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« März 2006 | Start | Mai 2006 »

30. April 06

Schweden in Japan

von GundaCimg3054_medium

Irgendwie brauchten wir Samstag Ruhe. Also sind wir erst Sonntag zu IKEA gefahren.

Schon in der Bahn hat man es gemerkt: Wir fahren zu einem Publikumsmagneten. So voll wie Montag war es bestimmt nicht, aber doch das typische Yamanote-Feeling. Das Möbelhaus konnte man eigentlich nicht verfehlen; zahlreiche Hinweisschilder haben unseren kurzen Weg von der Bahn gesäumt, auf dem wir darüber diskutiert haben, ob IKEA denn nun gut bei den Japanern ankommen wird. Das "western-Design" sicherlich. Aber daß man das Ganze alleine aus der Möbelhalle holen und zu Hause selber zusammenbauen muß...? Da waren wir uns schon nicht mehr so sicher. Da kann das Möbelstück noch so schön und preiswert sein; wenn das, was Japaner unter Service verstehen, nicht stimmt, ist der Laden zum Scheitern verurteilt. Aber immerhin sind die Japaner auch sehr neugierig und wißbegierig und an Cimg3078_mediumNeuem interessiert. Also war es voll. Zum Glück nicht so sehr, wie wir befürchtet hatten. Die Schlange vor dem Eingang war zwar bestimmt einen Kilometer lang; aber dann ging alles doch recht schnell. Immerhin verkürzte der Bonbonausteiler im IKEA-T-shirt die Wartezeit ungemein. Später konnte man noch ein Quiz lösen, bei dem es als Hauptpreis einen saftigen Einkaufsgutschein zu gewinnen gab. (Wir konnten leider die Hälfte des Fragebogens nicht lesen...)

Drinnen war dann zwar auch alles voll, aber nach echt japanischer Manier alles ruhig und gesittet. Ganz anders als in Deutschland beguckten sich die Kunden jedes einzelne Teil von allen Seiten, faßten viel mehr an als die Deutschen, und selbst die Möbelausstellungs-Zimmer waren so voll, daß man sich kaum umdrehen konnte. Ein bischen fühlte ich mich an Kinder erinnert, die etwas zum ersten mal sehen. Aber so war es ja auch: Verkehrte Welt. - Das, was uns schon seit Jahren vertraut war, war für die Japaner völlig neu und exotisch. Es war also genau die umgekehrte Situation von der, die wir sonst hier in Japan haben.

Ein paar Kleinigkeiten haben wir erstanden und im Restaurant die traditionellen Fleischbällchen gegessen. (Die meisten Japaner haben die mit Stäbchen gegessen; IKEA-Stäbchen, wohlgemerkt...) Thomas meint, ich muß noch anmerken, daß die Pepsi lauwarm und mit zu wenig Kohlensäure war und die Hot Dogs nur mit Senf und Ketchup (nicht wie in Deutschland mit Gürkchenscheibchen und Röstzwiebeln) zu versehen waren. - Schwere Enttäuschung...  ;-)Cimg3116_medium

Anders war auch das Möbelangebot. Viele Serien, die ich aus Deutschland kenne, gab es gar nicht, und der Katalog ist auch eher eine Info-Broschüre. Naja, das Ganze war ja auch erstmal ein "Testballon".

Ach ja, den Höhepunkt unseres Besuches hätte ich beinahe vergessen: In der Lagerhalle führten eine Musik- und eine Tanzgruppe, bestehend aus Japanern in traditioneller schwedischer Tracht, einen schwedischen Tanz auf. Vorallem, als sie dann alle, schön koordiniert, "Juchhu!" zwischendurch riefen und sich auf die Schenkel klopften, mußte ich mir den Lachkrampf wirklich verbeißen.

Selberlachen hier:

Download CIMG3125.AVI

Cimg3122_mediumAn der Kasse merkten wir dann auch, daß sich der Enthusiasmus der meisten Japaner wohl eher auf's Gucken und Essen beschränkt hat. Denn mehr als drei Leute standen an kaum einer der ca. 30 Kassen.

Anschließend haben wir noch ein paar Süßigkeiten abgestaubt.

Ob IKEA in Japan ein Erfolg wird? - Wir werden sehen. Wir fanden es jedenfalls sehr interessant!

p.s.: Ausländer waren auch ziemlich viele da...

 

IKEA-Impressionen

von Gunda und Thomas

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29. April 06

V for Vendetta

von Thomas

Cimg2981_medium Gunda fühlte sich nicht recht fit und da haben wir kurzerhand unseren für heute geplanten Trip zu IKEA auf morgen verschoben und ich bin stattdessen ins Kino gegangen und habe mir 'V for Vendetta' angesehen, das letzte Werk der Wachowski-Brüder, die schon die Matrix-Filme gemacht hatten. Und sowas in der Art von Matrix hab ich dann auch erwartet und wurde in gewissem Sinne positiv überrascht, weil der Film doch etwas anders herüber kam, als die Matrix-Trilogie, die sehr kühl und glatt inszeniert waren. Und nachdem mir die beiden letzten Matrix Teile auch nicht sehr gefallen hatten, war ich auch nicht sicher, wie es mit diesem Film sein würde. Aber letztlich war er ganz okay, natürlich angesichts der Vorlage sehr comichaft, aber doch spannend und interessant, mit einer guten Atmosphäre und guten Darstellern. Vor allem Hugo Weaving in der Titelrolle hat es mir angetan (war schon in Matrix so...) mit seinen ständigen Shakespeare-Zitaten und auch sonst permanent shakespearehaften Aussprache. Ich mag das einfach, auch wenn's natürlich etwas theatralisch ist, aber es passte einfach gut in den Film rein und mir gefällst :)

Ansonsten gab's viel Action, aber nicht zuviel, grandiose Explosionen untermalt mit Tschaikovskys '1812', eine ganz gute Story um faschistoides Regime in England und den Kampf dagegen und nicht zuletzt ganz viele Anspielungen und Zitate aus anderen Filmen (wenn z.B. John Hurt's Gesicht in Umkehrung seiner Rolle als Winston Smith in '1984' als diktatorischer Kanzler auf einer überdimensionierten Leinwand erscheint...).

Alles in allem war ich also sehr zufrieden...

28. April 06

Fromme Häuslebauer...

von GundaCimg2940_medium

...gibt es hier offensichtlich bei uns im Ort.
Da findet sich auf einem Grundstück eine abgeteilte Fläche mit Bäumchen und den vom Schrein bekannten Papierstreifen, die Blitze (und damit die Verbindung zwischen Himmel und Erde) symbolisieren sollen. Ganz offensichtlich wurde dieses Fleckchen Erde in einer Shinto-Zeremonie gesegnet.

Nummer 3!

