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19. August 06

Ein Tag am Strand

von Thomas

Heute waren wir mit Mihoko und ihrer Tochter Sakurako in Oarai am Strand, ein wunderberer Tag bei Sonnenschein und (leider) grosser Hitze...

Morgen geht es dann nach Kyoto, bis zum naechsten Sonntag. Und solange werd es hier hoechstens den ein oder anderen Kurzbericht per Handy geben. Aber danach geht es wie gewohnt weiter und Kyoto liefert ja bestimmt auch wieder Stoff fuer viele Geschichten :)

05. August 06

Ami Matsuri

von Thomas

Erst waren Gunda und ich heute in Tsukuba.  Dort haben wir  eines  meiner Geburtstagsgeschenke, das ich von Gunda bekommen hatte, eingelöst: Eine japanische Massage! Das war ganz angenehm und entspannend :)

Und da wir es uns auch ansonsten gut gehen lassen wollte, habe wir uns noch jeweils einen grossen Eisbecher gegönnt... Gunda einen Schoko-Brownie-Parfait und ich eine Caramel-Pudding-Parfait! Hmm, oishii, wie man hier sagt ;)

Dann gings ab nach Hause und ich bin dann noch zum Matsuri nach Ami gefahren. Sozusagen unser Heimatmatsuri, schließlich wohnen wir ja in Ami, wenn auch am äußersten Ende und gefuehlsmaessig eher in Arakawaoki.
Leider war ich schon etwas spät dran und hab eigentlich nur noch den Schluss der Feier gesehen, es war aber doch sehr nett und viel größer als ich es erwartet hatte. Ein Wagen, 2 Mikoshis (tragbare Schreine) und noch ein paar Sachen zum rumtragen und dazu zig Dutzend Fressbuden und ein Haufen Leute. Die Stimmung war gut, die Leute eifrig bei der Sache, wie immer natürlich sehr lautstark. Insgesamt sehr schön und wenn wir nächstes Jahr noch hier wären, würde ich wieder hingehen :)

23. Juli 06

Tsuchiura Matsuri

 

von Thomas

Erst haben wir uns beim Sport ein bischen fit gemacht, dann bin ich noch in unsere Nachbarstadt Tsuchiura zum Matsuri gefahren. Das ganze ist natürlich eine Ecke größer als bei uns in Arakawaoki, aber vom Prinzip her ähnlich. Mit viel Musik, Geschrei, Tanz und überschäumend guter Laune (da vergeht einem wirklich jedes Vorurteil über reservierte und ruhige Japaner) werden die Matsuri-Wagen mit den kostümierten Tänzern darauf kreuz und quer durch die Stadt gezogen. Und dabei macht jeder mit, ob jung oder alt. Einige hundert Leute ziehen bzw. marschieren neben den Wagen her.

Am späteren Abend trafen sich dann die insgesamt 4 Wagen auf einem zentralen Platz  und dann konnte nochmal jede Gruppe (die jeweils einen bestimmten Teil der Stadt repräsentieren), zeigen, dass sie die beste Matsuri-Performance abliefern können. Da gab es dann viel Rauch und Lichteffekte und dazu tanzende Heldenfiguren, Götter, Tiere und einen grossen Drachen, dazu irre laute Musik und ohrenbetäubendes Trillerpfeifenkonzert. Und ich mittendrin mit meiner Kamera...

Das war wirklich nett, rund um mich herum die ganzen Leute in der typischen Matsuri-Kleidung und dann noch weiter aussen, wie in einer kleinen Wagenburg, die Matsuri-Wagen jeweils mit einer kleinen improvisierten Bühne für die Tanznummern davor.

Tja, da wusste man gar nicht, was man zuerst photographieren sollte. Vor allem da jeder, der mich mit meiner Kamera sah, aufforderte ein Photo zu machen. Und wen die Leute drumherum das mitbekamen, wollten die natürlich auch noch mit drauf... Wie das dann aussah, sieht man ja auf dem Photo oben...

Dann war der Trubel aber doch irgendwann vorbei und die Wagen zogen ab in ihre Heimatviertel, natürlich wieder mit viel Tamtam...

War ein schönes Erlebnis und sicher nicht der letzte Matsuri-Besuch in Japan :)

20. Oktober 05

Heiliger Totalschaden!

von GundaCimg9702_small

Ich bin ganz ahnungslos mit Ortrun zum Ushiku-Daibutsu gefahren. Erstmal keine große Sache, wenn man mal von den seltenen Fahrzeiten des Busses absieht.

Besonders toll war, daß Ortrun beeindruckt war und wir gleich angefangen haben, ganz viele Fotos zu machen. Gleich am Eingang gab es eine Fotowand mit aufgemalten Daibutsus, in die man seine Hände und seinen Kopf stecken konnte, um 2005102055sich als Buddha fotografieren zu lassen. Erstmal haben wir uns gegenseitig fotografiert, dann noch ein Ehepaar. Das wollten wir dann auch. Beide auf dem Bild wäre ja noch viel toller. Also habe ich der Frau meine Kamera gegeben. Ist ja auch in Japan normal, irgendeinem Fremden seine Kamera zu geben, um ein Foto von sich machen zu lassen.
Doch kaum waren wir an der Fotowand angekommen, ließ die Frau meine Kamera fallen. Die knallte mit der Kante des Objektivs auf den Steinboden und regte sich anschließend nicht mehr. - Totalschaden. Zum Glück war die Speicherkarte unbeschädigt.Cimg9706_small

Der Frau war das Ganze natürlich total peinlich. Sie konnte auch nur Japanisch. Trotzdem habe ich verstanden, daß sie mit mir die Adressen austauschen wollte. Offenbar wollte sie auf irgendeinem Weg die Kamera ersetzen. Da das ein Auslaufmodell und schon etwas älter war, wäre eine Schätzung durch eine Haftpflichtversicherung wirklich ein schlechtes Geschäft für uns gewesen.
Wir haben also die Adressen ausgetauscht, wobei ich ungefähr dreimal erklären mußte, daß diese japanische Adresse wirklich meine Adresse ist.

