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11. September 06

Visumse 2

von Gunda

Zuerst möchte ich einen Dank an die Deutsche Botschaft in Tokyo aussprechen, die in keiner Weise auf meinen Beratungsbedarf bzgl. meines Visums reagiert hat. Na klar. Parties für Deutsche in Tokyo auszurichten und sauteure Gartenfeste zu feiern ist ja auch publicityträchtiger als Deutschen bei Visumsfragen zu helfen...

Ich muß auch noch dazu sagen, daß diese Visumsdifferenz nicht durch mein Verschulden entstanden ist. Ich hatte damals ein Visum bis zum 30. beantragt, aber aus irgendwelchen Gründen nur eins bis zum 27. bekommen. Wir waren nur damals so froh, daß ich überhaupt eine Verlängerung bekommen habe, daß ich gar nicht mehr nach den drei Tagen gefragt habe.

Wir waren also heute mal im Immigration Office in Tokyo, um das auch mal kennenzulernen. Auch hier war es, wie in Mito, alles sauber und auf Englisch ausgeschildert, also das genaue Gegenteil von der Ausländerbehörde in Berlin. Um die Gegenteiligkeit noch zu verstärken sprachen die Angestellten gut Englisch und machten keine Probleme bei der Änderung meines Status'. Ab heute bin ich für max. 30 Tage Touristin. ;-) Nur hätten wir uns den gesamten Vormittag Wartezeit sparen können, hätte ich gleich am richtigen Schalter eine Wartenummer gezogen. (Wer konnte schon ahnen, daß ich zu "Entertainer only!" muß?) Dafür konnte ich heute nicht unterrichten (mach nächste Woche einfach doppelt) und hab mit Thomas einen schönen (zu seinem Bedauern nicht roten) Sonnenuntergang an der Waterfront erlebt.

07. Juli 06

Langsam geht es dem Ende zu...

von Thomas

Ja, langsam wird es ernst. Gestern hat unser Projektleiter mich nochmal gefragt, ob ich wirklich Ende September gehen will und hat dann auf meine Bestätigung hin, den Startschuss für die Abreisevorbereitungen gegeben. Da ist noch eine Menge zu tun und wie schon bei unserer Ankunft, hilft man uns auch bei der Abreise von der Arbeit aus sehr viel. Das reicht dann von so Dingen wie Wohnungsaufloesung, Bankangelegenheiten bis hin zur Organisation des Ruecktransports unserer Sachen. Das ist halt die schöne Seite an der Arbeit hier, dass sich auch um vieles gekümmert wird, was über das reine Arbeitsverhältnis hinausgeht. Unsere Ankunft in Deutschland wird da wohl ganz anders ablaufen.

Keine 3 Monate mehr und immer noch soviel zu tun, soviel zu sehen und neu zu entdecken. Aber was soll man machen, einmal muss es eh ein Ende haben...

06. Juni 06

Agressive Zeuginnen

von Gunda

Eben waren zwei ältere Damen von den Zeugen Jehovas vor der Tür, die es ernsthaft gebracht haben, unsere Wohnungstür einfach festzuhalten, sodaß ich sie nicht zumachen konnte, nachdem ich erklärt habe, daß ich nicht interessiert bin. Ganz alttestamentarisch habe ich Gleiches mit Gleichem vergolten und ihnen die Tür mit Gewalt aus der Hand befreit, während sie absurderweise immernoch sanft vor sich hin säuselten...