 

von Thomas

Da radel ich nichts ahnend zur Arbeit und schau ein bischen links und rechts, da fällt mir auf, dass eines der Reisfelder am Wegesrand schon mit Wasser aufgefüllt wurde. Ich schau interessiert hin und dann fall ich plötzlich fast vom Fahrrad als mein Blick auf die große Werbetafel neben dem Acker fällt: Ein riesen Starbucks-Logo!

Ein neue Filiale hat aufgemacht und dem Text und dem Hinweisschild nach, muss es ganz in der Nähe vom AIST sein! Und tatsächlich, ein Blick in den Store-Locator von Starbucks-Japan offenbart es sofort: Die dritte Starbucks-Filiale in Tsukuba hat aufgemacht und sie liegt fast auf meinem  Weg zur Arbeit! Da kann ich ja jetzt mal nach der Arbeit oder in der Mittagspause einen Frappuccino trinken gehen. Es gibt übrigens gerade einen neuen: Banane. Muss ich doch bald mal ausprobieren ;)

Neu: IKEA in Japan!

von GundaCimg2928_medium

Nachdem Petra wieder zurück in Schweden ist, hat sich hier nicht ganz vollwertiger Ersatz breit gemacht: Montag wurde die erste IKEA-Filiale in Japan eröffnet! (Nach einem ersten Versuch in den 70er Jahren, der in einer Pleite endete.) Morgen Cimg2929_mediumwollen wir meinem Lieblingsmöbelhaus einen Besuch abstatten, und ich werde dabei ganz fest an meine Schwägerin, Mirjam, denken, die meine Leidenschaft diesbezüglich teilt.

Der Rest steht bei Spiegel-online. Tanja wäre am Montag auf dem Weg zur Eröffnung fast unter die Räder gekommen, weil es Zugchaos gab. - Gut, daß ich nicht auch hingefahren bin, wie ich eigentlich vorhatte. Ich wäre wohl abends nicht mehr zur Arbeit gekommen...

Möbel und andere sperrige Dinge werden jedenfalls nicht gekauft; das lohnt sich für uns nun echt nicht mehr.

26. April 06

Japan-Trend: Maskottchen mit blutigen Krallen

von Thomas

Nicht das ich bisher irgendwas von der im Artikel beschriebenen "Visual-Kei-Szene", die hier in Japan boomen soll, mitbekommen hätte (aber das kann schon sein, da ich all diese Spielarten japanischer Jugendkultur kaum bis gar nicht auseinander halten kann), aber interessant ist der Artikel in dem ein oder andere Punkt schon.

Z.B. wird dort auf das verzerrte Japan-Bild im Ausland etwas eingegangen (allerdings wird auch dieser Artikel das Bild wieder eine bestimmte Richtung verschieben...) sowie die Unwissenheit über das Land und seine Kultur hingewiesen.

Was richtig dargestellt wird, ist der Sinn vieler japanischer Männer für Mode. Sieht man mal von den bei Männern und Frauen gleichermaßen beliebten modischen Unmöglichkeiten, wie z.B. die penetrant abgelatschten und zu großen Schuhe, ab, dann kann man den japanischen Mann schon als sehr modebewusst bezeichen. Fancy Klamotten, aufgetylte Frisuren usw. Gibt es in Deutschland Kaufhäuser für Männer-Mode? Soweit ich weiß nicht, Sinn oder H&M haben doch höchstens was für Frauen oder junge Leute allgemein.

Was auch stimmt, ist dass diese Modebewusstheit der Männer sich in einem sehr androgynen Stil niederschlägt. Herren-Taschen sehen oft aus wie Damen Hand- oder Einkaufstaschen, pink ist hier auch bei Männern sehr beliebt, ebenso Bluemchemuster, Rueschen, Glitzer und die Frisuren könnten oft auch so mancher Dame gut stehen. Aber das ist letztlich kein Zeichen von geschlechtlicher Verwirrtheit, sondern eher Ausdruck von Verspieltheit (wie auch diese ganz extremen sexy Outfits mit den megakurzen Miniröcken bei den Mädchen und auch schon durchaus etwas älteren Frauen, kaum mit den gleichen Hintergedanken, wie in Deutschland getragen werden).  Irgendwie  hat das  ganze Land oft etwas verspieltes an sich,  etwas kindlich,  unbeschwertes, um das man es oft beneiden kann...

Zu den femininen Männern fällt mir noch eine Episode ein, die Petra, die Freundin meines Ex-Kollegen Roland mal erzählt hat. In der Bahn machte er Petra einmal auf die Schönheit der unbedeckten Beine seines Gegenübers aufmerksam. Da machte ihn Petra dann darauf aufmerksam, dass das ein junger Herr und keine Dame war, der da seine Beine zur Schau stellte. Der arme Roland... ;)

Link: Japan-Trend: Maskottchen mit blutigen Krallen - UniSPIEGEL - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten.

 

Wieder einer weg...

von Thomas

Und wieder ist ein Mitglied meiner ERATO-Gruppe gegangen und das verbleibende Häuflein hat ihn gestern Abend zum Abschiedsessen begleitet. Zu siebt waren wir in einem ganz netten, typisch japanischen Restaurant (typisch meint jetzt nicht nur das Essen, sondern auch das Drumherum: Schuhe ausziehen am Eingang, die Tische in kleinen Nischen, die mit Tatami-Matten ausgelegt sind und man sitzt natürlich auf dem Boden). Für mich war's allerdings nicht so prickelnd, da sich alle zu 99% auf Japanisch unterhielten und ich zwar mitbekam, um was es jeweils ging, aber natürlich nicht auf Japanisch antworten konnte, die meisten der anderen aber wiederum keinen Smalltalk auf Englisch hinkriegen. Ach, und wenn mich dann nach mehr als 18 Monaten in Japan, noch jemand fragt, ob ich weiß was Yakitori ist oder ob ich die in Katakana geschriebene Speisekarten auch lesen kann, dann motiviert mich das auch nicht gerade, dazu viel zu sagen. Tja, irgendwie will das nicht so recht klappen, bei der Arbeit mit den Leuten mal so richtig ins Gespräch zu kommen (sieht man mal von Matsuura-san ab). Gunda ist da wesentlich erfolgreicher, aber ihre Leutchen sprechen ja auch in der Regel mindestens sehr gut Englisch oder eben Deutsch, reisen viel rum und sind einfach mal daran interessiert mit Ausländern zu sprechen und sich auszutauschen (wie eben auch Matsuura-san).