Kaum waren wir am Daibutsu angekommen, klingelte mein Handy. Die Frau war dran und Cimg9707_smallfragte, wo wir sind. Ich habe versucht, es ihr zu erklären, war mir aber nicht sicher, ob sie uns finden würde. In der Zwischenzeit habe ich Yukie zum Dolmetschen angerufen. Kurze Zeit später tauchte die Frau auf der anderen Seite des Gelände-Zaunes auf. Ich rief Yukie nochmal an, und nach einmal Hin-und-Her stellte sich heraus, daß die Frau mir den Kamera-Preis sofort in bar geben wollte. Ich war ziemlich überrascht; aber sie wollte es wohl so schnell wie möglich vom Tisch haben. Da mir Thomas kurz vorher noch am Telefon gesagt hatte, wie teuer die Kamera damals war, habe ich diesen Preis aufgeschrieben. Sofort holte die Frau ihr Portemonnaie raus und drückte mir einige Scheine in die Hand. Mehr als den aufgeschriebenen Betrag. Wechselgeld lehnte sie aber ab und entschuldigte sich noch tausendmal bei mir.

Sehr gerührt und aufgeregt machten Ortrun und ich uns an die Besichtigung des Daibutsus.
Und Samstag wird das Folgemodell unserer Kamera (viel toller als die alte) gekauft. Ganz wohl ist mir dabei immernoch nicht. Aber ich glaube, daß das vorallem für die Frau die angenehmste Lösung war.Cimg6267_small
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01. Oktober 05

Feuerwerk

von Thomas

Zweites Jahr, erster Tag... Feuerwerk in Tsuchiura. Als wir vor einem Jahr hier ankamen, empfahl uns jemand, doch nach Tsuchiura zum nationalen Feuerwerkswettbewerb zu gehen. Das fiel dann leider aus, weil Gunda sich den Knöchel verknakst hatte und wir statt zum Feuerwerk, ins Krankenhaus gefahren sind. Aber dieses Jahr haben wir es nun geschafft!

Cimg8945_smallDrei Stunden Feuerwerk waren angesagt, von 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr (ja, um 18:00 Uhr ist es hier um dieses Jahreszeit schon stockfinster, selbst im Sommer ist ja um Acht schon alles dunkel. Das ist so eine Sache, an die ich mich nicht so recht gewöhnen kann). Jedenfalls dachten wir, wenn wir 2 Stunden vorher losfahren, schaffen wir das locker, ist ja nur eine Station mit der Bahn. Pustekuchen! Den ersten Zug mussten wir wegfahren lassen, weil wir schlicht nicht mehr hineinpassten... Beim naechsten hatten wir Glück, dass wir gleich als erste anstanden. Im Zug standen wir dann zusammengequetsch und völlig bewegungsunfähig. Da ja ich ja noch nie zum Berufsverkehr in Tokyo war, war das ein ganz neues Erlebnis für mich, so voll hatte ich die Zuege hier auch noch nicht erlebt. Cimg8956_smallUnd in Tsuchiura strömte dann die ganze Masse Menschen aus dem Zug auf den Bahnsteig und stand sofort wieder. Da alle Leute durch die gleichen Sperren müssen, um ihre Fahrkarte abzugeben, geht das natürlich entsprechend langsam. Als wir die Treppe hoch ins Bahnhofsgebaeude erreicht hatten, kam dann auch schon der naechste Zug... Insgesamt hat es bestimmt 20 Minuten gedauert, bis wir durch die Sperren durch waren und dann im überfüllten Bahnhofsgebaeude nach Roland und Petra Ausschau gehalten haben. Eigentlich hatten wir uns mit denen verabredet, aber es war hoffnungslos und wir haben uns dann mit der Menge zum Ausgang drängen lassen. Und sind dann gleich zum Sakuragawa gegangen, dem Fluss, der durch Tsuchiura fließt und an dessen Ufer das Feuerwerk stattfinden sollte.

Cimg8968_smallAm Fluss bot sich dann das erwartete Bild, tausende von Menschen strömten am Ufer lang, an dem sich eine endlose Reihe der typischen japanischen Fressbuden entlang zog. Da gibts dann gegrillten Tintenfisch und Haehnchenfleisch, Yakitori-Spieße und sonstiges aufgespießtes Fleisch, Grillfisch und Takko-Balls (Tintenfisch-Teig-Baellchen), Shaved-Eis und Crêpes, Zuckerwatte gibt es auch und selbst ein paar Doenerbuden gab's. Okonomiyaki und Yakisoba darf natürlich auch nicht fehlen :)

Cimg8991_smallUnd am Flussufer dann ein Meer von blauen Plastikplanen mit ganz vielen Japanern drauf. Was bei uns Picknickdecke, Isomatte oder Strohmatte ist, das ist hier eben die blaue Plastikplane, sei es zum Hanami im Frühling, im Sommer am Strand oder die Zelte der Obdachlosen, wenn Japaner was im freien machen, dann gehört die blaue Platikplane einfach dazu. Wir dagegen hatten nur zwei Miniklappstuehle, auf denen wir uns dann mitten unter die Leute mischten. Erst hatten wir, wie sich später herausstellte, einen blöden Platz erwischt, ein Hochhaus verdeckte zum Teil die Sicht aufs Feuerwerk, aber als wir dann ein paar hundert Meter weiter gelaufen sind, hatten wir dann optimale Sicht: Cimg9015_smallDirekt hinter einer Brücke bzw. ein direkt am Ufer gingen die Raketen hoch und wir konnten es in vollen Zuegen genießen. Die naechsten Stunden bestanden dann nur aus Feuerwerk schauen, Photos machen (zum Glück hatte ich mein Stativ dabei) und Essen.. 3 Stunden lang, ein wirklich grandioser Anblick. Etwas ähnliches hatte ich bisher höchstens mal im Fernsehen gesehen, aber allein schon die Länge von drei Stunden war gewaltig, wenn's hoch kommt, gibt's bei uns mal eine halbe Stunde Feuerwerk. 

Cimg9048_smallUnd ansonsten? Für mich ist es immer wieder auch interessant, die Japaner selbst zu beobachten und dann zu vergleichen, wie so was wohl in Deutschland ablaufen würde. Die meisten Zuschauer waren junge Leute und trotzdem ging alles ganz ruhig vor sich, kein großes Geschrei, keine Hektik, keine Unruhe. Entweder saßen die Leute auf ihren Planen oder kauften sich was zu essen. Schauten gebannt auf's Feuerwerk, oft gabs erstaunte "Ahs" und "Ohs", manchmal auch Applaus. Ein paar Westler bestätigten gleich mein Vorurteil und liefen mit Tüten voller Bierdosen herum, dann schaute ich mich um, und sah junge Japaner, wie sie grünen Tee tranken... Cimg9051_smallIch kann mir nicht helfen, irgendwie finde ich solche Veranstaltungen in Japan angenehmer, als bei uns. Typisch ist auch der Umgang mit dem Müll: Selbst die Teenies packten alles feinsaeuberlich in Plastiktüten ein und nahmen es dann mit. Angesichts der Menge Menschen war der herumliegende Müll fast vernachlässigbar, in Deutschland brauch es keine Großveranstaltung, damit an einem Flussufer soviel Müll herumliegt... (Peinlicherweise, mussten wir unsern Müll auch dalassen, wir hatten natürlich nicht an eine Muelltuete gedacht und, auch typisch Japan, es gab nirgendwo Mülleimer).

