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08. August 06

Dieser Blog als Buch???

von Gunda

Also gut, jetzt mal Klartext.
Volker meint, wir sollen aus dem Blog ein Buch machen. So, wie der Herr aus Worms.

Liebe Leser, sollen wir?
Wenn ja, wer hilft uns und stellt irgendeine Art von Kontakt zu einem (seriösen!) Verlag her?

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Kommentare

Ich lese seit einiger Zeit mit aller grösstem Vergnügen besonders wegen des, sagen wir mal kultivierten Stils Ihre Nachrichten aus Japan.
Durch unser Frankfurter Filmfestival Nippon-Connection war ich mit dem Japan-Virus infiziert worden und nach einer Reise habe ich nach Blogs gesucht um "in Erinnerungen zu schwelgen".
Ich würde vorschlagen, im Medium PC zu bleiben und Ihre wundervollen Bilder und Kommentare als PDF-Buch, also eBook zu gestalten und dann über ebay zu vertreiben.
Diese Idee sah ich letzthin als ich für mein JVC-Notebook eine Anleitung zum Basteln suchte.
Mit freundlichen Grüssen
R.Klings

Ach so, helfen natürlich gerne.

Der Gedanke "diesen Blog würde ich auch als Buch kaufen" kam mir bald, nachdem ich angefangen habe Eure Berichte zu lesen. Die Qualität sticht aus den Blogs, die ich sonst - zumal zum Thema "Leben in Japan" lese - derartig heraus (Technisch, inhaltlich und vor allem sprachlich!), dass es wirklich schade ist, dass dieses Projekt bald enden muss.
Vieleicht lässt sich eine Veröffentlichung als richtiges Buch, dass man in die Hand nehmen kann, ja verwirklichen.
Gruß aus Essen-Kray. F. Jager

Wow! Unsere kleine "Abstimmung" läuft ja schon gut an!
Danke für die Komplimente!
Ich glaube, wir dachten doch eher an ein Buch aus Papier. Dafür nehmen wir jede Hilfe, die wir kriegen können.

Hallo, ich oute mich hiermit auch als stille Mitleserin eures Blogs! :) Ich habe ihn irgendwann Anfang des Jahres gefunden, als ich mit einer Freundin etwas über Tokyo für ein Schulreferat gesucht habe, und habe seitdem immer regelmäßig verfolgt, was ihr über eure Zeit in Japan schreibt... es macht wirklich viel Spaß, eure interessanten Berichte zu lesen und eure tollen Fotos anzuschauen. Ich kann mir vorstellen, dass es Interesse an einem echten Buch geben würde, ich würde es mir sicherlich kaufen! Ihr schreibt so lebendig und unverfälscht und wirklich unterhaltsam. Ein Buch ist wirklich eine tolle Idee. :)

Hallo! Das sind ja sehr nette Kommentare und die Komplimente freuen mich natuerlich sehr, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich der Buch-Idee doch eher kritisch gegenueberstehe.

Ein Blog und ein Buch sind doch zwei ganz verschiedene Dinge. Ein Blog lebt von der Aktuallitaet seiner Berichte, dem Durcheinander und der damit verbundenen stetigen Ueberraschung, die einen dazu verleitet, immer wieder mal hineinzuschauen. Es laed vielleicht auch zum traeumen ein, zum sich Hineinversetzten in ein anderes Leben, an einem anderen Ort, wo man vielleicht auch gern waere und aehnliche Dinge erleben wuerde, man aber nicht kann und somit immer wieder verfuehrt wird, weiterzulesen.

Kurz, ein Blog ist ewtas dynamisches, bei dem, wie in einer Endlosfernsehserie, man gefangen ist in der stetigen Abfolge des Neuen. Dabei hat es den Vorteil, dass es einem beleibig zur Verfuegung steht, wann man eben gerade Zeit und Lust hat.

So ergibt sich mit der Zeit eine kleinere oder groessere Fangemeinde von Leute, die stetig alles mitverfolgen. Bei uns sind das durchaus ein paar Dutzend Leute, vielleicht 30 bis 50.