Aber das schweift jetzt vom Thema zu sehr ab... Viele Leute sind also nicht mehr übrig in der ERATO-Gruppe und Ende September ist dann endgültig schluss mit dem Projekt. Ich werde also zu denen gehören, die bis zum bitteren Ende (es ist wirklich bitter, denn das Projekt ist ja enorm erfolgreich) da sein werden. Wieviele dann noch übrig sein werden, weiß ich nicht. Wenn jemand geht, wird hier immer darauf geachtet, dass das niemand frühzeitig mitbekommt (was dann natürlich doch passiert...). Warum das so ist, weiß ich allerdings nicht, jedenfalls bekommt man solche Infos vorab immer nur unter der Versicherung, ja nichts jemanden anders davon zu erzählen.

Was ich auch nicht weiß, ist, wann es welche Art von Abschiedsfeier gibt. Als Roland und Lee gingen, gabs ein Mittagessen, wenn CERC-Leute gehen, scheint es eine Party im Büro zu geben. Das gleiche passiert, wenn CERC- oder ERATO-Leute kommen. Manchmal gibt es dann aber auch ein Abendessen in einem Restaurant inkl. Tokura (was es laut Roland dann gibt, wenn mehr als 3 Leute gehen...) und gestern gab es dann ein Abendessen in kleinem Kreis ohne Tokura, was ich bisher noch nicht erlebt hatte. Warum, weiß ich wie gesagt nicht. Letztens dachte ich, dass ich es verstanden hätte, nachdem Matsuura-sann es mir ausführlich erklärt hatte. Aber das ist eben das Risiko dabei: Da man bei seinen Antworten immer viel Interpretationsarbeit leisten muss, kann man nie 100% sicher sein, dass man wirklich verstanden hat, was er eigentlich  sagen wollte...

24. April 06

Sonntagstee

von Gunda

Wir waren, wie Thomas schon erwähnt hat, also wieder mal auf Akapus Tip hin beim Azaleenfest am Nezu-Schrein in Tokyo.Cimg2865_medium

Das Wetter sollte es nicht so gut mit uns meinen: Regen hatten sie angesagt. Also ging es per Handy-Mail am Samstagabend zwischen Akapu und mir hoch her. Was machen wir, wenn es regnet? Findet das Ganze trotzdem statt? Oder nur die Lunch-Zeremonie bei der Lehrerin? - Letztlich einigten wir uns auf ein gemeinsames Abendessen beim Inder, damit wir wenigstens einen festen Termin hätten, falls es regnen sollte.Cimg2831_medium

Sonntag war es dann zwar bedeckt, aber es regnete den ganzen Tag fast gar nicht. Wir sind also kurz vor Mittag bei dem Platz angekommen, wo die Teezeremonien stattfanden, aber Akapu war nicht da. Irgendwie hatte sie uns einfach nicht erwartet und selber mit Regen gerechnet, weshalb sie dann einfach ohne uns zum Mittagessen gegangen war. Eine kurze Mail klärte alles; sie war unterwegs zu uns, und in der Zwischenzeit konnten wir uns die traditionelle Trommelgruppe ansehen, die einen mitreißenden Lärm veranstaltete.

(Hier angucken und -hören: Download CIMG2825.AVI)

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So kamen wir dann doch noch zu unserer Teezeremonie und haben noch gleich Akapus nagelneuen Obi bewundern dürfen. Eine ihrer neuen Arbeitskolleginnen mit indischer Begleitung haben wir dann auch noch getroffen.Cimg2873_medium
Da Akapu noch zu tun hatte, guckten wir uns ein bischen Azaleen an, bestaunten eine Kinder-Tanzgruppe und erledigten unsere Einkäufe, um uns abends wieder beim Inder zu versammeln, dessen Essen skurrilerweise am Abend um einiges schärfer (und die Bedienung um einiges unfreundlicher) war, als mittags.

Schön war's, und langsam gewöhnen wir uns dran, daß sowas zu unserem Leben jetzt dazugehört. - Das werden wir in Deutschland sicher vermissen...

22. April 06

Eigentlich war ja gar nix los heute...

von Thomas

Cimg2776_medium Heute waren nun wieder alleine, nach 4 Wochen Dauerbesuch sieht unsere Wohnung vor allem dank Gundas Einsatz endlich wieder so aus wie vorher, man sieht die Tatamimatten im Tatamizimmer wieder, weil keine riesige Luftmatraze drauf liegt, im Wohnzimmer kann man wieder gemütlich sitzen (wenn man davon absieht, dass unser Sofa nun etwas Schieflage hat...), kein Futon liegt mehr rum, wenn die viele frisch gewaschene Wäsche nicht wäre (auf dem Foto, etwa in der Mitte, ist ein Teil davon zu sehen) , sähe eigentlich alles schon wieder so aus, als sei nichts gewesen.

Kleines SchweinchenAnsonsten hat Gunda einfach mal wieder lange geschlafen und ich hab ein bischen unsere vernachlässigte Fotosammlung sortiert und ein paar Bilder bei flickr eingelagert (und bei der Gelegenheit unserem Badeschwein zu bisher nicht gekannter Popularität verholfen...). Immerhin bin ich jetzt schon bei den Bildern von Anfang letztem Oktober angekommen, fehlen also nur noch knapp 7 Monate :)

Heute Mittag haben wir dann einen langen Spaziergang bei strahlendem Frühlingswetter gemacht (und die Gelegenheit dann auch gleich ausgenutzt, um ein paar Fotos zu machen), haben etwas eingekauft, liegen gebliebene Rechnungen bezahlt, Medikamente besorgt und ein bischen in unserem Kaufhaus gebummelt, Gunda hat ein paar Takoballs gegessen und ich ein paar Pommes. Dann noch in den Supermarkt, Essen für heute Abend einkaufen. Cimg2790_mediumPutencurry mit Pfirsichen hab ich gekocht und danach haben wir uns einfach nach langer Zeit mal wieder vor den Fernseher gesetzt und eine alte Columbo-Folge geguckt, eine der zahlreichen Folgen, in denen Robert Culp den Mörder spielt (ich glaube, insgesamt sind es 4 oder 5).

Und wenn ich jetzt gleich diesen Beitrag fertig geschrieben habe, dann geht's auch huschhusch ins Bett, denn Morgen ist wieder Action angesagt. Wir wollen nach Tokyo, am Nezu-Schrein gibt es eine Teezeremonie, zu der uns Akapu eingeladen hat (wir waren da schon mal letztes Jahr, wovon es aber hier gar keinen Bericht gibt, wie ich gerade festgestellt habe...) und anschließend gibt es noch eine weitere bei ihrer Lehrerin. Wahrscheinlich wird es aber morgen regnen und das Teetrinken fällt wohl ins Wasser. Dann gibt's nur Stadtbummel und gegen Abend gehen wir dann einfach mit Akapu in Ueno essen, indisch steht auf dem Programm.