Cimg9068_smallDer Rückweg war dann ähnlich, wie der Hinweg. Die Masse Mensch schob sich nun Richtung Bahnhof und bildete an dessen Eingang einen riesigen Pfropfen. Wir sind dann erst noch in ein Kaufhaus, aber es wurde nicht besser, im Gegenteil, als das Kaufhaus zu machte, sorgte das nur für einen neuen Schub Menschen, der in den Bahnhof wollte. Zum Glück geht solch ein Chaos in Japan immer recht zivilisiert ab, die Menschen warten recht geduldig, man wird nicht dauernd von Hinten gestoßen und geschubst, niemand regt sich auf, man braucht keine Angst haben, dass einem einer die Taschen ausräumt, kurz, man kann in Ruhe abwarten, wie es weiter geht. Der Zug war dann zum Glück nicht ganz so voll, wie auf dem Hinweg. Interessanterweise, schleppten selbst im Zug noch einige Leute ihre Muelltueten mit sich rum... :)

Kurzvideo Feuerwerk Tsuchiura 1

Kurzvideo Feuerwerk Tsuchiura 2

Kurzvideo Feuerwerk Tsuchiura 3

Kurzvideo Feuerwerk Tsuchiura 4

07. August 05

Matsuri-Hopping

von Gunda

Wie man schon den vergangenen Berichten entnehmen konnte, sind wir der Vergnügungssucht anheim gefallen und betreiben exzessives Matsuri-Hopping. (Vielleicht gipfelt der ganze Spaß ja eines Tages in Japans einzigem ultimativem Matsuri-Führer...)

Cimg8215_smallDiesmal stand Tsuchiura, neben Tsukuba die nächste größere Stadt in unserer Nähe, auf dem Programm. Ich hatte auf dem Weg zur Arbeit gesehen, daß sich die Stadt ganz schön in Schale geschmissen hatte, und Thomas hat dann die Termine im  Internet rausgesucht.

Cimg8222_smallUnd wie war's denn nu?
Tsuchiura scheint mehr Geld zu haben, als Mito. Immerhin gab es nirgendwo auf den Wagen Werbung zu lesen.
Was in der Stadt los war, bevor wir da ankamen, wissen wir natürlich nicht. Aber diesmal schien das Fest weniger aus einer Straßenparade zu bestehen, als vielmehr aus einzelnen Wagen verschiedener Wohnblöcke, die am Straßenrand  standen und Musik und Tanz so darboten, wie wir es schon kannten. Dazu gab es, wie wir es schon erwartet hatten, die üblichen Buden mit Essen und Spielzeug am Rand des Geschehens.

Cimg8225_smallWas war also anders?
Die Wagen waren mit etwas mehr Leuten bestückt als bei früheren Festen. Auf einem prangte eine riesige Cimg8245_smallSamurai-Puppe, auf anderen saßen Leute, die sangen, brüllten oder mit Laternen oder Leuchtstäben schwenkten. Das war dann sozusagen eine Performance auf zwei Etagen pro Wagen.

An einer Kreuzung wurde irgendwann einer von mindestens  zwei tragbaren Schreinen in der Mitte abgestellt, die Wagen versammelten sich im Kreis darum, ebenso die Zuschauer. Der Schrein wurde zum üblichen Durchschütteln von kräftigen Cimg8248_small Frauen und Männern auf die Schultern gehoben, und plötzlich brach ein ohrenbetäubender Lärm aus: Sämtliche Musiker und Tänzer auf den Wagen zogen ihr Programm gleichzeitig durch. Aber nicht, daß sie sich abgestimmt hätten. Nein, jeder spielte für sich. Das ergab für uns ein unglaublich lautes, Cimg8265_smalldisharmonisches Spektakel. Dazu wurde der Schrein geschüttelt, daß es mir als transporiertem Kami (Gott) ziemlich schlecht geworden wäre. Thomas meinte dazu nur: "Na, der Kami hat bestimmt seinen Spaß."

Danach löste sich alles recht schnell auf, und die Wagen zogen mit Musik und Tanz in ihre beheimateten Wohnblöcke zurück. 

Cimg8284_smallNachdem wir jetzt schon so viele Feste gesehen haben, fehlt  uns nur noch ein ordentliches Feuerwerk, das hier in Japan an die zwei Stunden dauern soll und bei dem allgemein herrschenden Perfektionismus Großes erwarten läßt. Ja, im Gegensatz zu Deutschland ist in Japan die Feuerwerks-Zeit im Sommer. Und in den Läden kann man zu Spottpreisen tolle Feuerwerkskörper-Sets kaufen. Cimg8291_smallIm übrigen scheinen die Japaner auch hierbei eher eine romantische Ader zu haben. Feuerwerk heißt sowas Ähnliches, wie "Feuerblumen schauen" und findet meistens in der Nähe von Flüssen oder Seen statt, um durch die Spiegelung den Effekt noch zu erhöhen. Wenn ich da an die sinnlose Ballerei in Deutschland zu Silvester denke, ist das schon was ganz anderes...

06. August 05

Beach & Party 2

von Thomas

Heute hatten wir ein kleines Deja vu, wie schon letzten Sonntag sind wir nach Oarai gefahren und haben uns anschliessend ein japanisches Strassenfest angesehen. So weit, so gleich... Im Detail war dann aber doch alles etwas anders. In Orai sind wir diesesmal nicht zu dem "Sun Beach" gefahren, sondern wieder zum "Oarai Beach". Und dort war nicht allzuviel los, zwar mehr als vor ein paar Wochen, aber kein Vergleich zu dem, was letztes Wochenende am "Sun Beach" los war. Der grund duerfte wohl die Beschaffenheit des "Oarai Beach" sein, denn der Strand ist an vielen Stellen nicht mit Sand, sondern mit unterschiedlich grossen Kieselsteinen bedeckt, nicht so otimal, um sich dort gemuetlich niederzulassen. Und auch das Wasser ist nicht so optimal. Zwar gab es diesmal keine Algen mehr, aber die Kueste ist dort sehr felsig und der Boden mit Kies bedeckt. Man muss schon sehr aufpassen, wo man hintritt oder wenn man schwimmen will, das einen die Wellen nicht gegen eine der Felsen schleudern.

