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06. Dezember 06

Noch mehr da

von Gunda

Telefonmenschen, Anmeldungen, schlampige Handwerker... Erst jetzt merken wir in voller Bandbreite, wie viel schwerer und umständlicher das Leben in Deutschland ist... Und wie viel weniger als in Japan Dinge sofort und mit Service so funktionieren, wie sie sollten...

Jetzt sind auch unsere Sachen aus Berlin da. Zeit, einen neuen deutschen Haushalt einzurichten. Meine aktuellste Rundmail dazu:

"Liebe Freunde!

Es ist geschafft! Wir wohnen in der neuen Wohnung!
Im Moment ist alles noch sehr provisorisch, und es gibt mehr Kisten als Möbel; aber wir fühlen uns ein großes Stück mehr "angekommen" in Bonn.
Und dies ist unser erster Tag mit Internet zu Hause!

Hier die Details:

Vergangenen Donnerstag sind wir von der möblierten Wohnung in die neue, noch leere Wohnung gezogen. Dabei hat uns der Vermieter der möblierten Wohnung geholfen. Wir haben sein Auto bis zum Rand gefüllt ("Das wird aber ein enges Höschen."), und er ist damit (und mit Thomas) nach Bonn gefahren.

Dann haben wir in den Japan-Kisten nach der Luftmatratze, Decken und Kissen gesucht. (Dank Zollerklärung war das fast einfach.) Die Pumpe fiel nach und nach aus, sodaß Thomas die ganze doppelte Luftmatratze mit dem Mund aufgepustet hat.
Freitag kamen dann erstmal noch alle möglichen Handwerker. Anschließend sind wir nach Berlin gefahren, wo wir mitten in der Nacht ankamen.

Samstag haben wir das Zimmer in Rudow ausgeräumt, in dem alle unsere Sachen die letzten zwei Jahre gelagert waren. Da wir erst davon ausgegangen waren, wieder nach Berlin zurückzugehen, waren die Sachen mehr schlecht als recht auf einen Transport vorbereitet. Ortrun und meine Eltern haben uns tatkräftig unterstützt. Zum Schluß hat Philine, bei der meine Wellensittiche in den letzten zwei Jahren waren, die Vögel noch netterweise vorbeigebracht. Ein paar Kleinigkeiten mußten wir in Berlin lassen, weil der LKW voll war.
Dann ging es los. Thomas fuhr mit dem Zug, meine Eltern und ich im LKW. Den hatten wir gnadenlos zu schwer gemacht, sodaß er laut Aussage meines Vaters "wie ein nasser Schwamm" zu fahren war. Mit einem LKW darf man nur 80 km/std fahren, was aber kein anderer LKW-Fahrer tun wollte. Deshalb gab es ein ständiges Gedränge und Geschiebe, was unsere Sicherheit nicht gerade erhöhte. Gegen Ende haben meine Mutter und ich meinen Vater durch Fragen zu unserer Familiengeschichte wachhalten müssen. Und dann fing es auch noch an zu regnen... Aber da kam auch schon Bonn und damit das Parkplatzproblem. Mein Vater fand dann einen Platz ziemlich weit weg von unserer Wohnung. Um 3h waren wir im Bett. Dabei wollten wir Sonntag früh gleich mit dem Ausräumen anfangen, weil der LKW Montag um 8h abgegeben werden mußte.

Sonntag haben wir also ausgeladen. (Ich bin gleich am Morgen mit Migräne und ersten Anzeichen einer Erkältung aufgewacht...) Zweiter Stock Altbau, kein Fahrstuhl. Juchhu!
Mein Vater hielt erst in der Einfahrt neben unserem Haus und fuhr später einmal um den Block auf einen "richtigen" Parkplatz vor unserer Tür. Bei dieser Aktion kippte ein Reagal im LKW um, und ein Bein brach ab.
Die Wohnungstür wurde ausgehängt, und etwas schleppend ging es los. Dann tauchte plötzlich ein Mann auf der Straße auf, der uns anbot, uns für ein Päckchen Tabak zu helfen. Da er sehr schnell und kräftig war, nahmen wir das Angebot gerne an. Im Prinzip gibt es bei uns eigentlich kaum was zu klauen; aber ein bischen aufgepaßt haben wir dann schon... Plötzlich ging alles viel schneller. (Auch, wenn die Türrahmen jetzt so einige Macken haben...) Später hat uns noch der Nachbar von einer Etage tiefer geholfen, der sich noch lebhaft daran erinnern konnte, wie das bei ihm und seiner Freundin vor einem Jahr war. (Die kannten auch niemanden in Bonn, der hätte helfen können.)
Dem Herren von der Straße, der sich als Junky auf Entzug rausstellte (Etwas Ähnliches hatte ich mir schon gedacht.), mußten wir dann doch Geld geben. Daraufhin kam er später nochmal wieder und meinte, das sei zu viel Geld gewesen; da müßte er noch mehr helfen. Darüber waren wir natürlich nicht böse...
Meine Eltern sind dann längst nach Einbruch der Dunkelheit wieder zurück nach Berlin gefahren und waren um 5.30h zu Hause. Gerade richtig, um den LKW abzugeben... Sie haben uns aber schon vorher gesagt, das sei nun wirklich der letzte Umzug gewesen, bei dem sie geholfen hätten. (Man wird halt auch nicht jünger... ;-) )

