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04. August 06

Auf Patrouille

von GundaCimg3668_medium

Eine interessante Form der Bürgerwehr hat sich bei uns in der Gegend vor ca. einem halben Jahr gebildet: "Patorolu" (パトロ-ル) nennt sich die Gruppe aus Senioren und Hausfrauen-Müttern, die morgens und abends mit knallgrünen Bauarbeiterwesten und Taschenlampen zu zweit durch die Straßen gehen.

Warum denn das??? Japan ist schließlich das sicherste Land der Welt! Also hab ich rumgefragt und folgende Antwort bekommen: Japans Straßen sind gefährlich. Besonders für Kinder. Aber nicht etwa wegen der Autos, sondern weil es böse Männer gibt, die vorwiegend kleine Mädchen ansprechen. Abgesehen davon, daß die im Convinience-Store frei verkäuflichen Mangas dieses Verhalten noch fördern, tritt dieses "Phänomen" in Japan so selten auf, daß JEDER Fall sofort ausführlich durch die ganze Presse geht. Ich habe dann noch gefragt, was denn die Patrouille dann in einer gefährlichen Situation machen würde und bin auf ratloses Schweigen gestoßen. "Sind die bewaffnet?" hab ich gefragt. Große Augen und ein erstauntes "Nein!" gab es da. "Rufen sie die Polizei?" Achselzucken. "Hm, vielleicht..." Tja...

Vielleicht fühlen sich die Leute dann einfach besser und die Patrouille wichtig. Ist ja auch schon was. ;-)

03. August 06

Asian Beauty

von Gunda

Da waren meine Schülerinnen und ich doch hochgradig amüsiert, als wir in einer im Frühling mitgebrachten "Brigitte" den Schminktip "Mandelaugen", passend zum Film "Die Geisha", fanden. Denn was in Deutschland exotisch und deshalb (?) schön wirkt, ist hier in Japan ein Grund, etwas dagegen zu tun.

Da gibt es Fernsehgymnastik fürs Gesicht, Klebstoff für die Augenlider, um ein doppeltes Augenlid zu erzeugen, und auch Operationen sind keine Seltenheit. In den Cartoons werden Japaner auch immer mit unnatürlich runden Augen dargestellt. - Hauptsache "westlich".

Aber es bleibt nicht bei den Augen. Wo sich in Deutschland die Leute hautkrebsverdächtig durch den Sommer braten, haben hier Körperbedeckungen und Sonnenschirme aller Art Hochkonjunktur. Vernünftig, könnte man denken, wären da nicht alle nur erdenklichen "Hautpflege"-Produkte mit Weißmacher (Sogar in Tablettenform!) ... Auch Haarebleichen, blaue Kontaktlinsen, Kissen zum Ausstopfen an Busen und Po usw. sind keine Seltenheit.

Oft wird für Mode und Kosmetik mit blonden langbeinigen Models geworben. (Manchmal sogar für Kimonos.) Wäre ich Japanerin, ich würde glauben, die Kosmetik sei auf "westliche" Haut und Haare ausgerichtet. Und die sind sehr anders, wie ich schon ganz am Anfang unseres Aufenthaltes gemerkt habe.Cimg3589_medium

Ach ja, und dann gibt es die seit diesem Sommer wachsende Zahl der unnatürlich über-braunen Tussis mit gebleichten Haaren und kaum Stoff am Körper. (Und das, wo die meisten Japaner in dieser Hinsicht so prüde auf Europäer wirken!) Ob das Japan zu seinen "Beauty-Wurzeln" zurückführen wird?

Dabei hat die japanische Tradition so viel für natürliche Schönheit und Entspannung parat! Man denke nur an Baden in heißen Vulkanquellen, Schwitzbäder im heißen Sand, Shiatsu, Fußreflexzonenmassage...

21. Juni 06

Heiliger Sozialbimbam!

von Gunda

Gerade erlebe ich ein typisches Beispiel japanischer Sozialkultur:

Ich habe einen Schüler, der bald mit seiner Familie für ein halbes Jahr nach Deutschland geht. Er kann fast kein Englisch und genauso viel Deutsch, geht aber mit dem kindlichen Glauben an die Sache, daß ihm in Deutschland schon wer helfen wird. Ich habe einen anderen Schüler, der mit seiner Frau schon zwei Jahre in Deutschland gelebt hat. Beide Ehefrauen lernen in der gleichen Gruppe zusammen Leier.

