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14. Juli 06

Mission: Impossible III

von Thomas

200607141751 Da es eine unmögliche Mission gewesen wäre, Gunda zu diesem Film zu überreden, war ich also alleine im Kino, um mit Tom Cruise's dritten Aufguss der klassischen Agentenserie anzuschauen. Was soll man sagen? Action ohne viel Zeit zum Luft holen, natürlich alles maßlos übertrieben, aber nicht so schlimm wie Teil 2 (der erste Actionfilm, den ich gesehen habe, bei dem die Leute anfingen  zu Lachen, statt angesichts der Tricks  starr vor Staunen im Kinosessel zu sitzen), aber bei weitem nicht so gut, wie der erste Teil, der den Charme der alten Serie noch am besten einfing. Die Story war für einen Actionfilm passabel logisch und spannend, die Tricks gut und das Tempo stimmte. Kurzweiliges Popcorn-Kino nennt man das wohl...

11. Juni 06

Inside Man

von Thomas

Eigentlich wollten wir zu aller erst nach Tsukuba, um uns ein Konzert mit den Eltern von Gundas jüngster Schülerin anzuhören. Die Beiden spielen in einer Rockband (jedenfalls nennen sie es so, was wir uns aber nicht so ganz vorstellen können) und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und so sind wir trotz Regens (ja , die Regenzeit hat jetzt wohl endgültig angefangen) nach Tsukuba gefahren, um dann festzustellen, dass das Konzert ins Wasser gefallen ist. Jedenfalls war außer einer leeren Bühne nix zu sehen :(

Da wir aber hinterher eh noch ins Kino wollten, war's nicht ganz so schlimm. Also sind wir erst was Essen gegangen und haben dann auf dem Weg ins Kino in der neuesten Starbucks-Filiale von Tsukuba unseren Antrittsbesuch gemacht.

Im Kino haben wir uns dann "Inside Man" von Spike Lee angesehen. Grundsolider Thriller um einen Bankraub mit Geiselnahme, mit vielen originellen Ideen und guten Schauspielern, die den Film aus dem üblichen Einerlei doch herausragen lassen. Spannend bis zum Schluss und mit einem überraschenden Ende. Nicht schlecht. Ausgesucht haben wir uns den Film, weil Gunda sich mehr und mehr zum passionierten Jodie Foster Fan entwickelt ;)
Allerdings hatte die nur eine recht kleine Rolle, die sie aber ganz überzeugend gespielt hat.

07. Juni 06

Kulturtraining für Anfänger

von Gunda

Da gibt man sich tagtäglich redliche Mühe, um Japanern ein anständiges Bild von Deutschland jenseits von Neuschwanstein und Sauerkraut zu vermitteln und dann das:

Eine meiner Schülerinnen berichtete mir heute, daß am Morgen im Fernsehen ein Kulturtraining aus Deutschland zu bewundern war.
Belehrt wurden Busfahrer aus Bonn, wo die japanische Fußballmannschaft im Moment untergebracht ist. Es werden wohl Anstürme von japanischen Fans erwartet, und darauf will man vorbereitet sein. Also müssen die Busfahrer wissen: Japaner entschuldigen sich andauernd; auch, wenn es nichts zu entschuldigen gibt. "Sumimasen!" sagen sie dann. (Was die erklärende Frau wohl nicht wußte: Das wird im Sinne von "Entschuldigen Sie bitte, könnten Sie mir Ihre Aufmerksamkeit schenken?" benutzt und findet sonst auch noch eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, die nichts mit einer Entschuldigung zu tun haben.)
Desweiteren ist es natürlich für so einen transportierenden Busfahrer auch ungemein wichtig, sich noch weiter in die Kultur seines Fahrgastes einfühlen zu können und z.B. zu wissen, was der so normalerweise ißt. Also wurde Sushi verteilt, was wohl geschmacklich wenig Begeisterung unter den Busfahrern auslöste. (Aber klar, Berliner Busfahrer essen ja auch z.B. Döner oder Pizza, Spaghetti ...)
Ach ja, und die Taxifahrer sollten in der Aufgeklärtheit ihren Kollegen auch um nichts nachstehen. Sie bekamen einige japanische Vokabeln zum Lernen auf und gesagt, sie sollten, wenn ein Japaner bei ihnen mitfahren will, aussteigen, um das Auto herumgehen, dem Fahrgast die Tür aufmachen, ihn einsteigen lassen und dann die Tür wieder zumachen, ums Auto herumgehen, selber einsteigen und losfahren. Weil, in Japan gehen ja die Türen für den Fahrgast hinten automatisch auf, da könnte der verunsichert sein, wenn sich in Deutschland da nichts regt. Interessant wäre jetzt, zu erfahren, wie viele in Bonn lebende Asiaten in Zukunft irritiert werden, wenn sie in ein Taxi steigen wollen...

Ja, was die Deutschen machen, das wollen sie dann auch gleich ganz gründlich machen. Besonders, wenn es um Völkerverständigung geht. Man will sich ja nicht nachsagen lassen, man sei nicht gastfreundlich...

Und dann bitte noch einmal nach Neuschwanstein und Sauerkraut essen, wie das die Deutschen immerzu machen.

04. Juni 06

Da Binci Kodo die Zweite

von Thomas

Nun haben wir ihn auch gesehen und können endlich mitreden! Aber eigentlich gibt es da gar nicht soviel zum reden. Wenn der ganze Wirbel um das Buch nicht gewesen wäre, wäre der Film wahrscheinlich recht schnell wieder vergessen bzw. hätte erst gar nicht soviele Zuschauer bekommen. Die Story um eine Art moderne Gralssuche, bei der sich die Gehilfin des Helden am Ende als der gesuchte Gral herausstellt, ist ziemlich löchrig (von der absurden Story mal abgesehen), voller Zufälle und Unwahrscheinlichkeiten und nicht eine der spannendsten.

