Google
Web Blog

Aktuelle Fotos

Leute in Japan

Links

Aktuelle Weblogs

17. März 06

Wenn der Gasmann keinmal klingelt

von Gunda

Vor ein paar Tagen hatten wir wieder so einen für uns unverständlichen Zettel im Briefkasten. Thomas zeigt sowas, soweit es keine Werbung ist, immer dem Sekretär bei der Arbeit. Der ruft dann jedesmal sofort bei der Firma an und fragt nach Details. So auch diesmal. Herr Umezawa sollte um 9h kommen, und wir sollten ihn fragen, ob er auch wirklich Herr Umezawa ist. (Hab ich nicht gemacht; das war mir irgendwie komisch. Aber für Deutschland finde ich das eine gute Idee.)
Klingeln mußte der Herr dann heute morgen gar nicht, denn er kam mit seinem Moped gerade angeknattert, als Thomas das Haus verließ und ich zum Winken auf dem Balkon stand. Da wir die einzigen Ausländer weit und breit sind, konnte er mich gar nicht verfehlen und grüßte mich schon von unten.
Erst hat er draußen am Gaszähler was geguckt und gemessen, ob alles dicht ist, dann kam er rein. (Ich finde es immernoch toll, daß alle Handwerker hier automatisch beim Betreten der Wohnung die Schuhe ausziehen.) Bestimmt bekommt der nicht oft Wohnungen von Ausländern von innen zu sehen; jedenfalls hat er sich (natürlich versteckt und sehr dezent) interessiert umgeguckt. In der Hand hatte er etwas, das ich zuerst für ein Funkgerät hielt. Es knackte und summte auch. Aber als er mit der "Antenne" an unserem Gasanschluß am Herd entlangfuhr, machte diese Vermutung keinen Sinn mehr. Also war es wohl doch ein Meßgerät... Mit dem ist er sörgfältig alles abgegangen. Dann mußte ich einen Zettel unterschreiben. (Thomas hatte mir sein Hanko, seinen Unterschriftstempel, dummerweise nicht dagelassen.) Ich bekam noch eine Art Auftragsbestätigung und ein (siebensprachiges!) Heft mit Sicherheitshinweisen. Jetzt bin ich voll im Bilde, und mit unserem Gas ist auch alles in Ordnung.
"Everything o.k.," versicherte mir der Gasmann sehr sympathisch, wobei er eine Reihe grauer Zähne entblößte.

13. September 05

Aba jetze!

von GundaCimg8703_small

Jetzt steht er also in voller Schönheit und sogar schon halb befüllt im Tatami-Zimmer.
Die Dekoration wird bestimmt noch immer mal anders werden. Das Blumengesteck ist eher freestyle-Ikebana! (Nicht, daß meine Lehrerin jetzt nen Herzinfarkt bekommt...)
Das da drüber ist ein Erntekorb aus Bambus, an dem wir nach und nach sogenannte Omamori sammeln wollen. Diese kleinen Säckchen kann man an Tempeln kaufen. Sie sind mit Segenssprüchen gefüllt und beschriftet, die alle Bereiche des Lebens betreffen können. (Glück, gutes Studium, heile Familie, Gesundheit, sicheres Fahren usw.)
Cimg8708_small

04. September 05

Zwischen-fertig

von Gunda

Der Schrank ist jetzt sauber, entrostet, lackiert und in unser Tatami-Zimmer eingezogen. Jetzt wartet er noch auf einen Keil, weil der Boden unglaublich schief ist und schreit geradezu nach einer dekorativen Einbettung in die Umgebung.

vorher: 
Cimg8558_small_1

Cimg8548_small_1





                                                                             nachher:Cimg8668_small_1Cimg8564_small

01. September 05

Traritrara, der Schrank ist da!

von Gunda

Juchhu! Gerade wurde unser Tansu gebracht!Cimg8548_small
Der Lieferant war zwar etwas verwirrt, als ich ihm sagte, er möchte ihn bitte auf den Balkon stellen; aber als ich ihm erklärte, ich würde ihn (also den Schrank, nicht den Lieferanten!) noch sauber machen wollen, erhellte sich seine Miene etwas. Obwohl ich nicht glaube, daß er so etwas vorher als Möglichkeit in Betracht gezogen hatte.
Ab morgen geht's dann richtig los: Saubermachen, desinfizieren, Rost umwandeln, lackieren... (Alles wohl auf dem Balkon besser.) Dann sieht das Teil aus wie teuer  ;-)  und kann ins Tatami-Zimmer einziehen. Ich bin ja schon sooooooooo gespannt!
Mittlerweile habe ich ja auch schon an der kleineren Ausgabe des Schrankes geübt, und der fühlt sich schon seit einigen Tagen in unserer Wohnung prima zu Hause.


