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07. April 06

Erster Eindruck

von Thomas

Der erste Eindruck, den der Sprachkurs gestern machte, war recht gut. Zwar sind es auch hier keine professionellen Lehrer, aber doch besser qualifizierte. Wir haben zwei Lehrerinnen, eine Studentin und eine etwas ältere Hausfrau, die aber beide recht gut erklären können, sehr ruhig und unaufgeregt sind und im Zweifelsfall auch mal etwas in gutem Englisch erklären können. Die Klasse ist sehr klein, nur 8 Personen. Außer uns noch zwei Koreanerinnen, eine Taiwanesin, eine Kanadierin, eine Philippinin und ein Argentinier. Im Unterricht wird die Klasse dann auch noch mal geteilt, so dass der Unterricht wohl meist in eine Vierergruppe mit einer Lehrerin abläuft. Da bekommt man dann doch etwas mehr Praxis, was ja sehr gut wäre...

Zu unserem Erstaunen sprach uns vor dem Beginn des Unterrichts eine der Lehrerinnen von einer anderen Klasse in perfektem Deutsch an. Sie entpuppte sich als Studentin, die als Mädchen mal 5 Jahre in Düsseldorf zur Schule ging. Das war doch mal eine nette Überraschung :)

06. April 06

Sprachkurs: Auf ein Neues!

von Thomas

Heute, nach gut 3 Monaten Pause, fängt unser wohl letzter Sprachkurs an. Diesmal nicht am AIST, was sehr gut und sehr bequem war, sondern irgendwo in Tsukuba. Keine Ahnung, wie das sein wird, ob wieder gelangweilte Hausfrauen oder doch richtige Lehrer auf uns losgelassen werden. Wir werden sehen...

Ob wir noch viel lernen werden? Ich weiß nicht. Die ein oder andere Vokabel mehr wird am Ende hängen bleiben, aber der große Durchbruch wird es nicht mehr werden. Von dem Gedanken, dass wir uns am Ende der zwei Jahre auf japanisch wenigstens halbwegs über Gott und die Welt austauschen können, haben wir eh aufgegeben. Was wir gelernt haben, reicht im Wesentlichen dazu, in bestimmten Situationen zu bekommen, was wollen und mitzubekommen, was andere von uns wollen. Den ein oder anderen Satz kriegen wir auch  noch hin, im Restaurant können wir die Speisekarten inzwischen ganz gut entziffern, manche Hinweisschilder sagen uns inzwischen was, aber das Gefühl, ich könnte jetzt von mir behaupten, ich spreche Japanisch, hab ich nicht.

Irgendwie haben wir das nicht hin gekriegt. Vielleicht hätten wir mehr stur Vokabeln pauken sollen, aber dafür sind wir beide nicht gemacht. Der erste Sprachkurs war letztlich verschwendete Zeit, spätestens nach dem ersten halben Jahr, hätten wir uns was anderes suchen sollen. Der Kurs am AIST war eigentlich ziemlich optimal, hat aber nur die Grundlagen wiederholt, eine Fortsetzung gab's leider nicht. Hätten wir da auch gleich am Anfang den ersten Teil gemacht und wenn's da noch ein Fortsetzung geben würde, wäre am Ende vielleicht mehr raus gekommen. Aber war halt nicht.

Jetzt also noch ein Versuch, wie auch immer der werden wird. 20 Stunden insgesamt, Ende irgendwann im September, also kurz bevor wir wieder nach Deutschland gehen. Und was dann? Zumindest sind wir gewillt, es noch weiter zu lernen. Und wenn's notfalls nur an der VHS ist, macht ja nix, ist dann ja nur zum persönlichen Vergnügen und es ist egal was bei rauskommt. Und irgendwann will ich dann noch den ersten "Japanese Language Proficiency Test" machen, um wenigstens ein Zertifikat zu haben, mit dem man dann auch was anfangen kann. Vielleicht klappt's ja :)

