion: Auf die Schienen brechen bis Thomas schreit "Da kommt ein Zug!", dann am gegenüberliegenden Gleis weitermachen, bis er wieder anfängt zu rufen.
Zum Schluß hat sich Thomas einen Spaß daraus gemacht, anhand des Fahrplanes auszurechnen, wie viel Zeit ich an jeder Station fürs Klo hätte. ;-)

Irgendwann haben wir dann einen Zug mit Klo erwischt, auf dem ich bis Arakawaoki einfach sitzengeblieben bin.
Dann haben wir ein Taxi genommen und damit den Fahrer verärgert, der uns gefragt hat, warum wir für die kurze Strecke ein Auto gebraucht hätten. Aber wir hatten keine Zeit für Erklärungen; ich mußte ja aufs Klo...
Die Nacht war wirklich schrecklich. Aber, wie bei Thomas, am nächsten Tag war es schonwieder weitestgehend o.k.
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Da wir die Reise über immer sehr unterschiedliche Dinge gegessen hatten, hänge ich im Moment der Theorie an, daß wir uns im Ryokan irgendwo infiziert haben. Bei unserer Suche nach Rustikalität waren wir ja fündig geworden. Allerdings hauste in der einen Hälfte des Eingangsbereiches (drin) ein Kettenhund, der seine Geschäfte auf großen Papiermatten erledigte. Da ging auch oft was dran vorbei, und die Matten wurden wirklich sehr selten gewechselt. Wer weiß, was da so entstanden ist...

21. März 06

Nagano

von Thomas

200603211318_1 Am Schlusstag unseres Kurzurlaubs haben wir uns noch Nagano angeschaut. Die Hauptattraktion dort ist der Zenko-ji, in dem das älteste Bildnis  von Buddha in Japan aufbewahrt wird. Anschauen kann man es sich allerdings nicht... Selbst die japanischen Kaiser sollen schon seit etwa 30 Generationen keinen Blick darauf geworfen haben. Gibt's das Bild vielleicht gar nicht mehr? Was es auf jeden Fall gibt, ist eine Kopie und die darf man sich alle 7 Jahre einmal anschauen :(

Eher mit nicht anschauen hat auch die zweite Attraktion des Tempels zu tun. Unter dem Altarraum gibt es einen Tunnel, den man bei absoluter Dunkelheit durchqueren muss, um darin den 'Schlüssel zum Paradies' zu suchen, der irgendwo in der Wand eingelassen ist. Den Schlüssel habe ich nicht gefunden, dafür den Kopf einer älteren Japanerin vor mir, der ich in der Dunkelheit meine Hand auf eben jenen gehauen habe. Sorry..., aber man sah wirklich gar nichts in diesem Gang!

Ansonsten bietet der Zenko-ji eine wirklich schöne und auch große Tempelanlage mit vielen interessanten Nebengebäuden. Durchaus eine Reise wert! Was den Tempel übrigens so beliebt machen soll (neben den bisher aufgezählten Besonderheiten), ist, dass er gegenüber Männlein und Weiblein sehr liberal eingestellt ist und daher konsequenterweise auch von einem Oberpriester und einer Oberpriesterin geführt wird. Außerdem gehört er zu keiner der großen japanischen Sekten und ist somit offen für alle Gläubigen.

Ansonsten ist Nagano eine mehr oder weniger normale japanische Stadt, mit dem üblichen Angebot an Geschäften, Kaufhäusern und Restaurants. Vom Glanz der olympischen Spiele ist nicht mehr viel geblieben, der Shinkansen-Bahnhof ist recht groß und modern und stammt bestimmt aus der Zeit. Dagegen dient der Platz, an dem wohl damals die Medaillen überreicht wurden, nun als Parkplatz und die Bühne mit dem Siegerpodest rostet vor sich hin. Ein recht symbolisches Bild für den vergangenen Ruhm, den wohl überall der in der Gegend etwas vergebens zu bewahren versucht. Aber so geht es wohl vielen der ja oft kleinen Orte, die mal Gastgeber einer Winterolympiade waren und danach wieder aus dem Rampenlicht verschwanden.

Für uns hat sich die ganze Tour dann doch noch trotz Totalausfall am Sonntag gelohnt, und am Ende haben wir dank der Verlängerung eigentlich noch alles gesehen, was wir sehen wollten und konnten.

 

20. März 06

Affenpark

von Thomas

200603201118_1
Nach dem verlorenen Tag gestern, sind wir dann heute los, um einiges nachzuholen. Erstes Ziel war der Jigokudani Yaen-Koen (Hoellental Affenpark), ein Naturpark, in dem frei lebende Affen beobachten kann. Der Park selbst stellt sich als das Ende einer Schlucht dar, die man über einen gut einen Kilometer langen Waldweg erreicht. Dank Schnee am Vortag, Tauwetter und Bauarbeiten war das aber eher ein einziges Schlammloch, denn ein richtiger Weg. Aber ok, das Ziel des Weges lohnt sich dann schon. In dem Park (irgendwie ist das eigentlich nicht das richtige Wort, denn es handelt sich wie gesagt nur um eine, optisch relativ unattraktive, Schlucht) tummeln sich dann dutzende von Affen, genauer gesagt Makaken. Die Tiere sind absolut zutraulich und überhaupt nicht aggressiv und lassen sich daher wunderbar fotografieren :)

Wir konnten so dutzende von Photos machen, mit laufenden Affen, spielenden Affen, sitzenden Affen, nassen Affen, jungen Affen, alten Affen und Affenfamilien, Affen auf Felsen, Affen auf dem Boden, Affen in einer heißen Quelle usw. usw...

Außerdem gab's da noch ganz viele Menschenaffen, so wie uns, die alle die anderen fotografierten. Da hab ich mich schon manchmal gefragt, wer sich da eigentlich zum Affen macht ;)

Wer mal ein Blick live auf die Affen werfen möchte, kann das übrigens per Webcam machen:

Link: JIGOKUDANI-YAENKOEN SnowMonkey SVGA-LIVECAM.

Von den Schneeaffen sind wir dann weiter zur naechsten Attraktion, den Schneehasen gezogen. Nein, eigentlich nicht... Wir sind ins Shiga-Kogen Skigebiet hoch gefahren, weil ich doch mal einmal so richtig viel Schnee sehen wollte. Und den gab es da dann auch in Massen. Mindestens ein Meter Schnee lag da noch auf den Skipisten rum, banig kalt wars und endlich mal so was ein Skiort-Feeling, wie man es bei einem Ort, der mal einen Teil der olympischen Spiele ausgerichtet hat eigentlich erwartet: Restaurants, Hotels, Geschäfte, Skifahrer und Snowborder in Gruppen, alleine oder mit der Familie, eine Skischule für die ganz Kleinen. Kurz, alles was man sich so vorstellen könnte. Lange geblieben sind wir allerdings nicht. Ich war noch nicht fit und uns beiden war's etwas zu kalt dort oben.

Verlängerung

von Gunda

Nachdem wir gestern ausgiebig unfreiwillig unser Zimmer im Ryokan als einzige Attraktion bewundert haben, bleiben wir jetzt spontan noch einen Tag länger. Nachts hat es geschneit. Affen, Schnee und Skihasen bekommen also noch eine zweite Chance. Morgen ist sowieso Feiertag, den wir aber eigentlich mit Pflaumenblueten verbringen wollten. Thomas ist aber eher für Winterverlaengerung. Na gut, Frühling und Blüten krieg ich ja später noch genug.

19. März 06

Vermisst

von Gunda

Thomas hat Skihasen vermisst und ich einen Laden, in dem man Handschuhe und ne Mütze kaufen kann. Im Convinience Store hatten sie schon auf Frühling umgestellt, und sonst gab es nirgendwo was. Klar, wozu braucht man in nem Skiort auch Handschuhe und ne Mütze...?

Toll!

von Gunda

Eigentlich standen heute ein Schneegebiet und der Affenpark auf dem Programm. (Man kann hier auch "open air" in Vulkanquellen mit den Pavianen zusammen baden. Aber das find ich eklig...) Jetzt liegen wir beide schon den halben Tag krank im Ryokan. (Wir müssen noch auswürfeln, wer im Schneeregen zur Apotheke muss.) Klasse!

18. März 06

And we got snow!

von Thomas

Naja, nicht so richtig... In dem Ort hier, Yudanaka, selber gibt es nur noch einige Reste von der weissen Pracht, aber wir sind mit einer Seilbahn zu einer Skistation hoch gefahren und dort gab's dann einen Meter Schnee! Und auch die dazugehoerigen Leute, Skifahrer und Snowborder. Wobei die Snowborder eindeutig in der Mehrzahl waren (das viel uns auch schon in Tokyo auf, als wir in den Shinkansen einstiegen und ueberall Leute  mit grossen Taschen fuer Snowboards rumstanden). Wahrscheinlich gilt es mehr als "in" bzw. "fancy" als das traditionelle Skifahren. Wundern wuerde es mich nicht.