War der Film schon nicht der wirkliche Bringer, so hatte Gunda auch noch ganz persönlich ein riesen Pech: Wir waren etwas spät dran, die Werbung lief, das Kino war also schon abgedunkelt, da hat Gunda eine Treppenstufe falsch erwischt und sich den Fuss verknackst. Gebrochen ist zwar nichts, aber es tut sehr weh und alles ist geschwollen. Hoffentlich geht das gut ab...

24. Mai 06

Da Binchi Kodo

von Gunda

Nachdem wir im Kino eine Infobroschuere zum "gleichnamigen" Film aufgelesen hatten, schwante mir schon Uebles. "Learn about western culture!" stand da unter dem Titel. Eine Vermischung von Fiktion und Geschichte? Ich konnte nicht viel in der Broschuere lesen. Der Rest blieb Spekulation. Was wohl so ein Film in einer nicht-christlichen Kultur ausloest...? Etwas Licht hat heute meine eine (katholische!) Schuelerin ins Dunkel gebracht: Die japanischen Medien scheinen voll von Dokumentationen zu sein, die genau das tun; Fiktion und Geschichte zu einem "Faktum" zu vermischen und das Ganze noch irgendwie "wissenschaftlich" zu beweisen. Heraus kommt ein Spektakel besonderer Art. Meine Schuelerin verglich es mit Skandalen um einen Popstar. Aber Ahnung von den Hintergruenden oder gar der christlichen Grundidee hat dabei fast niemand. - Halleluja!

29. April 06

V for Vendetta

von Thomas

Cimg2981_medium Gunda fühlte sich nicht recht fit und da haben wir kurzerhand unseren für heute geplanten Trip zu IKEA auf morgen verschoben und ich bin stattdessen ins Kino gegangen und habe mir 'V for Vendetta' angesehen, das letzte Werk der Wachowski-Brüder, die schon die Matrix-Filme gemacht hatten. Und sowas in der Art von Matrix hab ich dann auch erwartet und wurde in gewissem Sinne positiv überrascht, weil der Film doch etwas anders herüber kam, als die Matrix-Trilogie, die sehr kühl und glatt inszeniert waren. Und nachdem mir die beiden letzten Matrix Teile auch nicht sehr gefallen hatten, war ich auch nicht sicher, wie es mit diesem Film sein würde. Aber letztlich war er ganz okay, natürlich angesichts der Vorlage sehr comichaft, aber doch spannend und interessant, mit einer guten Atmosphäre und guten Darstellern. Vor allem Hugo Weaving in der Titelrolle hat es mir angetan (war schon in Matrix so...) mit seinen ständigen Shakespeare-Zitaten und auch sonst permanent shakespearehaften Aussprache. Ich mag das einfach, auch wenn's natürlich etwas theatralisch ist, aber es passte einfach gut in den Film rein und mir gefällst :)

Ansonsten gab's viel Action, aber nicht zuviel, grandiose Explosionen untermalt mit Tschaikovskys '1812', eine ganz gute Story um faschistoides Regime in England und den Kampf dagegen und nicht zuletzt ganz viele Anspielungen und Zitate aus anderen Filmen (wenn z.B. John Hurt's Gesicht in Umkehrung seiner Rolle als Winston Smith in '1984' als diktatorischer Kanzler auf einer überdimensionierten Leinwand erscheint...).

Alles in allem war ich also sehr zufrieden...

02. April 06

Aeon Flux

von Thomas

Teil 3 unserer Kirschblüten-Photosafari ist leider ins Wasser gefallen. Heute war es erst bedeckt, dann fing es an zu regnen und so war in dem kleinen Park an der Stadtgrenze zwischen Arakawaoki und Tsukuba nicht viel los. Aber dafür hatten wir ja gestern ausgiebig Gelegenheit, uns  typisch japanisches Hanami anzuschauen.

200604021846_1 Statt Hanami haben wir dann einen Stadtbummel in Tsukuba gemacht und sind anschliessend ins Kino gegangen. "Aeon Flux" haben wir uns da angschaut. Koproduziert von MTV... Das sagt eigentlich ja schon alles. Ein neunzigminuetiger Videoclip mit einer  Sciencefiction-Story um geklonte Menschen, die in einer kuenstlichen Umgebung als letzte Ueberlebende einer weltweiten Virusepidemie leben. Das Leben ist dort sehr reglementiert und einige Rebellen begehren dagegen auf. Ein alter Hut, schon dutzenden Male inszeniert und das oft besser und origineller. Technisch war der Film natuerlich ganz sauber inszeniert, gute Actionsequenzen und eine sexy Amazone a la "Lara Croft" als kampfstarke Hauptakteurin. Wenn man sich nur unterhalten will und einen Tag, an dem man dank Regen nicht viel machen kann, rumkriegen will, eine ganz nette Sache.

11. März 06

Narnia

von Thomas

200603111714_1
Narnia ist mal wieder so ein Fall gewesen, bei dem man in Japan erst zum Zuge kommt, wenn der Rest der Welt den Film schon wieder vergessen hat... Na wenigstens kann ich es diesmal etwas verstehen: Im Gegensatz zu den sonst üblichen Gepflogenheiten wurde Narnia synchronisiert. Das dauert dann wohl eine Weile (obwohl sich das in Deutschland zumindest bei den Blockbustern sehr verändert hat und die Filme nur noch selten mit Verzögerung ins Kino kommen.

Der Film selbst war ganz nett, nicht so spektakulär wie 'Herr der Ringe', ein bischen kindgerechter (Walt Disney halt). Wir wurden ganz gut unterhalten.

