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« September 2006 | Start | November 2006 »

30. Oktober 06

Bilder an der Wand

 

von Thomas

Da gehen wir am Samstag endlich mal in das einzige japanische Restaurant in Bonn und dann passiert eine ganz kuriose und unglaubliche Geschichte:

Wir waren gerade richtig drinn, da viel mein Blick auf die Bilder an einer Wand. Oh, schöne Phtos aus Japan denke und dann dachte ich, ich traue meinen Augen nicht. Da hing doch ein Bild von mir!

Kann das sein? Eigentlich doch nicht, oder? Aber dann kommt es noch besser: Nicht nur ein Bild, sondern fast ein ganzes Dutzend meinen Bildern findet sich da an der Wand!

Gunda und ich waren völlig verdattert... Ich wusste dann auch gar nicht, ob ich mich mehr darüber wundern sollte, wie die Bilder dahin kamen oder mich drüber freuen sollte, dei Bilder zum erstenmal ausgedruckt, teilweise fast im DIN A3 Format, vor mir zu sehen und dann auch noch in so einem Kontext.

Der Kellner merkte dann auch, dass wir uns etwas seltsam benahmen und wir erklärtem ihm dann was los war. Er war dann auch etwas verwirrt und ging dann mal nachfragen, was denn sein Chef dazu sagte. Als er dann wiederkam, erfuhren wir erstmal, wie die Bilder dort hinkamen. Es wurde offensichtlich eine Dame beauftragt, die Wand in dem Restaurant mit Japan-Bildern zu dekorieren und die hat sich dann mangels eigener Bilder an den Rechner gemacht und im Internet gesucht. Da gibt es zwar viele Bilder, aber nur wenige frei zugänglich in hoher Auflösung. Darunter eben meine Bilder bei flickr. Und so hat sie dann einige heruntergeladen, gedruckt und nun hängen sie halt da an der Wand.

So ganz koscher ist die Sache natürlich nicht. Auch wenn die Bilder frei zugänglich sind, sind sie noch Copyright geschützt und dürfen nur zu privaten Zwecken benutzt werden. Jetzt verkaufen sie die Bilder natürlich nicht, aber sie werden nun auch nicht gerade privat genutzt. Aber diese Überlegungen waren uns natürlich erstmal egal. Wir waren verwirrt, ertsaunt, fasziniert und natürlich auch etwas stolz, dass von Millionen von Japan -Bildern im Internet einige von uns dort gelandet sind. Und das wir dafür kostenlose Getränke bekommen haben, war auch erstmal nebensächlich.

Aber was nun machen? Würde man sich aufregen, würden die Bilder sicher einfach verschwinden, und warum sollten wir das wollen. Bekommen werden wir für die Nutzung aber sicherlich auch nix. Aber vielleicht lässt sich ja doch noch irgendwie ein Nutzen daraus ziehen, in dem wir irgengendeinen Hinweis auf uns dort hinbekommen.

Wie auch immer, jedenfalls überlege ich mir jetzt schon, ob ich nicht den Zugriff auf die Bilder mehr beschränke, denn wenn hier in Bonn Bilder an der Wand hängen, dann wird das sicher auch noch woanders der Fall sein, ansonsten wäre das ein einfach unfassbarer Zufall, ausgerechnet den einzigen Ort zu finden, woe jemand ohne zu fragen die Bilder hingehängt hat...

In irgendwelchen Blogs oder anderen Webseiten findet man auch ab und zu ein paar von den Bildern, aber das ist ok, wenn die Leute halt Spass dran haben. Und manchmal gibt es auch Anfragen. Das ist sehr nett und macht eine Stolz, aber bisher hat noch niemand mal ein bischen Geld angeboten, aber vielleicht kommt das ja auch nochmal...

Ach ja, die Mädchen auf dem Bild waren auch noch in dem Lokal. Deutsche Cosplayer und eine 'echte' Japanerin. Eigentlich auch eine skurile Geschichte, die dann aber für uns letztlich eher nebensächlich war. Vor allem aber: Es wirkt schon ein bischen seltsam, Deutsche in diesen Kostümen zu sehen. Es fehlt einfach diese Coolness und Natürlichkeit, mit der die Mädels in Harajuku das rüberbringen. Ich weiss nicht, manche Dinge kann man einfach nicht (und sollte es auch nicht) nachahmen und das hier kommt, wie ich finde, sogar noch schlechter als Westler in Yukata oder sogar Kimono...

Neubürger

von Gunda

Seit heute sind wir sogenannte "Bonner Neubürger". Wir haben uns angemeldet, nachdem Yamato Transport für die Auslieferung unserer Sachen aus Japan eine Meldebescheinigung gefordert hat. ("We need a document. The document is Anmeldung. You know?")

Wie auch immer... Wir haben eine dicke Infomappe über Bonn bekommen und ein Gutscheinheft für viele Theater, Museen und andere Veranstaltungsorte. Das Heft ist ein halbes Jahr gültig. Da werden wir noch einiges kostenlos an Kultur abgreifen können. - Ein toller Service der Stadt!

Einziger Wehrmutstropfen: Beethoven war leider gerade nicht abkömmlich, um uns persönlich per Handschlag zu begrüßen.

Jedenfalls gefällt uns Bonn (bis auf die Leute, die immer am unumgänglichen Bahnhof rumlungern) sehr gut. Und gerade die Gegend, in der wir wohnen werden und die Innenstadt sehen aus, wie im Museum. - Unsere japanischen Gäste werden begeistert sein...

23. Oktober 06

Was dem Japaner sein Reiskocher...

von Gunda

Wir haben jetzt einen Brotbackautomaten! Immer frisches Brot mit wenig Aufwand und billiger ist's auch! Ich bin immernoch ganz begeistert...