Yudanaka selber ist ein ziemlich verschlafenes Nest. Wären da nicht überall die Hinweisschilder und Poster, man käme nie darauf, dass der Ort mal (Mit-)gastgeber der olympischen Spiele gewesen war. Schon der Bummelzug hierhin machte keinen olympiaverdaechtigen Eindruck.

Der Ryokan, in dem wir abgestiegen sind,   gehört, eindeutig in die Kategorie "urig-rustikal", für die Herren gibt's z.B. nur Toiletten im japanischen Stil... Auch ansonsten ist alles schon ein bischen renovierungsbeduerftig, aber letztlich ist es wohl ok und der Preis ist angemessen.

Insgesamt sieht es nach einem ruhigen und erholsamen Kurzurlaub aus.

We want snow!

von Thomas

"We want snow!" ist der alljährliche Werbeslogan, mit dem JR East versucht, zu einer Fahrt in den Winterurlaub zu animieren. Wir wollen auch Schnee und deshalb stehen wir jetzt im Shinkansen Richtung Nagano, in der Hoffnung noch Reste der Schneemassen zu finden, die zu Beginn dieses Winters dort niedergegangen sind.

Ob's ein Erfolg wird?

04. Januar 06

Back in Japan

von Thomas

Jetzt muss ich doch auch noch mal meinen ganz persönlichen Senf zu unserem Trip nach Deutschland abgeben... Was ich allerdings abschließend von der Reise halten soll, weiß ich immer noch nicht so recht. Am Anfang dachte ich noch, dass mir gar nichts gefallen wird, inzwischen hat sich das etwas gelegt und ich würde sagen, manches war ganz schön. Wobei man zwischen zwei Dingen unterscheiden muss. Das eine ist die Tatsache, einfach nur wieder in Deutschland zu sein, das andere sind die persönlichen Dinge, das Treffen mit der Familie, mit Freunden, usw.

Letzteres war natürlich schön, es war sehr angenehm, sich einfach mal wieder so auf Deutsch mit jemandem zu unterhalten (was hier ja nur mit Gunda geht, so schön das auch ist...), bestimmte Dinge zu Hause zu essen, herum zu bummeln an bekannten Orten und Erinnerungen aufzufrischen. Das alles ist sehr schön, viel einfacher als hier in Japan und macht natürlich auch viel Spaß. Gunda hat das ja auch schon gut beschrieben, da brauch ich auch gar nicht mehr zu sagen.

Das in Deutschland sein, Deutschland erleben, über den privaten Tellerrand hinaus, ist dagegen was ganz anderes. Symbolisch dafür war das vielleicht das Wetter. Wir haben Japan bei strahlendem Sonnenschein verlassen und sind im Deutschland im nasskalten Winter mit seinem ständig grauen, wolkenverhangenen Himmel angekommen. Entsprechend trübe war meine Stimmung am Anfang. Erst das winterlich verschneite Berlin hat mich dann etwas aufgeheitert.

Was ist so toll in Deutschland? Das die erste S-Bahn, die man nimmt, 25 Minuten Verspätung hat, die Scheiben zerkratzt, die Sitze bemalt oder zerschnitten sind? Das man in Bussen und Bahnen ständig das überlaute Gerede seiner Mitfahrer mit anhören muss, die, vor allem wenn sie jünger sind, immer weniger der deutschen Sprache mächtig sind (was war das heute wieder für eine himmlische Ruhe, als ich heute mit dem Bus zur Arbeit fuhr...)? Das man friedlich mit einem Freund bei Starbucks in Berlin sitzt und hilflos mit ansehen muss, wie dem ein Rucksack mit teurer Kamera und Fotoausrüstung geklaut wird? Das in der Buslinie, die wir damals in Berlin immer benutzt haben, letztens jemand erschossen wurde (das man in Berlin gerne auf Busse schießt, gabs allerdings auch schon, als wir dort noch wohnten)? Das man sich ständig gegenseitig ermahnen muss, auf seine Habseligkeiten aufzupassen? Das innerhalb eines Jahres sich die Anzahl der Shoppingsender im Kabelnetz verdoppelt hat und inzwischen jeder fünfte Sender nur noch den Leuten mit Ramsch das Geld aus den Taschen ziehen will? Soll ich mich freuen, dass die einzig brauchbare Sendung, die ich gesehen habe, eine 25 Jahre alte garantiert Knopp-freie Geschichtsdoku war, die irgendwann nach Mitternacht lief, als auf einem anderen Sender sich die halbnackten Moderatorinnen sich gegenseitig an am Busen streichelten? Meine Erinnerung war schon nicht gut, der kurze Einblick in die aktuelle Wirklichkeit nicht besser. Die c't feiert den technischen Fortschritt in Deutschland: "Das Internet wird mobil". Sagen wir lieber, "das Internet wird in Deutschland mobil", denn in anderen Ländern ist es das schon längst... Das das teuerste Internetangebot in Deutschland immer noch 30mal langsamer ist als hier das 08/15-Angebot von der Stange, lässt einem das Herz natürlich auch höher schlagen. Schön ist natürlich der Wiederkennungswert: So manche Autobahnbaustelle gabs schon vor anderthalb Jahren! Und überall dieser Service: Am Samstag haben tatsächlich einige Geschäfte bis 18:00 Uhr oder gar bis 20:00 Uhr auf! Wenn man dann aber um ein Uhr Nachts mal was zu trinken haben will, während man auf einen Bus oder eine Bahn wartet, Fehlanzeige. Na ja, dafür vergeht einem dann der Appetit, wenn man im ankommenden Zug vollgekotzte Leute sitzen sieht. Wer braucht da noch was im Magen? Warum sagt mir Gunda eigentlich in Japan nie, dass ich jemanden nicht so anschauen soll, weil es sonst sein könnte, dass der mich daraufhin verprügelt? Ich liebe dieses friedliche Land...

Hmm, vielleicht etwas ungerecht und einseitig das Ganze? Ja vielleicht, aber von Außen betrachtet, ist halt vieles nicht so toll in Deutschland, und vieles, was mir in Deutschland nicht gefällt, gefällt mir nur gerade in Japan eben sehr gut und im direkten Vergleich, werden mir die Schattenseiten um so bewusster. Viel Schatten gibt es natürlich auch in Japan, aber hier kann ich ihn besser ausblenden, betrifft er mich nicht so, während ich in Deutschland direkt mit dem Kopf drauf gestoßen werde. Und nach so langer Zeit hier in Japan sowieso. Auch wenn wir in nicht mehr ganz einem dreiviertel Jahr wieder dort sein werden, wird es einfach nicht mehr dasselbe sein. Das Leben hier hat mir gezeigt, dass viele Dinge auch anders sein könnten, wenn man nur wollte, und das es kein Gott gegebenes "damit muss man halt leben" gibt. Leben in Deutschland wird nach den 2 Jahren nicht mehr so sein, wie vorher, wird sich messen lassen müssen, mit dem Leben hier, das Land und die Leute werden gut begründen müssen, warum dies und jenes angeblich so sein muss, es wird sehr viel Überzeugungskraft brauchen, bis es mich wieder von sich einnimmt, einfach nur wieder da zu sein, wird nicht mehr reichen...

22. Dezember 05

Deutschland im Sauseschritt

von Gunda

Ein kurzes Stimmungsbild:

Eigentlich ist es total egal, ob ich an einem Tag von Recklinghausen über Kiel nach Berlin fahre oder ganz direkt. - Ist halt alles Deutschland.

Es gibt auch freundliche Verkäufer und Busfahrer in Deutschland.

Irgendwie wirken hier viel mehr Menschen auf mich verbraucht und unzufrieden. Und so viele haben solchen starken Geltungsdrang...

Boah! Sind die alle laut in Bus und Bahn!

Warum sind die Toiletten, Waschbecken und Türklinken so hoch?

Schön leise und ruhig auf der Einkaufsstraße...

Interessantes Toilettenpapier. - So fest. Und die Taschentücher auch.

Toll: Es freuen sich sooo viele Leute, mich zu sehen. Und es ist schön, zu sehen, daß es für die genauso eine kleine Sensation ist, daß ich hier bin, wie für mich.

Ich habe das Gefühl, alles auf einmal nachholen zu wollen. - Ein ganzes Jahr. Da muß ich mich bremsen.