08. Dezember 05

Mal wieder Nihongo

von Thomas

200512081857Heute ging mein dritter Japanisch Sprachkurs hier in Japan mit einer kleinen Feier zu Ende. Und es war sicherlich der beste und effektivste, den ich hier bisher gemacht hatte (mit dem Kurs am Japonicum kann er allerdings auch nicht mithalten, aber das erwarte ich auch nicht). Ein gutes Lehrbuch, ein klares Konzept und ein guter, professioneller Lehrer, der Ruhe ausstrahlt, gut erklären kann und auch Humor hat. Selten ist Unterricht so kurzweilig gewesen. Das lag sicher nicht nur an Date-sensei, sondern auch daran, dass wir nur zu sechst waren (Leider waren wir oft auch nur zu fünft, da Gunda wegen ihrem Job und den Zahnproblemen oft nicht kommen konnte). Entsprechend oft kam man dran, musste was sprechen und bekam etwas mehr Übung.

Aber wenn ich jetzt sagen sollte, wieviel Japanisch ich jetzt kann, so habe ich immer noch das Gefühl, nichts zu können. Jedenfalls bei weitem nicht genug, um mich mit einem Japaner ordentlich zu unterhalten. Lesen kann ich jetzt mehr, auch mehr Verstehen, kenne mehr Vokabeln und Kanjis, die schriftlichen Übungen habe ich ziemlich gut hin bekommen, wenn es auch nur sehr langsam ging, aber wenn ich jetzt spontan was sagen müsste, wäre ich erstmal wieder sehr unsicher.

Aber vielleicht wird das ja noch was. Jetzt werden wir aber erstmal noch sehen, dass wir hier am AIST noch einen weiteren Kurs machen. Wenn wir Glück haben, wird ein Fortsetzungskurs für unseren eingerichtet, oder wir wiederholen den Kurs, einfach um das gelernte zu festigen, vor allem das Vokabular.

Mal sehen. In jedem Fall aber weiterhin "ganbatte kudasai!"

26. September 05

Neuer Kurs, neues Glück

von Thomas

Heute Abend ist der neue Sprachkurs gestartet und meint erster Eindruck ist überaus positiv. Nur 6 Leute in der Klasse, zweimal 2 Stunden pro Woche und ein sehr ruhiger, unaufgeregter und sachlicher Lehrer, der auch gut Englisch spricht, Schwächen der Schüler zu sehen scheint und dann auch darauf eingeht. Kein Vergleich jedenfalls zu den doch etwas chaotischen Amateurlehrerinen, mit denen wir es bisher zu tun hatten. Es geht vielleicht nicht so lustig zu, dafür lernt man hoffentlich mehr. Wobei es inhaltlich nicht viel Neues geben wird. Was dort an Grammatik kommt, hatten wir eigentlich alles schon mal, das Vokabular wird sich auch teilweise wiederholen, ein paar neue Begriffe kommen hinzu, da der Kurs den Schwerpunkt eher auf Kommunikation innerhalb einer Firma oder Universität legt. Für uns ist das aber nur gut, denn eine Vertiefung und Festigung unseres Vokabulars ist das, was wir am dringendsten nötig haben.

Ich schaue also mal wieder sehr optimistisch in die Zukunft :)

20. September 05

Bilanz die Zweite

von Thomas

Vor ein paar Monaten hatte ich über die Bilanz meines ersten Sprachkurses hier in Japan geschrieben (s. Bilanz). Heute ging Teil 2 des Sprachkurses zu Ende. Und wie sieht die Bilanz nun aus?

Eigentlich ganz ähnlich wie damals (leider...). Inhaltlich ging der Kurs immer noch nicht über das hinaus, was ich damals schon in Bochum gelernt hatte, so dass der Bereich Grammatik mich auch diesmal eher gelangweilt hat, aber das Problem bleibt bestehen, ich fuehl mich halt immer noch nicht in der Lage, Japanisch aktiv zu gebrauchen, lediglich das verstehen von Geschriebenen und Gehörtem hat sich weiter verbessert. Die Ursache liegt in meiner Unsicherheit bzgl. des Vokabulars. Spontan kann ich zu wenig Vokabeln richtig benutzten und kriege dann in einem realen Gespräch keinen vernünftigen Satz zu Stande. Nun ist einerseits die Art und Weise, wie der Kurs aufgezogen wurde, nicht gerade dazu angetan, schnelle Lernerfolge zu erzielen, aber natürlich könnte man mit konsequentem Vokabeln pauken einiges erreichen. Aber das ist nun mal weder mein, noch Gundas Ding.