So weit, so gut. Da dachte ich mir in meiner westlichen Naivität, die beiden Paare könnten sich doch mal treffen und die Deutschlanderfahrenen könnten was über Land und Leute erzählen, was anders, was schwierig ist. Also habe ich den Erfahrenen angesprochen, er könne den anderen doch mal einladen. Aber ach! Ich hatte die japanischen Etikette vergessen! Der andere ist älter und außerdem Professor! Den darf man nicht einfach von sich aus einladen und dann auch noch belehren. Da muß man ihn dann auch notfalls sehenden Auges ins offene Messer rennen lassen, damit die Form gewahrt bleibt. Aber noch ist nicht alles verloren. Dann versuche ich es eben umgekehrt und sag dem anderen, er könne sich ja mal bei dem Erfahrenen ein paar Tips holen. Mal sehen, ob das dann vielleicht auch gegen das oben-unten-Prinzip verstößt oder diesmal klappt. (Das kommt wohl auf den Grad der Konventionalität von dem "oben" an...)

02. Juni 06

Pinky girls oder "Gunda hat Geburtstag"

von Thomas

_dsc0662_medium Heute war's dann auch bei Gunda soweit: Sie hat heute Geburtstag! Leider ist es für uns beide ein ganz normaler Arbeitstag und Gunda wahrscheinlich erst um 22 Uhr wieder zu hause. Aber da kann man leider nix machen. Aber wenigsten einen schönen Morgen mit tollen Geschenken sollte es geben :)

_dsc0673 Ein neues Portemonnaie hat Gunda sich schon lange kaufen wollen und da dachte ich mir,  das wäre doch eigentlich ein gutes Geschenk. Also hab ich sie mit Mueh und Not davon abgehalten, selber  eines zu kaufen. War gar nicht so einfach... ;)  Jetzt macht so ein Portemonnaie aber nicht wirklich viel her, selbst wenn man's schön einpackt, ist es nicht so der Bringer. Was also tun, um der Sache mehr Pepp zu geben? "Think pink!" dachte ich mir da, denn Japan ist pinky, und mit viel Pink erzeugt man das richtige Japan-Feeling :)

_dsc0677 Das Japaner auf pinky stehen, dass kann man kaum uebersehen (deutet sich ja schon bei der Nationalflagge an: Wenn man Rot und Weiß mischt, wird's eben rosa...). Es gibt nichts, was es nicht auch in Pink gibt. Und das nicht nur von "Hello Kitty" und Konsorten. Kleidung (auch für Männer), diverse Alltagsgegenstaende, Spielzeug, Bürobedarf, Wäsche, alles, wirklich alles gibt es hier auch in Pink. Sogar eine Frauenzeitschrift namens "Pinky"... Und auch die Natur spielt dieses Spiel ja mit: Wenn in Spaetwinter die Pflaumen anfangen zu bluehen, dann leuchtet es rot-rosa über reinem Pink bis hin zu einem Weiß mit noch einem leichten Anflug von  Rosa.  Das gleiche Spiel, nur noch viel prächtiger, wiederholt sich dann im Frühling, wenn Sakura, die Kirsche erblüht. Und jetzt, kurz vor Sommeranfang, tauchen die Azaleen Sträucher und -hecken mit ihrem Bluetenmeer das Land in einen Regenbogen verschiedenster Pinkfarbtoene. Bei solchen Rahmenbedingungen, ist es ja kein Wunder, dass die Menschen da mitspielen.

_dsc0705_bearbeitet Und ich hab jetzt also auch mitgespielt. Ein Taschentuch von "Pinky Girls" als Geschenkpapier und dazu rosa Söckchen, Nagellack, Süßigkeiten, ein Stift und Notizblock, ein Radiergummi, pinky Glitzeranstecker fürs Handy und ein Kettchen fürs Fußgelenk sowie ein rosa Stoffschweinchen und einen pinky Alarmgeber, falls man mal überfallen wird und obendrauf noch ein rosa Plastikportemonnaie von "Hello Kitty"... Es hätte noch viel mehr gegeben, aber das reichte schon, um einen völlig verdatterten Gesichtsausdruck bei meiner armen Gunda auszulösen :)

Aber nach dem Farbschock, gab's dann ja doch noch das Wunschgeschenk und da war die Welt wieder mehr als in Ordnung... Nicht wahr, meine Allerliebste ;)

28. Mai 06

Chado

von Gunda

Es war mal wieder nötig, um unsere Dosis an Teein (Oder wie schreibt man das?) auf dem für Japan normalen Stand zu halten: Eine Teezeremonie.