Ich würde gerne viel mehr nach Japan mitnehmen als geht.

Ich merke, daß mir Deutschland gut tut. Aber es ist trotzdem nicht so, daß ich nicht getrost wieder für fast ein Jahr nach Japan verschwinden könnte. (Wahrscheinlich gehört einfach inzwischen beides zu mir.)

16. Dezember 05

Los geht's!

von Thomas

Die Koffer sind gepackt, noch ein paar Stunden Schlaf, dann fahren wir los. Erstmal nach Narita, dann nach Kopenhagen und dann nach Düsseldorf. Gunda voller Vorfreude, ich mit etwas gemischten Gefühlen. Warum weiß ich allerdings auch nicht so recht. Mal sehen, wie es wird...

Hier wird es auf jeden Fall etwas ruhiger werden in den nächsten 2 Wochen, aber danach geht's ja wieder weiter... ;)


Frohes Fest und eine guten Rutsch an alle treuen Leser!

05. Dezember 05

Wir kommen wirklich...

von Thomas

...und zwar nach Deutschland, allerdings schon einen Tag eher, als hier noch angekündigt, nämlich am 16. Dezember, statt dem 17. Dezember. Zurück geht es dann am 1. Januar, Ankunft hier in Japan am 2. Januar. Heute habe ich die Tickets abgeholt...

Das Wochenende haben wir angesichts der baldigen Reise mit massivem Geschenke einkaufen verbracht. Erst am Samstag bei uns in der Umgebung, am Sonntag dann ich Tokyo. Das meiste, aber natürlich noch nicht alles, haben wir jetzt zusammen und können eigentlich recht entspannt auf die Dinge blicken, die da kommen werden :)

21. November 05

Hakone

von Thomas

Wie man unseren letzten Eintraegen entnehmen konnte, waren wir von Freitag bis Sonntag in Hakone. Ziel war es ja eigentlich, sich Berghaenge ueber und ueber bedeckt mit roten Ahornblaettern anzusehen. Aber wie schon vor einem Jahr, war der Efolg in der Hinsicht eher durchwachsen. Irgendwie scheint Hakone nicht der beste Ort fuer rotes Laub zu sein... Oder es war wieder die falsche Zeit.

Wie sah es denn nun aus? Viele Baeume waren schon kahl oder die Blaetter waren eher braun als rot. Einzelne schoene Baeume mit gelben oder roten Blaettern oder einem bunten Gemisch an Farben gab es aber auch und ein paar gute Photos konnten wir durchaus machen. Aber eben nichts, was auch nur annaehernd an diese Werbebilder rankommt, auf denen alles rot ist, soweit das Auge reicht. Na ja, vielleicht wird das ja noch irgendwann mal was.

Ansonsten war es aber eine schoene Zeit. Wir hatten uns einen 'Hakone Free Pass' besorgt und sind mit dem 'Romance Car' der Odakyu Line dorthin gefahren (Na ja, der Zug war weniger romantisch, als bequem und schnell, aber egal). Der Pass hat den Vorteil, dass man mit ihm mit den meisten Verkehrsmitteln in Hakone dann kostenlos fahren kann, was schon eine erhebliche Ersparrniss ergibt (Man kann Zuege, Busse, Schiffe, Seilbahnen usw. auf den wichtigsten Strecken mit dem Ding benutzen).

In Hakone angekommen, sind wir erstmal mit dem Bus zu unserem Ryokan gefahren. Ein kleines, gemuetliches Gaestehaus, relativ zentral im Hakone-Gebiet gelegen. Hakone ist bekannt fuer seine vielen heissen Quellen und auch in unserem Ryokan gab es draussen ein Becken mit heissem Bergwasser. Erst war ich ja etwas im Zweifel, ob es ein gute Idee ist, nachts bei unter 10 Grad dort baden zu gehen, aber letztlich hat es sich gelohnt. Die Sache mit den heissen Quellen in Japan ist wirklich was feines. Einaml muessen wir auch mal in ein richtiges traditionelles Onsen gehen. Haben wir bisher leider noch nicht geschafft.

Bevor wir allerdings gebadet haben, wollten wir noch etwas die Gegend erkunden. Aber wir waren schon etwas "spaet" dran und so gab's nicht mehr viel zu sehen. Ist schon komisch, dass in solchen Touriziel ab 5 Uhr schlagartig alles dicht macht, kein Mensch mehr auf der Strasse ist und man Glueck haben muss, wenigstens noch ein offenes Lokal zu finden. Spaetestens um 8 Uhr ist dann aber endgueltig alles dicht, wie man uns gleich nach der Ankunft erklaerte.

Wir hatten dann noch ein kleines japanisches Lokal in der Naehe unseres Ryokans gefunden. War ein ziemlich skurilles Erlebnis. Der Koch und der Wirt hatten nicht viel zu tun (wir waren die einzigen Gaeste), und konnten sich intensiv um uns kuemmern... Als wir sagten, woher wir kamen, wurden wir erstmal zakig militaerisch gegruesst (ja, die alten Zeiten...) und bekamen eine deustche Fahne auf den Tisch gestellt. Dann gab's imme rmal kleinere Gespraechsversuche, wir bekammen noch ein paar Extras zu unserem Esse dazu (Nachtisch, etwas Obst, anderen Tee) und als wir gingen, bekamen wir noch ein paar Origami-Teile geschenkt und der Wirt wollte sich unbedingt mit uns fotographieren lassen... Netter Abend :)

Am anderen Tag gings dann frueh los. Zum Ashi-See. Mit unserem Free-Pass konnten wir auch quer ueber den See fahren, allerdings nur mit den kitschigsten Booten, die ich jeh gesehen habe: Aufgemacht wie alte Piratenschiffe, mit Plastik-Piaraten auf dem Deck udn falschen Segeln, in knalligen Farben angestrichen und mit goldenen Verzierungen versehen. Puh, das Auge tut einem da weh. EIn Schande, wenn man bedenkt, wie schoen die Landschaft drumherum ist... Aber was soll man machen, man will ja was erleben. Vom Schiff aus hatte man einen guten Blick ueber die Berge im Hakone-Gebiet und als Hoehepunkt tauchte dann irgendwann der Fujisan auf. Leider kamen bald Wolken auf und bis zum Abend war von Japans groesstem und beruehmtesten Berg nichts mehr zu sehen.

Das Schiff fuhr vonTogendai nach Hakone-machi. Beides kleine Nester, nur aus Hotels, Gaestehaeusern, Lokalen udn ANdenkenlaeden bestehend. Aber was erwartet man auch sonst? In Hakone-machi haben wir dann erfahren, dass der Tourismus in Hakone auf einen Deutschen zurueckgeht. Paul Schmidt heisst der Gute und in Hakone-machi hat man ihm ein Denkmal gebaut. Vor ueber hundert Jahren kam er als Geschaeftsman nach Japan, verlor sein Herz an Hakone und began es touristisch zu erschliessen. Wer haette das gedacht...

09. November 05

Deutschland wir kommen!

von Thomas

Gestern waren wir im Reisebüro und heute kam die Bestätigung für unseren Flug: Vom 17. Dezember bis zum 1. Januar werden wir in Deutschland weilen. Wir haben ein bisschen Glück gehabt, dass wir noch einen günstigen Flug bekommen haben (108000 Yen was ungefähr 750 Euro entspricht), denn der Jahreswechsel ist eine der Hauptreisezeiten der Japaner und für den 2. oder 3. Januar hätte es schon keine bezahlbaren Flüge gegeben...

14 Tage Deutschland, bin gespannt, wie das wird. Vor allem Gunda freut sich schon sehr darauf, aber sie ist ja auch bisher nur einmal aus Japan herausgekommen, seid wir hier sind, während ich ja erst im Frühjahr kurz in Deutschland war. Bei mir sind die Gefühle eher gemischt, einerseits ist es natürlich durchaus angenehm Weihnachten nicht in Japan zu sein, weil hier so keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommt, andererseits war das letzte Weihnachten aber trotzdem eine schöne Zeit. Hmm, ich weiß einfach nicht so recht...

07. November 05

Wieder zu Hause

von Thomas

200511071000Nun bin ich wieder zurück aus Amerika, gestern Abend bin ich wieder heil in Narita gelandet (zum Glück, denn ich sah mich schon einen Tag später heimkommen, da mein Flieger überbucht war und ich erst im letzten Moment einen Sitzplatz bekommen habe...). Wenn man so für eine Zeit weg war und dann wieder hierherkommt, dann merkt man erst, wie sehr man sich doch schon hier eingelebt hat und wirklich hier inzwischen zu Hause ist. Alles ist einem sehr vertraut und man hat vieles doch schon lieb gewonnen und hat es prompt vermisst. Und wie schon in dem kurzen Zwischenbericht angedeutet, Amerika ist doch so ziemlich in jeder Beziehung das Gegenteil von Japan (wenn man auch deutlich merkt, wo vieles am modernen Japan seinen Ursprung hat).