17. März 06

Wenn der Gasmann keinmal klingelt

von Gunda

Vor ein paar Tagen hatten wir wieder so einen für uns unverständlichen Zettel im Briefkasten. Thomas zeigt sowas, soweit es keine Werbung ist, immer dem Sekretär bei der Arbeit. Der ruft dann jedesmal sofort bei der Firma an und fragt nach Details. So auch diesmal. Herr Umezawa sollte um 9h kommen, und wir sollten ihn fragen, ob er auch wirklich Herr Umezawa ist. (Hab ich nicht gemacht; das war mir irgendwie komisch. Aber für Deutschland finde ich das eine gute Idee.)
Klingeln mußte der Herr dann heute morgen gar nicht, denn er kam mit seinem Moped gerade angeknattert, als Thomas das Haus verließ und ich zum Winken auf dem Balkon stand. Da wir die einzigen Ausländer weit und breit sind, konnte er mich gar nicht verfehlen und grüßte mich schon von unten.
Erst hat er draußen am Gaszähler was geguckt und gemessen, ob alles dicht ist, dann kam er rein. (Ich finde es immernoch toll, daß alle Handwerker hier automatisch beim Betreten der Wohnung die Schuhe ausziehen.) Bestimmt bekommt der nicht oft Wohnungen von Ausländern von innen zu sehen; jedenfalls hat er sich (natürlich versteckt und sehr dezent) interessiert umgeguckt. In der Hand hatte er etwas, das ich zuerst für ein Funkgerät hielt. Es knackte und summte auch. Aber als er mit der "Antenne" an unserem Gasanschluß am Herd entlangfuhr, machte diese Vermutung keinen Sinn mehr. Also war es wohl doch ein Meßgerät... Mit dem ist er sörgfältig alles abgegangen. Dann mußte ich einen Zettel unterschreiben. (Thomas hatte mir sein Hanko, seinen Unterschriftstempel, dummerweise nicht dagelassen.) Ich bekam noch eine Art Auftragsbestätigung und ein (siebensprachiges!) Heft mit Sicherheitshinweisen. Jetzt bin ich voll im Bilde, und mit unserem Gas ist auch alles in Ordnung.
"Everything o.k.," versicherte mir der Gasmann sehr sympathisch, wobei er eine Reihe grauer Zähne entblößte.

15. März 06

White Day

von GundaCimg1784_small

... war gestern, und Thomas hatte in diesem Jahr den Ehrgeiz, mir etwas "Typisches" zu schenken, also etwas, wo im Kaufhaus auch "White Day" dranstand. Abends kam er dann bepackt nach Hause. Die "Sakura"-Kekse und Tante Stellas Cookies sind schon anprobiert worden, der Teddy hat es sich neben dem anderen Teddy gemütlich gemacht und das Erdbeer-Badezeug wird heute abend ausprobiert.

Dankeschön nochmal, mein Liebster!!!

11. März 06

Narnia

von Thomas

200603111714_1
Narnia ist mal wieder so ein Fall gewesen, bei dem man in Japan erst zum Zuge kommt, wenn der Rest der Welt den Film schon wieder vergessen hat... Na wenigstens kann ich es diesmal etwas verstehen: Im Gegensatz zu den sonst üblichen Gepflogenheiten wurde Narnia synchronisiert. Das dauert dann wohl eine Weile (obwohl sich das in Deutschland zumindest bei den Blockbustern sehr verändert hat und die Filme nur noch selten mit Verzögerung ins Kino kommen.

Der Film selbst war ganz nett, nicht so spektakulär wie 'Herr der Ringe', ein bischen kindgerechter (Walt Disney halt). Wir wurden ganz gut unterhalten.

Hinterher wollten wir eigentlich sofort los sprinten, um noch den letzten Bus Richtung Arakawaoki zu erwischen, als Gunda den Shuttle-Bus vom Kino Richtung Arakawoki/Tsukuba entdeckt hat. Wir dachten bisher, dass der nur zwei- oder dreimal am Tag fährt und wir ihn daher meist sowieso nicht nehmen können, so dass wir uns nicht näher dafür interessiert haben. Aber zumindest für die Rückfahrt nach Arakawaoki können wir ihn wohl doch öfter mal nehmen.