Mit der Grammatik kann ich mich stundenlang beschäftigen, über das Wie und Warum nachzudenken, macht mir sehr viel Spaß. Am meisten begeistert mich aber das Kanji lernen, was ich immer wieder, wenn ich Zeit habe oder manchmal auch, wenn ich unterwegs bin und mal irgendwo warten muss, betreibe. Nicht das ich inzwischen hunderte von Kanjis beherrschen würde, aber immerhin kann ich in etwa das, was Schüler hier in der ersten Klasse lernen und einige Dutzend Kanjis, die einem immer wieder im Alltag begegnen, verstehen. 150 mögen es in etwa sein. Dabei zehre ich auch hier immer noch von dem Kurs am Bochumer Japonicum, dessen hohe Qualität mir immer bewusster wird...

Wie gesagt, dass macht mir Spaß und der Lernerfolg, ist da auch deutlich höher. Aber wichtiger wäre natürlich, das Sprechen des Japanischen zu verbessern. Und dazu muessen wir in Zukunft wohl wirklich stur Vokabeln lernen, sonst wird das wohl nie was richtiges werden. Was es einem hinsichtlich der Motivation dazu noch schwer macht, ist das Problem, das wenige was wir können, mal anzuwenden. Das ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denken könnte, vor allem, da die Japaner oft so schlecht Englisch sprechen. Aber wenn wir es mal versuchen, werden wir nicht verstanden, da unsere Intonation nicht immer perfekt ist und kleine Fehler sofort dazu führen, dass das Gegenüber zu macht und lieber in schlechtem Englisch antwortet oder fragt, da wir sofort in die Ecke "kann eh kein Japanisch" abgeschoben werden. Bei der Arbeit gibt es auch eigentlich niemanden, mit dem mal etwas üben könnte, wenn man mal was fragt, wird einem erklärt, dass wäre viel zu kompliziert und ich könnte es eh nicht verstehen oder ich werde angeschaut wie das 7. Weltwunder, wenn ich mal "Ohayo Gozaimasu" sage, weil einem das schon nicht wirklich zugetraut wird...

Andererseits ist es dann auch so, dass man sich nach einem Jahr in Japan daran gewöhnt hat, dass man mit wenig Japanisch letztlich gut zurecht kommt und es keine unüberwindlichen Schwierigkeiten gibt, weder drohen wir zu verhungern, noch geht es uns sonst wie schlecht und wir haben inzwischen alle erdenklichen Situationen hinter uns, seien es Behoerdengaenge, Einkäufe oder private Einladungen. Irgendwie geht es immer und man beginnt, sich darin einzurichten, mit einem Mischmasch aus Englisch und Japanisch, Zeichensprache und sonstigen Hilfsmitteln durchs Leben zu kommen. Das ist natürlich nicht wirklich befriedigend, da uns so ja auch viel Einblick in die (wirkliche, ungefilterte) Kultur des Landes verloren geht.

Aber wie heißt es hier so schön: "ganbatte kudasai!" Wir werden nicht aufgeben und starten naechste Woche wieder durch. Wir haben uns für den Sprachkurs meines Instituts, des AIST, angemeldet. Der Kurs findet zweimal in der Woche statt, wird von professionellen Sprachlehrern durchgeführt und die Arbeitsbuecher machen einen guten Eindruck. Vielleicht hilft uns das ja weiter und wenn wir etwas mehr Vokabeln lernen, sollten wir da eigentlich gut zurecht kommen, denn inhaltlich wird auch dieser Kurs nicht über das hinausgehen, was eigentlich schon gelernt haben müssten...

