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15. September 06

Matsuri: Live aus dem Warteraum

    Hallo Gunda und Thomas,

Liev von Misakubo-Fest

Misakubo-Fest hält von heute in acht Tagen ab, und wird die Straße so nach langer Zeit sehr zu lebhaft. Dann sind aus Misakubo stammend viele Leute wegen des Fest nach Haus zurückgekehrt. Ich will das tun, daß ein Fest durch Live-Kamera überträgt. Das ist nämlich so, Die Kamera errichten vorm Hausflur, weil ich bei der Straße wohne, und richten die Kamera dann immer auf das Haus gegenüber gern. hier ist ein Wartesaa von Fest! So.. ich dürfe dann vielleicht ab und zu das Bier oder Sake im Wartesaa trinken. Sie werden dann mich auf dem Monitor ansehen, naja...

【Tagesordnungen】Japanisches Datum (16. Sept ~ 17. Sept zwei Tage lang)
Maskenzug-Fest ist von 9 Uhr bis 15 Uhr.
Festwagen(YATAI) ist von 17 Uhr bis 21 Uhr.

Live-Kamera von Fest : http://japaner.jpn.ph:8090/
Information von Fest : http://japaner.jpn.ph/bunka/matsuri/matsuri02_d.html

12. August 06

Alles nur Spaß!

von Gunda

Weil meine Schülerin ihren letzten Unterricht vor Deutschland abgesagt hat, habe ich Thomas bei seinem Ausflug nach Tokyo begleitet.

Erst sind wir in ein Gewitter, dann in Harajuku in die "Tokyo Lesbian & Gay Parade" geraten. Letzteres mutete etwas eigenartig an. Ich hatte weniger das Gefühl, daß es um eine "Botschaft" ging, als viel mehr den Eindruck, daß es um Spaß und Ausgeflipptsein ging. Hobby-Transvestiten, Aufgedonnerte und Verkleidete aller Art mischten sich fröhlich mit händchenhaltenden hetero-Paaren. Die meisten Homosexuellen verstecken sich hier doch noch eher. (Tokyo bildet da wohl noch eine Nische.)

Im Moment sind wir auf dem angeblich drittgrößten Matsuri der Edo-Zeit und wohnen einer Vorführung eines Kampfsports bei, der eine Mischung aus Judo und Karate ist. (Ich gebe zu, daß ich den Namen schonwieder vergessen habe.) Ansonsten ist hier am Schrein aber total tote Hose. Vielleicht liegt's am Wetter mit eingebauter Regenwahrscheinlichkeit... Au! Und hier

(Video kommt noch)

kann man sehen, wie einer dem anderen aus Versehen die Nase blutig gehauen hat. Danach wurde dieser Kampf abgebrochen und die Bühne gewischt. Dann ging's (mit anderen Leuten) weiter.

(Nachtrag:)

Spontan sind wir noch über Nacht in Tokyo geblieben und haben diesmal in einem etwas billigeren Love Hotel geschlafen. Was haben wir daraus gelernt? - 2000-3000 Yen mehr auszugeben kann sich durchaus lohnen. Sauberkeit und Design (kitschiges Jugendstil-Imitat mit nachgemachter Urwald-Szenerie, wobei die Fototapete auch schon weniger gelbe Tage gesehen hat) waren nicht so ganz das, was wir nach dem Besuch der teureren Varianten erwartet hatten. Nach einem Frühstück im Café ging es zurück nach Hause. Wir bekommen Besuch.

