Sayuri
von Thomas
Wir waren mal wieder im Kino. "Erinnerungen einer Geisha", der hier in Japan seltsamerweise "Sayuri" heißt (was auf den Filmplakaten dann auch noch in Romanji und nicht, wie sonst üblich, in Katakana geschrieben wird). Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Arthur Golden. Die Umsetzung ist auch gut gelungen, jedenfalls hat der Film uns beiden gefallen. Der Film spielt im Kyoto der 30er Jahre, einer ganz anderen Welt, als das heutige Kyoto. Zwar kann man in Gion, dem bekanntesten der ehemaligen Vergnügungsviertel von Kyoto, den Hanamachis, noch ein bischen was von diesem alten Flair erahnen, aber mehr ist es nicht, dazu ist heute alles dann doch zu künstlich und kitschig. Ab und an allerdings haben wir auch was wiedererkannt, hier einen Tempel, dort eine Pagode. Das war schon ganz nett... Ob der Film jetzt das "echte" alte Kyoto wieder auferstehen lässt, können wir natürlich nicht beurteilen, aber jedenfalls gibt er einem das Gefühl, ohne in kitschige Postkartenromantik zu verfallen. Er wirkt zumindest alles recht realistisch und glaubwürdig.
Interessant war die unverstellte Darstellung der amerikanischen Besatzer in den letzten Szenen des Films, die das Ende der alten Geisha-Kultur Kyotos nach dem 2. Weltkrieg zeigen. Derartig plump und banausenhaft, dass man sie wirklich nur als Gaijins bezeichnen kann. Und das in einem amerikanischen Film! Das hat den japanischen Zuschauern vielleicht gefallen, wie es dagegen angekommen ist, dass alle weiblichen Hauptrollen, einschließlich der Titelfigur, von Chinesinnen gespielt wurden, frage ich mich ja schon...
Uns hat es jedenfalls gefallen. Und weil wir ja doch öfter mal ins Kino gehen, haben wir jetzt auch vom Kino eine Pointo-Cado. Hätten wir schon längst machen sollen, dann hätten wir schon mindestens einen Film kostenlos gesehen. Wir vergessen halt immer, das diese Karten sich im Gegensatz zu Deutschland hier in Japan meist wirklich lohnen. Was hier allerdings sehr merkwürdig ist: Die Abendvorstellung sind in dem Kino deutlich billiger, als die anderen Vorstellungen. Ist ja sonst eigentlich immer umgekehrt.


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