Trotzdem haben wir es uns recht gemuetlich gemacht und einen ruhigen Tag Tag dort verbracht. Der Himmel war dieses mal viel klarer, aber es war nicht zu heiss, da immer etwas Wind aufkam.

Ganz in der Naehe des Strandes gibt es noch was nettes zu sehen, ein Torii, das auf ein paar Felsen aus dem Meer ragt. Es gehoert wohl zu einem Schrein, der auf einem Huegel etwas weiter weg von der Kueste liegt. Wir waren allerdings zu faul, dort rauf zu laufen und haben uns auf ein paar Photos des Eingangsbereichs zum Gelaende Schreins beschraenkt...

Und dann sind wir nach Mito gefahren. Dort war der 2. Tag des "Mito Komon Matsuri", des lokalen Sommerfestivals. Wir kamen allerdings erst recht spaet dort an und haben dann auch noch Zeit damit verschwendet, auf der falschen Bahnhofsseite nach der Party zu suchen... Ein paar geschmueckte Wagen und etwas Musik und Tanz haben wir zwar noch mitbekommen, aber so recht gefallen hat es uns nicht. Irgendwie wirkte alles sehr kommerziell. Die verscheidenen Gruppen hatten wohl alle Sponsoren, NTT, JR, Post, usw.... und deren Logos prankten von den Wagen und den Kostuemen der Leute, das war irgendwie nict so schoen. Auch war die Stimmung nicht so toll, alles fand auf einer sehr breiten Strasse statt, so dass sich die Leute verteilten. Vieles der tollen Stimung in Narita zum Beispiel, kam auch durch die Enge  der Strasse, durch die die Wagen gezogen wurden, dazu das Geschrei der Leute, die monotone, laute Musik... Selbst das kleine Fest in Arakawaoki letzte Woche, wirkte da viel intensiver und emotonialer, die Leute waren einfach mit mehr Entusiasmus bei der Sache. Aber das ist nur unser Eindruck, vielleicht taeuscht das auch, wir haben ja auch nicht mehr alles mitbekommen.

Interessant war vielleicht noch, dass nicht  Traditionelles aufgefuehrt  wurde, sondern sich auch einige Jugendliche mit modernen Sachen darunter gemischt hatten. Am auffaelligsten waren einige Leute, die nach dem Motto "Elvis war Japaner" im 50er Jahre Look Rock 'n' Roll Einlagen boten.

Kurz nach 9 Uhr war dann das offizielle Ende der Party  erreicht udn wir konnten dann noch ein  wunderbares Beispiel an japanischer Disziplin und Ordnung beobachten. An einem Ende der Starsse setzte sich ein Tross von ein paar dutzend Polizisten zu Fuss in Bewegung, noch gefolgt ein paar Polizeiwagen. Dahinter dann der normale Strassenverkehr, Busse, private PKW, Taxis, alles ganz gemuetlich im Schritttempo. Dort wo noch Leute auf der Strasse waren, wurden sie von den Polizisten freundlich aber bestimmt aufegfordert, an die Seite zu gehen. Das machte natuerlich auch jeder sofort und ohne Diskussion. Selbst dei Jugendlichen in ihren coolen Rockeroutfits, beeilten sich sofort ihren Kram von der Strasse zu raeumen. Wie haetten da wohl Jugendliche in Deutschland reagiert?

Tja, hinter den Polizisten war dann von der Party nichts mehr zu sehen, der Muell war schon in Saecken verstaut und stand ordentlich gestapelt am Strassenrand, der Verkehr rollte fluessig ueber die Strasse. Es war, als waere nichts gewesen... Vieles ist hier doch immer wieder ganz anders als in Deutschland.

31. Juli 05

Beach & Party

von Thomas

Nein, keine Beach-Party, sondern Beach und Party gab es heute. Zunaechst sind wir mal wieder nach Oarai an den Pazifik gefahren, um diesmal etwas im Meer zu schwimmen. Nachdem es beim ersten Versuch noch etwas zu kalt war und wir am "Sun Beach" nur auf ein paar dutzend Muschelsucher und einige Surfer gestossen waren und beim zweiten Versuch am "Oarai Beach" zwar schon mehr Leute, aber auch ziemlich uebel mit Algen verdrecktes Wasser vorgefunden haben, sind wir nun wieder zum "Sun Beach". Die Sonne kam zwar nicht so prall durch den Dunstschleier am Himmel durch, aber es war immer noch sehr heiss und das, was an Sonne durchkam, brannte immer noch ganz schoen.

Als wir in Oarai angekommen waren, bemerkten wir schon einige Unterschiede zu den beiden anderen Malen: Im Bahnhof wurde man mit einem kostenlosen Glas kaltem Tee begruesst und man konnte sich Fahrraeder ausleihen. Vor dem Bahnhof war dann noch eine zusaetzliche Bushaltestelle fuer drei Buslinien Richtung Ozean eingerichtet.

Cimg7939_smallNun gut, die tun halt was und es hatte ja auch inzwischen die offizielle Badesaison begonnen und da wird dann schon etwas mehr los sein, dachten wir. Die Wirklichkeit hat uns dann aber doch ueberrascht: Brechend voll war es am Strand, zigtausende Leute draengten sich auf dem eigentlich sehr weitlaeufigen Gelaende. Dazu gab es dann noch zig grosse Zelte und kleine Fressbuden, viel Tamtam und Musik. Kurz high-life am Oarai "Sun beach"!

Wir waren dann doch erstmal etwas verdattert, weil wir zwar mehr Leute, aber eben nicht soviel Trubel erwartet hatten. Schlieslich haben wir uns dann irgendwo in dem ganzen Getuemmel ein freies Plaetzchen gesucht und uns dort haeuslich niedergelassen und als einzige Auslaender weit und breit mal wieder einige neugierige Blicke geerntet. Cimg7941_smallAn richtig schwimmen war allerdings nicht zu denken, dazu standen viel zu viele Leute als Hindernisse im Wasser herum, also war ausruhen und Sonne geniessen angesagt. Und ausserde hatten wir so etwas Zeit, um das japanische Strandleben ausgiebig zu beobachten.