Hinterher wollten wir eigentlich sofort los sprinten, um noch den letzten Bus Richtung Arakawaoki zu erwischen, als Gunda den Shuttle-Bus vom Kino Richtung Arakawoki/Tsukuba entdeckt hat. Wir dachten bisher, dass der nur zwei- oder dreimal am Tag fährt und wir ihn daher meist sowieso nicht nehmen können, so dass wir uns nicht näher dafür interessiert haben. Aber zumindest für die Rückfahrt nach Arakawaoki können wir ihn wohl doch öfter mal nehmen.

Ein bischen skurril war die Sache dann aber auch. Der Bus stand einsam und verlassen am Straßenrand, kein Busfahrer in der Nähe. Gunda hat dann den Parkplatz-Winke-Onkel gefragt, ob das der Bus nach Arakawaoki ist. Der hat dann irgendwas zustimmendes gemurmelt, die Tür vom Bus aufgemacht und uns einsteigen lassen. Die Tür hat er dann wieder zu gemacht und ist wieder Winken gegangen. Da saßen wir dann eine gute Viertelstunde alleine, in einem dunklen Kleinbus und warteten. Dann kamen kurz hintereinander noch zwei ältere Damen, machten einfach die Tür auf und stiegen ein. 10 Minuten vor Abfahrt kam dann auch mal der Busfahrer vorbei, startete erstmal den Motor und verschwand dann wieder. Wenn der Sprit halt wenig kostet, kann man den Motor halt auch mal 10 Minuten für nix und wieder nix laufen lassen, wie man hier jeden Tag immer wieder beobachten kann (dafür darf man jetzt privat nichts mehr verbrennen, wegen der CO2-Werte...). Die Fahrt selber war dann recht 'rasant', der Fahrstil recht 'rustikal', aber wir sind heil angekommen und das war in dem Fall das wichtigste :)

11. Februar 06

Myunhen

von Thomas

200602111527 Heute haben wir uns "München" von Steven Spielberg angeschaut. Ein ziemlich drastischer Film über die Jagd auf die Hintermänner des Olympia-Attentats von 1972. Fünf Leute werden von der israelischen Regierung angeheuert, um einen nach dem anderen der Gesuchten umzubringen. Kreuz und quer durch  Europa  geht die  Jagd, meist sind die Jäger erfolgreich, bis aus ihnen selber Gejagte werden und einer nach dem anderen ermordet wird.

Weniger um Strafe und Gerechtigkeit, als mehr um Rache geht es in dem Film und um die Sinnlosigkeit der ganzen Gewalt im Nahen Osten. Wird ein Araber ermordet, sterben 100 Israelis bei einem anderen Attentat. Kein Ende in Sicht, bis heute... Das einzige, was sich seitdem geaendert hat, ist das der direkte Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis jetzt nur noch in Palästina stattfindet, allerdings hat es mit Bin Laden und Co dafür heute  einen mehr als "ebenbürtigen" Ersatz auf dem Spezialgebiet "wie bringe  ich möglichst viele Leute um, die mit meiner Sache eigentlich nix zu tun haben".

Etwas Kurioses am Rande: Der Filmtitel lautet hier "ミュンヘン", also Myunhen, nicht etwa "Munich", wie er im Original heißt. Man hat also die japanische Schreibweise für "München" gewählt und nicht einfach die englische ins Japanische transkribiert. Irgendwie fanden wir das nett :)

Ansonsten noch eine kleine Beobachtung zum Thema "Japaner und Kino". Der Film war etwa drei Stunden lang, läuft schon seit zwei Wochen und wir waren am frühen Nachmittag drin und das Kino war so voll wie erst selten bisher. Irgendwie bevorzugen Japaner eher frühe Tageszeiten, um was zu unternehmen, wie z.B. einen Kinobesuch. Man muss sie geradezu in die Abendvorstellungen locken, denn die sind hier billiger, als die frühen Vorstellungen (also genau umgekehrt, als in Deutschland) und richtige Nachtvorstellungen gibt es eh nicht, nach Mitternacht läuft da schon lange nix mehr. Japaner scheinen in ihrer Freizeit aber eh keine echten Nachtmenschen zu sein, wenn man sich anschaut, wie früh z.B. der öffentliche Nahverkehr selbst in Tokyo dicht macht (hier bei uns läuft ja schon ab 22:00 Uhr nichts mehr), dann lässt das nicht auf verstärkte Nachtaktivität schließen...

07. Februar 06

Chinesische Geishas

von Thomas

Bevor der Film "Sayuri" in Japan in die Kinos kam, wurde viel darüber diskutiert, ob es in Ordnung ist, dass ausgerechnet die weiblichen Hauptrollen von Chinesinnen gespielt werden. Nachdem der Film dann aber in den Kinos war, legte sich die Aufregung schnell wieder, man war mit dem Ergebnis allseits zufrieden und da war es dann letztlich doch egal, ob die Geishas nun von Japanerinnen oder Chinesinnen gespielt wurden.

Nun sollte der Film in China in die Kinos kommen und prompt wiederholt sich die Diskussion, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Dürfen sich Chinesinnen dazu hergeben, in einem Film japanische Geishas zu spielen? Die Regierung in Peking meint nein, das dürfe nicht sein und sorgt sich gar um den Frieden im Land, sollte der Film in die Kinos kommen. Naja, wahrscheinlich würde nix passieren, aber man wird es nie erfahren, die Aufführung des Films in China wurde untersagt.

Schwierige Nachbarn, China und Japan. Bis zwischen diesen beiden Ländern ein normales Verhältnis herrscht, wird's wohl noch dauern. Der naechste Aufreger ist gewiss: Koizumi wird irgendwann wieder zum Yasukuni-Schrein gehen und die Protestnoten werden wieder hin und her geschickt werden...

Link: Skandalfilm "Die Geisha": Stolz und Vorurteil - Kultur - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten.