Etwas mehr über meine (sehr subjektiven) Gedanken über die Unterscheide zwischen beiden Ländern, schreib ich demnächst mal, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Hier jetzt nur der Rest des Erlebnisberichtes:

Nach dem Ende der Konferenz hatte ich noch einen Tag Urlaub und den hab ich dann genutzt, um einmal nach San Francisco zu fahren. Und es hat sich wirklich gelohnt, nach dem zwar schön ordentlichen, aber seelenlosen San Jose, war San Francisco doch eine richtig interessante Stadt, mit viel eigenem Charakter (soweit man das nach einem Tag sagen kann). Auf der einen Seite Downtown mit den typischen Wolkenkratzern und tiefen Strassenschluchten und dann aber auch sehr viele alte Haeuser, mit schönen Fassaden, manchmal eine alte Kirche mittendrin, viele Parks, die alten Cablecars (tolles Gefühl, wenn man da so auf dem Trittbrett stehend durch die Gegend fährt und die Autos einem so knapp am Po vorbeifahren) und natürlich diese Hügel, mit den den Gesetzen der Schwerkraft trotzenden geparkten Autos... Auf einem der hoechten Hügel der Stadt steht ein Aussichtsturm, der Coit Tower, und von dem hat man eine wunderbare Aussicht über die ganze Stadt: Die Bucht, mit der Insel Alcatraz, zum Pazifik hin die Golden Gate Bridge und die Bay Bridge, die quer ueber die Bucht rueber nach Oakland führt. Und zur Stadt hin der Blick auf die Hochhäuser und das Schachbrettmuster der endlosen Straßenzüge.

Chinatown habe ich mir natürlich (man kommt einfach von Asien nicht los...) angeschaut. Es ist großer als das in Yokohama, aber vielleicht nicht ganz so urig, was vielleicht an der etwas breiteren Straßen liegt, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass es mehr ein echter, gewachsener Teil der Stadt, obwohl ich gar nicht genau sagen kann warum eigentlich. Zum Schluss war ich dann noch im Shoppingbezirk unterwegs, hab aber letztlich doch nix gekauft, obwohl ich erst dachte, ich könnte vielleicht ein paar Sachen kaufen, da es hier ja, vor allem bei Schuhen, nicht immer so einfach ist, was in meiner Größe zu finden. Aber letztlich hatte ich dann doch keine rechte Lust.

Die Rückfahrt nach San Jose war dann noch einmal recht spannend. Da ich immer schon mal in Amerika mit dem Zug fahren wollte (warum, weiß ich jetzt auch nicht...), bin ich mit dem lokalen Pendelzug zwischen San Jose und San Francisco gefahren. Auf der Hinfahrt ging auch alles glatt, aber auf der Rückfahrt bleib der Zug nach 10 Minuten erstmal liegen und stand dann weit über eine Stunden einfach rum, bevor es weiterging. Was los war, hab ich nicht so ganz kapiert. Jedenfalls bin ich dann mit gut zwei Stunden Verspätung kurz vor 12 in San Jose gewesen und mit dem letzten Bus zum Hotel gefahren. Ich hab mich schon den Flieger verpassen sehen. Na ja, so konnte ich noch ein paar Stunden schlafen. Um schon mal einen kleinen Japan-Amerika Vergleich zu ziehen, kurz was zu den Zuegen. Zuege in Japan sehen entweder elegant, futuristisch aus, wie die Shinkansens, oder sie sehen in etwa wie unseren deutschen Regional- und S-Bahnen aus, also schlicht und schnörkellos. Die Zuege in Amerika wirkten dagegen wie ein amerikanischer Truck gegenüber einem deutschen LKW, unnötig groß und kraftstrotzend. Durchweg doppelstoeckig und dabei etwas über 50% höher als unsere Zuege, außen und innen ungestrichen und somit silber-metallisch glaenzend und die Loks kantig und wuchtig wie man es sonst nur bei Gueterzuegen kennt. Kurz, man nehmen das Gegenteil von einem eleganten, leicht dahingleitenden Shinkansen und man hat einen dieser Ami-Zuege, die ich da gesehen hatte.

Soweit erstmal... Jetzt bin ich wieder halt wieder zu Hause, die Ginkos sind inzwischen, wei man auf dem Bild oben sieht, jetzt schonganz gelb. Es wird Zeit, einen Ausflug in den Wald zu planen, um sich die herbstliche Laubfaerbung in voller Schoenheit anzuschauen :)

16. Oktober 05

Kinkaku

von Thomas

200510161526_1 Endlich mal Glück mit dem Wetter in Kyoto. Der goldene Pavillon bei strahlendem Sonnenschein!

Ginkakuji

von Thomas

200510161303_1Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: Der silberne Tempel!

15. Oktober 05

Toji

von Thomas

200510151524_1 Japans höchste Pagode - im Regen...

14. Oktober 05

Bleibt alles anders

von Gunda

200510141045_1 Was bleibt: Wir fahren mit Ortrun übers Wochenende mit dem Shinkansen weg. Was anders ist: Kyoto statt Ise. (In Ise waren alle Unterkünfte voll.) Wird bestimmt trotzdem toll.

11. Oktober 05

Rückschau auf ein Jahr Japan III: Entdeckungsreisen & Urlaub

von Thomas

Leben in Japan heißt nicht nur Arbeiten und zusehen, wie man seinen Alltag meistert, es ist auch irgendwie ein großer Urlaub, eine einzige Entdeckungsreise, bei der man immer wieder auf Neues und Unbekanntes stößt. Das ist schon so, wenn man hier nur einfach lebt, aber es ist erst recht der Fall, wenn man sich hinausbegiebt und quer durchs Land reist. Und das haben wir bisher schon ausgiebig getan...

Die größte Tour haben wir letzten Frühjahr unternommen, als wir nach Hiroshima, Miyajima, Kyoto, Osaka, Nara und zum Fuji-san gefahren sind. Nach Kyoto sind wir inzwischen ein zweites Mal gefahren, 3 Tage nur. Trotzdem haben wir dort schon sehr gesehen, Tempel, Schreine, verschiedene Stadtviertel, Matsuris und vieles mehr. Kyoto ist vielleicht bisher der Ort, der uns hier in Japan am besten gefällt. Es am vielseitigsten, das Alte ist hier noch relativ lebendig, aber trotzdem ist auch ein moderne Stadt. Die Mischung ist hier irgendwie besser, als in Tokyo, wo das alte Japan nur noch in kleinen Inseln eine Rolle spielt.

Mit der anderen japanischen Megametroploe, Osaka, sind wir nicht so recht warm geworden. Vielleicht lag es auch am Wetter, am ständigen Regen, dass uns die Stadt etwas trostlos vorkam, aber irgendwie war das nicht so ganz das Wahre. Während Tokyo noch irgendwie viele Reize hat, abwechslungsreich ist, erschien uns Osaka einfach nur groß zu sein, eine moderne Großstadt halt. Aber vielleicht täuschen wir uns auch, was kann man nach wenigen Tagen schon abschließendes über eine solch riesige Stadt sagen. Aber das war halt unser Eindruck, gefangengenommen hat uns Osaka nicht.

Von den Resten der alten japanischen Kultur konnten wir uns natürlich schon viel ansehen. Die Schreine und Tempel von Nikko hatten wir letztes Jahr zu Weihnachten besucht. Das war als Weihnachtserlebnis zwar sehr skurril, aber nichtsdestotrotz ungemein eindrucksvoll. Ganz ähnlich war es auf Miyajima und in Nara. Alte Bauten bis zum abwinken...

Aber während das alles touristische Klassiker sind, ist es für uns auch immer wieder schön, wenn wir einfach mal in unserer Umgebung herumreisen und dort die eigentlichen Entdeckungen machen können. Denn außer Tokyo und Yokohma gibt es hier noch eine ganze Menge mehr Möglichkeiten, um einen interessanten Ausflug zu machen. In Tsukuba selbst kann man sich den Tsukuba-san anschauen, auf dem es einen sehr schönen Schrein gibt. Der Berg selbst, die Landschaft ist für Spaziergänge und Wanderungen sehr geeignet. Dann gibt es im Nachbarort, Ushiku, die größte Statue der Welt. Der Ushiku-Daibutsu ist mit 120m fast dreimal so groß, wie die Freiheitsstatue in New York. Seine Bekanntheit ist er aber selbst unter Japanern quasi gleich Null...