Letztlich aber nur ein kleiner Teil der Besucher. Da sind dann jeden Tag noch etwa 200 Besucher, die ueber Suchabfragen hier landen, und sich dann mal ein paar Seiten anschauen, das Gesuchte finden oder auch nicht.

Was es aber nicht gibt, sind Leute, die das Blog finden und es dann lesen, wie ein Buch, also vorne anfangen und dann bis zum Ende durchlesen. Warum auch? Das ist nicht der Punkt bei einem Blog. Denn das lebt, wie gesagt von zwei Dingen: Dem Reiz des taeglich Neuem und der Moeglichkeit, es als Informationspool zu nutzen.

Beides ginge aber bei einem Buch verloren! Ein Buch ist perse statisch und ohne Google ist so ein Tagebuch viel zu chaotisch aufgebaut, um darin sinnvoll nach Informationen zu suchen.

Da man es auch jetzt schon, wie ein Buch von vorne bis hinten lesen koennte, es aber niemand macht, weiss ich nicht, ob das bei einer gedruckten Form anders waere. Und um es als sinnvolle Informationsquelle zu nutzen, muessten wir den Inhalt erstens in eine ganz andere Form bringen und zweitens, wir muessten viel Zeit hineinstecken, um es zu objektivieren. Denn die Infos hier sind, sind ja oft nur unsere Eindruecke, unsere ganz persoenlichen Interpretationen Japans, die sich aus unserem Alltag ergeben. Bei einem Info-Buch muessten wir es aber viel mehr mit gesicherten Infos anreichern und das bedeutet viel Arbeit. Und wenn wir dann fertig sind, ist alles nicht mehr aktuell. Das ist ein grosses Problem, bei ganz vielen Japan-Buechern, die wir haben. Da wird ein Japan beschrieben, das wir so schon gar nicht mehr erlebt haben.

Was also tun? Ich weiss es nicht. Nach unseren kleinen Massstaeben ist das Blog ein riesiger Erfolg, das viel mehr Leser und Resonanz bekommt, als wir je gedacht haben und es ist auch noch kein abebben des Interesses zu erkennen, eher im Gegenteil, die Besucherzahlen steigen eher, als das sie sinken. Da jetzt einfach Schluss zu machen, ist natuerlich wahnsinnig schade. Aber in der bisherigen Form kann es keine Fortsetzung geben. Ein Bonn-Tagebuch analog zum Japan-Tagebuch, werden wir nicht machen.

Eine Weile werden wir sicher unseren Kulturschock in Deutschland verarbeiten, was sicher noch von Interesse fuer manche Leute ist, die mal fuer einige Zeit nach Japan wollen. Vielleicht werde zumindest ich versuchen, dass Blog mit einigem, was man an tagesaktuellem aus Japan mitbekommt, weiterzufuehren, vielleicht werde ich etwas im Netz suchen und einige Infos sammeln oder kommentieren, unser Photoalbum wird weiter wachsen, da haben wir noch Bilder fuer Monate auf Lager, gemessen an der niedrigen Veroeffentlichungsrate und vielleicht sind wir ja auch mal wieder fuer eine kurze Zeit hier und koennen ein paar aktuelle Eindruecke wiedergeben.

Vom Netz nehmen werden wir das Blog erstmal auf absehbare Zeit jedenfalls nicht, zumindest nicht solange, wie sich die Kosten durch die Google-Anzeigen weiter decken lassen, aber das ist zumindest fuers naechste Jahr erstmal kein Problem.

Und was da Buch angeht, vielleicht findet sich ja noch eine Loesung, die meine Bedenken wegwischt. Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben ;)

Hallo Gunda und Thomas,
ich kann mich Thomas' Kommentar nur anschließen: Blog ist Blog und Buch ist Buch! Euren Blog lese ich - derzeit ebenfalls wohnhaft in Tsukuba - wirklich sehr gerne, und die Frage, ob ich mir sowas auch als Buch kaufen würde, würde ich spontan sicherlich mit "ja" beantworten. Aber ich könnte mir vorstellen, daß sich das viele der Blogleser – wie auch ich – spätestens beim Griff zur Geldbörse nochmal überlegen würden, denn der Inhalt ist ja bekannt. Für diejenigen aber, die auf der Suche nach einer Alternative zum klassischen Reiseführer sind, könnten solche persönlichen Erfahrungsberichte aber schon sehr interessant sein.
Was ich persönlich sofort kaufen würde, wäre ein Bildband eurer Fotos, denn da sind wirklich sehr viele sehr schöne dabei.