05. Februar 06

Olibaa Tuisuto

von Thomas

Mit über einem Monat Verspätung gegenüber Deutschland und noch größerem Abstand zu anderen Ländern, lief vor 14 Tagen Oliver Twist von Roman Polanski an und heute haben wir ihn uns angeschaut. Man fragt sich ja schon, warum Filme in Japan oft mit so großer Verspätung anlaufen. Da sie ja nicht synchronisiert, sondern nur untertitelt werden, sollte es ja eigentlich noch schneller gehen als zum Beispiel in Deutschland, aber dem ist nun wirklich nicht so. Ein extremes Beispiel ist Narnia, der hier erst im März anläuft, während er ansonsten als Weihnachtsfilm lief... Letztlich ist es natürlich egal, Hauptsache die Filme laufen überhaupt, aber der Grund für die Verzögerungen würde mich ja nun schon interessieren...

Der Film selbst war ganz ordentlich, die Geschichte kannte ich vorher nur Bruchstückhaft und so war das ganze recht spannend. Gewundert haben wir uns dann doch, dass hinter uns eine Familie mit einem vielleicht 5 Jahre altem Kind sass. Zum einen war der Film vielleicht doch etwas zu gruselig für so ein kleines Kind, zum anderen, was hat es überhaupt davon? Verstehen kann es die Dialoge nicht und die Untertitel kann es nicht lesen, so sieht es also nur eine Reihe düsterer Bilder, ohne eine Chance zu haben, den Sinn dahinter zu erfassen, was vielleicht mancher Szene wenigstens etwas den Schrecken nehmen würde. Na ja, auch so eine Frage, für die es wohl keine Antwort geben wird... 

07. Januar 06

Riesen Affentheater

von Thomas

Also das Haareschneiden ist mit dem Affentheater diesmal nicht gemeint. Unsere regelmäßigen Auftritte beim Frisör in Tsukuba haben schon seit längerem allen Schoweffekt verloren und inzwischen ist alles Routine. Nein was ich meine, ist unser anschließender Kinobesuch. "King Kong" haben wir uns angesehen...

Was soll man dazu viel sagen? 3 Stunden (fast) perfekte Tricktechnik, riesen Spektakel, aber doch auch spannend und aufregend, auch wenn jeder weiss, dass die Liebesgeschichte zwischen dem großen Affen und der "weißen Frau" tragisch ausgehen muss. Überhaupt, trotz all der Aktion, macht der Film auch etwas wehmütig, ist doch am Ende der Affe mehr Mensch als die Menschen und die Menschen mehr Biest als der Affe...

Ansonsten, kein solch Megaevent wie der "Herr der Ringe", aber grundsolide Unterhaltungsware. Was will man mehr?

11. Dezember 05

Sayuri

von Thomas

Wir waren mal wieder im Kino. "Erinnerungen einer Geisha", der hier in Japan seltsamerweise "Sayuri" heißt (was auf den Filmplakaten dann auch noch in Romanji und nicht, wie sonst üblich, in Katakana geschrieben wird). Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Arthur Golden. Die Umsetzung ist auch gut gelungen, jedenfalls hat der Film uns beiden gefallen. Der Film spielt im Kyoto der 30er Jahre, einer ganz anderen Welt, als das heutige Kyoto. Zwar kann man in Gion, dem bekanntesten der ehemaligen Vergnügungsviertel von Kyoto, den Hanamachis, noch ein bischen was von diesem alten Flair erahnen, aber mehr ist es nicht, dazu ist heute alles dann doch zu künstlich und kitschig. Ab und an allerdings haben wir auch was wiedererkannt, hier einen Tempel, dort eine Pagode. Das war schon ganz nett... Ob der Film jetzt das "echte" alte Kyoto wieder auferstehen lässt, können wir natürlich nicht beurteilen, aber jedenfalls gibt er einem das Gefühl, ohne in kitschige Postkartenromantik zu verfallen. Er wirkt zumindest alles recht realistisch und glaubwürdig.Cimg0655_small

Interessant war die unverstellte Darstellung der amerikanischen Besatzer in den letzten Szenen des Films, die das Ende der alten Geisha-Kultur Kyotos nach dem 2. Weltkrieg zeigen. Derartig plump und banausenhaft, dass man sie wirklich nur als Gaijins bezeichnen kann. Und das in einem amerikanischen Film! Das hat den japanischen Zuschauern vielleicht gefallen, wie es dagegen angekommen ist, dass alle weiblichen Hauptrollen, einschließlich der Titelfigur, von Chinesinnen gespielt wurden, frage ich mich ja schon...

Uns hat es jedenfalls gefallen. Und weil wir ja doch öfter mal ins Kino gehen, haben wir jetzt auch vom Kino eine Pointo-Cado. Hätten wir schon längst machen sollen, dann hätten wir schon mindestens einen Film kostenlos gesehen. Wir vergessen halt immer, das diese Karten sich im Gegensatz zu Deutschland hier in Japan meist wirklich lohnen. Was hier allerdings sehr merkwürdig ist: Die Abendvorstellung sind in dem Kino deutlich billiger, als die anderen Vorstellungen. Ist ja sonst eigentlich immer umgekehrt.

08. Dezember 05

Be your own dentist

von GundaCimg0630_small

Eigentlich bin ich ja schonwieder fit. Aber bei der Heimwerkerparodie von MAD TV blieb mir doch glatt das Mittagessen im Hals stecken. - Der "Moderator" einer fiktiven Heimwerkershow zog sich da mit Hilfe des "neuen Dentist in a Box" einen Weisheitszahn selber, nachdem er sich vorher eine Betäubungsspritze gegeben hatte. Hinterher sagte er mit blutendem Mund: "Man, it's dead easy."
Hätte ich ja auch echt mal selber drauf kommen können, daß man das auch alleine machen kann... ;-)
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02. Dezember 05

Harry Potter und das Erdbeben

von Thomas

Cimg0612_smallHeute Abend waren wir nach langer Zeit mal wieder im Kino. Harry Potter musste dran glauben. Na ja, wir mussten auch dran glauben ;)

So richtig toll war der Film nicht. Tricks und so waren ok, Schauspieler (you-know-who vor allem...) auch, spannend war es irgendwie auch, aber so richtig war das alles nix. Der Film hetzte atemlos durch die Geschichte, viele Szenen waren nur wenige Minuten, ja Sekunden lang. Wer da das Buch nicht kennt, weiß gar nicht was los ist. So wirkte es wie ein Best-of für die Leser, die Bilder im Buch vermissen...

