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28. November 05

Frau Schmidt hilft.

von Gunda

Ungefähr die Hälfte der Leute, die ich kenne, hat sich schonmal den Weisheitszahn rausnehmen lassen und damit keinerlei Probleme gehabt. Aber da ich ja Komplikationen sammle, mußte es auch in diesem Fall dazu kommen.
Hier der Verlauf in Kurzform:

Montag:
Weisheitszahn rausnehmen lassen. Wegen Platzmangel hat er ein Viertel einer sauteuren Krone einfach weggebohrt. (Hätte man da nicht lieber den Zahn anbohren können, der eh raus soll?) Ich bekam Schmerzmittel für diesen Tag und dann noch was nicht genauer Erklärtes für die nächsten drei Tage. - Vermutlich für Wundheilung und gegen Entzündung. ("Wenn morgen noch was weh tut, holen Sie sich Schmerzmittel in der Drogerie.")
Kühlen zu Hause. War mehr ein Instinkt, keine Empfehlung des Arztes.

Dienstag:
Nochmal zum Nachgucken. Tat immernoch ziemlich weh, mußte aber wohl so sein. - Drei Tage zu erwarten.

Mittwoch:
Feiertag. Noch immer keine Besserung. Mit Eisbeutel und Schmerzmitteln im Gepäck ins Aquarium nach Oarai. Alle zwei Stunden Pillen schlucken, weil die aus der Drogerie zu schwach für den Terror im Kiefer sind. Abends dann das Unausweichliche: Der Magen macht nicht mehr mit. Immerhin habe ich gerade noch Bahn und Bürgersteig geschont und erst zu Hause alles von mir gegeben.

Donnerstag:
Wieder zum Zahnarzt. So geht das ja nicht weiter. Drei Tage sind ja auch um. Drei Nächte nicht geschlafen, zwei Tage gekotzt. Vielleicht ist da was faul? Der Zahnarzt lächelt milde, sagt, die Übelkeit käme von den Tabletten, ich solle da etwas aufpassen. Lokalanästhetikum draufgeschmiert und fertig.

Freitag:
Neenee, jetzt hab ich vier Nächte nicht geschlafen und die Kotzeritis hat trotz Tablettenstop nicht aufgehört. Also wieder (vorsichtshalber mit Plastiktüte im Bus) zum Arzt. Jetzt kam es ihm auch komisch vor. Er hat den Zahn geröngt und festgestellt, daß ich beim Ziehen zu wenig geblutet habe. Normalerweise füllt das Blut wohl die Stelle des Zahns aus und baut sich langsam ab. In meinem Fall liegt der Knochen trocken, was wohl wehtut. (Ich hatte mich schon gewundert, woher er das Wort "knochentrocken" kennt...) Kann man nix machen; das geht irgendwann weg. Na klasse!
Und die Übelkeit? Wohl auch...
Lokalanästhetikum drauf, fertig.

Als Thomas abends nach Hause kommt, vegetiere ich wie schon seit Tagen im Bett rum und renne ständig zum Klo. Nichtmal ein Schluck Wasser bleibt mehr drin. Diesmal ist es anders, da krieg ich kaum noch was mit und hab noch dazu heftige Migräne. Thomas ergreift also die Gelegenheit, daß ich mich kaum noch wehren kann, um unter unseren deutschen Bekannten mit fließendem Japanisch rumzutelefonieren, wer uns im Krankenhaus helfen könnte oder uns zumindest eins nennen kann, das nachts auf hat. Leider sitzt nunmal nicht jeder am Freitagabend neben dem Telefon falls ein Notfall reinkommt. Zum Schluß bekommen wir von Edith die Telefonnummer einer uns unbekannten Frau Schmidt, die im Nachbarort wohnt. Die holt uns kurz darauf samt aufgewecktem Kind (Takao Thomas) von zu Hause ab und fährt uns ins Krankenhaus.

Interessante Frage gleich zu Anfang: "War das ein Zahnarzt, der Ihnen den Zahn rausgenommen hat?"  (Wäre ich besser drauf gewesen; ich hätte geantwortet: "Nein, wissen Sie, in Deutschland holt man sich eine Zange im Baumarkt und ruft den kräftigsten seiner Bekannten an...") Dann kam der Magenspezialist, der erstmal mit Ultraschall eine Magenschädigung ausschließen wollte. Anschließend bekam ich zwei Stunden lang eine Infusion, die vorallem dazu da war, meinen Flüssigkeits- und Nährstoffverlust der letzten Tage auszugleichen. Ne Spritze gegen Migräne und Tabletten gegen Übelkeit und für den Magen. (Da hab ich auch noch welche für drei Tage mitbekommen.) Ob ich das Wochenende über dableiben will? Ist das ein Witz? - Natürlich nicht!
Um 2h waren wir per Taxi wieder zu Hause. Ich bin ins Bett gegangen, und Thomas hat sich noch was zu essen gemacht. Wie ich am nächsten Morgen festgestellt habe, war er so durcheinander, daß er den Herd angelassen hatte...

Samstag:
Immernoch Zahn- und Kopfschmerzen. (Wenigstens hab ich wieder Hunger, und alles bleibt drin...) Kühle alles ganz tapfer. Thomas macht Weihnachtseinkäufe, ich vegetiere noch ein bischen...

Sonntag:
Schon alles viel besser, also komm ich mal mit Thomas kurz in die Stadt. - Schwerer Fehler! Am Abend ist alles wieder Mist.

Montag (also heute):
Laaaaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaaaam ist Besserung in Sicht. (Ich kann sogar wieder kurz vorm Computer sitzen oder zwei Seiten am Stück in nem Buch lesen.) Noch etwas Kopfschmerzen und ziemliche Zahn-Phantomschmerzen. Aber es geht aufwärts.

Morgen werden die Fäden gezogen und ich muß unterrichten. - Halleluja!

Eins muß ich an dieser Stelle noch anmerken: Thomas ist der tollste und beste Krankenpfleger, der mir je über den Weg gelaufen ist! Ein ganz ganz großes DANKESCHÖN an ihn!!! (Auch, wenn ihn die Sorge fast mit krank gemacht hat...)

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Kommentare

Enrico

Gute Besserung!

Gunda

Danke!
Ist schon um einiges besser...

Enrico

Bitte gern geschehen, hätte böse ausgehen können. matane

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