05. August 06

Ami Matsuri

von Thomas

Erst waren Gunda und ich heute in Tsukuba.  Dort haben wir  eines  meiner Geburtstagsgeschenke, das ich von Gunda bekommen hatte, eingelöst: Eine japanische Massage! Das war ganz angenehm und entspannend :)

Und da wir es uns auch ansonsten gut gehen lassen wollte, habe wir uns noch jeweils einen grossen Eisbecher gegönnt... Gunda einen Schoko-Brownie-Parfait und ich eine Caramel-Pudding-Parfait! Hmm, oishii, wie man hier sagt ;)

Dann gings ab nach Hause und ich bin dann noch zum Matsuri nach Ami gefahren. Sozusagen unser Heimatmatsuri, schließlich wohnen wir ja in Ami, wenn auch am äußersten Ende und gefuehlsmaessig eher in Arakawaoki.
Leider war ich schon etwas spät dran und hab eigentlich nur noch den Schluss der Feier gesehen, es war aber doch sehr nett und viel größer als ich es erwartet hatte. Ein Wagen, 2 Mikoshis (tragbare Schreine) und noch ein paar Sachen zum rumtragen und dazu zig Dutzend Fressbuden und ein Haufen Leute. Die Stimmung war gut, die Leute eifrig bei der Sache, wie immer natürlich sehr lautstark. Insgesamt sehr schön und wenn wir nächstes Jahr noch hier wären, würde ich wieder hingehen :)

30. Juli 06

Flop und Feuerwerk

von Gunda

Irgendwann hatten wir eine Broschüre mit Anzeigen von Matsuris in Ibaraki im Briefkasten. Zum Glück mit Bildern. Heute war eins mit Pferden und eins mit Schreinen im Wasser. Weil wir die Städtenamen nicht zuordnen konnten, hab ich meinen Chef gefragt. Das mit den Pferden war in nem Kaff, das man nur per Auto erreichen konnte. Außerdem hätte es sein können, dass die Pferde nur einmal kurz durchtraben und fertig. Also haben wir uns für das "Shimodate Gion Matsuri" entschieden, bei dem Schreine in den Fluss getragen werden sollten. Auf dem Weg da hin hat es uns schon gewundert, dass die ganzen Leute in Matsuri-Klamotten sitzengeblieben sind, als wir in Shimodate ausgestiegen sind. Die Stadt war total ausgestorben, und nach einer halben Stunde Recherche, in der trotz entsprechender Plakate am Bahnhof keiner was von einem Fest zu wissen schien, haben wir mit etwas Hilfe rausgefunden, dass die Aktion im Fluss schon um 10h morgens vorbei war. Die Verkäuferin im Convinience-Store hatte gedacht, wir wollten nach Oyama zum Feuerwerk. Also da sind alle hingefahren! Da haben wir noch eine halbe Stunde Fahrzeit drangehängt und sind in die Stadt gefahren, in der ich zweimal zwei Wochen an Grundschulen Englisch unterrichtet hatte. Ich habe nicht gedacht, dass ich da nochmal hinkomme. Ich habe Oyama als wenig belebt kennengelernt. Heute schieben sich Menschenmassen von tokyoter Ausmassen die Hauptstrasse zum Fluss entlang, und Thomas macht sich die ganze Zeit über meine Berichte von damals lustig. Im Moment sitzen wir 5 Minuten von meiner damaligen Unterkunft entfernt am Fluss. Jetzt geht das Feuerwerk los, und die obligatorischen "Sugoi!" ("Toll!")-Rufe fehlen auch nicht. Irgendwie machen die Japaner einfach bessere "Feuerblumen"... SUGOI!!!

29. Juli 06

Hanabi Taikai

 

von Thomas

"Taikai" meint soviel wie "großes Treffen" und besser könnte man das Feuerwerk (="Hanabi", wörtl. "Feuerblumen") in Asakusa, bei dem ich heute war, auch nicht beschreiben...