Erinnerte mich etwas an den ersten Film, der auch versuchte, jede Szene hineinzuquetschen und dabei vergaß eine eigene Geschichte zu erzählen. Das Problem ist klar, die Bücher sind zu dick, man muss was weglassen, aber dann muss man auch kreativ sein und die verbleibenden Szenen mit neuen, kürzeren Ueberleitungen miteinander verbinden, sonst bleibt es Stückwerk. Ich glaube, der dritte Film war in der Hinsicht am besten. Ok, dafür wurde er für seine geringe Werktreue kritisiert. So ist es aber auch nicht besser...

Ach ja, als besonderes Schmankerl gab's dann noch ein kleines Erdbeben während der Vorführung... :)

04. Oktober 05

Fernsehnotizen

von Gunda

Koizumi hat seinen Volkszählungs-Zettel abgegeben. Japanische Männer weinen öfter als gedacht: Bei der Geburt des Kindes, bei Hochzeit, Trennung, TV-Dramen und beim Fußball. Der Herbst ist jetzt unweigerlich da. Zikaden verschwinden, Krähen werden dominanter. Da die Übergangszeiten hier sehr kurz sind, ist schon "Autumn sale" angesagt.

13. August 05

The Island

von Thomas

Heute sind wir nach Tsuchiura gefahren, so ganz fit war ich noch nicht wieder, aber nur in der Bude sitzen wollte ich dann auch nicht,  und so da reichte ein kurzer Ausflug.  Ausserdem hatten wir letztes Wochenende ein kleines Kino entdeckt, von dem wir dachten, dass es nicht so teuer ist (inzwischen sind wir schlauer und um einiges aermer, denn die Billigpreise gelten nur an bestimmten Tagen...). Tsuchiura wirkt zwar wesentlich gewachsener als Tsukuba, mit vielen kleinen Laedchen neben zwei grossen Kaufhaeusern, aber es wirkt auch etwas ramschig, da viele Gebaeude mal ueberholt werden muessten und viele Geschaefte geschlossen sind und jetzt leer stehen. Besonders eine Einkaufspassage namens "Mall 505" wirkt ziemlich trostlos, da dort gut dreiviertel aller Laeden zu waren, obwohl die Idee an sich gar nicht so schlecht ist.  Vielleicht kommt ja mal jemand auf die Idee, wie man da etwas mehr Leben reinbringen kann.

Wir waren dort also erst ewtas bummeln und sind dann ins Kino gegangen. "The Island" wollten wir uns anschauen. Der Film ist ja an den Kinokassen ziemlich geflopt und hat auch keine wirklich guten Kritiken bekommen, aber ich fand die Story, dem Trailer nach zu urteilen, nicht schlecht und so sind wir einfach trotzdem rein.

Im Prinzip ist der Film eine Neuauflage des 70er Jahre Science-Fiction Klassikers  "Logan's run", vor allem der erste Teil des Films ist fast eine 1:1-Kopie. In beiden Filmen leben Menschen in einer kuenstlichen in sich abgeschlossenen unterirdischen Welt, nachdem es an der Erdoberflaeche eine nicht naeher bestimmte Katastrophe gegeben hat, die alles Leben dort ausgeloescht hat. Eiegntlich sind die Zustaende in der kuenstlichen Welt sehr angenehm, jedoch herrschen strenge Regeln, ueber deren Einhaltung die eine Waechterklasse streng wacht. In beiden Faellen wird den Bewohner jeoch eine Erloesung angeboten, ein Uebergang in eine bessere Welt. In "The Island" ist das eben jene Insel, auf die Gewinner einer Lotterie gebracht werden. In beiden Faellen ist das Versprechen der Erloesung jedoch eine Luege, die Auserwaehlten werde schlicht ermordet. Spannend wir das Ganze natuerlich erst dadurch, dass jemand versucht aus dieser Welt zu fliehen. Idealerweise findet sich immer ein fluchtwilliges Paar, so auch hier.

Den beiden Helden gelingt natuerlich die Flucht in die Aussenwelt und hier werden dann die Unterschiede in den Hintergrundstories beider Filme recht deutlich. In "Logans run" gab es natuerlich wirklich ein grosses Unglueck auf der Erde (wie in so vielen Filmen in der damaligen Zeit) und nur ein alter Mann haust noch in den Ruinen des einstigen Washington, was jedoch reicht, um den Bewohnern der unterirdischen Stadt zu beweisen, dass ein Leben auf der Erde moeglich ist usw.

In "The Island" stellt sich jedoch heraus, dass die Bewohner der Stadt nur Klone sind, lebende Ersatzteillager fuer reiche Erdenbuerger, die sterben muessen, wenn ihr Besitzer in Not ist, ein Baby haben moechte oder sich schlicht ein juengeres Outfit durch etwas Hauttransplation geben moechte. Was folgt ist eine wilde Jagd mit viel Knall und Bumm, bis schlieslich die beiden Helden die Klone befreien und ihren fiesen Schoepfer erledigen.

