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30. August 06

Nachtrag zum Kyoto-Urlaub

von Thomas

Am späten Sonntagabend sind wir wieder zurück von unserer letzten Reise in Japan gekommen. Und wenn es auch eigentlich viel zu warm und schwül war, so war's doch nochmal ein schöner Abschluss, aus dem wir das beste rausgeholt haben. Und trotz Konferenz, die recht gut verlief und ganz interessant war, war's auch für mich doch auch Urlaub. Dabei hat es natürlich auch geholfen, dass wir schon so oft in Kyoto waren. Man brauchte keine Zeit mehr damit zu verschwenden, sich zu überlegen, wie man von A nach B kommt, wenn wir abends noch rausgingen, wusste wir, wo man noch was interessantes sehen konnte. Meist waren wir in Gion, sind entweder entlang der grossen Strassen mit den vielen Kaufhäusern, Geschäften und Lokalen spaziert oder haben uns in kleine Seitenstrassen verdrückt, die einem noch etwas von der Stimmung vermitteln, die hier mal vor längst vergangenen Zeiten geherrscht haben mag. Am letzten Abend haben wir dann sogar noch eine echte Maiko gesehen :)

Viele neue Tempel/Schreine haben wir uns nicht angesehen, nur den Heian-Schrein incl. dem ihn umgebenden Park und einige kleinere Anlagen rund um den Kiyomizu-dera, dem wir auch nochmal einen Besuch abgestattet haben. Mehr war für mich (Gunda war auch noch auf einem Flohmarkt am To-ji) zeitlich und für uns beide wegen der Hitze einfach nicht drin, sollte der Urlaub nicht zu sehr in Stress ausarten. Am Samstag waren wir dann noch in Himeji und haben uns die größte noch weitestgehend authentische Burg Japans angesehen. Das war natürlich besonders für mich ganz toll, sah es dort doch genauso aus, wie ich mir immer solch eine japanische Burg vorgestellt habe. Von dem Nachbau aus Beton in Osaka war ich ja doch etwas enttäuscht...

Daneben war die Fahrt nach Kyoto vor allem als Gelegenheit viele Leute zu treffen ein voller Erfolg. Manfred war da, Takuya und seine zukünftige Frau haben wir bei einem echt japanischen Abendessen auf einer Terrasse am Fluss in Gion getroffen, Lee-san aus Korea war da und natürlich Roland und Petra, mit denen wir ein paarmal zum Abendessen gegangen sind. Wenn die beiden auch damals sehr froh waren, endlich wieder nach Schweden zurückgehen zu können, merkte man ihnen doch auch deutlich an, dass das nicht so einfach war, in Schweden auch nicht alles so toll ist, wie es von Japan aus aussah und die beiden doch vieles vermissen, wie z.B. das japanische Essen oder einfach nur die Möglichkeit, auch am Abend noch ohne Stress einkaufen gehen zu können. Vor allem letzteres oder auch die oft (gerade in kleinen Ortschafften) deprimierenden, weil so leblosen, Sonntage wieder zu ertragen, wird mich einiges an Mühe kosten (da gibt es ein Lied von Johnny Cash, in dem das gut rueberkommt, eine Stelle darin lautet:"'Cause there's something in a Sunday That makes a body feel alone." usw...).

Bilder haben wir natuerlich auch ganz viele gemacht, aber bis davon wenigstens ein kleiner Qerschnitt auf unserer Webseite erscheint, wird es noch etwas dauern, aber nach und nach wird es schon werden. Soweit es Fotos angeht, braeuchten wir uns um eine Ende dieser Seite keine Sorgen machen, da werden wir noch Monate mit verbringen, zu sichten, auszuwaehlen und die Bilder zu veroeffentlichen :)

Das war also Kyoto, zum letzten mal fuer lange Zeit, aber hoffentlich nicht fuer immer, dazu ist es dort einfach zu schoen...

25. August 06

Sammlungserweiterung

von Gunda

Auf einem Flohmarkt am Toji-Tempel habe ich am Montag ein ziemlich kunstvolles traditionelles Bambusrollo erstanden. Nach einstuendiger Suche habe ich dann gestern auch den Antik-Kramladen wiedergefunden, den ich im Oktober mit Ortrun entdeckt hatte. Den werde ich dann heute Nachmittag stuermen. ;-) Gut, dass wir 5 Kubikmeter Seefracht mit nach Deutschland nehmen koennen und nichts dafuer bezahlen muessen. Ich muss mich trotzdem etwas zurueckhalten. Schliesslich haben wir zu Hause ja auch schon einiges. Ich bin schon gespannt, wie sich unsere Sammlung in einer deutschen Wohnung in Verbindung mit unseren Sachen macht, die wir in Berlin gelassen haben.

Sonst alles toll

von Gunda

Es ist ja nicht so, dass es hier ausschliesslich heiss und vermueckt waere. Thomas bekommt z.B. Arbeit und Freizeit gut unter einen Hut, und wir haben viel voneinander. Abends treffen wir meistens nette Leute, die wir schon laenger nicht gesehen haben und die aus allen moeglichen Ecken der Welt angereist sind. Nur die Besitzerin unseres japanischen Hotels fuehlt sich wohl etwas vernachlaessigt und scheint manchmal zu vergessen, dass wir nicht ihre privaten Gaeste sind...