Ein paar Kilometer nördlich von uns liegt Tsuchiura. Neben dem jährlichen Feuerwerkswettbewerb, gibts mit dem See Kasumigaura, immerhin der zweitgrößte Japans, zumindest ein nettes Ziel, wenn man mal eine Fahrradtour unternehmen will. Apropos Größe, in Fukuroda, ganz weit im Norden der Ibaraki-Provinz gibt es den größten oder zweitgrößten Wasserfall Japans. Zweimal waren wir schon dort, einmal im Herbst, einmal im Winter. Nicht ganz soweit im Norden liegt Mito, die Hauptstadt von Ibaraki. Und wenn man da mal nicht gerade zu einer Behörde muss, kann man sich zum Beispiel den Kairakuen-Park ansehen, den landesweit berühmtesten Pflaumenpark.

Etwas umständlich, da es keine direkte Zugverbindung gibt, ist es, zur Küste von Ibaraki zu fahren. Dafür lohnt es sich aber durchaus. Im letzten Herbst waren wir in Isohara, relativ weit im Norden gelegen, gewesen und im Sommer sind wir dann ein paar mal nach Oarai an den Strand gefahren. Das werden wir auch bestimmt naechsten Sommer wieder machen.

Wo waren wir noch? In Narita z.B. und das nicht wegen des Flughafens, sondern wegen des schönen Matsuris dort. Und wir werden bestimmt nochmal hinfahren, denn die Stadt selber war auch sehr nett und den örtlichen Tempel müssen wir uns auch noch genauer ansehen. Zweimal waren wir dann noch in der Gegend westlich bzw. nordwestlich von Tokyo, am Takao-san und in Chichibu. In Hakone waren wir auch schon, da müssen wir aber nochmal hin. Damals hatten wir einfach zu wenig Zeit und hatten kaum was von der Landschaft gesehen.

Überhaupt, wo wir noch überall hin wollen... Die Liste ist viel zu lang :(

Wo anfangen? Ich möchte z.B. noch einmal höher auf den Fuji-san rauf, Gunda will unbedingt den Buddha in Kamkura besichtigen, wir waren noch gar nicht mal auf einer der anderen Inseln, nach Hokaido wollen unbedingt nochmal. Oder doch lieber nach Okinawa? Tiefschnee würde ich diesen Winter gerne einmal erleben, Laubfaerbung haben wir auch noch nicht in voller Pracht erlebt, Kirschblüten müssen wir uns auch noch mal richtig anschauen. Und jenseits von Japan? Es wird nie wieder so einfach und billig für uns sein, mal nach Korea oder China zu fliegen, die Chance sollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Und sonst? Wahrscheinlich fällt mir der Rest erst hinterher ein, aber ich hoffe, man sieht auch so ein wenig, wieviel wir schon gesehen haben, wieviel noch bleibt und wie sehr es uns alles gefallen hat...

26. Juli 05

Wieder zurück...

von Thomas

Jetzt sind wir wieder zu Hause und sind dabei gerade noch dem letztem Taifun entkommen. Allerdings wussten wir davon gar nichts, wir hatten uns nur geärgert, dass es heute Morgen zu regnen anfing und auch jetzt bei unserer Ankunft regnete es dummerweise immer noch. Als wir dann den Computer angeworfen hatten, sind wir dann auf Hinweise gestossen, dass das nicht nur einfach Regen war, sondern eben der neueste Taifun, der wohl mit Schwung auf Tokyo zurast und heute noch bei uns ankommen soll. Mal sehen, wie das wird, mit Taifunen hatten wir ja letzten Oktober direkt nach unserer Ankunft einige Erfahrungen gemacht...

Dann gab's in unserer Abwesenheit, am Samstag wohl,  ja auch noch ein Erdbeben in der Nähe von Tokyo, von dem wir erst durch einen besorgten Anruf von Gundas Eltern erfahren hatten. Zum Glück ist in unserer Wohnung so gut wie nichts passiert, ein paar Sachen sind aus den Regalen gefallen, aber nix ist kaputt gegangen.

Was sonst noch? Eine Ameise hatte unsere Wohnung erforscht, zum glueck war sie alleine, jedenfalls haben wir noch keinen Ameisenhaufen in irgendeinem Zimmer entdecken können... Unten im Treppenhaus lief noch eine große Kakerlake rum, aber von denen hat sich bisher noch keine in unsere Wohnung verirrt.

Und der Urlaub? Schön war's. Alles war viel gemütlicher als beim letzten mal im Frühjahr, wir haben uns ganz andere Dinge angeschaut, das Gion Matsuri war sehr beeindruckend. Und da wir uns heute noch ein Buch über Schintoismus gekauft haben, verstehen wir vielleicht demnächst auch besser, was wir da eigentlich genau erlebt haben :)

Was Urlaubsphotos angeht, war die Tour auch wieder recht ergiebig, aber ich habe ja jetzt noch ein paar Tage Zeit und es dauert diesmal vielleicht nicht ganz solange, bis wir sie ins Netz stellen.

Der letzte Tempel

von Thomas

200507261039_1Bevor es gleich wieder nach Hause geht, haben wir uns noch den Higashi Honganji, einen der groessten Tempel Kyotos, angeschaut. Das Hauptgebaeude des Tempels, angeblich eines der groessten Holzgebaeude der Welt, wird leider noch fuer einige Jahre renoviert und ist mit einer kuenstlichen Schutzfassade verkleidet. Jedoch das Innere des riesigen Tempels ist zugaenglich und gibt einem schon einen recht guten Eindruck, wie gewaltig das Gebaeude ist.

Als wir dann weiter durch die Anlage gelaufen sind, haben wir unerwarteter Weise auch noch ganz moderne Bereiche entdeckt. Zunaechst ein kleine Galerie, in der Texte aus dem Leben Buddhas praeentiert wurden und dann noch eine grosse Aula, in der ein Video ueber den Tempel gezeigt wurde. Die ganze Anlage war in die Erde eingelassen und recht kuehn und modern gestalltet. Etwas fuer Leute, die nach all dem Holz mal etwas Sichtbeton betrachten wollen...

25. Juli 05

Bischen Bummeln

von Thomas

200507252022_1 Und zum Schluss noch ein bischen herumbummeln im abendlichen Gion...

24. Juli 05

Gion Matsuri

von Thomas

200507241047_1 Auf dem Weg zum kaiserlichen Palast sind wir mitten in eine Festprozession geraten, die Teil des "Gion Matsuris" ist, dem wohl bekanntesten der traditionellen sommerlichen Strassenfeste in Japan.

23. Juli 05

Angekommen

von Thomas

200507231612_1 Wir sind gut in Kyoto angekommen, das Hotel macht einen ordentlichen Eindruck und jetzt erfrischen wir uns erstmal bei Starbucks...

22. Juli 05

Ab in den Urlaub!

von Thomas

Die Arbeit ist getan, jetzt ist Urlaub angesagt. Eine Woche 'summer vacation' habe ich mir genommen (eine Art zusaetzlicher Sommerurlaub, den man zwischen Anfang Juli und Ende September nehmen kann). Leider kann sich Gunda nicht fuer die ganze Zeit freinehmen udn so reicht es nur zu einem gemeinsamen Kurzurlaub. Morgen fahren wir ins schwuel-heisse postregenzeitliche (ja die Regenzeit ist offiziel beendet worden, wenn's jetzt mal regnet, ist das kein offizieller Regenzeit-Regen mehr, sondern einfach nur so Regen...) Kyoto und bleiben dort bis Dienstag. Mal sehen, vielleicht kriegen wir es ja wieder hin, jeweils ein Photo mit einem kurzen Stimmungsbericht per Handy hier ins Weblog zu packen :)

15. Juni 05

Fetter Urlaub

von Gunda

Schon als wir in Honolulu auf dem Flughafen auf unseren Anschlußflug nach Maui warteten kündigte sich an, was uns die nächste Tage erwarten würde: Übergewichtige Amerikaner in Hülle und Fülle. Der französische Kollege von Thomas bemerkte nach einigen Tagen trocken, er würde sich zwischen diesen Leuten so schlank vorkommen, daß er sich überlegen würde, dazubleiben. So ähnlich ging es mir auch. Wahrscheinlich habe ich mich nur deshalb von Thomas zu einem Bikini (oder sowas ähnlichem)Cimg6641_small_1 überreden lassen. Jedenfalls hat das meinem Selbstbewußtsein sehr gut getan, und zum Glück hat man neben den ganzen fettriefenden Sachen auch immer noch was "diet", "non fat" oder anderes gefunden. (Ob das jetzt nun gesünder ist?) Und noch etwas Gutes hatte das Ganze: Ich habe die bestsitzendsten Jeans meines Lebens für den kleinsten bisher dagewesenen Preis gefunden, was bei meiner unbequemen Form schon in Deutschland (und erst recht in Japan) nicht ganz einfach ist.Cimg6527_small

Hawai'i ist ein beliebtes Reiseziel für reiche US-Amerikaner und ebensolche Japaner. Da in Japan aber gerade keine Reisezeit ist, fanden sich auf Maui eher Amerikaner. Trotzdem war das Hotel voll auf japanische Gäste eingestellt. Man mußte also nicht unbedingt Englisch können, um als Japaner dort zu überleben. Auch die Lokale usw. hatten sich angepaßt. Nichtsdestotrotz war es für uns eher ein "Heimspiel", denn wir sind vielleicht schneller und einfacher an Informationen gekommen als Thomas' japanische Kollegen. Das war schon komisch: In Japan können wir uns gut orientieren, aber nicht so gut verständigen; auf Maui war es umgekehrt.