Das alles ist eigentlich recht spannend und actionreich verfilmt und die Story durchaus in sich logisch und ohne groessere Abstrusitaeten erzaehlt. Wenn auch alles noch Science-Fiction ist, so ist die Idee dahinter doch gar nicht so unrealistisch, denn die gezeigten Anwendungszwecke fuers Klonen, sind ja durchaus die, die einem auch heute als Argument dafuer angepriesen werden. Und die Frage, was denn mal mit den ganzen Klonen so pasieren soll, kann sich ja dann durchaus mal stellen. Also wie gesagt, es gibt viel hirnlosere Actionfilme als diesen, aber vielleicht ist er deswegen auch nicht so gut angekommen. Denn der erste Teil ist fuer reine Actionfans schon eine grosse Geduldsprobe und wer anspruchsvolle Science-Fiction erwartet hat, dem war die Action im zweiten Teil vielleicht eins zuviel. So fehlt wohl die breite Zielgruppe und der Film bleibt irgendwo zwischen allen Stuehlen liegen. Uns hat er aber doch ganz gut gefallen.

29. Juli 05

Batman Begins

von Thomas

Und mal wieder ins Kino, 'Batman Begins' wollte ich mir anschauen. Letzte Vorstellung, am Nachmittag in Tsukuba. Dachte ich jedenfalls... 3 Stunden zu frueh war ich da, denn der Film fing dann doch erst um 7 Uhr an! Jetzt zeigte sich natuerlich drastisch der Nachteil des Fahrrads, denn beid er Hitze nochmal nach Hause radeln, wollte ich nicht, was mit dem Auto natuerlich kein Problem gewesen waere (werde mir aber trotzdem keines hier kaufen...). Also war Zeit totschlagen angesagt. Gar nicht so einfach, aber irgendwie ging sie dann doch um und der Film fing an. Und ich fand ihn recht gelungen. Eine Comic-Verfilmung wird wohl selten ein cineastisches Meisterwerk, aber in seinem Genere gehoert der Film fuer mich doch zu den besseren. Kein Vergleich zu den beiden letzten peinlichen Machwerken, aber auch ganz anders als die auf ihre Art sehr guten Batman-Filme von Tim Burton.

17. Juli 05

War of the Worlds

von Thomas

Mal wieder Kino. Na ja, eigentlich ja erst das fünfte oder sechste mal seit letztem Oktober. Auf soviele Kinobesuche kam ich in Deutschland in den letzten Jahren manchmal in einem Monat...

'War of the Worlds', den neusten Film von Steven Spielberg haben wir uns angeschaut. Und wenn ich bei Remakes oft auch etwas kritisch bin, dieses hat mir sehr gut gefallen. Die Grundidee des Angriffs technologisch überlegener Aliens, die dann durch den Kontakt mit irdischen Bakterien und Viren dahingeraft werden, wurde zwar beibehalten, aber in einer modernen, zeitgemaessen Art und Weise erzählt. Und soweit man das bei einem Science-Fictionfilm überhaupt sagen kann, wurde das alles sehr realistisch, ohne die sonst oft üblichen Albernheiten oder unnötig reisserischen Effekte rübergebracht. Es war auch nicht zu amerikansich-patriotisch, wenn es natürlich auch in Amerika spielte, aber es war diesmal eben nicht die US-Army oder Hauptdarsteller Tom Cruise, der die Welt rettete, sondern alle Menschen waren nur hilflose Opfer und Zuschauer der Katastrophe, was den Film umso beklemmender machte. Kein zweiter 'Indipendence Day', sondern mal ein wirklich guter SF-Film :)

10. Juli 05

Star Wars!

von Thomas

200507102042Nachdem wir hier ja schon oefter Beitraege hatten ("Star Wars kommt!", "Darth Thomas", "Star Wars kommt..."), in denen es um Dinge rund um den neustens Star Wars Film ging, nun endlich was zum Film selber. Dieser ist gestern hier mit vielen Wochen Rueckstand gegenueber dem Rest der Welt angelaufen und wir sind gleich heute hin.

Und wie war's? Besser als die ersten beiden der neuen Filme, aber an den Charme der alten Filme kommt auch dieser nicht ran. Zu kuehl und zuviel Hightech-Schnickschnak. Aber gut, jetzt hat man mal gesehen, was man eigentlich seitdem man den Vorspann des allerersten Films gelesen hatte, schon wusste, sich aber in Gedanken vielleicht viel spannender vorgstellt hat...

23. Juni 05

Kino

von Thomas

Als mir die Frisoerin letzten Samstag zur Unterhaltung eine (natuerlich japanische) Filmzeitschrift in die Hand gedrueckt hatte, da wurde mir wieder einmal so richtig bewusst, wie sehr ich eines meiner Lieblingshobbys hier in Japan vernachlaessigt habe: Ins Kino gehen!

Erst dreimal war ich hier in Japan erst im Kino, zweimal mit Gunda und einmal alleine, was allerdings schon ewig lange her ist (damals schneite es auf dem Rueckweg noch). Heute war es mal wieder soweit, Kingdom of Heaven habe ich mir in Tsukuba angeschaut. Ganz unterhaltsam der Film, aber kein wirklicher Hit. Da hab es schon besseres auf dem Gebiet der Historienschinken.

Bald kommt dann endlich Star Wars und vielleicht kriege ich es ja noch hin, mir Batman anzuschauen. Dann kommt der neue Spielberg, War of the Worlds, den wuerde ich auch gerne sehen. Per Anhalter durch die Galaxis scheint hier nicht zu laufen, schade...

Im Prinzip sieht es also gar nicht so schlecht aus, vielleicht kriege ich ja doch noch die Kurve und schaue mir hier mehr Filme an. Mal sehen...

