Google
Web Blog

Aktuelle Fotos

Leute in Japan

Links

Aktuelle Weblogs

« "Wieviel bekommt Ihr denn von der WM mit?" | Start | Mashiko mit Mari »

16. Juni 06

So was...

von Thomas

...gibt's vielleicht auch nur in Japan: Als ich gestern Morgen zum Bus ging, war ich etwas früh dran und setzte mich dann schon mal in den wartenden Bus. Kurz darauf hörte ich ein mich etwas irritierendes Geräusch, ein Knipsen, als wenn jemand mit einer Zange oder so was durchtrennt. Außer dem Fahrer und mir war aber niemand im Bus, also hab ich etwas genauer hingeschaut. Was ich da dann sehen konnte, lies nur einen Schluss zu, der Fahrer schnitt sich seine Fussnaegel! Und um noch eins drauf zusetzen, war er die abgeschnittenen Nägel aus dem Fenster... Gut, dass gerade kein Fahrradfahrer vorbei kam :)

Während das eher skurril ist, ist vorgestern dann etwas passiert, was mich doch erstmal ziemlich aufgeregt hat. Ich kam mit dem Bus zur Arbeit und bin dann durch den Haupteingang auf's AIST-Gelände gegangen. Ich war der letzte, der ausgestiegen war, vor mir ein knappes Dutzend Japaner. Am Eingangstor stehen wie immer die Wachmaenner, die vor jedem hereinkommenden Auto salutieren (bei Fußgängern machen sie das nur, wenn gerade kein Auto kommt, denn Autofahrer sind wichtiger, als Fußgänger. Oder so...) und ansonsten meist nur gelangweilt herumstehen. So auch an dem Morgen. Alle Leute vor mir wurden schön gegrüßt, ich auch. Doch dann fing der Wachmann (noch ein ziemlich junger) an zu stottern und versuchte noch irgendwas zu sagen. Nach ein paar Versuchen, kam ich dann dahinter, dass er meinen Dienstausweis sehen wollte!

Jetzt arbeite ich hier schon fast 2 Jahre und auf einmal will einer meinen Ausweis sehen. Das war nun noch nie passiert. Und vor allem, keiner der Japaner vor mir trug seinen Ausweis irgendwie sichtbar am Körper und wurde trotzdem nicht angehalten! Das fand ich ja nun schon sehr merkwürdig und schon auch ärgerlich, vor allem da das Gelände ja im Prinzip frei zugänglich ist, es gibt dort ein öffentliches Museum und Gäste können sich dort frei bewegen oder in dem Gästehaus wohnen, ohne das sie dafür einen speziellen Ausweis brauchen. Und auch Gunda hat noch nie Schwierigkeiten gehabt, wenn sie mal zum Mittagessen gekommen ist.

Aber irgendwie scheint sich was geaendert zu haben. Heute ist mir nämlich das gleiche passiert und, zu meiner Beruhigung, auch Japaner wurden gebeten, ihren Ausweis vorzuzeigen. Also doch keine Auslaenderschikane... Jetzt bin ich mal gespannt, ob das wirklich jetzt so üblich wird, oder ich nur zufällig zweimal an einen übereifrigen Wachmann geraten bin. Mal sehen...

|

TrackBack

TrackBack-Adresse für diesen Eintrag:
http://www.typepad.com/services/trackback/6a00d83421cd7b53ef00d834ce45cb69e2

Listed below are links to weblogs that reference So was...:

Kommentare

Sana

Hallo. Ich heiße Sana aus Tokio.
Ich lese Ihren Blog sehr gern, weil es so interssant
für mich ist zu wissen, wie Deutsche Japan sehen.

Nun wohne ich in Deutschland.
Als Ausländer kann ich hier so viele einmalige und
ungewöhnliche Dinge sehen.

Ich habe gelächelt, als ich Ihren Blog von heute las.
Als ich Studentin in Tokio war, nahm ich täglich
den Bus. Aber ich habe niemals solche verrueckten Fahrer
gesehen! Er ist unmöglich!

Ich denke, dass man manchmal im Ausland
die seltsamsten Dinge sehen kann, die sich
sogar manche Einheimische niemals vorstellen
würden.

Gunda

Das stimmt!
Allerdings hatte ich auch in Deutschland schon manchmal Probleme damit, daß ich mehr und Dinge anders und intensiver beobachte als andere. Vielleicht nimmt einen im Heimatland der Alltag zu sehr gefangen oder man findet alles selbstverständlicher, weil man damit aufgewachsen ist. Ich jedenfalls könnte über Deutschland sicherlich auch skurrile Dinge schreiben. Nur eben andere. Ich finde es schön, daß es immerwieder Leute gibt, die wie wir, genau hingucken und immernoch über die Ungereimtheiten des Lebens staunen können. - Den meisten geht das wohl im Laufe des Erwachsenwerdens verloren. Es lebt sich ja auch reibungsloser, wenn man "cooler" ist...

Tomo

Erinnert mich an die Story eines schottischen Busfahrers, der im Hochsommer in kurzen Hosen den Dienst antrat und vom Arbeitgeber höflich "verwarnt" wurde es zukünftig sein zu lassen, denn es schade am Ansehen der Busfahrer. Da der Busfahrer unmöglich fand, während der Arbeitszeit wie Sau zu schwitzen, zog er sich einfach einen Kilt an. Schottische Tradition halt. Und der Arbeitgeber konnte nix mehr dazu anmahnen, denn der Busfahrer hielt die Würde und Ansehen ja ein...

Ich denke mal überall auf der Welt geben sich die Mensche so ihrer Eigenheiten hin, wenn sie nicht die Öffentlichkeit oder die Firma öffentlich vertreten müssen (Busfahrer im Dienst). Ich selbst habe auch schon in Japan Schaffner gesehen, die dachten, sie wären unbeobachtet und lieferten sich in deren Pause einen erbitterten Kampf mit dem Popel in der Nase... und einiges fällt sicherlich in die "Betriebsblindheit"...

Die Kommentare dieses Eintrags sind geschlossen.

März 2007

Mo. Di. Mi. Do. Fr. Sa. So.
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  

Rechts

Statistik

Pagerank erhoehen
Blog counter - free blog (homepage / website) visitor hit tracking and statistical system