p.s.: Ja, Hidehiko, das ist der Daruma, den wir von Dir zum Geburtstag bekommen haben. Nein, wir haben uns noch nichts gewünscht; das haben wir bisher verpeilt...Cimg8547_small

29. August 05

Tansu

von Gunda

Soeben haben wir es vollbracht: Wir haben in Thomas' Mittagspause bei einem Antiquitäten- und "Recycling"-Laden in der Nähe einen Tansu, eine alte japanische Kommode, erstanden.
Spottbillig, und der Lieferpreis war auch ziemlich niedrig. Gut, ich muß da mindestens eine Woche Arbeit reinstecken; aber das lohnt sich auf jeden Fall. Dazu habe ich mir noch den "kleinen Bruder" für diversen Schreibwaren-Kleinkram mitgenommen. Unser Schwein ist schonmal begeistert. Cimg8544_smallGeliefert wird das größere Teil am Donnerstag, und dann gibt es erstmal für mich viel zu tun. (Aber da mein Bosch-Projekt ja jetzt erstmal fertig und die Erkältung am Abklingen ist, paßt das ganz gut.)
Aufgetaucht sind die Tansu in Japan im späten 17. Jhdt. als eine Art "Seekiste", so etwas wie ein "Koffer" für längere Reisen. Sie wurden, wenn sie nicht gebraucht wurden, im Wandschrank oder draußen im Schuppen des Hauses verwahrt. Deshalb war es für die Japaner anfangs sehr überraschend, daß ihre "alten Kisten" solch großen Anklang bei den "Westlern" fanden.
Ihre Hoch-Zeit hatten die Tansu im 19. Jhdt. Zu dieser Zeit wurden in vielen verschiedenen Regionen solche Schränke produziert, die, je nach Gegend, anders verziert waren. (Frag mich jetzt bitte keiner, wo unserer herkommt!)
In der Edo-Zeit (1603-1868) begann man auch damit, in einem Tansu ideelle Werte aufzubewahren; denn man konnte die Kiste z. B. im Falle eines Feuers schnell ins Freie transportieren. 1657 wurde dies bei einem großen Brand in Tokyo allerdings 107 000 Menschen zum Verhängnis, die qualvoll in den Flammen umkamen, weil viele Tansu die Fluchtwege versperrten. (Quelle: "At home with Japanese Design", Mahoney und Landers Rao)
Ganz so dramatisch verläuft die Geschichte unserer Kommode bestimmt in Zukunft nicht. Sie wird ein eher stilles aber bewundertes Dasein in unserem Tatami-Zimmer fristen, gelegendlich mit meinen Ikebana-Versuchen geziert werden und später mit nach Deutschland reisen.
Hier aber schonmal ein Bild aus o.g. Buch, um den Stil ungefähr deutlich zu machen:
(Unsere Kommode ist aber nur halb so groß und -erstmal- nicht ganz so edel...)

Cimg8546_small

29. November 04

Adventsdekoration

von Gunda

Ich habe versucht, unsere Wohnung adventlich zu dekorieren. Ehrlich!

Also bin ich in den nahegelegenen Bastelladen gegangen und habe mir angeguckt, was die so an Weihnachtsschmuck hatten. Dabei habe ich erstmal einen mittleren Kitsch-Anfall bekommen. Das, wovon ich dachte, es ginge noch, stellte sich meist als die Rückseite von etwas besonders Kitschigem heraus. Neidisch habe ich auf die kunstvolle, völlig unkitschige japanische Neujahrsdekoration daneben geguckt und beschlossen, unsere Deko selber zu produzieren. Also habe ich mich mit Silberdraht, Stoffband und einigen erstaunlich unkitschigen silbernen Sternen (Die waren wohl dazu gedacht, um noch verziert zu werden.) wieder auf den Weg nach Hause gemacht und trotzdem eine Menge Geld in dem Laden gelassen. Thomas hat auch noch einen Beitrag geleistet, indem er einen roten Weihnachtsstern im Topf gekauft hat. Na, wenigstens ist die Wohnung jetzt nicht so vollgestopft. Das ist mir sowieso lieber. Und wenn dann noch das Paket mit dem Adventskranz kommt, den wir Mitte Dezember auf unseren dann hoffentlich schon gekauften Eßtisch stellen, weihnachtet es vielleicht schon ein bischen mehr.