Star Wars kommt!

von Gunda

... aber später als überall sonst auf der Welt.
Nachdem uns Ortrun schon das passende Küchenpapier geschickt hat, haben wir gestern die dazugehörigen Cornflakes im Supermarkt gefunden.
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20. April 05

Habemus Papam.

von Gunda

Da das japanische Fernsehen in den letzten Tagen sowieso sämtliche Informationen über die Päpstelei von CNN übernommen hat, haben wir meist gleich CNN geguckt.
Nachdem die Papstwahl abgeschlossen war, durfte natürlich auf CNN auch ein deutsches Statement nicht fehlen.
Entweder es hat sich weiter kein Dummer gefunden, der sich von diesem Sender verwursten lassen wollte oder andere deutsche Journalisten sind sich ihrer Englischkenntnisse nicht so sicher. Meine plausibelste Idee ist allerdings, daß die Auswahl eines Herren mit Namen "Englisch" oder "English" von der BILD-Zeitung puren Hohn bedeutete und Deutschland (bzw. den deutschen Journalismus) schlecht aussehen lassen sollte. Schon nach den ersten lispelnden Sätzen (Oder war es ein mißverstandenes "Tieeitsch"?) des Deutschen mit grausigem Englisch schoß mir der Gedanke durch den Kopf: "Oje! Hoffentlich sieht das keiner meiner nicht-deutschen Bekannten."
Herr "English" verfrühstückte die Zuschauer mit vorgefertigten Sätzen, die er beständig etwas variiert wiederholte, wenn eine neue Frage kam, bis der Nachrichtensprecher von CNN sichtlich genervt aufgab und der deutsche Reporter ausgeblendet wurde. Vorher hatte ich allerdings noch die Gelegenheit, die BILD-Schlagzeilen kurz auf dem Bildschirm zu sehen: "Wir sind Papst!" und "... und in seiner Heimat floß Freibier" - Ja, das ist es, was wir von dieser Zeitung lesen und hören wollen. Ein rundes BILD.
Hätte ich mir daraus meine Meinung geBILDet: Armes Deutschland!

An dieser Stelle möchte ich noch meinem Schwager Benedikt zur gewonnenen Wahl gratulieren. Natürlich erwarte ich, daß er bei größeren Änderungen in der Zukunft meinen qualifizierten Rat zum Wohle aller Katholiken einholt. (Sag mal, wie hast Du es geschafft, Deine Frau zu verheimlichen?)

Ach ja, nochwas: Was hatte ich da noch neulich als neuen Namen für den Papst gelesen? - "Papa Ratzi"  ;-)

16. April 05

Star Wars kommt...

von Thomas

Cimg4842_1Bald ist es auch hier soweit (wenn auch er 2 Monate später als im Rest der Welt...), der neue "Star Wars"-Film kommt in die Kinos. Wie wohl überall, kündigt sich das Ereignis zuerst  mit Massen neuen Spielzeugs an, so auch hier. Bei "toisarasu" (besser bekannt als "toys'r'us") gab es eine große Lego-Kollektion, Figuren, Spielzeugwaffen, eine "Darth Vader"-Maske und... sein Lichtschwert!

25. Februar 05

Kino, Helden, Schneegestöber... und (keine) Tattoos!

von Thomas

Gestern fuhr Gunda nach Tokyo, weil sie sich gerne in der dortigen katholischen Gemeinde einen Abendvortrag anhören wollte und ich nutzte die Zeit, um mal ins Kino hier um die Ecke zu gehen. Cineplex nennt sich das Ding und ist ein ganz modernes Multiplexkino mit acht oder zehn Sälen. Die meisten Filme dort stammen aus Japan, aber auch Hollywood ist dort vertreten, allerdings laufen die Filme hier oft etwas später, als in Amerika oder auch in Europa, so auch 'Alexander', den ich mir ansehen wollte.

Da die Kinopreise in Tokyo ziemlich gesalzen sind (mehr als 2000 Yen), war ich überrascht, dass ich mir diesen Film für 1200 Yen ansehen konnte, was nicht einmal ganz 9 Euro sind. Für einen Film von 3 Stunden Länge hätte man bei uns in Deutschland mindestens genauso viel gezahlt.

Blieb nur noch die Frage, in welcher Sprache er denn gezeigt würde, Englisch oder Japanisch? Manfred hatte uns zwar versichert, alle ausländischen Filme im Kino liefen im Original und würden nur fürs Fernsehen synchronisiert, aber weiß man ob das auch in der Provinz so ist. Es war aber zum Glück tatsächlich so, lediglich mit japanischen Untertiteln war der Film versehen worden, was aber nicht weiter störte.

Und der Film war gut, wirklich gut, was ich angesichts der Kritiken gar nicht unbedingt gedacht hätte, die ziemlich schlecht waren. Aber es war ein richtig schönes Heldenepos, ohne übertriebene Action oder unpassenden Humor, wie man es bei 'Troja' etwa finden konnte. Nein, hier kommt Alexander so rueber, wie man es sich vorstellt, als großer, visionaerer Held, mit doch tragischem Ende.

Nachdem Film kam ich mir dann aber auch wie ein tragischer Held vor *lach* Schon vor Beginn des Films hatte ich bemerkt, dass ein paar Schneeflocken sich unter den Regen gemischt hatten, jetzt tobte draußen ein mittelschweres Schneegestöber, mit dicken Flocken und viel Wind. Auf dem Boden lagen schon einige Zentimeter Schnee bzw. Schneematsch und ich mit meinem kleinen Fahrrad dadurch. Damit ich wenigstens ein bisschen was sehen konnte, bin ich dann in typische japanischer Manier mit dem Schirm in einer Hand gefahren. Toll war das nicht und als ich zu Hause war, sah ich aus wie ein Schneemann und war total durchnässt. Na ja, bin dann in die Badewanne und danach gleich ins Bett, eine Erkältung wird es wohl nicht geben.200502251050

Die Nacht über hatte es noch weiter  geschneit und ganz Arakawaoki war mit einer Schneeschicht bedeckt, die allerdings schon mit vielen Pfützen durchsetzt war. Aber trotzdem, es ist doch mal ganz schön, etwas Schnee zu haben :)