A propos "Verständigung" und "Informationen": Die Informationen zum Drumherum der internationalen Konferenz gab es fast ausschließlich (samt Infoblatt) auf Japanisch. Alle anderen mußten sich das, was sie wissen wollten, von unterschiedlichen Stellen zusammenklauben.
Das Konferenz-Outfit der meisten Japaner war recht einheitlich: Hawaii-Hemd, kurze Hosen und Sandalen. - Nach der Ankunft verschwanden alle in ihren Zimmern und kamen kurz darauf in dieser Kleidung zurück. Jaja, man muß sich halt den Gegebenheiten des Landes anpassen...Cimg6731_small
Ansonsten bin ich etwas aus der Reihe gefallen. Nicht nur, daß ich mit der japanischen Gruppe angekommen war; ich war auch eine der wenigen Frauen, die nicht den ganzen Tag in der Versenkung verschwunden waren und nur zu den ganz offiziellen Anlässen wieder aufgetaucht sind. (Ich habe keine einzige japanische Begleiterin am Strand getroffen.) Ich war da. Und zwar immer, wenn Pause war, beim Frühstück und zu allen Anlässen. Erst dachten einige, ich wäre auch Physikerin. Aber trotzdem ich das schnell zerstreut hatte, haben sich viele von Thomas' Kollegen mit mir unterhalten wollen. Auch die Japaner. Vielleicht lag das an meiner offenen und offensiven Art, vielleicht nur einfach daran, daß ich sehr präsent war. Jedenfalls hat mir das Interesse sehr gut getan. Hatte ich doch eher erwartet, daß ich in den Augen der anderen "nur Begleiterin" sein würde.
Ich habe auch noch nie Pool-Strand-Urlaub gemacht. Eher die aktivere Variante. Und in Luxushotels steigen wir ja sonst auch nicht ab. Das Ambiente war also eher ungewohnt.
Cimg6628_smallWobei der Luxus beim Frühstück kläglich versagte. Wir bekamen am ersten Morgen nur Marmelade, Kaffee, Tee und (ziemlich wenig) Yoghurt. Das lag wohl an einem Kommunikationsproblem zwischen Reisebüro und Hotel. Am nächsten Tag gab es auch noch Croissants dazu und einige Sachen mit viel Zuckerguß. Am letzten Tag regnete das Ganze dann unter freiem Himmel ein, ohne daß es irgendeinen Hotelangestellten zu irgendeiner Maßnahme bewegt hätte. Später hat dann jemand die durchweichten Backwaren mit einer Stoffserviette abgedeckt...

Aber das meiste war doch toll. Ich habe viel in der Sonne gesessen (Ja, Papa, mit ausreichend Sonnenschutz!), habe in Pazifik und Pool gebadet (und konnte bei letzterem gleich noch eine Sozialstudie blasierter neureicher Amerikaner landen), bin am Strand und in der Shopping-Zone und mit Thomas zusammen in der nächsten Stadt spazieren gegangen, habe Fotos gemacht und gelesen. Kurz: Ich habe mich mal ausgiebig um mich (und natürlich zwischendurch auch um Thomas) gekümmert. Das war toll, und hat einen Sommer eingeläutet, den es hier in Japan noch nicht gibt. Hier hat gerade die Regenzeit angefangen, von der wir uns auf diese Weise fast eine Woche gespart haben.
Neben den von Thomas erwähnten Mitbringseln (z.B. T-shirts mit besonderem Effekt) konnten wir auch noch einige Dinge erstehen, die wir hier etwas vermissen. Passende Hosen sind nur ein Teil. Der andere sind Frauenzeitschriften und sonstiges Druckwerk auf Englisch gewesen.
Es war für mich auch eine Reise der ersten Male: Erstes Mal USA (Mann, wird man da viel angequatscht!), erstes Mal Pool-Urlaub, erstes Mal Luxushotel, erstes Mal Konferenzbegleitung, erstes Mal Reisen mit japanischer Gruppe, erstes Mal Wiedereinreisen in Japan und den Eingang für "Japaner" benutzen, Erstes Mal vom Ausland nach Japan "nach Hause" kommen...

Klasse war's auf jeden Fall, obwohl ich jetzt bestimmt nicht dauerhaft den Drang nach dieser Sorte Urlaub entwickeln werde. (Unser Geldbeutel wird's mir danken...)

11. Juni 05

Und jetzt noch Urlaub!

von Thomas

Heute Mittag war der Workshop dann zu Ende. Dreieinhalb Tage Vortraege von Morgens bis Abends ist schon auch nicht so einfach und irgendwann hat man dann doch genug. Und wenn man bedenkt, wo wir hier sind, ist das mit der Konzentration manchmal gar nicht so einfach...

Aber heute Mittag war ja dann Schluss und wir sind dann auch nur schnell was Essen gegangen und dann zum Strand. Einfach nur mal so ohne Stress daliegen, ist auch gar nicht so schlecht. Ein bischen Schwimmen zwischendurch und einmal ein Strandpaziergang, ein Photos machen. Schoener Nachmittag ist das gewesen. Werden wir bestimmt nochmal machen, auch wenn wir uns selber einen so luxurioesen Ort nicht leisten koennen.

Danach sind wir dann noch in dem Einkaufscenter neben dem Hotel shoppen gewesen. Insgesamt haben wir hier doch einiges schon gekauft: Einen Bikini fuer Gunda, ein paar Sandalen und eine Jeanshose fuer mich, noch ein paar T-Shirts (darunter welche, die bei Sonnenlicht ihre Farbe aendern!), einige Andenken udn Mitbringsel und noch ein bischen Kram, den man in Japan nur schwer bekommt. Kommt doch ganz schoen was zusammen.

Abends wollten wir dann nochmal in die Stadt, nach Lahaina (eigentlich ja ein kleines Nest, aber sonst gibt's hier halt nix), um schoen Essen zu gehen. An der Bushaltestelle haben wir dann noch die Lees getroffen und gleich gefragt, ob sie nicht mitwollten. Wollten sie dann und so sind wir dann zu fuenft los gefahren. Das "beste Restaurant von Lahaina" war uns dann allerdings dann zu voll und so sind wir nach etwas suchen in einem huebschen kleinen Lokal in einem Hinterhof, etwas abseits von der Hauptshoppingmeile, gelandet. Ich hab dann ein sehr leckeres Steak gegessen und Gunda Fisch frisch vom Markt. Das Essen war prima und zusammen mit den Lees (vor allem das kleine Baby ist sehr suess) wurde das dann noch ein schoener letzter Abend im Paradies...