Cimg2797_mediumWas sonst noch? Der Kleinbauer von dem Feld neben uns hat es wohl aufgegeben und einen Teil seines Ackers zum Bebauen freigegeben. Verständlich, nachdem ihm das Wetter letztes Jahr zweimal die komplette Ernte verdorben hat. Ich hab mir jetzt einmal vorgenommen, von dem Hausbau eine Fotoserie zu machen. Hoffentlich werden die fertig, bevor wir wieder in Deutschland sind. Ich denke aber schon, so schnell wie die hier normalerweise sind.

Das war's jetzt aber endgültig, mehr fällt mir nicht mehr ein, reicht aber auch an Text für eine Tag, an dem eigentlich gar nichts für andere berichtenswerte los war, oder?

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21. April 06

"Die Ente bleibt draußen!"

von GundaCimg2763_medium

Na gut, es war dann letztlich doch sicherer, sie im Handgepäck zu verstauen...

Jetzt ist der Lottermoser-Clan also sicher abgehoben, und unsere Wohnung kommt mir plötzlich riesig vor.

Thomas mußte arbeiten; also bin ich alleine mit zum Flughafen gefahren und habe vom "Observation Deck" gleich zwei British Airlines-Fliegern Cimg2764_mediumhinterhergewunken, weil ich ja versprochen hatte zu winken und ich beim besten Willen nicht entscheiden konnte, welcher der beiden kurz nacheinander startenden Flieger nun der richtige war.

Sicher ist: Beide sind oben geblieben.Cimg2768_medium

20. April 06

Zwei draufmachen

von GundaCimg2753_medium

Da waren wir also mittags bei Thomas zum Essen und haben noch sein Büro besichtigt. Katharina durfte Thomas' Erdbebenhelm aufprobieren, und dann mußten wir auch schon los in die Stadt. Erst zum 100-Yen-Shop, was ein Spaß der besonderen Art war, weil Katharina alles mögliche ausprobiert hat. Dann haben wir noch für Cimg2754_medium Thomas' Eltern Mitbringsel gekauft, die endlich mal frisch sein durften, weil die Lottermosers alles nur 12 Stunden im Flugzeug und nicht eine Woche im Postpaket transportieren wollten. Hinterher haben wir noch ein undurchschaubares Trommelspiel gespielt, bei dem Katharina mindestens einmal gegen den Computer gewonnen hat.

Nachmittags fing dann auch schon der Unterricht bei Akari an. Wir haben erst Origami-Fingerpuppen gefaltetCimg2758_medium (japanischer Teil) und dann Eier ausgepustet und bemalt (deutscher Teil). Anschließend habe ich noch eine riesen-Tüte Schokoeier in der Wohnung von Akari versteckt, die alle Kinder (Katharina, Akari und ihr Bruder Kousuke) begeistert gesucht und größtenteils gefunden haben. (Das letzte Ei wird Kousuke heute morgen auf seiner Schultasche gefunden haben...) Leider gibt es davon keine Fotos, weil ich zu beschäftigt war. Katharina hatte als Gastgeschenke noch ein Buch über ihre Heimatstadt Recklinghausen (gestern und heute) und ein Memory mit Fotos aus der Stadt (nur heute) mitgebracht. Das Memory mußte natürlich gleich ausprobiert werden, und Akari hat haushoch gewonnen.

Cimg2770_medium Ja, und dann mußten wir auch schon weiter, um uns mit Thomas an den Fotoautomaten zu treffen. Schließlich wollte er auch noch mit auf Fotos. (Im Gegensatz zu unseren ganzen andern Gästen...) Diesmal haben wir sogar stilecht was mit Glitzer im Hintergrund gefunden, und man konnte sich ein Foto auf's Handy schicken lassen.

Dann weiter zu unserem Japanischkurs, in dem Katharina die Attraktion war. Am Anfang hat sie sogar noch interessiert Anteil genommen. Aber als wir dann alle Cimg2761_medium immerzu irgendwelche Sätze im Chor nachplappern sollten, habe ich sie fast darum beneidet, daß sie einfach so nebenbei lesen durfte. In der Pause hat Thomas dann auch noch Interessepunkte gesammelt, weil er mit Katharina rumgetobt hat und sie am Ende der Pause ins Unterrichtszimmer getragen hat.

Zum Abschluß des Tages sind wir noch kurz essen gegangen. - Alles in allem war das ein lustiger und gelungener Tag für alle Beteiligten.

Schöne Abwechslung

von Thomas

200604201205 Wenn Gunda am Donnerstag zum Unterrichten geht, dann kommt sie meist zum Mittagessen bei der Arbeit vorbei. Heute kam sie allerdings nicht allein, sondern hat noch Katharina mitgebracht :) Die war putzmunter und hat auch noch gleich Matsuura-san mit ihren Esskuensten mit japanischen Stäbchen beeindruckt.

Danach sind die beiden dann Richtung Tsukuba weitergefahren. Dort wird noch der 100 Yen-Shop gestürmt und dann geht's zum Unterricht. Gundas Schülerin und Katharina hatten vorher schon Briefe ausgetauscht, heute gibt es dann das erste persönliche Treffen. Wird schon schiefgehen...

Heute Abend treffen wir uns dann beim Japanisch-Sprachkurs. Da bin ich mal gespannt, wie Katharina das denn nun gefallen wird.

Die anderen drei wollten eigentlich auch nach Tsukuba, sind dann aber erstmal bei Toys"R"Us bei uns zu Hause in Ami haengengeblieben. Mal sehen, ob sie dann doch noch nach Tsukuba gefahren sind...

18. April 06

Fragebogen

von Thomas

Unser Aufenthalt hier in Japan bzw. unsere Webseiten haben schon zu diversen interessanten Kontakten und Situationen geführt, in die man sonst nicht geraten wäre. Manche davon empfinde ich schon als ein wenig skurril, wie z.B. unser Podcast-Interview oder die Veröffentlichung einiger Photos von uns in einer Zeitschrift für vegetarisches Essen.

Nun hatte sich vor ein paar Wochen auch noch eine Dame von der japanischen Botschaft in Berlin gemeldet und meinte, sie wäre auf unser Tagebuch gestoßen und das wäre ja alles sehr interessant und sie wollte mich daher fragen, ob ich nicht einen Fragebogen ausfüllen könnte. Die Antworten würden dann in einem Monatsblaetchen abgedruckt, das die Botschaft zum Thema "Wissenschaft in  Deutschland und Japan" monatlich herausbringt. Abwechselnd werden dort deutsche und japanische Wissenschaftler interviewet, die in dem jeweils anderen Land leben und arbeiten.

Wer also wissen möchte, was ich schlaues zu Fragen wie "Wann kamen Sie nach Japan?" oder "Was machen Sie dort?" gesagt habe, kann sich einfach das unten verlinkte pdf-File herunterladen.