Ach ja, die Tattoos aus dem Titel... Gunda hatte mir schön öfter eine Geschichte erzählt, dass sie damals während ihrer Japanreise auch in einer heißen Quelle waren und eines der Mädchen aus der Delegation großen Ärger hatte, da sie von den japanischen Frauen dort ziemlich angefeindet wurde. Der Grund war wohl, dass sei irgendwo ein Tattoo hatte. Dazu muss man wissen, dass die japanischen Mafiosi, die Yakuza in der Regel tätowiert sind, es ist sozusagen ihr Erkennungszeichen.  Nun ja, Träger von Tattoos machen sich dadurch dann natürlich nicht sehr beliebt, schon gar nicht, wenn das Tattoo in der Badeanstalt dann für alle gut sichtbar ist.200502242032

Aber nicht zu sehr abschweifen... In dem Kinogebäude ist auch ein Schwimmbad und als ich vor Beginn des Films dort noch etwas herumgeschlendert bin, fiel mir ein Schild auf, auf dem neben vielem Japanischem nur einen englischen Satz stand: "Tattoo's are Not Allowed inside". Hm, vielleicht sollten einige Leute, die sich gerne Kanjis eintätowieren lassen, lieber nicht nach Japan fahren... ;)

20. Februar 05

Darth Thomas

von Thomas

200502201842Heute bei Toys'r'us: Darth Thomas, der duemmste Lord der Sith!

30. November 04

Power Rangers

von Thomas

F1000172Nach dem Sprachkurs war der ganze Platz vor dem Gebäude von einem Filmteam
F1000171 besetzt worden und irgendwo liefen Typen in komischen Kostümen rum, die mich irgendwie an diese dämliche "Power Rangers" Serie erinnerten, die vor ein paar Jahren mal im deutschen Fernsehen lief...

27. Oktober 04

… auch …

von Gunda

Immernoch Sonne!

Nachdem das Communication-Center enttäuschenderweise Probleme mit seinem Server hatte und ich nicht ins Internet konnte, habe ich eben weiterorganisiert und versucht, Informationsmaterial zu verschiedenen Themen zu organisieren. Selbst Material, das Thomas schonmal gesehen, bzw. schon in der Hand gehabt hatte, gab es angeblich nicht. – Es war einfach nur frustrierend.

Das Highlight des Tages stellte diesmal der Deutschkurs des staatlichen Senders NHK dar, auf den wir rein zufällig kurz vor dem Schlafengehen stießen. Der Kurs war natürlich für uns recht amüsant: Er fing mit zwei jüngeren (japanischen) Männern an, die mit Körpersprache einen berühmten Deutschen dargestellt haben: Oliver Kahn. – Da fühlten wir uns schon bestens repräsentiert. Aber zur Abrundung trat dann auch noch ein Herr mittleren Alters (auch Japaner) in Anzug auf, um noch einen berühmten Deutschen darzustellen: Bach. – Da war dann ja die gesamte deutsche Kultur von gestern bis heute komplett umrissen… Als wir uns noch darüber unterhielten, ging es gleich spannend mit typisch deutschen Sätzen weiter: „Ich will Fußball spielen.“ „Ich möchte Bier trinken.“ Abgesehen davon, daß der Inhalt dieser Sätze mit uns, so als Deutschen im Besonderen wenig zu tun hatte, schien es also in dieser Lektion um „müssen“, „können“, „dürfen“ und „wollen“ zu gehen. Ganz und gar nicht begeistert waren wir von den auftretenden Deutschen, die bestimmt gute Japanologen oder Germanisten waren und bewundernswert fließend Japanisch sprachen, ansonsten aber ganz offensichtlich keine guten Schauspieler und schon gar keine Komödianten waren, es wohl aber gerne gewesen wären. – Das war dann doch eher peinlich… Gefestigt wurde die Grammatik dann von dem Anzugträger, der zu Klängen von Bach vor einem grünen Meer erschien und neben sich die entsprechenden Sätze duldete. Dann kam ein kleiner Einschub für Kinder: „Pipos Abenteuer“, worüber wir schon bei der Ankündigung vor Lachen fast vom Sofa gerutscht sind, ließ doch der übergroße i-Punkt mit verkümmertem i-Strich auf den ersten Blick nur die Lesart „Popos Abenteuer“ zu… Pipo ist ein Wesen vom Mars, das offensichtlich in Deutschland bei einer Kleinfamilie (Vater, Mutter, Kind) gelandet ist und nun über die Welt aufgeklärt wird. Pädagogisch wertvoll waren diese Puppen nicht gerade, die einfach statisch dasaßen und nur einen aufgemalten Mund etwas bewegten. Nach Sätzen wie „Ich möchte Bier trinken.“ und „Nein, du darfst kein Bier trinken.“ hatten wir auch hier inhaltlich wenig erwartet, bis plötzlich folgender Satz zum Beruf des Vaters fiel: „Mein Mann erforscht den Zusammenhang zwischen Klima und Pflanzen.“ Oops! Hatten wir uns da verhört? Und weil ja in Japan das Essen eine wichtige Rolle spielt, gab es zum Schluß noch einen Kochkurs mit zwei deutschen Köchen und japanischen Untertiteln. – Semmelknödel mit Schwammerln in Rahmsoße. Thomas hat sich fast nicht mehr eingekriegt vor Appetit, weil ihm nach vier Wochen Cafeteria und fertig-Nudelsuppen wohl verständlicherweise was fehlte. Jedenfalls waren wir und bei allem Amüsement nach dem Kurs einig, daß es für Japaner viel schwerer sein muß, Deutsch zu lernen, als umgekehrt. (Wenn man mal von der Schrift absieht…)

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