Ich weiß nicht, wieviele zehntausend oder hundertausend Menschen dort waren, aber es waren definitiv zuviele. Damit aber wenigsten jeder einmal eine kleine Chance bekam, etwas zu sehen, wurde das gesamte Gebiet an beiden Ufern des Sumida Flusses, incl. Bruecken zunaechst abgesperrt und dann nur kontrlliert wieder freigegeben, wobei die Leute staendig ermahnt wurden, nicht stehenzubleiben. Natürlich liess sich das nicht ganz vermeiden und die Strassenraender, Wiesen und Mauern waren voll mit Menschen, die keine Anstallten machten, weiter zu gehen. Ich irgendwann auch nicht, nachdem ich endlich einen Stehplatz mit guter Aussicht gefunden hatte. Zwar wurde ich alle paar Minuten von Polizisten ermahnt weiterzugehen, aber da auch sonst niemand dem folge leistete und ich ploetzlich gar kein Japanisch mehr verstand, bin ich dann bis zum Ende dort geblieben :)

100%  optimal war der Platz natuerlich nicht. Keine Chance, ein Stativ aufzustellen, immer wieder Leute, die einen angestossen haben. Aber besser als nichts...

Bevor das Feuerwerk schliesslich los ging, hatte ich mir den ganzen Trouble drumherum angeschaut. Als ich in Asakusa angekommen war, wurde ich erstmal von 2 Polizisten, einer konnte sehr gut Englisch, aufgeklaert, was genau los war, wo, wann, warum abgesperrt wurde und was ich machen sollte. Das war schonmal gut, denn das was ich vorfand, hatte ich nicht erwartet. Das es voll werden wuerde war klar, aber so voll... Und dann die Absperrungen und die viele Polizei. Es kann unmoeglich einen tokyoter Polizisten gegeben haben, der um diese Zeit nicht hier in Asakusa war... Selbst an kleinen Nebenstrassen und Gassen standen meist 3-4 Polizisten, um die Absperrung zu ueberwachen...

Interessant fand ich es, wie renitent vor allem die aelteren Japaner gegenueber der Polize waren. Ich hatte mich auch eine der grossen Bruecken verzogen, weil ich hoffte, dort irgenwie bleiben zu koennen. Ging aber nicht, in mehrern Durchlaeufen wurde der zugaengliche Bereich immer mehr reduziert und schliesslich musste ich als einer der letzten auch die Bruecke  raeumen.  Manch aeltere Japaner war da ziemlich hartnaeckig. Die haben sich oft einfach hingesetzt und die Polizisten reden lassen. Und da diese sehr zureuckhaltend sind, waren sie oft kurz vorm verzweifeln. Ein aeltere Mann hat so gut eine halbe Stunde ausgehalten und etwas 10 Polizisten dabei 'verschliessen'...

Als dann alles dicht war, gings auch schon mit dem Feuerwerk los und als es vorbei war, brach dann das Chaos an den Eingaengen zu den U-Bahnstationen aus... Schliesslich wurde der Zugang reguliert und die Leute nur grueppchenweise reingelassen. Aber das funktionierte dann auch. Japaner sind halt letztlich doch folgsam und vorallem immer ruhig und gelassen. Den ganzen Abend habe ich niemanden ausrasten sehen, keine Anzeichen eines Tumultes. Es war einfach nur ein ausgelassen, froehliches Happening :)


23. Juli 06

Tsuchiura Matsuri

 

von Thomas

Erst haben wir uns beim Sport ein bischen fit gemacht, dann bin ich noch in unsere Nachbarstadt Tsuchiura zum Matsuri gefahren. Das ganze ist natürlich eine Ecke größer als bei uns in Arakawaoki, aber vom Prinzip her ähnlich. Mit viel Musik, Geschrei, Tanz und überschäumend guter Laune (da vergeht einem wirklich jedes Vorurteil über reservierte und ruhige Japaner) werden die Matsuri-Wagen mit den kostümierten Tänzern darauf kreuz und quer durch die Stadt gezogen. Und dabei macht jeder mit, ob jung oder alt. Einige hundert Leute ziehen bzw. marschieren neben den Wagen her.

