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25. November 05

"Wir sind Kaiserin"

von Thomas

hätte man in Deutschland wohl analog zum aktuellen "Wir sind Kanzlerin" getitelt, angesichts der nun getroffenen Entscheidung, dass ein momentan noch dreijähriges Mädchen einmal Kaiserin von Japan werden darf.

Die Regierung hatte am Anfang des Jahres eine Kommission eingerichtet, die ein neues Gesetzt zur Regelung der Thronnachfolge ausarbeiten sollte. Nun ist der Entwurf fertig und es ist ein Bruch mit einer fast 2000jährigen Tradition: Zum ersten mal wird jemand den Chrysanthemen-Thron besteigen dürfen, dessen Vater nicht Kaiser war, sondern dessen Mutter. Kaiserinnen gab es nämlich schon durchaus (verboten wurde dies erst nach dem II. Weltkrieg), achtmal glaube ich, aber nie durften ihre Kinder Kaiser werden, sondern man wich dann auf einen Bruder der Kaiserin aus, dessen Kinder dann die Thronfolge antraten. So ist Japan bis heute das einzige Land mit einer rein männlichen Linie seiner Herrscher und das seit eben fast 2000 Jahren.

Nun ist es damit aber vorbei. Prinzessin Aiko darf einmal den Thron besteigen und eines ihrer Kinder (und zwar das älteste, gleich welches Geschlecht es hat) wird ihr nachfolgen.

Notwendig wurde diese Änderung, weil es in der aktuellen Kaiserfamilie die jüngste Generation einfach nur aus Mädchen und Frauen besteht. Alle Kinder, Brüder, Onkel und Cousins des Kaisers haben nur Mädchen zur Welt gebracht. Die einzige Alternative wäre gewesen, auf ehemalige Mitglieder der Kaiserfamilie zurückzugreifen. Das wollte man aber nicht, da man es für schwieriger hielt, das der Öffentlichkeit plausibel zu machen, als eine weibliche Linie in der Thronfolge. Und das wohl zurecht, wie Umfragen zeigen.

Also dann, warten wir noch ein paar Jahre und dann wird auch über Japan eine Frau herrschen ;)

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Kommentare

Gunda

... und dann haben sie auch noch entschieden, daß Frauen der Kaiserfamilie ihren Titel auch nach der Heirat mit einem Bürgerlichen behalten dürfen. - Die Prinzessin hat nämlich neulich nen Banker geheiratet.

Kilian Muster

Das war kein Banker sondern ein Verwaltungsbeamter, bzw. Städteplaner, der in der Verwaltung arbeitet.

Übrigens stimmen die 2000 Jahre nicht ganz, denn wirklich historisch nachweisbar ist der japanische Kaiser erst seit ca. dem Jahr 500. Der Rest kann u.U. in die Fabelwelt verwiesen werden. So hat der japanische Kaiser im Wettrennen um die älteste noch existente Institution der Welt gegen das Papsttum mit einer Differenz von 100 Jahren knapp verloren (das ist nämlich seit ca. 400 nachweisbar). Aber wir sind hier ja schließlich nicht im Guinnesbuch der Rekorde, da kann uns das ja egal sein.

Grüße

Kilian

Gunda

Nagut, nagut! Ich gebe alles zu und behaupte das Gegenteil! Bei mir hatte das alles so den "Langweiler-Anstrich". Deshalb habe ich es wohl verwechselt. Das ist natürlich alles pures Klischee in meiner Betrachtungsweise...
Wenn der Städteplaner ist, dann kann es mit Tokyo (oder ganz Japan?) ja optisch nur noch bergauf gehen. Naja, oder zumindest organisatorisch... ;-)

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