Was viel uns auf? Erstmal sind die Leute mehr bekleidet, als z.B. in Deutschland. Das extremste sind Leute, die mit langer Jeanshose, Schuhen, duennem Pulli und Hut in der Sonne liegen. Aber das sind natuerlich auch hier eher Ausnahmen. Leute, die mit kurzer Hose und T-Shirt ins Wasser gehen sieht man aber schon durchaus recht oft, sowohl Maennlein als auch Weiblein und auch das Alter spielt da kaum eine Rolle. Auch Damen mit Sonnenschirm in der Hand sieht man durchaus im Wasser! Feste Sonneschirme und kleine Zelte, um sich vor der Sonne zu schuetzen, sieht man dagegen sehr, sehr haeufig.

Cimg7947_smallAber der Grossteil der Leute waren natuerlich Jugendliche, Teenager und Twens, die sich auch in der Sonne braten liessen. Dabei trugen die Jungs quasi alle etwas laengere Badeshorts, waehrend es bei den Damen staerker varrierte. Einige trugen Bikinis, allerdings niemals ausgesprochen knappe, andere auch kurze Badeshorts und irgendein Oberteil, manchmal von einem einem Bikini, manchmal ein T-Shirt mit und ohne Aermel. Das eien Frau oben-ohne rumlaeuft gibt es gar nicht, es wird noch nichtmal, das Oberteil etwas geloest, wenn man baeuchlings in der Sonne liegt. Auch Kleinkinder haben immer etwas an. Wenn man bedenkt, dass das die gleichen Japaner sind, die ohne Hemmungen Sexmangas in der U-Bahn lesen, die teilweise sehr drastische Inhalte haben und bei uns niemals frei verkaeuflich waehren, hier aber an jedem Kiosk ganz vorne in der Auslage liegen, dann sieht man schon, dass hier ganz andere Schwerpunkte hinsichtlich Moral gesetzt werden. Wo es hier freizuegig ist, ist es da sehr reglementiert und umgekehrt.

Was sonst noch? Vielleicht noch das soziale Verhalten. Wir haben im Wesentlichen zwei Gruppen beobachtet: Einzelne Paare oder Familien mit Kind und Gruppen von maenlichen Jugendlichen. Daneben noch ein paar  einzelne aeltere Leute und die ein oder andere zweier oder dreier Maedchen Gruppen. Aber nur ganz, ganz selten haben wir gesehen, dass sich Jungs und Maedchen mischten, es sei denn zwei Paare waren gemeinsam am Strand. Aber das beobachtet man auch sonst recht haeufig, Jugendliche scheinen sich hier staerker nach Geschlechtern zu trennen, wenn sie was unternehmen.

Cimg7949_smallWas auch noch auffiel, waren Tattoos. Zwar waren es nicht viele Jugendliche, die welche hatten (kein Vergleich zur gleichen Generation in Deutschland zur Zeit), aber es waren doch deutlich mehr, als das man noch sagen koennte, in Japan tragen nur Yakuzas Tattoos...

Der ganze Spuk ging dann recht schnell zu Ende. Als gegen 5 Uhr einen Tick kuehler wurde, verschwanden die Leute auf einmal recht schnell, die Buden und Zelte machten zu und der Strand sah fast wieder so aus, wie wir ihn in Erinnerung hatten...

Cimg7998_smallWir sind dann auch zurueck, da wir nicht zu spaet nach Hause wollten und sind dann aber mitten in einer Party gelandet udn waren dann doch erst recht spaet wieder daheim. Was fuer eine Party? Als wir in Arakawaoki aus dem Zug stiegen, hoerten wir ploetzlich Musik. Die Quelle war dann schnell gefunden: Nachdem vor ein paar Wochen auf unserer Seite des Bahnhofs ein Matsuri (Fest) stattgefunden hatte, war diesmal die andere Seite dran (haetten wir uns auch denken koennen, da wir gestern schon vom Bus aus eine Wagen gesehen hatten). Da sind wir dann natuerlich nicht nach Hause gegangen, sondern zum Fest. Es war recht aehnlich dem letzten Arakawaoki-Matsuri: Auf einem geschmuckten Wagen wurde Musik gemacht und getanzt und starke Maenner und Frauen schleppten einen kleinen Schrein auf ihren Schultern herum, schuettelten ihn dabei wild hin und her und schrieen laut herum, dazu noch ein paar Einpeitscher, damit niemand schlapp macht. Cimg7992_smallZusaetzlich gabs dann noch Tanzeinlagen von einer Frauengruppe udn einigen Kindern.

Der ganze Tross setzte sich dann nach einiger Zeit in Bewegung und Wagen und Schrein und wurde durch die Strasen gezogen bzw. getragen. Ziel war ein kleiner Platz, auf dem zusaetlich zu einem alten, festen Schrein, noch ein zweiter provisorischer Schrein fuer die hinterlegten Opfergaben aufgebaut worden war. Dort gab es dann nochmal viel Musik, Tanz und Geschrei (ganz aehnlich alles, wie in Gion letzten Sonntag). Und als die Schrein-Traeger dann muede waren, war dann erstmal Ruhe. Die Leute brachten den Wagen weg und der mobile Schrein wurde entschmueckt. Cimg8016_smallSo hatten wir es ja auch in Gion gesehen. Aber danach wurde es dann alles anders. Keine Priester, die sich um die Kamis in den Schreinen kuemmern und eine kurze Zeremonie abhalten, nein, die Opfergaben wurden in Kisten verpackt und auf einen kleinen LKW geladen und der mobile Schrein wurde in einer simplen Garage abgestellt. Das machte doch einen etwas ernuechternden Eindruck, ganz so profan, hatten wir es einfach nicht erwartet...

Cimg8067_smallAber interessant war es allemal. Wir haben uns dann noch etwas umgeschaut, die Aktiven hatten sich mitlerweile in eine Schule oder so zurueckgezogen und feierten noch, andere kuemmerten sich um den Wagen und wieder andere demontierten den provisiorischen Schrein. Und wir sind ziemlich muede nach Hause gegangen, viel spaeter, als wir es eigentlich wollten...

19. Juni 05

Schoenes Wochenende

von Thomas

Im Moment ist die Regenzeit zumindest an de Wochenenden schön trocken, die Sonne scheint, kurz es ist prima Ausflugswetter. Aber irgendwie merkt man doch langsam, dass wir hier endlich angekommen sind und keine Dauerurlauber auf stetiger Entdeckungsreise mehr sind, die von einer Sehenswürdigkeit zur naechsten hetzen. Nein, wir wohnen und leben hier, schauen uns immer noch neugierig um, aber dieser innere Druck ist weg und man lässt es gemütlich angehen.

So waren wir also gestern beim Friseur (auch da hat sich die Aufregung doch ziemlich gelegt) und sind davor und danach noch etwas im Doho-Park, gleich neben dem AIST-Gelände spazieren gegangen, haben ein paar schöne Photos gemacht, sind noch was essen gegangen und dann nach Hause gefahren, um noch etwas Fernsehen zu schauen.

