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29. Januar 06

Mundschutz

von Gunda

Jetzt, in der Erkaeltungszeit, aber auch, wenn alles grünt und blüht, sieht man ihn wieder verstärkt im Stadtbild. Ich kann mich an mehrfache Äußerungen deutscher Mediziner erinnern, die das Tragen eines Mundschutzes als Stigmatisierung von Kranken verteufelt haben. Auch, wenn die Maske freiwillig getragen würde, so geschehe das doch nur unter gesellschaftlichem Druck. Für viele Japaner gehört der Mundschutz ("masuku"= Maske) aber einfach zum Leben dazu. - Er schützt die Schleimhaeute von Mund und Nase vor Einflüssen aus der Umgebung. Er wird in Situationen getragen, in denen man sich angreifbar fuehlt und schützen möchte. Z.B., wenn man ohnehin erkältet ist, um es nicht noch durch fremde Viren schlimmer zu machen, wenn einem kalt ist oder die Luft einem zu trocken vorkommt, weil dann die Schleimhaeute angreifbarer sind und um sich z.B. vor Pollen zu schützen. So sehr man an dem medizinischen Nutzen dieses Schutzes auch zweifeln mag; für mich gehört das Bedürfnis danach und die Erscheinung im Stadtbild einfach zur (sicherlich eher neuzeitigen) japanischen Kultur dazu. Und so manchem geräuschvoll in der Bahn rotzendem Deutschen würde ich einen Mundschutz wünschen, um MICH zu schützen...

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