Am späteren Abend trafen sich dann die insgesamt 4 Wagen auf einem zentralen Platz  und dann konnte nochmal jede Gruppe (die jeweils einen bestimmten Teil der Stadt repräsentieren), zeigen, dass sie die beste Matsuri-Performance abliefern können. Da gab es dann viel Rauch und Lichteffekte und dazu tanzende Heldenfiguren, Götter, Tiere und einen grossen Drachen, dazu irre laute Musik und ohrenbetäubendes Trillerpfeifenkonzert. Und ich mittendrin mit meiner Kamera...

Das war wirklich nett, rund um mich herum die ganzen Leute in der typischen Matsuri-Kleidung und dann noch weiter aussen, wie in einer kleinen Wagenburg, die Matsuri-Wagen jeweils mit einer kleinen improvisierten Bühne für die Tanznummern davor.

Tja, da wusste man gar nicht, was man zuerst photographieren sollte. Vor allem da jeder, der mich mit meiner Kamera sah, aufforderte ein Photo zu machen. Und wen die Leute drumherum das mitbekamen, wollten die natürlich auch noch mit drauf... Wie das dann aussah, sieht man ja auf dem Photo oben...

Dann war der Trubel aber doch irgendwann vorbei und die Wagen zogen ab in ihre Heimatviertel, natürlich wieder mit viel Tamtam...

War ein schönes Erlebnis und sicher nicht der letzte Matsuri-Besuch in Japan :)

09. Juli 06

Narita Gion Matsuri

von GundaCimg3851_medium

Heute wurde für uns die Matsuri-Saison in Narita eröffnet. Wie schon im letzen Jahr um diese Zeit und den ganzen Sommer lang werden wir immerwieder von den großen Sommerfesten berichten, bei denen der Gott des Haupt-Tempels oder -Schreins in einer Sänfte durch die Stadt getragen wird, um seine Gemeinde zu sehen. Begleitet wird das Ganze von großen bunten Wagen mit Musikern und Tänzern. Diese Wagen werden per Hand an riesigen Tauen durch die Stadt gezogen. Unter Singen und lauten Rufen ("Wasshoi!") kann jeder ziehen, der zu einer Gruppe der Gemeinde gehört. Da sieht man kleine Kinder, alte Leute, "Bürohengste", Hausfrauen und ausgeflippte Teenies einträchtig in Matsuri-Kleidung für die gemeinsame Sache ziehen. Und alle sind mit voller Begeisterung bei der Sache.

Narita hat uns besonders gut gefallen, weil die Stadt schon etwas älter ist und durch die engen Gassen das Ganze noch imposanter, aber auch irgendwie familiärer wirkt.


03. Juni 06

Alle Jahre wieder: Party

von Gunda

Dsc_0734_medium_1Was unterscheidet eine von Deutschen ausgerichtete Geburtstagsparty von einer, die von Japanern ausgerichtet wird? - So ziemlich alles. Hier der Vergleich:

Deutschland:

- überhaupt Geburtstag wichtig nehmen
- Anfangszeit, offenes Ende
- zu Hause feiern
- jeder bringt was für's Buffet mit
- alles ganz zwanglos und inoffiziell

Dsc_0810_mediumJapan:
- Geburtstag ist traditionell eher nicht so wichtig.
- Genaue Zeiten für Anfang und Ende, woran sich alle halten (meistens nicht mehr als vier Stunden)
- im Restaurant feiern
- Der Gastgeber beschafft alles zur Bewirtung selbst (was ja im Restaurant nicht so schwierig ist).
- Regeln müssen schon eingehalten werden. Z.B., daß man Süßigkeiten und / oder Blumen für den Gastgeber mitbringt. Und schick machen sollte man sich auch.

Dsc_0894_medium Kurz gesagt: Für die Japaner unter unseren Freunden und Bekannten, die wenig bis keinen Kontakt zu Ausländern hatten oder haben war unsere Geburtstagsfeier ein Erlebnis der besonderen Art. Etwas angepaßt hatten wir uns schon im letzten Jahr und für Essen und Getränke komplett selbst gesorgt. Alles andere haben wir dann aber gehandhabt, wie wir es kannten. Dsc_0837_mediumDank der etwas größeren Menge an Gästen im Vergleich zum letzten Jahr gab es auch mehr beherzte Leute, die sich einfach am Buffet bedient haben, sodaß die anderen das nachmachen konnten. (Letztes Jahr mußten wir eher "kellnern".)