21. Juni 05

Unterschiedliches Lernverhalten

von Thomas

Die Schueler in unserem Japanischsprachkurs stammen jeweils etwa zur Haelfte aus Ost- und Suedostasien und aus Europa/Amerika plus einzelnen Leuten aus anderen westlichen oder staerker westlich gepraegten Laendern. Und irgendwie ergibt sich daraus ein unterschiedlicher Erfolg beim lernen.

Der Sprachunterricht ist so, wie man sich als Aussenstehender japanischen Unterricht vorstellt: Es wird recht wenig erklaert, man hat recht wenig Moeglichkeiten, aktiv als Einzelperson am Unterricht teilzunehmen, denn ein Grossteil des Unterrichts besteht aus nachsprechen oder vorlesen im Chor.

Und gerade bei diesem fuer westlichen Schulunterricht doch inzwischen sehr unueblichen (jedenfalls in der Haeufigkeit) Unterrichtselement, zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Die Westler koppeln sich da fast immer ab, sitzen schweigend da oder wiederholen nur einzelnen Passage, manche sind erheitert oder leicht verzweifelt, anfagngen koennen si edamit jedenfalls nicht viel. Dagegen verhalten sich die Schueler aus Japans Nachbarlaendern ganz anders, in fast perfekter Einstimmigkeit sprechen sie alles mit und haben auch sonst viel weniger Probleme mit der Art des Unterrichts, sie sind die deutlich besseren Schueler.

Offensichtlich sind sie diese Art des Lernens mehr gewohnt und kommen leichter damit klar. Gunda und ich sind jedenfalls manchmal doch recht unzufrieden. Zuviel Zeit waehrend des Unterrichts geht dadurch verloren, dass wir uns gegenseitig erklaeren muessen, was eigentlich gerade das Thema ist, worauf will die Lererin hinaus usw. Vielleicht sollte man solche Fragen einfach ausklammern und auch stur nachplappern, aber das leigt uns einfach nicht, wir wollen verstehen (und das nicht nur akkustisch), was uns da beigebracht wird.

Vielleicht doch demnaechst ein anderer Kurs?

12. April 05

Nicht mehr allein unter Hausfrauen!

von Thomas

Heute ging's weiter mit 'nihongo o benkyou shimasu', der zweite Teil meines Sprachkurses hat angefangen. 'Beginners I' nennt sich das Ganze jetzt und findet irgendwo im Keller des 'Ibariki Prefecture'-Gebäudes statt. Was hat sich geaendert gegenüber dem ersten Kurs? Zunächst mal die Lehrerinnen, die sind jetzt ungefähr 20 Jahre älter (Im 'Beginners II' Kurs sind sie dann nochmal älter. Offensichtlich steht Alter hier für Wissen über die japanische Sprache...) und es sind nur noch drei statt vier. Der harte Kern aus dem ersten Kurs findet sich auch hier wieder, nur wenige derer, die zuletzt noch dabei waren, haben aufgehört. Dafür sind es gut 15-20 neue Leute, die im Kurs sitzen. Eine davon ist Gunda... :)

Und das ist auch schon die beste Nachricht an der Sache, denn ich denke zu zweit wird uns die Sache erstens mehr Spaß machen und zweitens können wir so besser zusammen lernen, was bisher nicht so richtig hingehauen hat, da ohne Kurs Gunda letztlich doch nicht soviel gemacht hat.

Ansonsten hat sich im Prinzip nichts geändert, die Teilnehmer kommen immer noch aus aller Herren Länder, aus der Karibik, Afrika, Australien und Neuseeland, Süd- und Südostasien, aus China natürlich viele und Europa. Eine Deutsche ist dabei. Wieder sind es überwiegend Frauen und wie schon im ersten Kurs dürften es meist Hausfrauen sein, die ihren Aufenthalt in Japan irgendwie sinnvoll füllen müssen, während ihre von irgendwelchen Instituten angeheuerten Männer arbeiten. Das klingt zwar jetzt nicht besonders nett und fortschrittlich, aber es ist schlicht so...