Viel Spaß :)

Link: Ausgabe 37-2006-02.pdf (application/pdf Object).

17. April 06

Vielleicht die letzten Kirschblüten in diesem Jahr

von Thomas

Langsam geht der Frühling zu Ende. An nur noch wenigen Bäumen hängen ein paar Kirschblüten, dafür sprießen die Blätter langsam. Gestern im Meji-Park haben wir japanischen Ahorn mit ganz frischen Blättern gesehen. Sah wunderschön aus. Muss halt nicht immer rot sein...

Die Temperaturen steigen auch langsam, heute Morgen war es mir auf dem Fahrrad schon fast zu warm, als mir die ganze Zeit die Sonne auf dem Rücken schien. Bald wird es dann wirklich wieder zu warm sein, dann kommt der Regen und die große Hitze und Schwüle des Sommers. Aber bis dahin ist es ja noch ein bischen hin...

16. April 06

Fröhliche Ostern!

von Gunda

Cimg2661_medium ... konnte man sich in der deutschen Kirche in TokyoCimg2660_medium wünschen, die wir am Morgen besucht haben. Leider brauchte man zum Ostereiersuchen im Pfarrgarten ein Kind als Begleitung. Katharina traute sich aber nicht mit, weil Michael Eiersuchen doof fand. (In sechs Jahren sieht das bestimmt anders aus.  ;-)  ) Also mußte ich verzichten. Hmpf!

Als wir schon fast weg waren, sprach uns eine nette junge Dame an: "Gunda und Cimg2670_mediumThomas, stimmt's?" Wir fingen natürlich sofort an zu grübeln, woher wir sie kennen, bis sie lachend das Rätsel löste: Sie liest in unserem Tagebuch.  ;-)  Danke nochmal für Dein Interesse! Leider haben wir keine Mailadresse von Dir. Könnten wir das ändern?

Dann ging es zum Katastrophenschutzzentrum nachCimg2668_medium Ikebukuro. Dort haben wir uns als Rauchflüchtlinge, Erdbebenexperten und Feuerlöscher betätigt. Auf dem Weg zum Bahnhof sind wir in ein tolles buntes südasiatisches Fest geraten.

Nach dem Mittagessen sind wir dann noch nach Harajuku gefahren, um die Manga-Jugendlichen zu bestaunen. D.h., die von unserer Gruppe, die nicht mit gelangweilten Blicken daran vorbeigehechtet sind...

Der Meiji-Schrein wurdeCimg2701_medium ähnlich bedacht. Wir anderen wurden interessiert Zeugen von gleich zwei japanischen Hochzeiten, haben den Schrein unter die Lupe genommen und für Katharina ein Omamori erstanden. ("Das fliegt doch eh blos rum.")

Der Vorschlag, sich noch die verrückte Einkaufsstraße mit den ganzen Manga-Klamottenläden anzugucken wurde abgeschmettert, und so sind wir eben nach Hause gefahren.

Cimg2706_mediumMontag bis Mittwoch sind unsere Gäste alleine in Kyoto.

15. April 06

Neulich in China...

von GundaCimg2555_medium

... fing unsere kleine Gruppe schon an, sich in zwei Teile zu spalten. - Eine weniger und eine mehr interessierte Hälfte.
Cimg2575_medium Wir waren also in Yokohama. Chinatown, Hafen, Landmark Tower ... das volle Programm. Allerdings hatte das etwas von "Light-Version", weilCimg2592_medium nichts die erstgenannte Hälfte zum Verweilen und Bestaunen einlud. ("Der Cimg2624_medium Laden hier ist bemerkenswert, weil es da mal nichts zu essen gibt.")
Wir anderen haben uns trotzdem nach Kräften bemüht, uns zu amüsieren. Wie man an den Fotos sieht, ist uns das gelungen.Cimg2621_medium_2

Nüsschen

von Thomas

"Do you eat japanese Natto?" Unser Besuch kann das eindeutig mit ja beantworten. Aber vielleicht lag's ja auch nur dran, dass das Natto für 'Nüsschen' gehalten wurde. Da werden einmal im Conbini keine Sandwiches sondern Sushi gekauft und dann erwischt man genau die ein Packung mit Natto-Sushi... Na ja, japanisches Essen ist ja eh komisch, da passt das ja, dass auch Sushi einfach ecklig schmeckt...

14. April 06

Es geht auch anders!

von GundaCimg2537_medium

Wie erfrischend anders und fernab vom desinteressierten Standby-Blick und Hinterhergetrotte es geht, haben heuteCimg2538_medium Vanessa und Sonja aus Hanau bewiesen, die bei Jutta zu Gast sind und spritzig unsere Kalligraphiestunde aufgepeppt (und natürlich mitgemacht!) haben.
Mädels, Ihr habt Recht: Japan ist spannend und bietet Anregungen bis zum Abwinken!

p.s.: Liebe Sonja-und-Vanessa-Fans, die Fotos werden  durch Anklicken vergrößert angezeigt.Cimg2545_medium

13. April 06

Google, Sex und Sauereien...

von Thomas

Ein abseitiger Titel, ein abseitiges Thema, aus einem abseitigen Anlass. Ich wollte schon immer mal ein bischen was darüber schreiben, was mir die Besucherstatistiken zu diesem Blog darüber so alles erzählen, wie unsere Besucher hier herkommen und was sie hier so lesen, oder besser zu lesen hoffen. Denn die meisten bleiben nur für wenige Sekunden auf dieser Webseite hängen und sind dann für immer verschwunden. Wie unsere Besucher hier herkommen, ist natürlich nicht weiter verwundernswert: Wie wahrscheinlich bei 99,99999% aller anderen Webseiten kommen die meisten Leute hier in Folge einer Suchabfrage bei Google an. Momentan sind es etwa zweidrittel aller Besucher. Danach kommt das unsere Japan-Homepage, die etwa jeden zehnten Besucher hierherfuehrt (wovon aber wiederum auch wieder die meisten dank Google dort gelandet sind...). Der Rest, inklusive alle anderen Suchmaschinen, ist dann nicht mehr der Rede wert.

Das ist nun sicher keine große Überraschung und eigentlich keines Beitrags würdig, wenn man jetzt nicht mal schauen würde, nach was die Leute denn bei Google gesucht haben, so dass sie hierher gekommen sind. Und nun zu dem eingangs erwähnten abseitigen Anlass: Viele Suchabfragen sind skurril, aber eine der skurrilsten gab es vor ein paar Tagen: "Wer hat lust meine Frau zu quälen" fragte sich da jemand... Was soll man da noch sagen? Gelandet ist derjenige jedenfalls im August-Archiv unseres Blogs. Ob er dort gefunden hat, was er suchte? Ich denke eher nicht...