Nach und nach kamen mehr Leute, die sich irgendwann zu kleinen Grüppchen formierten und viel Spaß hatten. Da wurde Japanisch (gern auch mit schweizer Akzent), Englisch, Deutsch und Mandarin gesprochen, alles durcheinander, und trotzdem haben sich alle prima verstanden. Dsc_0997_mediumZwischendurch hatte mich meine Schwester zum Gratulieren angerufen. Und als ich da so auf dem Balkon stand und die fröhlichen Stimmen zu mir nach draußen drangen, war ich richtig glücklich, daß wir in unserer Zeit hier so viele nette Leute kennengelernt haben. Meine Schwester wiederum schien sich genau das kaum vorstellen zu können. Eigentlich komisch...

Neu für uns war auch, im Gegensatz zu letztem Jahr, daß wir plötzlich so viele Kinder in der Wohnung hatten. Aber nachdem wir unsere empfindlichen Sofakissen im Schlafzimmer verschwinden lassen und durch die knallgrüne Schlange von IKEA ersetzt hatten, war auch das Beschäftigungsproblem erstmal gelöst. Eigentlich bin ich ja Kinderentertainment wirklich gewohnt; aber die Spiele, die ich kenne hängen doch zu sehr an Sprache, als daß ich japanische Kinder hätte begeistern können.Dsc_0773_medium (Wenn ich mir mehr Mühe gegeben hätte, wäre es wohl gegangen; aber da waren noch so viele andere Gäste...) Irgendwann zauberte dann jemand Origami-Papier auf den Tisch, und dann war auch erstmal Ruhe. (Den Edding-Strich habe ich hinterher auch prima mit Ethanol vom Couchtisch wegbekommen...) Ein kleiner Schock muß es für Kousuke gewesen sein, in meiner Freundin Linda plötzlich seine Englischlehrerin auf unserer Party zu treffen...  ;-)

Dsc_0801_mediumWas die Geschenke angeht, so haben wir uns im letzten Jahr hinterher von Unmengen an Süßigkeiten überhäuft gesehen. Dieses Jahr war das anders: Wir haben eine gute Mischung aus Süßem und eher bleibenden Werten (Wenn man mal davon absieht, daß die Fettschicht am Bauch durchaus auch ein bleibender Wert sein kann...) bekommen.

Dsc_0818_medium Zum Abschluß hat Akapu für die verbleibenden vier Gäste noch Tee nach Art der Teezeremonie zubereitet. Für die vier nicht-Japaner war dies das erste Mal, auf diese Art Tee zu trinken und ein guter Abschluß für Lindas und Peters Japan-Aufenthalt. (Sie gehen Ende des Monats nach zwei Jahren Japan zurück nach Kanada.) Da haben wir dann noch ein gutes Stück Kulturarbeit geleistet und die anderen zusammen mit Akapu ein bischen über Philosophie und Hintergründe der Zeremonie aufgeklärt. (Peinlicherweise fragte dann wirklich jemand nach einer "Coffee Ceremony". War aber zum Glück wohl eher scherzhaft...)

Dsc_0820_medium Alles in allem war es eine gelungene Feier, und alle Eingeladenen, die ich seitdem getroffen (oder gemailt) habe, haben sich bisher begeistert darüber geäußert. Und das ist auch ein Stück unserer Kultur, die wir da weitergegeben haben: Internationale Geburtstagsfeiern zu Hause mit Buffet.