Also 'ganbatte kudasai', auf in die zweite Runde, es kann nur besser werden :)

15. März 05

Bilanz

von Thomas

私は日本語を勉強しました - わたしはにほんごをべんきょうしました - watashi wa nihongo o benkyou shimashita 

Ich habe Japanisch gelernt. Tja, sagen wir besser, ich habe 5 Monate lang Woche für  Woche einen Sprachkurs für die Japanische Sprache besucht, der heute endete...

Was habe ich gelernt? Weniger als in dem 3 wöchigen Crashkurs in Bochum. Ein paar Vokabeln halt, etwas Grammatik, aber ohne das sie mir auch erklärt wurde und die Hiragana- und Katakana-Schriften. Das war's. 

Was kann ich jetzt? Nicht viel... Das Merken der Vokabeln macht mir noch Schwierigkeiten, das Lesen geht noch nicht sehr flüssig, ebenso das Schreiben.

Was macht mit Spaß? Kanjis... Es macht mir einfach das größte Vergnügen, in Lexika zu wühlen oder mit unserem elektronischen Wörterbuch nach Kanjis zu suchen und mir so dann den Sinn von Aufschriften, Schildern, Namen usw. klar zu machen. Allerdings ist das leider nicht der effektivste Weg, um wirklich Japanisch zu lernen... seufz...

Was ist das Problem? Die Praxis fehlt, so komisch das jetzt klingen mag. Bei der Arbeit spricht man halt Englisch, denn um sinnvolle Fragen zu stellen, kann ich einfach viel zu wenig. Zwar können die anderen manchmal nur schlecht Englisch, aber immer noch viel besser, als ich Japanisch. Und "draußen"? Es geht halt, man bekommt alles was man will, auch wenn man kein Wort Japanisch spricht. Soviel Englisch kann dann immer jemand oder man zeigt halt auf das, was man haben will. Supermarkt, Behörden, Restaurants, usw. alles mehr oder weniger kein Problem.

Wie geht es weiter? Im April werde ich mit dem Fortgeschrittenenkurs starten und da Gunda den Aufnahmetst bestanden hat, werden wir zusammen dort hingehen. Ich denke, das ist besser, denn wenn wir uns beide mit dem selben Stoff beschäftigen, können wir besser zusammen lernen, uns gegenseitig auf die Sprünge helfen und etwas mehr motivieren. Mal sehen, im September werden wir wissen, was es gebracht hat...

Und sonst? Eigentlich bin ich recht optimistisch. Es kommt, vielleicht passt mein Tempo, meine Art und Weise zu lernen, nicht ganz in das Schema des Sprachkurses, aber es wird. Ganz langsam habe ich mehr und mehr das Gefühl, etwas mit zu bekommen, wenn ich was Japanisches höre. Das Kanji-Lernen hilft durchaus immer besser den Sinn von kurzen Texten zu erfassen, das Hiragana- und Katakana-Lesen geht allmählich immer schneller. Es wird, langsam, aber es wird, ich bin mir sicher!

'Lost in Translation'? Nein, absolut nicht!

08. Februar 05

Ex-Word... das ehemalige Wort... Ehemals

von Gunda


Ex-Word... das ehemalige Wort... Ehemals hat man Wörterbücher benutzt, die schwer in der Tasche waren, jetzt haben wir ein elektronisches Wörterbuch. Auch schwer... zu verstehen. Denn das Teil gibts nicht in Deutschland und die Gebrauchsanweisung nur auf Japanisch. Das ext alles. Vor allem das Verständnis der Verständigung. Na denn: Auf Ex!

No longer 'Lost in Translation'

von Thomas

Nachdem wir schon am Wochenende unserem Spieltrieb gefrönt hatten und einen Reiskocher mit ausschließlich japanischer Anleitung und japanisch beschrifteten Knöpfen gekauft hatten, habe ich heute dann noch einen Übersetzungscomputer gekauft.Cimg3561_small

Solche Geräte sind überaus praktisch, so klein wie ein Taschenrechner, können sie einem zu jedem japanischen Wort eine englische oder deutsche Übersetzung liefern oder das auch in der anderen Richtung vollbringen. ABER WIE????