Und so ist es wahrscheinlich auch all den anderen erwartungsvollen Besuchern ergangen, die Stichwörter wie "Minirock" bzw. "unter dem Minirock", "japanische Schulmaedchen", "Sauereien", "schweinische Bilder" oder, auch aktuell, "Prostitution in Tsukuba" usw. gesucht haben, um mal ein paar Beispiele zu nennen. Die "erfolgreichste" Suchabfrage ist natürlich, wen würde es jetzt noch wundern, "Japan Sex". Unschlagbar auf Platz 1 der beliebtesten Suchabfragen. Wie koemmts? Zu "verdanken" haben wir das größtenteils einem Haufen Sexmangas, die wir vor einem Jahr am Fuji gefunden haben und wozu Gunda damals den Beitrag "Sex auf der Strasse" (in genau dieser Kombination als Suchabfrage auch sehr beliebt...) geschrieben hat und der bisher am häufigsten abgerufene Beitrag in diesem Blog ist. Ja so ist das, der Spruch "Sex sells"  stimmt tatsächlich und ein Blick in Googles eigene Keywordanalyse bestätigt das auch sofort, die Suchabfrage "japan sex" ist die häufigste Wortkombination, bei der Japan an erster Stelle steht...

Man kann also noch soviele Beiträge zu allen möglichen Japan spezifischen Themen schreiben, wenn man auf viele Besucher aus wäre, könnte man sich thematisch relativ eng an einen einzelnen Themenkomplex halten. Verwunderlich ist das alles nicht, all die schönen neuen technischen Errungenschaften, die uns immer wieder als so nützlich angepriesen werden, werden letztlich erst durch ihre Möglichkeit damit dringende Bedürfnisse zu stillen, erfolgreich. So meine ich, dass schon VHS damals das technisch bessere Beta besiegt, weil's da einfach mehr Sexfilme gab, die DVD lebt auch nicht von Oscargewinnern alleine und Premiere hat auch nicht alle Abonnenten mit der Bundesliga geködert. Und wer hat den größten Bedarf für eine DSL-Flatrate und wer bräuchte noch einen Spamfilter für seine e-mails, könnte man mit Viagra nicht so super Geschäfte machen? Ist halt nicht alles Gold, was glänzt...

Das gleiche Phänomen ereignet sich übrigens gerade bei unseren Japan-Bildern beiGyarus flickr. Was ist z.B. an dem Bild hier so besonderes? Vielleicht das es einen Blaustich hat, etwas unscharf ist und einfach kein wirklich gutes Photo ist? Keine Ahnung. Es ist jedenfalls das Bild, das sich die meisten Leute bei flickr bisher angeschaut haben. Knapp 2000 Treffer in 20 Tagen, also gut 100 pro Tag. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen ebenfalls Bilder mit japanischen Damen, aber schon mit einem gehörigen Trefferabstand, nämlich nur etwas mehr als 1000 Treffern. Auf Platz 4 und 5 natürlich auch jeweils Japanerinnen mit jeweils etwa 500 Treffern. Und, ja es gibt sie tatsächlich, das erste gute und erfolgreiche Bild: Ein Affenportraet aufgenommen in Nagano mit über 400 Treffern. Insgesamt sind es allerdings 13 Bilder unter den Top 20, die im Wesentlichen eine oder mehrere Japanerinnen zeigen. Und je weniger sie anhaben, desto mehr Leute wollen es natürlich sehen. So einfach ist das. Na ja, nicht ganz so einfach. Man muss den Bildern noch die "richtige" Tags geben damit Mann auch findet, was er sucht. Aber dann geht es in der Tat mehr oder weniger von selbst. Man kann es dann natürlich noch dadurch beeinflussen, dass man es in "einschlägigen" Gruppen bei flickr postet, aber der Effekt ist letztlich marginal. Die Suche über die Bilder-Tags scheint die bevorzugte Methode zu sein. Und ähnlich wie bei unserem Blog ist das ja die totale Mogelpackung. Denn wenn man mal schaut, was es dort sonst noch für Bilder gibt, ist es ja echt ein Witz, dass 2000 Leute sich das Bildchen dort oben anschauen...

Aber wenn man mal von diesem Nebeneffekt absieht, bin ich mit flickr sehr zufrieden. Der allergrößte Teil der Bilder dort ist wirklich sehr gut und auch unsere guten Bilder schauen sich die Leute an und geben manch netten Kommentar ab. Manchmal ist es nur etwas deprimierend, wenn man sieht, wieviele Photos schon von anderen gemacht wurden. Gibt es wirklich noch einen Blickwinkel unter dem der Daibutsu in Kamakura noch nicht aufgenommen wurde?

Soviel zu diesem etwas abseitigen Thema, dass aber doch einen gewissen Reiz hat. Nämlich den Reiz mit den Erwartungen der Leute zu spielen. Wieviele enttäuschte Leser wird es zu diesem Beitrag geben? Wieviele Leute bei flickr werden mich noch als "Friend" in ihre Kontakliste aufnehmen, in der Hoffnung auf wirklich heiße, vielleicht gar noch private Bilder? Keine Ahnung, wir werden sehen ;)

Genau passend zum Stichwort: Der letzte Besucher, der vor wenigen Minuten unsere Webseite aufrief, suchte nach was? Klar, nach "sauereien"... Was soll man da noch sagen?

P.S.: Last but not least an dieser Stelle noch ein Dank an all die treuen Leute (die mir hoffentlich diesen Beitrag verzeihen werden), die unser Blog wirklich lesen und kommentieren! Das sind inzwischen naemlich schon ein paar Dutzend Menschen, die uns ja groessten Teil gar nicht kennen und trotzdem Anteil nehmen an dem, was wir hier schreiben. Das freut uns ungemein :)

Und dan noch eine grosse Entschuldigung an all diejenigen, die sich Antworten von diesem Blog auf wirklich ernstzunehmende Fragen erhoffen, per Google hier landen und die wir zu oft alle enttaeuschen muessen. Wir schildern hier halt im Wesentlichen unsere persoenlichen Eindreucke und nutzbare Informationen fliessen da oft nur beilaeufig mit ein . Ein paar Infos finden sich ja auf unserer Webseite, aber leider zu wenig, um alle Fragen zu klaeren. Vielleicht wird es ja noch mal was mit einer richtigen Japan-Infoseite. Mal sehen...