25. November 04

Tiere um uns

von Gunda

Also, da wären zunächst erstmal die Tauben unserer Hausbesitzer, die jeden Morgen ihre Runden über dem Haus drehen.

Dann gibt es noch die Nachbars-Hunde. Wir scheinen für Hunde irgendwie sehr anders zu riechen, als Japaner das tun. Jedenfalls rasten Hunde regelmäßig aus, wenn wir auch nur in einiger Entfernung auftauchen. Sowas habe ich in Deutschland noch nie erlebt. Diese Hunde vom Nachbarn sind ziemlich groß (mindestens drei Stück) und könnten ohne Probleme über den Zaun springen, was sie aber aus irgendwelchen Gründen nicht tun. Nur einmal, als die Besitzerin das Gartentor aufgemacht hat, um zum Haus zu gehen, ist ihr einer entwischt und mir hinterhergerannt. Der war so kopflos, daß er noch nichtmal auf das Rufen von Frauchen reagiert hat. Da hatte ich schon ziemliche Angst. Auf den letzten irre lauten Schrei hat er dann zum Glück doch gehört… Wenn ich vorbeigehe, bellen die Hunde auch inzwischen nicht mehr. – Bei Thomas schon.

Es gibt hier auch Hunde, die immer anfangen zu jaulen, wenn ein Auto mit Sirene (Feuerwehr oder Polizei) vorbeifährt. Das passiert ziemlich oft, denn schließlich ist hier eine Feuerwehr-Station in der Nähe.

Wenn es gerade dunkel geworden ist, fangen die Fledermäuse an, zu fliegen. Die sind sehr zutraulich und fliegen einem manchmal (selten) ganz dicht am Kopf vorbei. Ich habe sogar einen Nachbarn dabei gesehen, wie er nach einer geschlagen hat, wie nach einer lästigen Fliege.

Die Spatzen sehen hier aus wie überall, machen aber, zusammen mit mir unbekannten Vögeln, Geräusche, wie meine Wellensittiche, die ich hier sehr vermisse.

Und dann gibt es noch die Tiere in unserer Wohnung: Das Bade-Schwein, das wir zum Abschied von Ortrun und Aleks bekommen haben, Thomas’ Stofftiere und der Griff (mit Schloß) von unserer Toilettentür, der von innen aussieht, wie eine Ente.

19. November 04

endlich ein Bett!

von Gunda

Bei strömendem Regen haben wir im nahegelegenen Kaufhaus ein Futon gekauft und nach Hause transportiert. – Zum Glück sind die Japaner wahre Verpackungskünstler, sodaß das Ganze weder zu unhandlich noch zu naß war.

Unser einziges Problem: Das Schlafzimmer ist feucht. Wenn wir nicht wollen, daß Bett und Kleidung verschimmeln, brauchen wir einen Luftentfeuchter, denn im Sommer wird es erst so richtig feucht.

16. November 04

immermehr zu Hause

von Gunda

Zuerst kam der Mann von Yamato Transport mit unseren Seekisten. Thomas stand also wichtig mit der Checkliste im Zimmer, während der Mann ganz vorsichtig zuerst unseren Boden mit Pappe ausgelegt und schließlich die Kisten draufgestellt hat. (Ganz im Gegensatz zu dem deutschen Möbelpacker in Berlin, der unsere mit „Fragile“ bezeichneten Kisten einfach in seinen Laster geschmissen hat.) Thomas durfte jede Kisten-Nummer abhaken, als es auch schon wieder an der Tür klingelte und die Internet-Techniker vor der Tür standen. Die guckten sich kurz das Modem an und fingen gleich an zu lachen, denn die Fernseh-Techniker vom letzten Besuch hatten schlicht und einfach vergessen, das Modem einzuschalten, weshalb bei uns natürlich das Internet nicht zu funktionieren schien. Nach einigem Hin und Her klappte dann alles ganz ohne neues Kabel. Inzwischen war der Transport-Mensch auch schon verschwunden, und so hatten wir nach relativ kurzer Zeit den Rest unseres Orga-Zeugs fertig und damit den Grundstein zu einem halbwegs vollständigen Haushalt gelegt.

Thomas ging zur Arbeit, und ich fing an, einige der Kisten auszupacken. Das heißt, ganz so einfach war das nicht, und ich habe auch nicht sofort damit angefangen.

