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24. Mai 06

Da Binchi Kodo

von Gunda

Nachdem wir im Kino eine Infobroschuere zum "gleichnamigen" Film aufgelesen hatten, schwante mir schon Uebles. "Learn about western culture!" stand da unter dem Titel. Eine Vermischung von Fiktion und Geschichte? Ich konnte nicht viel in der Broschuere lesen. Der Rest blieb Spekulation. Was wohl so ein Film in einer nicht-christlichen Kultur ausloest...? Etwas Licht hat heute meine eine (katholische!) Schuelerin ins Dunkel gebracht: Die japanischen Medien scheinen voll von Dokumentationen zu sein, die genau das tun; Fiktion und Geschichte zu einem "Faktum" zu vermischen und das Ganze noch irgendwie "wissenschaftlich" zu beweisen. Heraus kommt ein Spektakel besonderer Art. Meine Schuelerin verglich es mit Skandalen um einen Popstar. Aber Ahnung von den Hintergruenden oder gar der christlichen Grundidee hat dabei fast niemand. - Halleluja!

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Folgende Weblogs beziehen sich auf den Eintrag Da Binchi Kodo:

Kommentare

Das Hörbuch war immerhin spannend, die vermeintlichen Enthüllungen über Jesus natürlich ziemlich schräg. Der Film soll aber sehr schlecht sein, weil sie die vielen Informationen in die Dialoge packen mussten, was der ohnehin mäßigen Charakterisierung der Personen endgültig den Garaus gemacht habe. Wir gucken es uns heute Abend an.
Die abendländischen Leute, die sich für kritisch halten, lieben derartige Enthüllungen ja sehr, weil sie dann immer besser als die Frommen wissen, wie es wirklich war. Deshalb ist auch hier die derzeit massiv stattfindende Aufklärung darüber, dass das im Buch nur erfunden ist, wohl nötig.

Interessant!
Nur leider findet hier die Aufklärung eben in der anderen Richtung statt: So war das damals mit Jesus in der westlichen Kultur. Und die 2% Christen müssen jetzt alles wieder zumindest in ihrem Unfeld geraderücken...

Die einzige Aussage des Films über Jesus ist, dass er mit Maria Magdalena verheiratet war und Kinder hatte. Das wird mit einem Da Vinci-Gemälde und zwei apokryphen Texten "bewiesen". Die Behauptung ist dann, dass diese "Wahrheit" so brisant ist, dass sie von der Kirche, die ihre Macht erhalten will, mit allen Mitteln unterdrückt wird.
Aber ich glaube, schon dieses bisschen Substanz ist für Uneingeweihte dem Film unmöglich zu entnehmen. Opus Dei, Templer und sowas kapiert man schon gar nicht. Dafür lernt man einen masochistischen Killer-Mönch kennen und einen selbstgefälligen Bischof und eine couragierte Nonne. Würde mich interessieren, was Japaner daraus "lernen"...

Wahrscheinlich das, was sie vorher auch schon wußten: Im Ausland ist alles anders, spannend, irritierend und komisch... Aber würde es Deutschen nicht mit einer japanischen Kulturtragödie auch so gehen?

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