12. April 06

Singin' in the rain

von Gunda

Cimg2528_mediumAufgrund der Wetterlage gab es gestern die Stubenhocker-Version: Waterfront mit Riesenrad, Autopark und Panasonic-Center.Cimg2514_medium
Im Autopark konnte man viel ausprobieren. Ich bin mit Katharina Auto gefahren (Ging alles ganz von selbst.), es gab einen Reaktionstest, Fahrsimulatoren und ein Erlebniskino, in dem das Gefühl beim Rennfahren durch besondere Sitze nachempfunden werden konnte. Im Panasonic-Center konnte man viele Computerspiele, aber auch andere zukunftsweisende Elektronik ausprobieren.Cimg2518_medium Alles Prototypen und ja auch irgendwie ein Teil von Japan. Kam alles prima an. Zwischendurch hab ich noch mit Katharina Aufkleberfotos am Automaten gemacht, was uns beide sehr begeistert hat. (Besonders das Verzieren der Bilder...)
Heute regnet es auch, da gucken sie sich das Science Museun in Ueno an. Naturwissenschaft von Anfang an bis heute. Und natürlich Dino-Skelette...  ;-)

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11. April 06

Jugendlich in Japan

von Gunda

Man kann halt nicht immer von sich selber ausgehen. Ich hätte das mit 14 alles endlos spannend gefunden, hätte eine Haufen Fotos gemacht, Gleichaltrige kennenlernen wollen und noch Wochen nach dem Urlaub alle damit genervt. Andere wollen eben Nutella, Pommes und Ketchup und finden es einfach nur komisch, was Gleichaltrige in Japan essen, wie die rumlaufen und was die für Musik hören.

Es lebe die erfolgreiche Kulturvermittlung!

09. April 06

Wiedervereinigung

von GundaCimg2477_medium

Sie sind da! (Schonwieder welche. ;-) )

Cimg2480_medium Die vereinten Lottermosers noch recht schlapp in der Bahn.

Danach ging es nach Shinjuku, um auf Tokyo runterzugucken und sich noch ein bischen is Stadtgetümmel zu stürzen.Cimg2484_medium

Katharinas Stoffente Cimg2494_medium ("Kamo", was Japanisch ist und auf Deutsch "Ente" heißt) erfreute sich großer Beliebtheit und hat sich schonmal mit einem Samurai-Outfit ablichten lassen.Cimg2512_medium

08. April 06

Kommen und gehen

von Thomas

Cimg2451_medium Tim und Deborah sitzen jetzt schon im Flieger Richtung Deutschland und bei Barbara, Volker, Katharina und Michael dürfte bald der Wecker klingeln und dann geht es los Richtung Japan.

Damit ist jetzt der erste Teil unseres Besuch-Marathons glücklich zu Ende gegangen. Solch pflegeleichte Besucher wünscht man sich immer ;)

Morgen geht es dann weiter mit Teil 2. Schaun mer mal, wie das wird...






Cimg2442_medium Cimg2450_medium

07. April 06

Attentat oder nur Spinner?

von Thomas

Da hält man Japan immer für das sicherste Land der Welt und Tokyo für die sicherste Metropole der Welt, aber manchmal passiert dann doch was. Gestern besprühten 4 Leute am Bahnhof Nishi-Nippori (an der Yamanote-Line, kurz vor Ueno) mit Spraydosen andere Fahrgäste. Anschließend gab es wohl ein ziemliches Chaos und 27 Verletzte. Einer der Vier wurde allerdings gefasst. Ein schon mal verhafteter und abgeschobener, dann aber illegal wieder eingewanderter Südkoreaner, der auch noch ein Küchenmesser mit 22cm lange Klinge dabei hatte (was nicht alles so braucht, wenn man mit dem Zug fährt...). Wenn das mal nicht wieder die doch verbreiteten Vorurteile anheizt, dass die Verbrechen in Japan nur von Ausländern verübt werden (was bei den wirklich schweren Verbrechen laut Statistik definitiv nicht stimmt). Wie auch immer, was der Hintergrund der ganzen Sache war, ist wohl noch unklar. Vor gut einer Woche ist jedenfalls an eine anderen Station was ganz ähnliches passiert.

Da kann man nur hoffen, dass das einzelne Spinner waren und nicht mehr dahinter steckt und sich solche Vorfälle jetzt häufen.

Link: The Japan Times Online - Advanced Search.

Erster Eindruck

von Thomas

Der erste Eindruck, den der Sprachkurs gestern machte, war recht gut. Zwar sind es auch hier keine professionellen Lehrer, aber doch besser qualifizierte. Wir haben zwei Lehrerinnen, eine Studentin und eine etwas ältere Hausfrau, die aber beide recht gut erklären können, sehr ruhig und unaufgeregt sind und im Zweifelsfall auch mal etwas in gutem Englisch erklären können. Die Klasse ist sehr klein, nur 8 Personen. Außer uns noch zwei Koreanerinnen, eine Taiwanesin, eine Kanadierin, eine Philippinin und ein Argentinier. Im Unterricht wird die Klasse dann auch noch mal geteilt, so dass der Unterricht wohl meist in eine Vierergruppe mit einer Lehrerin abläuft. Da bekommt man dann doch etwas mehr Praxis, was ja sehr gut wäre...

Zu unserem Erstaunen sprach uns vor dem Beginn des Unterrichts eine der Lehrerinnen von einer anderen Klasse in perfektem Deutsch an. Sie entpuppte sich als Studentin, die als Mädchen mal 5 Jahre in Düsseldorf zur Schule ging. Das war doch mal eine nette Überraschung :)

06. April 06

Sprachkurs: Auf ein Neues!

von Thomas

Heute, nach gut 3 Monaten Pause, fängt unser wohl letzter Sprachkurs an. Diesmal nicht am AIST, was sehr gut und sehr bequem war, sondern irgendwo in Tsukuba. Keine Ahnung, wie das sein wird, ob wieder gelangweilte Hausfrauen oder doch richtige Lehrer auf uns losgelassen werden. Wir werden sehen...

Ob wir noch viel lernen werden? Ich weiß nicht. Die ein oder andere Vokabel mehr wird am Ende hängen bleiben, aber der große Durchbruch wird es nicht mehr werden. Von dem Gedanken, dass wir uns am Ende der zwei Jahre auf japanisch wenigstens halbwegs über Gott und die Welt austauschen können, haben wir eh aufgegeben. Was wir gelernt haben, reicht im Wesentlichen dazu, in bestimmten Situationen zu bekommen, was wollen und mitzubekommen, was andere von uns wollen. Den ein oder anderen Satz kriegen wir auch  noch hin, im Restaurant können wir die Speisekarten inzwischen ganz gut entziffern, manche Hinweisschilder sagen uns inzwischen was, aber das Gefühl, ich könnte jetzt von mir behaupten, ich spreche Japanisch, hab ich nicht.