02. Juni 06

Pinky girls oder "Gunda hat Geburtstag"

von Thomas

_dsc0662_medium Heute war's dann auch bei Gunda soweit: Sie hat heute Geburtstag! Leider ist es für uns beide ein ganz normaler Arbeitstag und Gunda wahrscheinlich erst um 22 Uhr wieder zu hause. Aber da kann man leider nix machen. Aber wenigsten einen schönen Morgen mit tollen Geschenken sollte es geben :)

_dsc0673 Ein neues Portemonnaie hat Gunda sich schon lange kaufen wollen und da dachte ich mir,  das wäre doch eigentlich ein gutes Geschenk. Also hab ich sie mit Mueh und Not davon abgehalten, selber  eines zu kaufen. War gar nicht so einfach... ;)  Jetzt macht so ein Portemonnaie aber nicht wirklich viel her, selbst wenn man's schön einpackt, ist es nicht so der Bringer. Was also tun, um der Sache mehr Pepp zu geben? "Think pink!" dachte ich mir da, denn Japan ist pinky, und mit viel Pink erzeugt man das richtige Japan-Feeling :)

_dsc0677 Das Japaner auf pinky stehen, dass kann man kaum uebersehen (deutet sich ja schon bei der Nationalflagge an: Wenn man Rot und Weiß mischt, wird's eben rosa...). Es gibt nichts, was es nicht auch in Pink gibt. Und das nicht nur von "Hello Kitty" und Konsorten. Kleidung (auch für Männer), diverse Alltagsgegenstaende, Spielzeug, Bürobedarf, Wäsche, alles, wirklich alles gibt es hier auch in Pink. Sogar eine Frauenzeitschrift namens "Pinky"... Und auch die Natur spielt dieses Spiel ja mit: Wenn in Spaetwinter die Pflaumen anfangen zu bluehen, dann leuchtet es rot-rosa über reinem Pink bis hin zu einem Weiß mit noch einem leichten Anflug von  Rosa.  Das gleiche Spiel, nur noch viel prächtiger, wiederholt sich dann im Frühling, wenn Sakura, die Kirsche erblüht. Und jetzt, kurz vor Sommeranfang, tauchen die Azaleen Sträucher und -hecken mit ihrem Bluetenmeer das Land in einen Regenbogen verschiedenster Pinkfarbtoene. Bei solchen Rahmenbedingungen, ist es ja kein Wunder, dass die Menschen da mitspielen.

_dsc0705_bearbeitet Und ich hab jetzt also auch mitgespielt. Ein Taschentuch von "Pinky Girls" als Geschenkpapier und dazu rosa Söckchen, Nagellack, Süßigkeiten, ein Stift und Notizblock, ein Radiergummi, pinky Glitzeranstecker fürs Handy und ein Kettchen fürs Fußgelenk sowie ein rosa Stoffschweinchen und einen pinky Alarmgeber, falls man mal überfallen wird und obendrauf noch ein rosa Plastikportemonnaie von "Hello Kitty"... Es hätte noch viel mehr gegeben, aber das reichte schon, um einen völlig verdatterten Gesichtsausdruck bei meiner armen Gunda auszulösen :)

Aber nach dem Farbschock, gab's dann ja doch noch das Wunschgeschenk und da war die Welt wieder mehr als in Ordnung... Nicht wahr, meine Allerliebste ;)

20. Mai 06

Happy Birthday, Liebster!

von GundaCimg3548_medium

Thomas hat Geburtstag!!!

Morgens gings schon richtig mit Ausschlafen und Bescherung los. (Irgendwie scheinen alle Leute -inklusive ich- gedacht zu haben, daß Thomas T-shirts braucht. Jedenfalls muß er sich diesen Sommer keine Gedanken mehr um Klamotten machen...)

Dann haben wir uns auf den Weg ins LaQua Spa in Tokyo gemacht. Entspannung auf mehreren Etagen. Alles hoch modern. Man bekommt am Eingang ein Armband mit Chip, der sowohl als Schlüssel für's Schließfach als auch als Zahlungsspeicher in gesamten Bereich gilt. Ein Eis kaufen? - Einfach das Armband an die Kasse halten und zum Schluß mitbezahlen. Man bekommt auch für den Aufenthalt einen bequemen Anzug und Handtücher. Die Frauen konnten unter drei verschiedenen Oberteilen wählen, die Männer nicht.