Ein bischen skurril war die Sache dann aber auch. Der Bus stand einsam und verlassen am Straßenrand, kein Busfahrer in der Nähe. Gunda hat dann den Parkplatz-Winke-Onkel gefragt, ob das der Bus nach Arakawaoki ist. Der hat dann irgendwas zustimmendes gemurmelt, die Tür vom Bus aufgemacht und uns einsteigen lassen. Die Tür hat er dann wieder zu gemacht und ist wieder Winken gegangen. Da saßen wir dann eine gute Viertelstunde alleine, in einem dunklen Kleinbus und warteten. Dann kamen kurz hintereinander noch zwei ältere Damen, machten einfach die Tür auf und stiegen ein. 10 Minuten vor Abfahrt kam dann auch mal der Busfahrer vorbei, startete erstmal den Motor und verschwand dann wieder. Wenn der Sprit halt wenig kostet, kann man den Motor halt auch mal 10 Minuten für nix und wieder nix laufen lassen, wie man hier jeden Tag immer wieder beobachten kann (dafür darf man jetzt privat nichts mehr verbrennen, wegen der CO2-Werte...). Die Fahrt selber war dann recht 'rasant', der Fahrstil recht 'rustikal', aber wir sind heil angekommen und das war in dem Fall das wichtigste :)

07. März 06

Für andere gar nicht neu

von Gunda

... ist offenbar meine Erkenntnis von neulich gewesen.
Die Japanologin Irmela Hijiya-Kirschnereit nennt das in ihrem Buch ("Das Ende der Exotik") die "Japanische Selbstexotisierung". Wer etwas kompliziertere Sprache nicht scheut, sollte das unbedingt lesen. Ich glaube und hoffe, daß das Buch dann die Sicht auf Japan verändert.

05. März 06

Kairakuen

von Thomas

Heute war Akapu zum Mittagessen bei uns und Gunda hat ein "typisch deutsches " Gericht gekocht, Linsensuppe! Allerdings nicht als schweren deutschen Eintopf, sondern die italienische Variante mit Tomaten, Zwiebeln und Ingwer. Als Nachtisch gab's dann noch Erdbeeren (nicht vergessen, in Japan ist im Winter Erdbeerzeit...) mit Vanielliesosse und ein japanische Spezialität, die Akapu mitgebracht hat: Mit Asche versetzter Klebreis, der in Bambusblaetetern gekocht wurde. Dazu Sojapulver mit Zucker. Nun ja, es schmeckte besser als es aussah ;)

200603051645_1Danach hat Akapu noch eine kleine improvisierte Teezeremonie im sehr freien Stil für uns gemacht und dann sind wir kurzentschlossen mit ihr zusammen nach Mito gefahren, zum Kairakuen, Japans berühmtesten Pflaumenpark. Da waren wir schon im letzten Jahr mit ihr. Damals waren die Pflaumenbäume allerdings schon voll erblüht, während in dieses Jahr lediglich eine handvoll Baeume mit Blueten bedeckt war. Für ein paar schöne Bilder reichte es allerdings allemal, das Wetter war gut, der Park nicht zu überlaufen und so war's letztlich ein schöner Abschluss des Tages.

Jetzt auch noch Fußmatten!

von Thomas

200603051111_1 Ein Teil der Straße von unserem Haus Richtung Bahnhof ist nicht asphaltiert und besteht  quasi nur aus einer Ansammlung von Schlaglöchern, die sich nach den hier üblichen heftigen Regengüssen immer in kleine Seen verwandeln, um die wir dann mühsam herum navigieren müssen. Ein Teil der Schlaglöcher ist mit Asphaltklecksen ausgefüllt (auch Stolperfallen genannt), ein anderer Teil mit alten Teppichen! Um den Schlaglöchern nun besser Herr zu werden, wurden zu den Teppichen jetzt auch noch alte Fußmatten in die Löcher gelegt! Ob man nicht doch mal die Straße einfach richtig asphaltieren sollte???

03. März 06

Jetzt schneit's auch noch...

von Thomas

Erst fiel heute Nachmittag im Institut mit einem lauten Knall der Strom aus, was bei mir fast einen Herzstillstand verursachte, und jetzt schneit es auch noch...
Dabei wurde es in den letzten Tagen doch eigentlich immer wärmer. Zwar hat es ein paar mal geregnet in dieser Woche, aber heute Mittag war es warm und sonnig, man konnte fast ohne Jacke in die Cafeteria gehen. Und jetzt Schnee! Allerdings hatte Matsuura-san mir erst letztens erzählt, dass die Zeit jetzt, vor allem aber der Februar für plötzliche Wetterwechsel berüchtigt ist, in etwa wohl wie bei uns der April. Scheint  zu stimmen...

März 2007

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