Irgendwie haben wir das nicht hin gekriegt. Vielleicht hätten wir mehr stur Vokabeln pauken sollen, aber dafür sind wir beide nicht gemacht. Der erste Sprachkurs war letztlich verschwendete Zeit, spätestens nach dem ersten halben Jahr, hätten wir uns was anderes suchen sollen. Der Kurs am AIST war eigentlich ziemlich optimal, hat aber nur die Grundlagen wiederholt, eine Fortsetzung gab's leider nicht. Hätten wir da auch gleich am Anfang den ersten Teil gemacht und wenn's da noch ein Fortsetzung geben würde, wäre am Ende vielleicht mehr raus gekommen. Aber war halt nicht.

Jetzt also noch ein Versuch, wie auch immer der werden wird. 20 Stunden insgesamt, Ende irgendwann im September, also kurz bevor wir wieder nach Deutschland gehen. Und was dann? Zumindest sind wir gewillt, es noch weiter zu lernen. Und wenn's notfalls nur an der VHS ist, macht ja nix, ist dann ja nur zum persönlichen Vergnügen und es ist egal was bei rauskommt. Und irgendwann will ich dann noch den ersten "Japanese Language Proficiency Test" machen, um wenigstens ein Zertifikat zu haben, mit dem man dann auch was anfangen kann. Vielleicht klappt's ja :)

04. April 06

Hanami am AIST

von Thomas

Eben gab's mein wohl letztes echt japanisches Hanami. Einige Mitglieder unsere Arbeitsgruppe haben sich unter Kirschbäumen auf einer Plastikplane versammelt und gefuttert. Alle haben nicht dran teilgenommen, die Leute sind wohl zu fleißig, um mal eine Mittagspause zu machen, die länger dauert, als eine Nudelsuppe in der Mikrowelle warm zu machen :)

Schade eigentlich...

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Aktiv verwaist

von Gunda

Tja, jetzt sind unsere Besucher schon seit einer Weile auf Rundreise durch Japan und die Luftmatratze liegt verwaist da. Am Freitag kommen sie zurück, am Samstag bringen wir sie zum Flughafen, Sonntag holen wir die nächsten (Thomas' Cousine mit Nichte und Neffe) genau da wieder ab. Dazwischen müssen schnell Bettwäsche und Handtücher gewaschen werden. Aber auch sonst habe ich wenig Luft.
Gestern hat für mich ein neuer Mini-mini-Job an der "European School" (wieder mal Deutschunterricht) angefangen, übernächste Woche bekomme ich eine neue Privatschülerin, nächste Woche fängt der neue Japanischkurs an. Tja, und zwischen all dem wird unsere Wohnung ja auch leider nicht von alleine sauber, und wir müssen uns um den Besuch kümmern.
Wir sehen spannenden Zeiten entgegen...

02. April 06

Aeon Flux

von Thomas

Teil 3 unserer Kirschblüten-Photosafari ist leider ins Wasser gefallen. Heute war es erst bedeckt, dann fing es an zu regnen und so war in dem kleinen Park an der Stadtgrenze zwischen Arakawaoki und Tsukuba nicht viel los. Aber dafür hatten wir ja gestern ausgiebig Gelegenheit, uns  typisch japanisches Hanami anzuschauen.

200604021846_1 Statt Hanami haben wir dann einen Stadtbummel in Tsukuba gemacht und sind anschliessend ins Kino gegangen. "Aeon Flux" haben wir uns da angschaut. Koproduziert von MTV... Das sagt eigentlich ja schon alles. Ein neunzigminuetiger Videoclip mit einer  Sciencefiction-Story um geklonte Menschen, die in einer kuenstlichen Umgebung als letzte Ueberlebende einer weltweiten Virusepidemie leben. Das Leben ist dort sehr reglementiert und einige Rebellen begehren dagegen auf. Ein alter Hut, schon dutzenden Male inszeniert und das oft besser und origineller. Technisch war der Film natuerlich ganz sauber inszeniert, gute Actionsequenzen und eine sexy Amazone a la "Lara Croft" als kampfstarke Hauptakteurin. Wenn man sich nur unterhalten will und einen Tag, an dem man dank Regen nicht viel machen kann, rumkriegen will, eine ganz nette Sache.

01. April 06

Hanami im Ueno-Park

von Thomas

200604011412_1 Jetzt sind wir doch noch zu unserem Hanami unter Kirschblüten gekommen. Letztes Jahr hatten wir das ja "dank" unseres Urlaubs verpasst. Aber dieses Jahr hat es nun so richtig gut funktioniert, zusammen mit tausenden von Japanern waren wir im Ueno-koen und haben unter voll erblühten Kirschbäumen unser Obento gegessen. Eine blaue Platikplane hatten wir zwar nicht mit, aber zum Glück haben wir noch ein freies Plätzchen etwas abseits vom ganz großen Getümmel gefunden. Die Foto-Ausbeute war natürlich enorm.  Wenn alles klappt , gibt's die ersten Bilder noch im Laufe der Woche in unserer Fotogalerie zu sehen (die inzwischen schon fast 300 Bilder umfasst...).

Es ist wirklich interessant, die ja doch sonst eher zurückhaltenden Japaner beim Kirschblüten-Picknick zu beobachten. Was literweise Sake so alles anrichten kann. Einer meinte es besonders gut mit seinen Mitmenschen und posierte unter dem Gejohle seiner Freunde nur mit einer Unterhose bekleidet auf seiner blauen Plastikplane und steckte sich, bzw. lies sich dann ganz professionell auch noch ein paar Geldscheine ins knappe Höschen stecken. Allerdings war das dann auch schon wieder ein extremer Fall. Viele saßen einfach auch nur rum, futterten und tranken vor allem viel. Manche machten auch selber etwas Musik, andere spielten Sachen wie z.B. Twister oder einfach nur ein Kartenspiel. Was besonders angenehm ist (wenn man denn nun Fotos machen will), ist das Japaner sich oft einfach gerne fotografieren lassen. Wenn jemand merkte, dass wir ein Foto machen wollten, dann wurde erstmal alle auf der Plane angestoßen, sich doch um zudrehen und in die Kamera zu schauen, zu lachen und das in Japan unbedingt notwendige V-Zeichen mit den Fingern zu machen. Manche Leute wollten uns dann auch noch zu sich auf die Plane einladen, was wir dann aber dankend abgelehnt hatten...

Was ich mich allerdings die ganze Zeit gefragt habe, war, ob nun letztlich mehr Menschen nun wirklich Hanami machten, oder einfach nur durch den Park liefen. Angesichts des Geschiebes und Gedränges hatte ich nämlich den Eindruck, dass mehr Leute auf den Beinen, als auf irgendeiner Plane waren :)

Aber wie auch immer, dieses urtypische Ereignis haben wir jetzt jedenfalls ausgiebig studieren können. War ja auch unsere letzte Chance... In wenigen Tagen ist der ganze Sakura-Zauber dann nämlich verschwunden :(