Ja da sind wir wieder beim Hauptproblem angelangt, wie bedient man einen japanischen Übersetzungscomputer, wenn dieser nur Tasten hat, die in Japanisch beschriftet sind und die Bedienungsanleitung selbst auch nur in dieser Sprache dabei liegt. Es sieht so aus, als müssten wir dass Ding erstmal dazu benutzen, um die Beschriftung der Tasten zu übersetzen... Da beißt sich die Katze in den Schwanz :)

Na ja, wird schon werden, denn eines muss man sagen, bedenkt man wie gering unsere Sprachkenntnisse sind, so haben wir erstaunlich wenig Probleme. Letztlich haben wir (teilweise mit Hilfe von Freunden oder Kollegen) noch alles hin bekommen und sind weit davon entfernt, das Schicksal jenes armen Tropfes aus 'Lost in Translation' zu teilen. Meist sind die Probleme eher lustig als dramatisch und es gehört auch irgendwie dazu, sich alles, auch die Sprache, langsam zu erschließen.

Und so sagen wir uns weiterhin:

Ganbatte kudasai!

P.S.: Ausgerechnet den letzten Audruck habe ich bisher noch nicht in unserem tollen Computer gefunden... ;)

25. Januar 05

Nix mit ganbatte kudasai!

von Thomas

Langsam gibt es in meinem dienstäglichen Sprachkurs erste Auflösungserscheinungen. Waren schon in der letzten Woche nur weniger als die Hälfte der uerprünglich mal gestarteten Kursteilnehmer anwesend, waren es diese Woche noch weniger. Gerade einmal 11 Leutchen saßen da jetzt noch rum. Für die hat das natürlich nur Vorteile, denn jetzt kommen in den Kleingruppenübungen 3-4 Leute auf eine Lehrerin, statt vorher 6 oder 7. So hat man doch viel mehr Gelegenheit, selber zu sprechen und somit auch mehr zu lernen.

Mal sehen, wie das in den nächsten Wochen weitergeht...

26. Oktober 04

Ein A-class Sprachschüler mit Kommunikationsschwierigkeiten

von Thomas

Die zweite Runde meines Japanisch Sprachkurses steht an! Auf dem Stundenplan steht das Erlernen der Hiragana-Silbenschrift. Dank meiner Vorkenntnisse aus dem Crashkurs im April, fällt mir die Sache nicht allzu schwer. Es ist ein ganz gutes Training, um das Vorhandene noch etwas zu festigen, wobei der Alltag hier in Japan da schon sein Übriges zu tut. Jedenfalls wird unser Kurs geteilt: Die mit Vorkenntnissen und die ohne. So rutsche ich nun in die A-class hinein...

Am Nachmittag stand dann auch schon ein erster Härtetest für meine Kommunikationsfähigkeit mit Einheimischen an. Doch dazu erst die Vorgeschichte:

Auf meiner unermüdlichen Suche nach Infos, die uns das Leben hier in Japan etwas erleichtern, bin ich am Vortag auf eine Mailingliste gestoßen, die von in Tsukuba und Umgebung lebenden Ausländern organisiert wird und der gegenseitigen Hilfe bei Problemen dient. Das ganze Projekt heißt TAIRA. Flugs habe ich mich in die Liste eingetragen und schon trudeln die ersten Resultate ein! Jemand bietet einen Fernseher mit Mehrkanalton für 5000 Yen an. Ein echtes Schnäppchen! Also den Typen angeschrieben und einen Termin ausgemacht!

Die Sache schien recht einfach zu sein. Die Wohnung liegt auf der anderen Seite des Parks, der direkt neben dem Institut liegt (genau der Park, in dem sich auch die Schwimmhalle befindet). Ich schnappe mir also nach dem Essen flux ein Rad und radel dort trotz recht heftigen Regens hin. Nach einer Stunde gebe ich auf...