いただきました!

von Gunda

Alle haben gesagt, es ist verrueckt, im Sommer nach Kyoto zu fahren, weil Hitze und schlechte Luft in den Talkessel absacken, in dem die Stadt liegt. Das kann ich nur bestaetigen. Ich hangle mich tagsueber von klimatisiertem Raum zu klimatisiertem Raum, komme immer verschwitzt ins Kalte und habe schon ein verdaechtiges Kratzen im Hals. Die Hitze macht auch unglaublich muede und appetitlos. Und dann die Muecken! Die fressen mich hier echt auf. Nach den ersten 10 Stichen in zwei Tagen habe ich aufgehoert zu zaehlen. Dass mich japanische Insekten (mushi) besonders anziehend finden, wusste ich ja schon. Aber jetzt hilft noch nichtmal mehr "Mushi bye bye" der Firma "Omi"... Wenigstens hab ich "Mushi patchisu", Wirkstoffpflaster, die den Juckreiz etwas stillen und das Aufkratzen (mein Lieblingshobby) verhindern. Mal sehen, wie diese "Mueckenspeisung" fuer mich enden wird...

22. August 06

Zwischenbericht

von Thomas

Nur ein kurzer Beitrag vom Konferenzrechner. Wir sind gut hier angekommen, das Wetter ist natuerlich viel zu heiss, die Sonne brennt vom Himmel. Die Konferenz laeuft soweit gut, meinen Vortrag habe ich schon gluecklich hinter mich gebracht. Viele alte Bekannte haben wir schon getroffen und viel Spass dabei gehabt. Unser Hotel ist sehr schoen, wunderbar in Schuss, nur die Besitzerin ist zwar nett, aber auch sehr aufdringlich. Offensichtlich hat sie zuviel Zeit... Waehrend ich meisst bei der Konferenz bin, geht Gunda in Kyoto auf Entdeckungsreise :)

Und das war's auch schon, die Schlange der Wartenden, die an den Rechner wollen, wird immer laenger ;)

01. Oktober 04

Der erste Tag in Japan

von Thomas

Nach dem gemütlichen, problemlosen Flug (vielleicht gewöhn' ich mich ja doch noch daran...) sind wir schließlich pünktlich in Narita bei strahlendem Sonnenschein und einer Temperatur von weit über 25° C angekommen. Etwas unsicher war ich ja noch, ob mit unseren Papieren alles in Ordung ist, aber es gab keine Probleme. Der Mann an der Paßkontrolle schaute sich alles an, schrieb da was, machte dort einen Stempel rein und weiter ging's. Unser Gepäck fand sich auch recht schnell, jetzt noch durch den Zoll und wir sind drin in Japan. Mit etwas Glück fanden wir einen Zollbeamten, der nicht sonderlich neugierig war (ich hatte doch etwas Angst um meine beiden Marmeladengläser...) und dann waren wir endlich wirklich in JAPAN!.

In der Flughafenhalle erstmal etwas innehalten. Was stand an? Telefonkarte kaufen, um im Institut anzurufen, den Papierkram wegen unserer Seekiste erledigen, Bustikets für die Fahrt nach Tsukuba kaufen, beim Air France Schalter vorbei schauen, wegen der Flugmeilen und Gunda musste noch auf die Toilette. Hat auch alles prima geklappt, nur bei Air France muss ich wohl nochmal anrufen. Der Mann, den ich nach einem Telefongespräch zum Schalter lotsen konnte, war nicht in der Lage uns zu helfen... Mal sehen, was d'raus wird.

Die Fahrt nach Tsukuba ging ohne Probleme über die Bühne. Am Busterminal in Tsukuba-Center angekommen, nochmal schnell im Institut angerufen (warum auch immer die das so haben wollten), dann ein Taxi nehmen und weiter. Dem Taxifahrer halten wir den Plan vom Institut vor die Nase und schon geht es los, nach ein paar Minuten kommen wir an...

Trotz unsere vielen Anrufe, wirken die Leute bei der Arbeit etwas aufgeregt und wissen nicht so recht, was sie mit uns anfangen sollen. Ins Gästehaus können wir erst um 16:00 Uhr. Was also tun? Wir versuchen den Leuten klar zu machen, daß wir uns etwas die Beine vertreten wollen nach der langen Sitzerei im Flieger und Bus. Kikuchi-san, dei Sekräterin, drückt uns noch einen Plan in die Hand und los geht es, trotz der Bedenken der Leute, die wohl glauben, wir würden uns trotz Plan heillos verirren.

Wären wir mal nicht gegangen... Nach kaum 500 Metern knickt Gunda mit dem Fuß um, schreit wie am Spieß, alle herumstehenden Japaner geraten in heillose Aufregung und ich weiß auch nicht so recht, was zu tun ist. Nun gut, Gunda humpelt mit meiner Hilfe zum Büro zurück, alle sind aufgeregt, Matsuura-san (zu dem später noch mehr), fährt uns zum Krankenhaus und dann bekommen wir einen ungewollt tiefen Einblick ins japanische Medizinwesen...

Als wir zurück zum Institut kommen, ist es auch schon soweit, daß wir ins Gästehaus (es trägt den schönen Namen "Sakura-kan", was Kirschblüte bedeutet) können. Unser Zimmer ist ganz schön (es ist das Nachbarzimmer, von dem Raum, in dem ich bei meinem Besuch im Frühjahr geschlafen habe), wir haben einen Wohnraum, eine Küche, Abstellraum für unsere Sachen, ein Schlafzimmer und ein Badezimmer mit Wanne... Was will man mehr...

Unterm Strich hätte alles nicht besser laufen können am ersten Tag, wenn nur Gunda die Sache mit dem Fuß nicht passiert wäre. Aber Glück im Unglück: Es ist nichts gebrochen, es ist wohl "nur" ein Bänderriss und so schnell ist Gunda ja nicht unterzukriegen!

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