28. März 05

Bilanz einer Reise

von Thomas

Jetzt ist unser Urlaub vorbei. Neun Tage sind wir quer durch Japan gereist, haben mit Hiroshima, Miyajima, Kyoto, Osaka, Nara und schließlich dem Fuji, ganz unterschiedliche Orte besucht. Haben uns fast ein Dutzend Tempelanlagen und zig kleine Schreine, Tempel und Pagoden angeschaut, haben Stadtbummel gemacht, sind in diversen Lokalen essen gegangen, haben in den typischen japanischen kleinen Hotels, den Ryokans, gewohnt (einige davon ganz modern, komfortabel und frisch renoviert, andere schon etwas angejahrt, dafür aber sehr urig), haben in heißen Quellen gebadet, sind mit Bussen, U-Bahnen und alten Straßenbahnen gefahren und sind Japans ganzem Stolz, dem Shinkansen durch die Lande gebraust. Es hat geregnet, die Sonne schien, es war kalt und warm und zum Schluss konnten wir einen Weg nicht benutzen, weil dort zu viel Schnee lag. Wir sind mit dem größten Riesenrad der Welt gefahren (ok, das haben wir schon mal gemacht *lach*), sind vor zahmen Rehen und Affen geflüchtet, haben Koffer geschleppt und Schließfächer gesucht. Haben über Fahrplänen gebrütet und versucht Schilder und Speisekarten zu entziffern, haben Andenken und Glücksbringer gekauft. Haben gestaunt und den Grund unseres Erstaunens in Bildern festgehalten (fast 1500 dürften es sein, oh Gott...), waren glücklich und enttäuscht, haben gelacht und waren ganz still, müde und durchnässt vom Regen. Viele Menschen haben wir getroffen, Amis, natürlich auch Deutsche und natürlich Japaner, viele davon Touristen wie wir, die rätselnd auf Stadtpläne schauten oder gar nicht wussten wohin. Japaner aus Osaka sollen anders sein, als die aus Tokyo. Sind sie das? Ich kann es nicht sagen, denn wem sieht man an, woher er kommt. Unser letzter Gastgeber hieß David, erst dachten wir, es wäre der kanadische Ehemann der netten Dame, die Gundas Koffer eifrig die Treppe raufschleppte, aber nein, es war der ältere Japaner, der uns vom Bus abholte... Auf nix ist mehr Verlass...

Kennen wir jetzt Japan? Keine Ahnung, vielleicht etwas besser als vorher, aber eigentlich  ist man von den Eindrücken viel zu erschlagen, als das man solch schwierige Fragen jetzt schon beantworten könnte. Auf jeden Fall sind wir reicher (nicht an Geld), reicher an Erfahrungen. Klingt platt, ist aber einfach so. Und wenn etwas Zeit  verstrichen ist,  man sich  nochmal die Bilder anschaut, dann werden wir vielleicht auch mehr verstehen von diesem Land, das so modern aussieht und sich so bemüht dem Westen nachzueifern und doch so ganz anders ist (Oder gibt es bei uns Frauen, die aussehen wie Barbiepuppen und sich im Museum jede Schautafel durchlesen oder coole Jungs mit den neuesten In-Klamotten, die in eine Kirche gehen, eine Kerze anzünden und beten?)

27. März 05

Neunter Tag: Fuji

von Thomas

200503270732_1Das war's, unser letzter Urlaubstag! Zum Abschluss unserer Reise quer über die japanische Hauptinsel Honshu haben wir noch eine kurze Wanderung am Fuße des Fuji gemacht, den schneebedeckten Gipfel des Berges bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein immer im Blick...

Getreu unserem Motto "kein Tag ohne Schrein" haben wir unsere letzte Tour am Fuji Sengen Jinja, dem traditionellen Ausgangspunkt der Pilgerfahrten zum Gipfel des Fuji, begonnen.200503271055_1 Allzu viel weiter sind wir aber nicht mehr gekommen. Nach etwa 2 Stunden waren wir an einem kleinen Rastplatz angekommen. Es schien (jedenfalls auf dieser Seite des Fuji) der äußerste noch mit dem Auto erreichbare Ort zu sein, danach gab es zumindest keine befestigte Straße mehr. Wir ruhten uns dort etwas aus, schauten uns die Japaner an, die (natürlich) mit dem Auto dort hin gefahren waren und aßen ein bisschen was. Viele der Japaner verhielten sich übrigens recht merkwürdig: Sie stiegen aus dem Auto aus, liefen etwas ziellos hin und her, stiegen wieder ein und fuhren weg. Also dafür, dass man von dieser Stelle aus den Fuji gar nicht gut sehen konnte, lohnte sich die Fahrt zu diesem Rastplatz eigentlich nicht. Gut, es gab dort ein paar schöne alte Steintafeln, aber deswegen extra dorthin fahren?

Nach der kurzen Rast ging's dann wieder zurück. Leider wieder die Straße entlang, denn der eigentliche Wanderweg war unpassierbar: Zuviel Schnee!

Tja, und dann war's das auch schon. Von Fujiyoshida nahmen wir dann den Zug Richtung Tokyo. Einmal noch Umsteigen, dann ab nach Tokyo-Station, in die Yamanote-Line bis Ueno, dann in die Joban-Line bis Arakawaoki und zu Fuß ab nach Hause. Zum Glück waren die letzten beiden Tage recht gemütlich, aber wir waren trotzdem erstmal ziemlich geschafft...

26. März 05

Achter Tag: Fuji

von Thomas

Cimg5099_small_1Heute haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein von Osaka Richtung Fuji aufgemacht. Los ging es zunächst mit dem Shinkansen bis Mishima. Eine Station vorher (die bezeichnenderweise Shin-Fuji heißt) sieht man ihn dann. Es ist schon ein grandioser Anblick, wenn man zum ersten mal vom Zug aus den Fuji in der Ferne aufragen sieht! Wie ein fast perfekter Kegel zieht er sich ganz langsam ansteigend von Meereshöhe bis auf über 4000m hoch. Kein Wunder, dass man ihn in alten Zeiten für göttlich hielt und verehrte...

Von Mishima ging es da 2 Stunden per Bus nach Fujiyoshida an der Nordostseite des Fuji, etwa 1000m über dem Meeresspiegel gelegen. Dort holte uns dann der Besitzer unseres Ryokans ab, ein Japaner namens Dave :)

Cimg5123_smallAber kochen konnte Dave jedenfalls sehr gut, es gab ein üppiges echt japanisches Abendessen, mit Hühnchen und Fisch, vielen kleinen Gemüsebeilagen, Pilzen, Tofu uns natürlich Reis. Nicht alles war so ganz nach meinem Geschmack, aber es war absolut ausreichend.

200503261731_1Und dann war der Tag auch schon vorbei (Die Fahrt hatte doch ziemlich lange  gedauert). Einen kurzen Spaziergang machten wir noch, um schon mal einen ersten Blick auf den Fuji zu werfen, aber mehr war nicht drin. Das Ryokan hatte noch eine heiße Quelle, da nahmen wir noch ein Bad, dann warfen wir uns müde auf die Futons...

 

25. März 05

Siebter Tag: Nara

von Thomas

200503251123_1Heute haben wir von Osaka aus einen Abstecher nach Nara, der alten Hauptstadt Japans, gemacht. In diesem Tag war alles drin: Sonne, Regen und Schnee, Tempel, Schreine und heilige Rehe...

Und wir wurden auch schon langsam etwas müde. Sieben Tage sind wir jetzt unterwegs gewesen, haben vieles Neues gesehen, waren in Tempeln und Schreinen, diversen Restaurants, sind hin und her und kreuz und quer durchs Land gefahren, da darf man sich über erste Anzeichen von Müdigkeit nicht wundern.

Aber trotzdem haben wir den Tag auch sehr genossen. Nara ist, ähnlich wie Nikko, fast ein einziges Weltkulturerbe und obwohl viele der Anlagen aus seiner Glanzzeit verloren gegangen sind, kann das verbliebene einem noch einen guten Eindruck von der Größe der Stadt vermitteln.

Wenn man sich vom Bahnhof quer durch den modernen Teil des heutigen Naras Richtung der alten Tempelanlagen aufmacht, stößt man zunächst auf den Kofuku-ji mit seiner 5 stoeckigen, weithin sichtbaren Pagode, die eines der Wahrzeichen Naras ist. Auf dem Gelände des Schreins trifft man dann auch gleich die ersten heiligen Rehe, die einem wie auf Miyajima von da an auf Schritt und Tritt begleiten. Zum Glück sind sie hier etwas friedlicher als auf Miyajima, wo sich die Tierchen ein Vergnügen daraus machten, arglose Touristen zu belästigen und ihnen das Essen quasi aus der Hand zu klauen.

Cimg5039_smallVom Kofuku-ji ging's weiter zum Todai-ji, dem ehemaligen buddhistischen Haupttempel Japans. In einem als "größtes Holzgebaeude der Welt" (mit solchen Behauptungen sollte man in Japan vorsichtig sein, denn in Kyoto soll es angeblich auch das größte Holzgebaeude der Welt geben...) Cimg5040_smallbezeichneten Tempel befindet sich dort ein riesiger, über zehn Meter hoher Daibutsu, eine Buddha-Statue also. Ein absolut beeindruckender Anblick!