Diesmal fand sie auf dem Gelände des Tokyo Metropolitan Teien Art Museum statt. Akapu hatte uns vorher die Tickets besorgt und sie uns per Post zuschicken lassen. - Ein Ticket für den Eingang des Geländes, eins für das kleine Teehaus, das malerisch in einem fast tropischen Park lag. Das war der romantische Aspekt. Der unromantische war: Es hatte den ganzen Vormittag geregnet und alles war schwül, glischig und schlammig, das Haus feucht und etwas angeschimmelt und der Raum zu dunkel, um gute Fotos zu machen. Doch zum Glück hat uns das in keiner Weise die Laune verdorben, weshalb eigentlich nur die positiven Aspekte übriggeblieben sind. Schwüles Wetter bringt immer die Gerüche besonders stark hervor. In der Stadt ist das manchmal unangenehm; in diesem Park waren wir umgeben von Blütenduft. - Alleine das war schon wie Urlaub.

Bei der Zeremonie sind wir natürlich auf die immerwieder altbekannten Gesichter getroffen, wurden erkannt und begrüßt. Und wer nicht wußte, daß die Ausländer sich schon richtig benehmen können, war zumindest hinterher beeindruckt. Wie immer sind uns natürlich die Füße schmerzhaft eingeschlafen. Aber zum Glück bekommen wir sie inzwischen immer wieder hin, bis wir richtig aufstehen müssen. (Akapu hat uns dann auch noch gleich gesagt, wir könnten ja in einem Nebenraum an einer Zeremonie auf Stühlen teilnehmen. Aber das wollten wir nun wirklich nicht.)

Diesmal hat auch Akapu selbst den Tee für die Gruppe an Leuten gemacht, die dichtgedrängt in dem Häuschen kniete. Das war für uns natürlich etwas besonders Tolles, sie dabei in diesem offiziellen Rahmen zu sehen und zu beobachten.

Mehr über die Teezeremonie an sich, haben wir schon im letzten Jahr geschrieben...

Zwar hätten wir an drei Teezeremonien teilnehmen können; wir beließen es jedoch bei einer, sind noch etwas im Park rumgelaufen (soweit der Matsch das erlaubte) und anschließend wieder mal zu Yodobashi Camera gefahren, um nach einer englischen Version der Software für Thomas' neue Kamera zu fragen. War aber Fehlanzeige. Es gibt nur diese japanische Version in Japan. Thomas könnte sich ja die Software sogar auf Deutsch im Internet runterladen. Dazu muß er seine Kamera aber bei Nikon Deutschland registrieren lassen, was nicht geht, weil er die Kamera in Japan gekauft hat. So will man wohl sog. "Grauimporte" verhindern. In den USA könnte Thomas die Kamera wohl registrieren lassen. Aber wenn dann ein Garantiefall oder sonst irgendein Problem auftritt, muß er das Ding in die USA schicken. - Auch nicht so praktisch.

Naja, jedenfalls haben wir am Abend wieder eine Menge Eindrücke mit nach Hause genommen.

19. Mai 06

Der Schilderhalter

von Thomas

Wenn Manfred mal etwas deprimiert war, weil es mit der Professur wieder nichts werden wollte, dann sagte er immer, dass er ja noch Schilderhalter werden kann. Wenn man das in Deutschland hört, dann denkt man vielleicht nicht gerade, dass das ein gute Idee ist, denn wie soll man damit Geld machen? Ich jedenfalls dachte damals bei Schilderhalter eher an diese Leute, die mit einem "Jesus lebt"-Schild durch deutsche Fußgängerzonen ziehen, als an eine bezahlte Tätigkeit.

Cimg3147_medium In Japan wurde mir dann recht schnell klar, dass man als Schilderhalter sich wohl schon durchs Leben schlagen kann. Der Schilderhalter gehört zu den unzähligen Arbeitsplatzbeschaffungsmasnahmen, mit denen zu einem sicher nicht geringen Teil Japan es erreicht, eine Arbeitslosenquote von nur wenigen Prozent zu haben, 3% oder so sind es wohl im Moment. Neben dem Schilderhalter gibt es dann noch die Leute, die in diversen Kostümen Werbung für Geschäfte oder Pachinko-Hallen machen, die Werbe-Taschentuchverteiler und natürlich meine persönlichen Favoriten, die Leuchtstabwinker. Letztere stehen meist mindestens zu zweit an quasi jeder noch so kleinen Baustelle, tragen eine Uniform und halten einen Leuchtstab in der Hand, der etwas an eine Spielzeug-Star-Wars-Lichtschwert erinnert, mit dem sie Passanten, Fahrradfahren oder Autofahrern signalisieren ob und wo sie die Baustelle passieren können. Einen ähnlichen Job (aber meist ohne Leuchtstab) haben die Parkhauseinfahrts- und Ausfahrtswinker. Die finden sich meist an den Parkhäusern großer und teurer Kaufhäuser und tragen ebenfalls schicke Uniformen, die immer etwas an alte Pagen- oder Portiersuniformen alter europäischer Hotels erinnern. Während diese Jobs alle boomen, scheinen die "Elevator Girls" allerdings langsam auszusterben. Diese jungen Damen, die die Fahrstühle bedienen, stehen während der Fahrt immer mit dem Gesicht in eine Fahrstuhlecke gewand herum und erzählen den Leuten, was sich in der jeweils aktuellen Etage befindet. Sehr süß, aber eher nur noch selten anzutreffen.