Cimg3549_mediumDa Tokyo doch ziemlich laut und wuselig sein kann, steht gerade dort Entspannung hoch im Kurs. Wir haben uns auch prima entspannt. Nur ein paar Sachen fanden wir doch ziemlich, sagen wir "gewöhnungsbedürftig":

Daß in einem Land, in dem geschlechtergemischte Onsen mit der Lupe zu suchen sind, die Paare oft getrennte Schlafzimmer haben, man nicht nackt in der Wohnung rumläuft und in die gemischte Sauna mit Badeanzug geht, also, daß in so einem Land in einem Spa eine gemischte Abteilung (mit Zuzahlung) existiert ist ja schon ziemlich progressiv. Aber: Ausziehen tut sich da keiner. Ausschließlich junge Leute halten da verschmitzt kichernd Händchen oder kuscheln sich in der Ruhezone aneinander. Da merkt man, daß das für japanische Paare schon was Besonderes ist, so halb in der Öffentlichkeit Körperkontakt zueinander aufzunehmen. In der Sauna sitzt dann aber alles in besagten Anzügen da. Und die zwei Pools sind nur zur Deko da, bzw. werden benutzt, wenn "Frauenzeit" ist. - Dann sind die Frauen unter sich.

Der Rest des Bades ist dann geschlechtergetrennt (bis auf den Ruhebereich), wobei auch dort die Leute mit einem kleinen Handtuch möglichst viel zu verdecken versuchen. Und: Liebe Finnen, ich sage es ungern, aber was die Japaner manchmal aus Eurer Sauna machen, bricht mir das Herz: Ein großer Flachbildschirm mit irgendeiner Live-Spielshow, der Ton richtig gut aufgedreht, damit man auch in den oberen Rängen was mitbekommt. - Ich bin eine Minute dringeblieben und dann geflohen...

Toll war das Außenbad (auch getrennt), für das aus ziemlicher Tiefe bräunliches heilendes Wasser (angeblich gegen Rücken- und Gelenkschmerzen), vom Vulkan beheizt,  auf das Hochhaus gepumpt wurde.

Man konnte auch noch alle möglichen Anwendungen buchen. Massagen aller Art, Aromabehandlungen, Körperpeeling, es gab einen Friseur (mit Maniküre-Abteilung), mehrere Kosmetiklädchen, einen Unterwäschestand für Frauen, und man konnte sich in der Frauenumkleidekabine mit dort kostenlos zur Verfügung gestellten Kosmetika schminken, die Nägel lackieren usw. Überhaupt standen überall Cremes und alles mögliche andere zur freien Benutzung rum. Da blieben keine Wünsche offen. Essen und Trinken Cimg3577_mediumkonnte man drinnen auch kaufen (natürlich etwas teurer als draußen), und es gab sogar zwei Restaurants.

Wir sind bis 21h geblieben und haben uns dann auf die Suche nach einem Love Hotel begeben. Leider haben wir wieder nichts sonderlich Originelles gefunden und waren dann auch schon zu müde, um noch weiter zu suchen. Während der Suche bildeten sich immer automatisch kleine Grüppchen, die von Hotel zu Hotel zogen. Wir trafen also immer mal wieder die gleichen Paare, was dann auch für LacherCimg3569_medium sorgte. Das Hotel, in dem man verschiedene Uniformen mieten konnte, haben wir nicht genommen. - Das "Zero" wirkte etwas langweilig, aber o.k. Auf dem Zimmer gab es auch eine Menge Cremes usw. und einen Automaten, in dem man folgende Dinge kaufen konnte: Kondome, Damenunterhosen, Vibratoren (mit Batterien), eine Damenstrumpfhose und einen Mundschutz. - Illustre Mischung...

März 2007

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