Cimg5073_smallWeiter ging's dann an verschiedenen kleineren Schreinen vorbei zum großen Kasuga Schrein, einem weiteren von Naras unzähligen Weltkultuerben. Die Anlage liegt einem bewaldeten Hang und ist umgeben von einem riesigen Garten, der sich fast bis zur Stadt Nara erstreckt. Da Gunda nun endgültig geschafft war von dem stundenlangen herum spazieren, haben wir uns dann kurz getrennt, während sie im National Museum von Nara blieb, ging ich noch zum Gango-ji, dem ersten buddhistischen Tempel Japans, der etwas abseits von den anderen Tempeln, schon mitten in der Stadt Nara selbst steht. 07570018_bearbeitetVon der ursprünglichen Tempelanlage ist nicht mehr viel erhalten und das, was noch dasteht ist in einem ziemlich traurigen Zustand. Ohne Reiseführer würde man nie darauf kommen, welch bedeutender Ort das mal wahr. Es hatte sich auch außer mir kaum jemand dorthin verirrt, während in den Tempeln alles voller Menschen war. Etwas schade ist es ja schon, aber ich denke, dass auch dieser Tempel wieder aufgemöbelt werden wird und dann wieder etwas glanzvoller erstrahlt.

Danach hatte ich dann aber auch langsam genug gesehen und nachdem ich Gunda aus dem Museum abgeholt hatte, sind wir dann wieder zurück nach Osaka, wo wir noch was gegessen haben und, natürlich, noch zu Starbucks gegangen sind. Ein japanisches Bad noch in unserem Ryokan und dann ab ins Bett. Jetzt noch zwei Tage am Fuji und dann geht es wieder nach Hause. So schnell ist eine Woche Urlaub vorbei...

24. März 05

Sechster Tag: Osaka

von Thomas

Cimg4883_smallDas haben wir wirklich genial gemacht! Heute Morgen schien die Sonne und wir haben uns das große Aquarium von Osaka angesehen, am Nachmittag gingen wir zum Schloss von Osaka und es stürmte und regnete...

Aber das war letztlich das einzige Problem des Tages. Der Besuch des Aquariums hat sich jedenfalls voll gelohnt. Cimg4964_smallPinguine, Biber, Delphine, Schildkröten, Rochen, unzählige kleine und große Fische und oben drauf noch ein mehrere Meter langer Hai... Dieses Aquarium ist wirklich einen Besuch wert! Hauptattraktion ist dabei das zentrale Becken, das sich über mehrere Etagen erstreckt und das in mehreren Windungen umkreisen kann und so die in der jeweiligen Wassertiefe lebenden Tiere optimal beobachten kann.

Cimg4955_smallOptimal beobachten konnte man auch einige Taucher, die die Becken reinigten und das Futterkomando, das die Tiere mit Nahrung versorgte, wobei ich da dann auch immer wieder die Frage stellte, ob nicht die Fische sich auch gegenseitig fressen, denn es waren ja auch viele Raubfische dabei. Offensichtlich macht das ja keine Probleme, aber warum nun der Hai nicht doch mal ein paar seiner Mitbewohner erlegt, ist mir nicht so ganz klar...

Um die Mittagszeit herum waren wir dann einmal mit allem durch und wie schon gesagt, kaum waren wir draußen, fing es an zu regnen :)

Cimg4997_smallAber egal, wir haben uns dann trotz allem Richtung Schloss aufgemacht. Von der ehemaligen mächtigen Schlossanlage stehen heute nur noch die Mauern und einige Tore. Bei dem Hauptturm handelt es sich um eine Rekonstruktion des Originals. Trotzdem bekommt man noch einen ganz guten Eindruck davon, welch starke Festung dies einmal war. Die tiefen, meist mit Wasser befüllten Graben, die großen Tore und vor allem die steinernen Mauern, deren größte Steine über 100 Tonnen wiegen. Wie diese Steine dorthin kamen, wie sie bewegt wurden, ist wohl heute noch nicht ganz klar.

Der wiederaufgebaute Hauptturm beinhaltet ein Museum, das sich mit der Geschichte des japanischen Bürgerkrieges beschäftigt, vor allem aber mit dem Leben  Toyotomi Hideyoshis, der es als erster schaffte, das vom Krieg zerrissene Land zu einen und sich als Regierungssitz das Schloss von Osaka bauen lies. Die Ausstellung war insgesamt sehr interessant und da das Wetter eh nicht zum Spazierengehen einlud, haben wir uns alles schön ausführlich angesehen.

Cimg5012Letztlich mussten wir dann aber doch raus, das Museum schloss halt irgendwann einmal und wir gingen los, um uns mit Yuki, einem Bekannten von Gunda, den sie von ihrer Arbeit im deutsch-japanischen Jugendaustausch her kannte. Yuki ging mit uns Okonomiyaki essen, denn neben Hiroshima ist Osaka die zweite Stadt Japans, die hierfür berühmt ist. Allerdings ist Zubereitung hier eine andere: In Hiroshima besteht das Okonomiyaki im Prinzip aus  zwei dünnen mit Weißkohl gefüllten Pfannkuchen, in Osaka wird der Teig jedoch vorher mit dem Kohl gemischt und das Ganze dann gebacken.

Das Lokal, in das Yuki uns führte, war recht groß und jeder Tisch hatte seinen eigenen in die Tischplatte eingelassenen Ofen, so dass das Okonomiyaki direkt vor unserer Nase gebacken wurden.

Cimg5011Welche Variante schmeckt nun besser? Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung... Letztlich schmeckte mir beide Arten gleich gut, wobei das Osaka-Okonomiyaki vielleicht den Vorteil hat, dass es etwas mehr Teig enthält, was mir sehr entgegen kommt. Aber am Ende macht das nicht viel Unterschied. Von der Back-Performance her, boten unsere bisherigen Besuche in Okonomiyaki-Lokalen mehr, da wir dann jeweils die volle Aufmerksamkeit des Kochs hatten, hier kam halt alle paar Minuten jemand vorbei, machte routinemäßig den naechsten Arbeitsgang und verschwand wieder. Trotzdem, so ist es ja eigentlich normal und man muss es auch mal mitgemacht haben!

Cimg5016_smallNach dem Essen sind wir dann noch etwas Bummeln gegangen. Yuki führte uns durch ein sehr belebtes Einkaufsviertel Osakas, mit vielen Geschäften und Lokalen, die wie in Japan üblich mit allen Tricks um Kundschaft buhlen. Vor einem Lokal versuchte ein dicker Sumo-Ringer die Leute herein zu lotsen, andere hatten riesige, sich bewegende Krabben an den Fassaden angebracht und ein Haus hatte gar eine Mischung aus Fahrstuhl und Riesenrad an der Vorderfront angebracht, mit dem man einmal zum Dach und wieder hinunter fahren konnte.

Aber da skurrilste Ereignis des Tages war vielleicht der Besuch in Yukis spanischer Stammkneipe. Der Besitzer war natürlich kein Spanier, sondern ein blond gefärbter Japaner, der aber zumindest eine spanische Ehefrau hatte! Im Gegensatz zu Europa ist es in Japan nämlich nicht gerade üblich, dass der Wirt aus dem Land kommt, dessen Spezialitäten er anbietet... Na jedenfalls war in dem Laden nix los und der Typ hatte viel Zeit für uns und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als Gunda sich einen Tee und ich mir einen Orangensaft bestellte. So hatte er sich Deutsche wohl nicht vorgestellt :)

23. März 05

Fünfter Tag: Osaka

von Thomas

200503231755_1Gegen Abend sind wir in Osaka angekommen. Da es schon recht spät war und wir auch schon recht müde, konnten wir nicht mehr viel machen, außer uns in der Nähe unseres Hotels etwas umsehen. Ein Riesenrad gab es dort und was Wunder, nachdem wir schon in Yokohama das größte Riesenrad der Welt gesehen hatten und in Tokyo sogar mit dem größten Riesenrad der Welt gefahren sind, gab es auch hier ein größtes Riesenrad der Welt'. Offensichtlich hat jede größere japanische Stadt ein solches Riesenrad. Diese hier hat hatte jedoch noch eine andere Besonderheit (bleibt ihm ja auch nix anderes übrig, um besonders zu sein, gibt es doch in Japan noch mindestens zwei andere 'größte Riesenräder der Welt'),Cimg4842 es war nämlich gleichzeitig eine Art Freiluft-Wetterbericht! Wenn es Dunkel wird, wird das Riesenrad mit Scheinwerfern angestrahlt und die Farbe des Scheinwerferlichtes symbolisiert das Wetter des sechsten Tages. Heute Abend wurde das Riesenrad grün angestrahlt, was laut Ansage in der Kabine, Wolken für den sechsten Tag bedeutete... Na toll!Cimg4839

Ach ja, auch die Kabinen haben unterschiedliche Farbe und wenn das Rad in der Nacht abgeschaltet wird, dann bleiben die Kabinen oben, deren Farbe wiederum dem Wetter des kommenden Tages entsprechen und tatsächlich, als wir uns auf dem Heimweg