Was ist das Problem? Zunächst etwas Hintergrund-Info: Zumindest hier in Tsukuba haben die Straßen keine Namen, außer einigen wenigen Hauptstraßen. Die Stadt besteht aus dutzenden kleinen Bezirken, die wiederum meist in etwa vier Teile zerfallen, die dann jeweils eine Nummer bekommen. Die Häuser werden nun innerhalb dieser Unterbezirke durchnummeriert (einige größere Wohnblocks bekommen auch Namen). Nach welchem System diese Nummerierung erfolgt, weiß ich nicht, nur ist es offenbar ein anderes als auf meinem Stadtplan. Jedenfalls war das Haus Nummer 7 offensichtlich nicht dort, wo es auf dem Plan eingezeichnet war.

Um das Problem zu lösen, habe ich mich dann an die wenigen dort herumlaufenden Einheimischen gewandt. Das die Kommunikation nicht klappte, wunderte mich nicht. Wie erwartet spricht der Durchschnittsjapaner noch weniger Englisch (sprich gar keins) als die Leute hier bei der Arbeit. Was mich aber wirklich wunderte, war, daß offensichtlich die Leute mit der Adresse, die ich ihnen ja direkt vor die Nase hielt, nichts anzufangen wussten. Anscheinend ist auch ihnen das Adressystem ein kleines Rätsel...

Aber trotzdem hat die Geschichte noch ein Happy End! Zurück im Institut noch etwas e-mail-Austausch mit dem Verkäufer und am Abend kommt er vorbei und nimmt uns mit in seine Wohnung. Dort lernen wir dann auch seine Frau und Kind kennen und dann ist der Deale auch schon unter Dach und Fach...

Jetzt bleibt nur noch eine Frage offen: Wie transportieren wir einen Fernseher ohne Auto quer durch die Stadt...?

19. Oktober 04

Allein unter Hausfrauen...

von Thomas

...könnte man überspitzt meinen ersten Tag beim Sprachkurs "Japanisch für Anfänger" beschreiben. Nach der Registrierung und Zahlung der Kursgebühr, folgte eine allgemeine Einführung für alle Kursteilnehmer, bei der alle herzlichst begrüßt wurden und uns die wichtigsten Leute des Instituts vorgestellt wurden. Danach wurden wir in die jeweiligen Gruppen eingeteilt. Das Teilnehmerfeld ist buntgemischt. Die Leute kommen aus wirklichen allen Erdteilen. Sei es Afrika, Australien, Nord- und Lateinamerika und natürlich Europa und Asien. Die meisten davon sind wie gesagt Hausfrauen, sprich die typischen mitgereisten Wissenschaftler Ehefrauen, die nun ihre reichliche Freizeit mit einem Sprachkurs ausfüllen. Ich selbst wurde in eine Gruppe mit einer Philipinin und zwei Chinesinnen gesteckt. Die Herren rechts neben mir kamen aus Nigeria und den USA. Die vier Lehrerinnen waren noch Studentinnen (dfe älteren Lehrerinnen wurden nur auf die fortgeschritterenen Schüler losgelassen) und der Unterricht war recht kurzweilig, konnte ich doch noch bequem von meinem Chrashkurs in Bochum zehren. Nach zwei Stunden war der erste Schultag wieder vorbei, noch ein Gruppenfoto mit Direktor und Lehrerinnen und dann bin ich wieder (durch leichten Regen) zurück zum Institut geradelt.

Der Nachmittag war dann ausgefüllt durch meinen ersten "richtigen" Labortag. Kida-san drückte mir ein paar Proben in die Hand und ließ mich danach erstmal alleine mache. Na ja, ging ganz gut, aber natürlich gab es erstmal viele Fragen (Wie haltert ihr hier die Proben, was für'n Kleber soll ich nehmen, wo gab's nochmal das Stativmaterial, wie funktioniert denn nun das Messprogramm, usw. usw...). Aber es machte doch richtig spaß, die Zeit verging wie im Flug und so um Acht herum waren die ersten Messungen im Kasten. Das Ergebnis noch nicht ganz zufriedenstellend, aber Pläne für Verbesserungen haben wir uns gleich schonmal überlegt. So kann es eigentlich weitergehen...

Als ich dann gerade gehen wollte, tauchte dann auch schon Tokura-sensei auf und interviewte ein paar der Kollegen. Bin dann aber doch gegangen. Ob das ein Fehler war...?

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