Und heute haben wir dann einen kleinen Radausflug gemacht. Und zwar nach Hitachino-Ushiku, was direkt südlich von Arakawaoki liegt. Da wollte ich immer schon hin, denn dieses kleine Oertchen ist recht skurril. Im Wesentlichen besteht es aus einem Bahnhof, allerdings nicht irgendeinem, sondern einem ziemlich großen, ganz neuen Gebäude aus Sichtbeton und Glas, kurz supermodern und klotzig. Und drumherum? Nun, der Bahnhof liegt recht hoch auf einem Damm und vor dort hat man eine gute Aussicht über den Ort: Links von der Bahn ein paar Haeuser, darunter zwei große Wohnblöcke und rechts von der Bahn im Prinzip das Gleiche, allerdings gibt es noch eine Baseballhalle, eine Buch/CD-Großhändler und einen Kasumi-Supermarkt plus Klamottenladen und eine Reihe großer und kleiner Restaurants. Dazwischen große, breite Straßen, teilweise mit vier Spuren, riesige Straßenunterführung, die einer Großstadt mit entsprechenden Verkehr alle Ehre machen würden. Gut, ein paar Autos haben wir hier auch gesehen, auch ein paar Leute auf der Straße, aber mit unseren Fahrrädern hatten wir schon reichlich Platz...

Was soll das? Was für einen Sinn macht so ein Ort, der Bahnhof, die Straßen, Transportkapazitaeten für ein Vielfaches der realen Einwohnerschaft und wer kommt schon von außerhalb hier hin? Keine Ahnung, vielleicht gibt es ja irgendwelche Pläne für Fabriken oder so, zu sehen ist jedenfalls nix davon...

Tja, haben wir also doch wieder was seltsames entdeckt, zwar kein touristisches Highlight, aber einen netten Tag haben wir trotzdem verbracht :)

28. Mai 05

Ausflug an den Pazifik

von Thomas

Heute sind wir nach Oarai an den Pazifik gefahren, um das schöne Sonnenwetter für einen Strandspaziergang zu nutzen. Dass wir dabei in Oarai gelandet sind, den Namen kannte ich bis gestern gar nicht, war reiner Zufall. Da wir nicht wieder nach Isohara wollten, das doch etwas weit weg ist, habe ich gestern Abend einfach auf unsere große Karte von Ibaraki, die bei uns an der Wand hängt, geschaut und den nächsten Ort an der Küste ausgewählt, den man von uns aus per Bahn erreichen kann. Und das war eben Oarai...Cimg6203_small_2

In eineinhalb Stunden waren wir da, das letzte Stück von Mito aus mit einer urigen Bummelbahn. Oarai stellte sich erwartungsgemäß als verschlafenes Nest heraus, ein kleiner Bahnhof, keine großen Geschäfte oder gar Kaufhäuser, selbst die sonst allgegenwärtigen Convinience Stores findet man nur nach einigem Suchen. Cimg6253_small_1Aber ein paar Attraktionen finden sich schon: Zwei große Strände, einige Museen, ein großes Aquarium, die unvermeidlichen Tempel und Schreine und sogar eine Touri-Info gibt es dort.Cimg6223_small Wir sind aber gleich in Richtung von einem der beiden Strände losgegangen, den Oarai Sun Beach. Dort sind wir, nachdem wir endlich den richtigen Zugang gefunden hatten, wir hatten schon beinahe Eintrittskarten für den Anglersteg gekauft, mitten in einer Hundeausstellung gelandet.
Da gab es dann kleine Hunde, grosse Hunde und vor allem schöne Hunde. Cimg6220_smallUnd damit mit der Schönheit auch alles in Ordnung war, gab es mobile Frisier- und Kosmetikstaende, in denen den armen Vierbeinern der letzte Schliff verpasst wurde. Ganz schön skurril, allerdings waren die Outfits einiger Herrchen und Frauchen nicht minder schräg, wie die ihrer Hunde.

Cimg6265_smallDann kamen wir aber endlich am Strand an. Hm, das japanische Strandleben scheint doch etwas anders zu funktionieren als das deutsche... Trotz wunderbar warmen und sonnigen Wetters war der gut 100m breite und super saubere Sandstrand nicht von in der Sonne schmorenden Strandschönheiten bevölkert, sondern von mit langen Hosen, langärmligen Oberteilen und  Mützen bekleideten Männern, Frauen und Kindern, die entweder einfach herumsaßen oder wie wir den Strand entlang spazierten. Cimg6285_smallEin paar Surfer gab es auch noch und dann gab es noch viele Leute, die mit Hacken, Harken und Schaufeln bewaffnet, den Sand auf der Suche nach Muscheln durchsuchten. Cimg6237_smallWohlgemerkt nicht nach Muschelschalen, sondern eben nach noch gefüllten Muscheln zum Essen. Wir beschränkten uns allerdings aufs Sammeln von Muschelschalen, wobei Gunda geradezu in einen Muschelschalen-Sammel-Rausch verfiel und sich dafür den Rest des Tages mit einer schweren Tüte voller Muschelschalen rumplagte.Cimg6299_small

Gegessen haben wir dann in einem typisch japanischen Bad, in denen es eben nicht nur heiße Quellen und Bäder gibt, sondern eben auch Restaurants, kleine Shops, Spielautomaten, Massage und andere Erholungseinrichtungen. In Tsukuba waren wir schonmal, dort allerdings wirklich zum Baden, in solch einer rundumsorglos Freizeiteinrichtung. Diesmal haben wir nur was gegessen, allerdings nichts von den leckeren Spezialitäten wie frisch gegrillten Fischköpfen, sondern ich ganz profanes Tempura und Gunda ganz frisches Sushi. Gegessen wurde natürlich an den typischen niedrigen japanischen Tischen und gesessen hat man auf Tatamimatten. Allerdings hatten die Leute angesichts meiner von Meerwasser durchnäßten Hose etwas Sorgen um die Tatami und haben mir erstmal ein Handtuch untergelegt. Ansonsten haben wir uns aber recht wenig daneben benommen, unsere Sandalen haben wir brav am Eingang in ein Schliessfach gepackt und uns ganz unauffällig benommen. Cimg6305_smallDass wir trotzdem für etwas Aufregung sorgten, liess sich nicht vermeiden. Oarai wird wohl in keinem Reiseführer erwähnt und wir dürften daher die Ausländerquote für den Monat Mai locker überfüllt haben... Jedenfalls wurden wir erstmal ausgefragt von den Damen vom Personal. Erst auf Japanisch, dann fand sich eine, die gut Englisch konnte und erstmal genau fragte, wo wir herkommen, was wir in Japan machen usw. Am meisten gestaunt hatte sie, als ich ihr sagte, dass wir den weiten Weg, es sind bestimmt 2km vom Bahnhof zum Strand, zu Fuß zurückgelegt hatten. Wohl unfaßbar für die Auto liebenden Japaner, die mit ihren Wagen teilweise bis auf den Strand gefahren sind. Ach, sowas ist immer wieder lustig, wir wundern uns über die Japaner und die sich über uns...