Tja, und jetzt sitzen wir hier inmitten von Kisten. Unser Problem ist, daß wir noch kaum Möbel haben, in die wir die Sachen aus den Kisten füllen könnten. Die müßten erst noch aufgebaut werden. Dafür aber braucht man Platz, den wir nicht haben, weil alles voller Kisten steht... Deshalb habe ich die letzten Tage damit verbracht, erstmal besser zu stapeln. (Ich eigne mich wohl ganz gut als Hochstaplerin...)
Ach ja, und dann würden wir ja liebend gerne vom Gästebett auf unser Bett umziehen. Beim Auseinanderbauen habe ich auch schön alle Schrauben usw. in einer Dose gesammelt und beschriftet. Die Dose habe ich beim Einräumen immer extra gehalten. Und plötzlich war sie weg. Da hatte sie einer unserer netten Helfer einfach in irgendeiner Kiste verschwinden lassen, und wir wissen nicht, in welcher...

Alles in allem macht sich hier bei uns neben dem Muskelkater und anderen Blessuren (Thomas hat einen handgroßen blauen Fleck plus Schramme am Schienbein, weil er beim Einladen zwischen LKW und Rampe abgerutscht ist.) eine positive Stimmung breitgemacht, die ein bischen nach Aufbruch riecht. Einige Sachen sind schon da, wo sie hingehören, und das Bad ist schon fast fertig eingerichtet. Ab und zu kommen noch Handwerker oder Telefonmenschen vorbei; aber das ist jetzt eher das "Feintuning". ...und die Vögel waren direkt nach dem Transport total fit. Jetzt thronen sie auf einem Kistenberg und zwitschern vor sich hin. Beim Räumen mache ich mir jetzt Musik an, und so haben alle ihren Spaß.

Ab und zu entfliehen wir dem Ganzen, um uns etwas zum Essen zu holen, denn wir haben noch keine Küche (und keine Waschmachine). - Das kommt nächste Woche.

Samstag kommen Thomas' Eltern zum Gucken und für den Weihnachtsmarkt. Am Abend habe ich ein Konzert mit dem Chor der Münsterbasilika Bonn, der zwar musikalisch noch nicht mein Traumziel ist, aber für den Einstieg nach zwei Jahren Untätigkeit erstmal ganz schön ist.

Ach ja, und was sagen die anderen? Bisher fast immer, daß die Wohnung toll ist, und im zweiten Atemzug, daß sie aber nicht darin wohnen wollen würden. Und plötzlich ist mir mal wieder klar geworden, was für ein Glück Thomas und ich haben, daß wir uns auch in verrückten Wohnungsdingen so einig sind...

(...) 

Wir freuen uns auf Besuch. Habt eine schöne Adventszeit und freut Euch Eurer gemütlichen Wohnungen!

Gunda"

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Kommentare

riksu

mannometer, da liest man mal ein paar wochen nicht euer blog mit *hüstel, okay, es waren wohl monate* und schon sind die schreiberlinge nach deutschland zurückgekehrt.
wir harren immer noch in finnland aus und träumen weiterhin von unserem urlaub nach japan :)
winterliche grüsse aus suomi,
riksu

Gunda

Tervetuloa ja onnelista uutta vuotta! (Oje! Ob ich mich da nach über 10 Jahren noch richtig dran erinnert habe?)
Tja, ne Fortsetzung gibt's zwar nicht; aber im Archiv unseres Blogs (rechts unten) gibt's ja noch jede Menge Lesestoff. Also: Nicht aufgeben! (Ganbatte!)

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