Ja, das mit den Bildern... Ich weiss nicht, ob's gleich fuer einen ganzen Bildband reichen wuerde, aber das ein oder andere koennte man wirklich mal versuchen irgendwo unterzubringen.

Bei flickr ist das ja schon 2-3mal passiert, dass jemand gefragt hat, ob er ein Bild benutzen kann. Aber so richtige Knuelleranfragen waren das natuerlich nicht.

Wie kommt man da an die richtigen Leute ran???

Ich glaube auch, daß ein Buch was anderes ist. Aber gerade das macht für mich den Reiz aus. Und wenn es erstmal da ist, lesen das die Leute bestimmt auch von vorne nach hinten. Stimmt, ein Blog ist nicht dazu da. Deshalb wäre ein Buch eine Erweiterung und auch ein (Inhalts-)Test. Wir brechen uns ja nichts ab, wenn es kein Erfolg wird. Und mit einem Buch erreicht man nochmal ganz andere Leute. Ich hätte, ehrlich gesagt, auch lieber ein Buch auf dem Sofa, als einen flimmernden Bildschirm am Schreibtisch als Lesegrundlage. (Ich denke an z.B. unsere Familie und einige Freunde. Die würden bestimmt auch eher ein Buch lesen.)
Objektivieren??? Himmel! Warum sollten wir das tun??? Das ist UNSER TAGEBUCH! Kein Reiseführer oder eine Anleitung zum Leben in Japan. Und unsere Leser lesen das ja jetzt schon eher wie einen Roman. An ein Info-Buch würde ich mich gar nicht wagen. Die Subjektivität macht doch den Reiz aus! Hey Thomas! Du bist doch sonst immer der große Optimist von uns beiden.
Zu den Fotos: Ich finde auch unbedingt, daß vorallem Thomas' neue Fotos veröffentlicht werden sollten.

WER HILFT UNS???

Wenn ein Papierbuch, dann auf KEINEN Fall mehr objektive Informationen, eher weniger, denn die sind das, was veraltet, bevor die erste Seite gedruckt ist! Fuer den Informationszweck reicht im Buch eine web-Adresse, wo ihr moeglichst aktuelle Infos bereitstellen koennt.
Habt ihr ne Ahnung, wieviele Seiten das momentan so haette? Wuerdet ihr alle Beitraege reinnehmen? Spannende Idee. Ich kauf auf jeden Fall eins! :o)

Ich surfe Eure Seite täglich an und bin immer enttäuscht wenn kein neuer Text dazu gekommen ist. Wenn ich zwischendurch Zeit habe stöbere ich in den archivierten Texten. Entdeckt habe ich die Seite, weil ich nach Erfahrungsberichten über einen postdoc in Japan gesucht habe, denn das schwebt mir auch für 2007 vor (in der Hoffnung, dass die Förderung durch JSPS oder DAAD klappt).

Ich denke der Inhalt liefert genug Stoff für ein interessantes Buch. Ein Info Buch braucht es nicht werden, dennoch müsstet Ihr da wie Thomas sagt noch einiges an Arbeit reinstecken. Angenehm zu lesen wird es nämlich erst wenn das Buch einen roten Faden hat. Das ist bei der online Form nicht nötig, weil man ja jeden Tag nur ein Häppchen serviert bekommt. Ich denke Ihr könnten ein Buch ähnlich wie das vom Neumann schreiben, also eine Sammlung von Kuriositäten. Die Bilder sind auf jeden Fall toll und sollten dann irgendwie eingearbeitet werden. Von daher an dieser Stelle einmal ein großes Lob und Dankeschön an Euch!