Der Ausflug war jedenfalls ein voller Erfolg, nicht nur was die Muschelausbeute angeht, sondern auch sonst. Wenn es noch etwas wärmer ist, kommen wir bestimmt nochmal mit Badesachen wieder, um uns ganz unjapanisch in der Sonne aalen.

05. März 05

Endlich Schnee!

von Thomas

Nachdem es gestern so heftig geschneit hatte, sind wir heute kurz entschlossen zu einem Ausflug aufgebrochen. Nach Fukuroda, das ist etwa 100 km nördlich von Arakawaoki und in gut 2 Stunden mit der Bahn zu erreichen. Wir waren dort zwar schon mal und haben uns dort Japans größten Wasserfall angeschaut, aber da es dort recht schön war und wir die Hoffnung hatten, dort Schnee zu finden, haben wir uns entschieden ein zweites Mal dort hin zu fahren. Und unsere Hoffnung wurde nicht betrogen, es gab dort noch reichlich Schnee!

Cimg3989_small Wir sind vom Bahnhof wieder in das Tal, in dem sich auch der Wasserfall befindet, gelaufen, dann jedoch abgebogen und die waldigen Hügel raufgelaufen. Da die Sonne schien und es Tauwetter gab, war der Waldspaziergang sehr lustig. Immer wieder vielen kleinere und größere Schneeklumpen von den Zweigen und trafen uns entweder auf dem Kopf oder verfehlten uns nur um Haaresbreite :)

Cimg4017_smallViel los war nicht und wir hatten den Wald fast ganz für uns alleine, der Schnee war noch unberührt, außer ein paar Tierspuren gab es nur unsere Abdrücke im manchmal mehr als knoecheltiefen Schnee...Cimg3987_small

Zum laufen wäre das jedoch ideal gewesen (hier fiel uns wieder die Erzählung von Roland ein, den ein erstaunter japanischer Reiseinformationsmensch gefragt hatte: 'Can you walk on snow?'), hätten nicht die Japaner die Angewohnheit, die besonders steilen Stellen des Weges zu betonieren! Schnee auf Beton... eine super Rutschbahn!

Cimg4019_smallAber letztlich ging es doch, wir haben uns Zeit gelassen und sind dann schließlich oben auf einem der Hügel angekommen, auf dem sich ein kleiner Schrein befindet, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick auf das Tal hat. Die tief verschneite Anlage lud natürlich zum Bilder machen geradezu ein und wir haben diesem Hobby wieder ausgiebig gefrönt ;) Cimg4005_small

Der Abstieg ins Tal war dann mit ähnlichen Schwierigkeiten versehen, wie der Aufstieg, aber es ging und wir sind heil unten angekommen. Zum Wasserfall sind wir allerdings  nicht mehr gelaufen. Angeblich soll er ja im Winter zufrieren, aber angesichts der Geräusche, die wir hörten, war er das jetzt offensichtlich nicht und da Gunda wegen ihre noch nicht ganz verheilten Erkältung auch etwas geschafft war, sind wir dann wieder Richtung Bahnhof gelaufen.

Cimg4043_smallJedoch nicht ohne vorher noch was zu Essen. Die Spezialität von Fukuroda sind die Fische, die man wohl in den Flüssen im Tal fängt und die man aufgespießt und über Holzkohle gegrillt, an vielen kleinen Buden dort kaufen kann. Da ich jedoch Fische mit Kopf und Flossen und allem was sonst noch so in einem Fisch drin ist,Cimg4042_small nicht unbedingt mag, hat nur Gunda sich diese Spezialität geholt, während ich mir ein paar gegrillte Reisbällchen gekauft habe. Die sind zwar etwas zäh, jedoch gegrillt und mit Teriakisoße bestrichen, schmecken sie gar nicht so schlecht.

Am Bahnhof angekommen, mussten wir dann noch eine Stunde warten, bis der Zug endlich kam und saßen währenddessen in dem etwas zugigen Warteraum. Das Bild der Landschaft draußen hatte sich während des Tages sehr verändert, während am Morgen alles noch mit Schnee bedeckt war, war dieser inzwischen fast ganz geschmolzen... Mal wieder Glück gehabt ;)

30. Januar 05

Buddhas und Pfannkuchen

von Thomas

Heute sind wir mal mit dem Rad losgefahren. Von hohen Gebäuden oder Brücken in Arakawaoki kann man in der Ferne eine riesige Buddha-Statue sehen. Das ist der Ushiku-Daibutsu. Vor allem Gunda wollte sich die Figur immer schon mal ansehen und da das Wetter gut ist radelten wir los. Laut Karte müsste der Daibutsu gut 10 km weit weg sein, also kein Problem. Als wir uns langsam dem Ziel nähern, kann man die Figur endlich sehen: Es ist einfach nur gewaltig! Ein riesige Steinstatue, die alles in der flachen Landschaft überragt, Felder, Bäume, Häuser, Fabriken, nichts ist auch nur annähernd so hoch.

Schließlich kommen wir an. Das Gelände ist ein riesiger Friedhof und wir müssen noch eine ganze Weile radeln, bis wir den Eingang endlich finden. Dort gibt es ein paar Buden mit Fressalien und Andenken sowie eine Info-Tafel: 120m ist die gesamte Anlage hoch, der Sockel 20m , die Figur alleine 100m (Das ist mehr als doppelt so hoch wie die Freiheitsstatue mit ihren 40m...).

Ein Problem gibt es jedoch: Wir sind zu spät, man kommt nicht mehr rein. Etwas enttäuscht sind wir schon, sind aber selber schuld, wären wir halt eher losgefahren... Aber so haben wir wenigstens einen Grund, wieder hierher zu fahren. Es lohnt sich!