Natürlich tragen auch die "Elevator Girls" immer eine schicke Uniform. Genauso wie an meinem Arbeitsplatz die unzähligen Empfangsdamen in den jeweiligen Gebäuden und Begruesungsonkels an den Eingangstoren zum Gelände. Das eine Uniform das Selbstwertgefühl heben kann, wenn man eine Job hat, der vielleicht nicht so toll ist, dass wusste man schon immer (Da empfiehlt sich z.B. der grandiose Stummfilmklassiker "Der letzte Mann" mit Emil Jannings, über einen Hotelportier, dem, als er seinen Job verliert, nichts mehr bleibt, um seine Selbstachtung aufrechtzuerhalten, als seine Uniform) und funktioniert hier auch perfekt. Jeder Leuchtstabwinker nimmt seinen Job sehr ernst und Cimg3150_mediumniemand würde auf die Idee kommen, ihn nicht ernst zu nehmen und seine Hinweise zu missachten. Und, um auf die Schilderhalter zurückzukommen, es wird hier auch niemanden verwundern, wenn so ein Schilderhalter eine schicken schwarzen Anzug trägt, so wie die Exemplare, die wir während der "Golden Week" in Tsukuba gesehen haben. Außer uns natürlich, und deshalb machen wir da auch gleich ein Photo und setzen es ins Blog.

Aber eigentlich haben wir uns doch auch schon ganz schön an all dies gewöhnt. Und es ist ja auch oft praktisch, wenn man sich z.B. einer Ausfahrt nähert und man sich darauf verlassen kann, dass jemand da ist, der aufpasst, dass man nicht vom naechsten Auto, das plötzlich aus der Ausfahrt schießt umgefahren wird. Und wenn ich mit den Fahrrad unterwegs bin, freue ich mich auch, dass mich jemand durch die Baustelle lotst und ich auch weiß, dass dieser Weg dann frei und gut passierbar ist.

Und so ist das auch meist mit all den anderen Jobs, die es hier gibt, und von denen man erstmal vielleicht denkt, muss das denn sein? Aber Japan ist eben ein Service-Land und das merkt man immer wieder. Wenn ich z.B. nach Starbucks gehe, dann arbeiten da gut doppelt so viele Leute in einer Filiale, als in Deutschland und entsprechend schnell bekomme ich, was ich haben will. Im Supermarkt sind immer soviele Kassen auf, dass ich hier noch nie in einer Schlange stand, die aus mehr als 3 Personen inklusive mir bestand. Kein Wunder wenn's auch 10 Kassen gibt, wo es in Deutschland vielleicht 3 gibt (nicht zu vergessen, dass die Kassiererinnen einem oft auch noch die Einkaufstueten packen oder einem zumindest den Einkaufskorb, zumindest wenn er sehr voll(!) ist zum Einpackplatz tragen, während man das Geld zum bezahlen zusammensucht...). Das gleiche in der Bank, bei der Post, bei Behörden usw. Einzig die Zahl der Ärzte im Krankenhaus könnte manchmal etwas größer sein. Aber ich denke, dass kommt uns auch nur so vor, weil man ansonsten fast nie irgendwo warten muss, bis sich jemand um einen kümmert. Und wenn ich an Deutschland zurückdenke, dann habe ich dort auch schon mal 2 Stunden in manch einem Wartezimmer zugebracht...

Und sonst? Man könnte die Liste noch ganz lange fortsetzen, z.B. mit den alten Frauen, die tief eingemummelt immer die Gruenstreifen an den Straßen in Handarbeit vom Unkraut befreien, mit der durchschnittlichen Anzahl von Arbeitern auf Baustellen, die in der Regel einfach schneller verschwinden als in Deutschland, den Tankstellen, bei denen  einem das Benzin noch in den Tank gefüllt wird und jemand anders einen dabei die Scheiben reinigt, oder, oder, oder... An ganz vielen Stellen wird hier einfach Leuten Arbeit gegeben, die es in Deutschland entweder gar nicht gibt oder irgendwann weg rationalisiert wurde. Klar, das sind oft keine Traumjobs, wahrscheinlich oft auch schlecht bezahlt, aber es ist Arbeit und wenn man bedenkt, dass es oftmals gerade diese Jobs sind, die einem diese Gefühl geben, dass Japan eben ein Serviceland ist und einem das Leben in vielen Details oft einfacher und angenehmer machen, dann sind es eigentlich oft wirklich auch keine sinnlosen Jobs, wie man eigentlich im ersten Moment meinen könnte.