Tipps zum Verlegen von Büchern habe ich allerdings nicht. Wenn Ihr Euch die Mühe macht und ein Buch zusammenstellt und das wider Erwarten von keinem Verlag angenommen wird, bleibt natürlich noch eine Notlösung: Über einen book on demand Verlag kann man das Buch kostengünstig selbst herausgeben (und behält auch alle Rechte). Verkauf geht in dem Fall z.B. über Amazon. Die Werbung müsstet Ihr dann aber leider selbst übernehmen, z.B. über Eure Homepage.

Lieber Thomas!

Bloss kein objektiviertes Info-Buch! Reiseführer gibt es wie Sand am Meer. Das schöne an Euren Berichten ist ja gerade, Eure subjektiven Wahrnehmungen teilen zu können.
Die Informationen, die ich spannend fand, sind gerade die, die man nicht im Reiseführer findet: Eure Erfahrung, dass von japanischer Seite wenig an Beziehungen "gearbeitet" wird, der Götterkampf in eurem Wohnzimmer, was alles "very-special" in Japan ist, oder auch nur die Tatsache, dass man nach zwei Jahren Japan nicht perfekt japanisch spricht - was ich immer angenommen habe. Ich finde Eure Schilderungen hier außerordentlich lebendig und authentisch.
Und - ja, ich würde so ein Buch von vorne bis hinten lesen. Das habe ich mit Eurem Block zum Teil auch gemacht - aber nur zum Teil, weils so eben unbequem ist - ich will Euer Buch abends zum schmökern mit ins Bett nehmen! Ich finde auch, dass euere Berichte einen Spannungsbogen haben und nicht nur lose Informationsfetzen sind, bei denen man mal zufällig vorbeisurft: Von der Vorbereitung der Reise- über die Ankunft mit verknackstem Fuss - erste Erfahrungen - Umzug in die eigene Wohnung - Erfahrungen mit Alltag, Menschen und Arbeitssuche - Deutschlandurlaub mit kleinem Kulturschock - Besuche aus der Heimat - Abschiednehmen und Rückkehr.
Spannend fände ich für mich noch, den Handlungsstrang über Deine Arbeit vom ersten justieren der Geräte bis zu Veröffentlichungen in Nature einzuflechten.
Und wrum sollte mich so etwas interessieren? Deshalb weil Euer Erzählen durch folgende Eigenschaften geprägt ist: Beobachtungsgabe, Menschlichkeit, Offenheit und Humor. Für mich eine genauso große Freude zu lesen, wie die Japan/Zen-Bücher von Janwillem van de Wetering.
Also ran. Gruß F. Jager

Hm, Thomas hat viele zutreffende Argumente gefunden, warum die besondere Attraktivität Eurer "Neuigkeiten aus Japan" eng mit dem Medium "Blog" zusammenhängen. Für mich ist Euer Blog wie eine Mischung aus einer jeden morgen frischen Tageszeitung mit News und einer Lindenstraße-ähnlichen Bindung an die Protagonisten Gunda und Thomas, die wir bei Ihren Abenteuern und Erlebnissen in der großen fremden Welt mitverfolgen dürfen.
Ich denke, diese Kombination gibt genügend Stoff für ein Buch. Sicher kein Reiseführer, vielleicht mehr ein Reisetagebuch, die das archetypische Thema "Zurechtkommen in der Fremde" in Kombination mit Berichten aus dem hier unbekannten Lifestyle in Japan. Und dann dazu noch Euere schönen Fotos? *schmacht*

Leider habe ich auch keinen Verlag oder so etwas an der Hand. Ein Freund von mir ist freier Journalist, den werde ich aber mal nach seiner Meinung fragen.

Viele liebe Grüße von Volker

Lieber Volker,
Natürlich wirst Du uns nach Möglichkeit helfen! Schließlich bist DU an dem Floh im Ohr und der ganzen Aufregung schuld... ;-)
Deine Beschreibung unseres Blogs finde ich witzig. Vielleicht sollten wir eher an eine Serie denken. Das wäre neben diesen ganzen Soaps (die ja seit unsererem Weggang ihren Namen gewechselt haben und "Telenovela" heißen, was die Qualität nicht unbedingt hebt) doch mal ne Abwechslung...
Jedenfalls ganz ganz vielen Dank für die tolle Unterstützung!!!

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