Zurück fahren wir einen etwas anderen Weg und kommen so kurz vor Arakawaoki an einem Okonomiyaki-Lokal vorbei. Da wir Hunger haben, gehen wir ganz mutig rein... Das Lokal ist ganz nett, es ist jedoch nicht viel los. Eine Frau gibt uns eine Karte, alles Japanisch. Na ja, vielleicht geht es auch so. Da kommt auch schon ein Mann und fragt was wir wollen. Ich sage "Okonomiyaki" und er versteht :) Was Schweinefleisch, Käse und Mayonnaise auf Englisch heißt, weiß er zum Glück und hinter uns hängt ein Poster, mit dem Gewünschten darauf und zur Bestätigung zeigen wir nochmal darauf.

Nach ein paar Minuten kommt die Frau nochmal und bittet uns mit Richtung Küche zu kommen. Dort gibt es eine kleine Bar und dahinter die große Ofenplatte. Das ist toll, so können wir gleich sehen, wie unsere Okonomiyaki gemacht wird.

Ach so, was ist das eigentlich: Nun so eine Art japanischer Omelette. Etwas Teig wird dünn auf der Ofenplatte verstrichen, darauf kommt viel geraspelter Weißkohl und dann noch ein paar Bohnenkeime und noch was, von dem ich gar nicht wissen will, was es ist. Dann noch unsere gewünschten Schweinfleischstreifen und ein paar Gewürze. Oben drauf wieder etwas Teig. Das Ganze wird dann immer wieder gewendet (Wir erleben eine schöne Performance des Meisters) und dabei immer platter. Zum Schluss wird noch ein Ei zerschlagen und verstrichen, der Pfannkuchen kommt darauf. In denselben wurden vorher noch ein paar Nudeln gefüllt, dann noch etwas Soße oben drauf, ein paar Fischflocken und geraspelte Algen und das Okonomiyaki ist fertig zum Servieren. Schön stilecht in einer Gusspfanne auf einem Holzbrett.

Sehr lecker muss ich sagen, obwohl ich wegen der Algen etwas Bedenken hatte. Dazu gibt es noch eine Suppe und ein paar Schmankerl: Für Gunda etwas japanischen Kartoffelsalat, ein paar Fischkekse und zwei Mandarinen.

Alles in allem ein toller Event, mit viel Radebrechen in Japanisch und Englisch auf beiden Seiten und drei älteren Herren als begeisterten Zuschauern. Als wir gehen sind wir ganz begeistert. Hier kommen wir bestimmt wieder her!

17. Oktober 04

Wochenend-Ausflug, zweiter Versuch

von Gunda

SONNE!!! Kein Wölkchen am Himmel! Super!

Vielleicht doch ganz gut, daß wir am Tag davor nicht fahren konnten? Also ging’s diesmal pünktlich auf zum Berg, der schon morgens ganz laut nach uns rief.

Schon auf der Hinfahrt trafen wir ein deutsches Paar mit Baby im Bus. Natürlich belauscht man sich dann immer gegenseitig, ob die anderen nicht vielleicht wenigstens aus Europa sind. Verstohlene Seitenblicke, mehr erstmal nicht.

Daß dieser Berg ein echter Insider-Tip ist, haben wir nicht nur daran gemerkt, daß in unseren Reiseführern kein Sterbenswörtchen davon drin stand, sondern auch daran, daß wir (neben besagten Deutschen) fast die einzigen Ausländer auf dem Weg zum Gipfel waren.

Auf halber Höhe gab es einen Schrein und einen Tempel (s.Fotos) zu bewundern. Weil meine Wunderheilung immernoch nicht ganz abgeschlossen war, fuhren wir dann mit einer Kabinen-Bahn („Cable Car“) bis kurz vor den Gipfel, wo wir erstmal in einem sich langsam drehenden Aussichtsturm gegessen haben. (Nichts für schwache Mägen.) Dann machten wir uns frisch gestärkt an den Aufstieg zum „Female Tsukuba“. (Es gibt zwei Gipfel: „male“ und „female“.) Leider war der „Weg“ sehr geröll(l)astig und steil, weshalb ich kurz vor dem Gipfel lieber Drachenflieger beobachtet habe, während Thomas ganz oben war. (Da war dann wohl auch nochmal ein kleiner Schrein.) Was wirklich bemerkenswert war, war, daß auch oben die Dauer-Beschallung nicht ganz aufgehört hatte. Von einer der Seilbahn-Stationen drang Musik nach oben, wo man in aller Ruhe hätte die Aussicht genießen können.

Dann haben wir uns doch noch kurz mit den Deutschen ausgetauscht, was man so macht und wie lange man bleibt usw.

Anschließend ging’s mit dem „Cable Car“ nach unten und wieder zurück zum Gästehaus. Unterwegs haben wir (auf dem Berg) eine alte Dame getroffen, die uns auf Deutsch angesprochen und uns erzählt hat, daß sie 20 Jahre lang in Düsseldorf gelebt hat. („Ich liebe Deutschland.“)

Alles in allem ein sehr gelungener Tag. Vorallem, weil uns die Instituts-Katze auf dem Gelände noch netterweise bis nach Hause begleitet hat. (Wahrscheinlich hat sie hintenrum erfahren, daß ich mich neulich in den falschen Bus gesetzt und am nächsten Tag verlaufen habe.)

Nur das mit dem Wandern will noch nicht so recht…

11. Oktober 04

Tsuchiura

von Gunda

Montag war Feiertag, Tag des Sports. – Toll für Klumpfüße.

15°C, bedeckter Himmel, diesig. ( … )

Wir sind nach Tsuchiura zum zweitgrößten See Japans aufgebrochen, der nur eine Bahnstation von unserem zukünftigen Zuhause weg ist.

Ein Stück hinter der Bushaltestelle bin ich, mehr, um mein Gewissen zu beruhigen, nochmal den Weg langgelaufen, um nach Thomas Ring zu gucken und habe ihn tatsächlich gefunden! Waren wir froh!!! (Ob den in Deutschland wohl nicht einfach jemand mitgenommen hätte?)

Tsuchiura ist die nächste größere Stadt von hier aus. Wir sind also erst ein bischen durch die Stadt gebummelt und waren dann in einem Park am See, wo es auch eine Windmühle gab, im Frühling Tulpen angepflanzt werden und im übrigen alle anderen Anwesenden dem Feiertag mit ausgiebigen sportlichen Aktivitäten gerecht wurden.

Insgesamt ein recht beschaulicher Tag mit viel Natur (s.Fotos).

Interessante Entdeckungen: Ein Automat für Damenbinden auf der Herrentoilette, ein Pissoir auf der Damentoilette. (Damit meine ich nicht die japanischen Steh-Toiletten!)

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