Und wenn ich morgens bei der Arbeit ankomme und mir erstmal ein kräftiges "ohayo gozaimasu" entgegen schalt, dann ist das halt schon mal ein guter Start in den Arbeitstag. That's it...

01. April 06

Hanami im Ueno-Park

von Thomas

200604011412_1 Jetzt sind wir doch noch zu unserem Hanami unter Kirschblüten gekommen. Letztes Jahr hatten wir das ja "dank" unseres Urlaubs verpasst. Aber dieses Jahr hat es nun so richtig gut funktioniert, zusammen mit tausenden von Japanern waren wir im Ueno-koen und haben unter voll erblühten Kirschbäumen unser Obento gegessen. Eine blaue Platikplane hatten wir zwar nicht mit, aber zum Glück haben wir noch ein freies Plätzchen etwas abseits vom ganz großen Getümmel gefunden. Die Foto-Ausbeute war natürlich enorm.  Wenn alles klappt , gibt's die ersten Bilder noch im Laufe der Woche in unserer Fotogalerie zu sehen (die inzwischen schon fast 300 Bilder umfasst...).

Es ist wirklich interessant, die ja doch sonst eher zurückhaltenden Japaner beim Kirschblüten-Picknick zu beobachten. Was literweise Sake so alles anrichten kann. Einer meinte es besonders gut mit seinen Mitmenschen und posierte unter dem Gejohle seiner Freunde nur mit einer Unterhose bekleidet auf seiner blauen Plastikplane und steckte sich, bzw. lies sich dann ganz professionell auch noch ein paar Geldscheine ins knappe Höschen stecken. Allerdings war das dann auch schon wieder ein extremer Fall. Viele saßen einfach auch nur rum, futterten und tranken vor allem viel. Manche machten auch selber etwas Musik, andere spielten Sachen wie z.B. Twister oder einfach nur ein Kartenspiel. Was besonders angenehm ist (wenn man denn nun Fotos machen will), ist das Japaner sich oft einfach gerne fotografieren lassen. Wenn jemand merkte, dass wir ein Foto machen wollten, dann wurde erstmal alle auf der Plane angestoßen, sich doch um zudrehen und in die Kamera zu schauen, zu lachen und das in Japan unbedingt notwendige V-Zeichen mit den Fingern zu machen. Manche Leute wollten uns dann auch noch zu sich auf die Plane einladen, was wir dann aber dankend abgelehnt hatten...

Was ich mich allerdings die ganze Zeit gefragt habe, war, ob nun letztlich mehr Menschen nun wirklich Hanami machten, oder einfach nur durch den Park liefen. Angesichts des Geschiebes und Gedränges hatte ich nämlich den Eindruck, dass mehr Leute auf den Beinen, als auf irgendeiner Plane waren :)

Aber wie auch immer, dieses urtypische Ereignis haben wir jetzt jedenfalls ausgiebig studieren können. War ja auch unsere letzte Chance... In wenigen Tagen ist der ganze Sakura-Zauber dann nämlich verschwunden :(

31. März 06

Kirschblüten-Photosafari

von Thomas

200603311245_1 Die Kirschblüten-Saison ist im vollen Gange und heute habe ich mit der ersten Etappe meiner dreitägigen Kirschblüten-Photosafari begonnen und bin in der Mittagspause mit meiner Kamera bewaffnet durchs AIST-Gelände gestreift und habe ein paar Bilder geschossen. Morgen fahren wir dann nach Tokyo und versuchen noch ein paar blühende Sakuras im Ueno-Park zu finden  (und natürlich wollen wie auch noch ein bischen Hanami machen). Am Sonntag gibt's dann den dritten Teil der Safari beim Sakura-Matsuri in Arakawaoki.

Ich hoffe auf eine insgesamt reiche Ausbeute für unsere Photogalerie :)

16. März 06

Kirschblüten - jetzt auch am AIST!

 

von Thomas

Der Frühling naht mit immer größeren Schritten. Heute Mittag haben wir die ersten Kirschblüten hier am AIST-Gelände entdeckt :)

14. März 06

Immernoch nicht genug?

von Gunda

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März 2007

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