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03. Juni 06

Alle Jahre wieder: Party

von Gunda

Dsc_0734_medium_1Was unterscheidet eine von Deutschen ausgerichtete Geburtstagsparty von einer, die von Japanern ausgerichtet wird? - So ziemlich alles. Hier der Vergleich:

Deutschland:

- überhaupt Geburtstag wichtig nehmen
- Anfangszeit, offenes Ende
- zu Hause feiern
- jeder bringt was für's Buffet mit
- alles ganz zwanglos und inoffiziell

Dsc_0810_mediumJapan:
- Geburtstag ist traditionell eher nicht so wichtig.
- Genaue Zeiten für Anfang und Ende, woran sich alle halten (meistens nicht mehr als vier Stunden)
- im Restaurant feiern
- Der Gastgeber beschafft alles zur Bewirtung selbst (was ja im Restaurant nicht so schwierig ist).
- Regeln müssen schon eingehalten werden. Z.B., daß man Süßigkeiten und / oder Blumen für den Gastgeber mitbringt. Und schick machen sollte man sich auch.

Dsc_0894_medium Kurz gesagt: Für die Japaner unter unseren Freunden und Bekannten, die wenig bis keinen Kontakt zu Ausländern hatten oder haben war unsere Geburtstagsfeier ein Erlebnis der besonderen Art. Etwas angepaßt hatten wir uns schon im letzten Jahr und für Essen und Getränke komplett selbst gesorgt. Alles andere haben wir dann aber gehandhabt, wie wir es kannten. Dsc_0837_mediumDank der etwas größeren Menge an Gästen im Vergleich zum letzten Jahr gab es auch mehr beherzte Leute, die sich einfach am Buffet bedient haben, sodaß die anderen das nachmachen konnten. (Letztes Jahr mußten wir eher "kellnern".)

Nach und nach kamen mehr Leute, die sich irgendwann zu kleinen Grüppchen formierten und viel Spaß hatten. Da wurde Japanisch (gern auch mit schweizer Akzent), Englisch, Deutsch und Mandarin gesprochen, alles durcheinander, und trotzdem haben sich alle prima verstanden. Dsc_0997_mediumZwischendurch hatte mich meine Schwester zum Gratulieren angerufen. Und als ich da so auf dem Balkon stand und die fröhlichen Stimmen zu mir nach draußen drangen, war ich richtig glücklich, daß wir in unserer Zeit hier so viele nette Leute kennengelernt haben. Meine Schwester wiederum schien sich genau das kaum vorstellen zu können. Eigentlich komisch...

Neu für uns war auch, im Gegensatz zu letztem Jahr, daß wir plötzlich so viele Kinder in der Wohnung hatten. Aber nachdem wir unsere empfindlichen Sofakissen im Schlafzimmer verschwinden lassen und durch die knallgrüne Schlange von IKEA ersetzt hatten, war auch das Beschäftigungsproblem erstmal gelöst. Eigentlich bin ich ja Kinderentertainment wirklich gewohnt; aber die Spiele, die ich kenne hängen doch zu sehr an Sprache, als daß ich japanische Kinder hätte begeistern können.Dsc_0773_medium (Wenn ich mir mehr Mühe gegeben hätte, wäre es wohl gegangen; aber da waren noch so viele andere Gäste...) Irgendwann zauberte dann jemand Origami-Papier auf den Tisch, und dann war auch erstmal Ruhe. (Den Edding-Strich habe ich hinterher auch prima mit Ethanol vom Couchtisch wegbekommen...) Ein kleiner Schock muß es für Kousuke gewesen sein, in meiner Freundin Linda plötzlich seine Englischlehrerin auf unserer Party zu treffen...  ;-)

Dsc_0801_mediumWas die Geschenke angeht, so haben wir uns im letzten Jahr hinterher von Unmengen an Süßigkeiten überhäuft gesehen. Dieses Jahr war das anders: Wir haben eine gute Mischung aus Süßem und eher bleibenden Werten (Wenn man mal davon absieht, daß die Fettschicht am Bauch durchaus auch ein bleibender Wert sein kann...) bekommen.

Dsc_0818_medium Zum Abschluß hat Akapu für die verbleibenden vier Gäste noch Tee nach Art der Teezeremonie zubereitet. Für die vier nicht-Japaner war dies das erste Mal, auf diese Art Tee zu trinken und ein guter Abschluß für Lindas und Peters Japan-Aufenthalt. (Sie gehen Ende des Monats nach zwei Jahren Japan zurück nach Kanada.) Da haben wir dann noch ein gutes Stück Kulturarbeit geleistet und die anderen zusammen mit Akapu ein bischen über Philosophie und Hintergründe der Zeremonie aufgeklärt. (Peinlicherweise fragte dann wirklich jemand nach einer "Coffee Ceremony". War aber zum Glück wohl eher scherzhaft...)

Dsc_0820_medium Alles in allem war es eine gelungene Feier, und alle Eingeladenen, die ich seitdem getroffen (oder gemailt) habe, haben sich bisher begeistert darüber geäußert. Und das ist auch ein Stück unserer Kultur, die wir da weitergegeben haben: Internationale Geburtstagsfeiern zu Hause mit Buffet.

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