Da standen also die Kisten, die ich zum letzten Mal in unserem berliner Wohnzimmer gesehen hatte, und wirkten so fremd und unwirklich hier in Japan, in einer Wohnung, in der wir ein ganz anderes Leben führen und doch immernoch die gleichen Menschen sind. – Es wäre wohl leichter gewesen, krassere Schnitte zu machen…

Ich habe nicht gleich angefangen mit dem Auspacken, weil ich Angst hatte, angesichts der ganzen Sachen, die wir von zu Hause mitgenommen hatten, und die mich zum Teil schon sehr lange begleitet haben, Heimweh zu bekommen. Als ich mich dann daran gemacht habe, die Kisten zu öffnen, war es auch ein bischen so: Ich habe mich daran erinnert, welchen Platz die Sachen zu Hause hatten, wo sie hingehörten und was ich vielleicht vergessen hatte, einzupacken. Hier waren unsere Möglichkeiten, Dinge zu verstauen, andere, und ich mußte für alles erst einen Platz suchen. Die vertrauten Dinge wirkten so fremd in einer Wohnung, die aber auch schon ohne diese Dinge vertraut geworden war.

Vielleicht habe ich zu viel darüber nachgedacht; aber am Ende des Tages war ich doch etwas durcheinander.

Inzwischen haben die Sachen fast alle ihren Platz, und ich habe mich daran gewöhnt. Letztlich sind sie doch ein Stück Zuhause, das mit uns hierher gekommen ist.

Lustig war auch das Auspacken am Abend zusammen mit Thomas. Irgendwie hat sich in unserem Gedächtnis der Inhalt der Kisten innerhalb dieser zwei Monate, die sie unterwegs waren, ziemlich verändert. Jedenfalls gebrauchten wir oft Sätze, wie „Wo ist denn … ?“ - „Was? Das hast Du gar nicht eingepackt?“ oder „Huch, das hab ich auch mitgenommen?“ Jedenfalls haben wir jetzt Dinge hier, die wir nicht brauchen werden (z.B. Backblech und Kuchenformen, weil wir keinen Ofen haben) und Dinge, die wir ein bischen vermissen. Aber das wäre wohl immer so gewesen…

Da sich inzwischen schon so einiges eingependelt hat und wir so eine Art Alltag (Thomas mit seiner Arbeit, ich mit dem Haushalt und der Jobsuche) haben, werde ich nicht mehr jeden Tag beschreiben. (Sonst wird es auch einfach zu langweilig…)

08. November 04

Leben einrichten

von Gunda

Wolken.

Der Mann von der Telefongesellschaft konnte wirklich NUR Japanisch. (Einen haben sie da, der berät auf Englisch am Telefon, aber nur nachmittags.) Irgendwie ging es trotzdem. Ein Festnetztelefon würde uns Unsummen an Geld kosten, weil wir erst eine Leitung „kaufen“ müßten. Deshalb bleibt es jetzt bei den Handys, obwohl es sehr teuer ist, damit in Deutschland anzurufen. (Umgekehrt kostet es, bei richtiger Vorwahl, nur ca.13 Cent / Min.) Aber dafür wollen wir ja einrichten, über den Windows-Messenger zu telefonieren. Da wir eine Flatrate haben werden, kostet uns das nichts extra und den Partner auf der anderen Seite in Deutschland kostet es nur, was er oder sie eben so für eine Internet-Verbindung bezahlt (also maximal Ortstarif).

Freitag kommt dann hier der Techniker und ab dann haben wir (hoffentlich) Internet und Fernsehen.

Nachmittags gab’s dann noch einen winzigen Erdruck, der in Niigata schon wieder Stärke 5, 5 bedeutete, bei uns aber schon SO schwach war, daß ich erst die Wasserflasche beobachten mußte, um es nicht für eine Illusion zu halten. Inzwischen habe ich mich fast daran gewöhnt und habe mich kaum bei dem, was ich gemacht habe, stören lassen.

02. November 04

Putzen

von Gunda

Wetter? Ich glaube Sonne.

Es stimmt schon, daß die Wohnung nicht ganz meiner Vorstellung von Sauberkeit entsprach; aber irgendwie mußte ich sie mir auch ein bischen „erputzen“, sie kennenlernen und für mich einnehmen. „Putzen als eine Art Qualitätskontrolle“ hat Thomas das genannt. Wie dem auch sei, jedenfalls war ich am Abend ziemlich fertig. Erst wollte ich noch nichtmal essen gehen. Aber als wir dann an einem Tisch mit Feuerchen in der Mitte saßen und unser Fleisch darauf selbst grillten, war ich doch froh, mal aus der Wohnung gekommen zu sein.

01. November 04

Umzug!

von Gunda

Regen!