Der Reiskocher von Yodobashi Camera für 220 V kommt dann Anfang Dezember per Seekiste noch hinterher. Dann sind wir komplett "nichidoku".  ;-)

16. Oktober 06

"Wo seid Ihr denn jetzt?"

von Gunda

In einer möblierten Wohnung in eim Vorort von Bonn. - Bornheim / Uedorf. Nette Eigenheim-Gegend. Nur leider fährt der letzte Zug aus Bonn etwas früh...
Ende November ziehen wir in die Stadt. Dann können wir alles Wichtige maximal mit dem Fahrrad erreichen.

Und bis dahin?
Thomas kann bei der Arbeit alles Mögliche von Grund auf mitgestalten, was ihm sichtlich gut tut. Auch das eigene Büro nach der japanischen Schuhkarton-Großraumbüro-Zeit.
Ich suche derzeit einen Job, der hoffentlich etwas mit Japan zu tun haben wird.

In unserer Freizeit erkunden wir unsere neue Umgebung.
Alles noch neu, alles spannend.
Wir werden sehen...

10. Oktober 06

Montagnachmittag in Uedorf

von Gunda

Ich ziehe meinen schweren Rollkoffer von der Bahn zum Haus. Plötzlich kommt mir eine Gruppe Kinder (zwischen 3 und 6 Jahren) entgegen. Spielen die mir Streiche? (Warum denke ich eigentlich in Deutschland immer gleich das Schlimmste?)

"Hallo! Wollen Sie ein schönes Lied hören?" Klar will ich. "Wir sammeln Süßigkeiten," sagt ein dicker Junge und hält mir eine Dose mit einem Stück Schokolade unter die Nase. Das Mädchen, das mich zuerst gefragt hat, holt ein paar Klanghölzer aus einem Körbchen, die Gruppe stellt sich auf wie die Orgelpfeifen und los geht's mit "Alle meine Entchen". Sehr schön, bestimmt geübt und wirklich nett.

Ich muß natürlich die ganze Zeit über meinen potentiellen Süßigkeitenvorrat in sämtlichen Taschen nachdenken. Als sie fertig sind, fange ich an zu kramen. "Ihr wißt ja, daß Erwachsene nicht immerzu Süßigkeiten dabeihaben." "Ja, leider," grinst der dicke Junge. "Also, hier sind ziemlich scharfe Pfefferminzkaugummis. Das findet Ihr wahrscheinlich nicht so toll." "Nee." Grimassen. "Ah ja, hier habe ich noch zwei Bonbons aus Japan." "Wow! Cool!" sagt der dicke Junge und streckt mir freudestrahlend die Dose entgegen. Ich werde nett verabschiedet, und die Kinder bedanken sich alle nochmal.

Japan in Deutschland und nette deutsche Kinder. Das Land hat mehr Zukunft (und ich plötzlich mehr Zuversicht) als viele glauben...

07. Oktober 06

Angekommen

von Thomas

_dsc9680_medium Wir haben eine Wohnung! Und wie man auf dem Bild sieht, in einem alten Gründerzeithaus, oben, 2. und 3.  Stock (zur Wohnung gehören der kleine Balkon und das Zimmer rechts daneben sowie der Raum mit dem Giebel über dem Balkonzimmer). Nicht nur das Haus ist total stilvoll (Denkmalgeschützt), sondern auch die Hausbesitzerin, die im Erdgeschoss wohnt, und bei der wir erstmal zu einem "Vorstellungsgespräch" mussten, denn wenn man der älteren Dame nicht sympathisch ist, geht gar nix...

Die Wohnung ist schön groß, drei Zimmer im 2. Stock, dazu ein Zimmer im 3. Stock plus Trockenboden und Lagerraum. Der Zugang nach oben ist offen zum allgemeinen Treppenhaus, aber nur für uns zugänglich. Einziger Wermutstropfen: Bad und Küche sind sehr, sehr klein, aber das kriegt man letztlich schon hin. Ein Balkon nach hinten raus, mit Blick auf die Gärten in den Innenhöfen wäre noch schön gewesen, aber was soll's, dafür ist der Rest in Ordnung. Und was das Beste ist, Innenstadt, Bahnhof und die Uni sind zu Fuß in 5 Minuten erreichbar und trotzdem liegt die Wohnung so, dass man vom Stadtlärm, Auto- und Zugverkehr quasi nichts mitbekommt.

Ende November, Anfang Dezember können wir dann dort einziehen. Bis dahin muss unsere jetzige möblierte Unterkunft reichen. Aber schon jetzt sind wir sehr erleichtert, dass wir so schnell fündig geworden sind. Nach sieben Tagen Deutschland und etwa 6 Wohnungsbesichtigungen (die meisten in Wohnungen, die gelinde gesagt nicht sehr ansehnlich waren) ging das jetzt doch alles sehr rasch und ein wochenlanger Besichtigungsmarathon bleibt uns nun erspart :)

02. Oktober 06

Wieder in Deutschland

von Thomas

Nun sind wir also wohlbehalten in Deutschland angekommen. Trotzdem wir eigentlich zuviel Gepäck hatten, ging letztlich mit dem Flug alles glatt und jetzt hocken wir also hier in Bonn. Die ersten Eindrücke sind, kurz gesagt, sehr verwirrend. Vieles kommt, vor allem mir, sehr fremd vor, etwas Unsicherheit ist dabei. Aber das wird hoffentlich wieder werden...

Jetzt ist nicht soviel Zeit, aber in den nächsten Tagen gibt es dann mal einen ausführlicheren Bericht.

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