Jungs und Maedels
von Gunda
Wo ich in Deutschland schon mehr als mir lieb ist gesehen habe, dass trotz (oder wegen?) des ganzen Gleichstellungswahns Jungen und Mädchen in der Schule unterschiedlich behandelt werden, ist das hier erfrischend anders. Klar, die Interessen gehen auch hier auseinander, aber eben nicht so stark. Da laufen auch schonmal Jungen mit rosa Klamotten durch die Gegend, mögen Glitzer und fragen mich als erstes, welche Blume ich gerne mag. Es wird auf dem Schulhof in gemischten Gruppen gespielt, und so manches Mädchen steckt die Jungen beim Klettern in die Tasche. Ich habe den Eindruck, dass vorallem die Jungen anders sind als in Deutschland. Sie lehnen sich aneinander an, wenn sie Nähe brauchen und streiten sich kaum. Ich habe noch nie eine deutsche Klasse erlebt, in der die Hälfte der Jungen als Traumberuf "Koch" angegeben hätte und Kochen als erstes Hobby nennt. Und von den japanischen Jungen würde auch keiner auf die Idee kommen, sich zu weigern, Flötespielen zu lernen aus Angst, davon homosexuell zu werden. (So geschehen in Berlin-Neukoelln.) Ich führe das, neben der Erziehung, auch ein Stück weit auf die kulturellen Ursprünge zurück. Lange Zeit waren die Künste und Meditationstechniken Maennerdomaene, und die traditionelle Kleidung ist auch von der grundsätzlichen Art her für Männer und Frauen ähnlich. (Vielleicht komme ich irgendwann nochmal ausführlicher darauf zurück.) Jedenfalls fällt auch im Straßenbild Japans auf, dass (optisch und vom Verhalten her) so etwas wie Macho-Gehabe ganz fehlt. Ist Japan deshalb emanzipierter als andere Länder? - Ich würde das sofort mit "Nein." beantworten. Doch dazu später mehr...


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