War zwar nicht Rosenmontag und auch kein großer Umzug, aber für uns war’s schon ein einschneidendes Erlebnis. Immer hinter dem Assistenten, Herrn Matsuura, her und kaum was verstehend, trafen wir erst den Makler, dann die Hausbesitzerin, die i.ü. genau gegenüber von unserem Schlafzimmerfenster wohnt. (Wir hätten uns auch ohne diese Tatsache Vorhänge angeschafft…) Vor dem Haus standen einge ganze Menge (Haus-) Frauen meines Alters rum, deren Versammlung Herr Matsuura trocken mit „morning meeting“ kommentierte. Er stellte uns kurz vor, was viele „Ooohs“ und Verbeugungen zur Folge hatte. Der Makler (nur Japanisch) und Herr Matsuura (ein bischen Englisch) haben uns dann mit der „Wohnung der 1000 Knöpfe“ vertraut gemacht, als auch schon der Gasmann kam und den Rest übernahm. Vor der Wohnung ist unsere Gasleitung in einem Metallschrank, von Herrn Matsuura mit „do not use“ betitelt (wie so einiges andere in der Wohnung auch). Wenn ein schweres Erdbeben kommt, stellt sich das Gas automatisch ab, und wir müssen nach dem Erdbeben dreimal auf den Knopf drücken, damit wir wieder Gas haben. (Gas brauchen wir hier nur zum Kochen, geheizt wird mit der Klimaanlage.) Eigentlich bin ich ganz froh über diese Sicherheitsmaßnahme. (Trotzdem stellen wir das Gas am Kocher auch immernoch extra nach Gebrauch ab.)

Dann gibt es noch die kleine Klimaanlage im Schlafzimmer und die große (und ganz neue) im Wohnzimmer. Die Anlage im Wohnzimmer hängt über dem Fenster unter der Decke und hat deshalb eine Fernbedienung mit ziemlich vielen Knöpfen, die ausschließlich in Japanisch beschriftet sind. Genauso ist es mit dem Wasserbereiter, bei dem man in Küche oder Bad die Temperatur des warmen Wassers in der Wohnung einstellen kann und ferngesteuert die Badewanne vollaufen lassen kann, bis sie automatisch stoppt.

Ach ja, und dann ist da noch der Briefkasten mit Zahlenschloß, an dem wir auch nach einer Woche immernoch rumprobieren, um dann doch die Post entnervt aus dem Schlitz zu zerren. Nach einer ausgiebigen Inspektion der Wohnung und Erstellung einer Mängelliste sind dann Thomas und Herr Matsuura einen Gaskocher kaufen gegangen. (Einen Ofen haben wir hier nicht. Ist auch nicht vorgesehen. – Kein selbstgebackener Kuchen, keine Aufläufe und Kekse und vorallem keine Muffins…)

Nachdem unsere am Samstag gekauften Möbel und Geräte angekommen waren, mit denen wir immernoch sehr zufrieden sind, ist Thomas zur Arbeit gefahren, und ich habe erstmal Putzmittel im nächsten Supermarkt erstanden, was gar nicht so einfach war. Ist schon klar, daß in einer kleinen Stadt, in der es kaum Ausländer gibt, wenig Leute Englisch können, aber ich dachte „desinfection“ würde man hier vielleicht auch benutzen, wo doch so vieles aus dem Englischen übernommen wurde. Zu allem Überfluß hielt mir die Verkäuferin dann noch mit einem fragenden Blick und „paint?“ ihren Notizblock plus Stift hin. Wie malt man Desinfektionsmittel? Wenn ich kleine böse Tierchen gemalt hätte, die aus unserem Kühlschrank kommen, hätte ich vielleicht ein Insektenvernichtungsmittel bekommen. Ich sah mich schon mit dem Lied „I can’t get no desinfection“ auf den Lippen aus dem Laden fliehen, als plötzlich eine junge Kundin ankam und nett lächelnd fragte: „May I help you?“ – Es gibt sie, die kleinen englischen Hilfen, auch hier!

Danach habe ich mich erstmal auf den Dreck in der Wohnung gestürzt, den die Putzkolonne „übersehen“ hatte. Der Boden klebte allerdings nicht vor Dreck, sondern weil offensichtlich einfach mit fast purem Putzmittel gewischt wurde, das getrocknet war und beim Kontakt mit Wasser wieder aufschäumte. – Es gab also viel zu tun.

Letzte Einträge

April 2008

Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30        

Rechts

Statistik

Pagerank erhoehen
Blog counter - free blog (homepage / website) visitor hit tracking and statistical system