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« September 2005 | Start | November 2005 »

30. Oktober 05

Alles klar!

von Gunda

Wer weiß, was irgendwelche Nachrichten in Deutschland oder sonstwo wieder bringen...
Hier ist alles o.k. Hätte ich nicht zufällig vorher auf die Toilette gemußt, hätte ich dieses Mini-Erdbeben wohl gar nicht mitbekommen und getrost verschlafen.
Und das mach ich jetzt auch: Weiterschlafen.
Gute Nacht!

29. Oktober 05

Der auch noch!

Der auch noch!

Nachdem wir letzte Woche Ortrun zum Flughafen gebracht haben, ist jetzt auch Thomas sicher gestartet.

28. Oktober 05

Liebe Ortrun-Fans!

von Gunda

Wir würden uns über eine aktive Teilnahme mindestens genauso freuen, wie über fleißiges Lesen. Es gibt die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren (einfach "Kommentare" anklicken), und sowohl unsere als auch die Schweineseite haben Gästebücher. Danke für Euer Interesse! Bleibt uns treu!

Gunda  ;o)

Do you know the way to San Jose...

von Thomas

Der Vortrag ist endlich fertig, sonst alles erledigt, morgen geht es ab in die USA, genauer gesagt nach San Jose. Dort findet die MMM-Konferenz statt, auf der ich Montag einen kurzen Vortrag halten muss. Hoffentlich geht alles gut, Sonntag in acht Tagen bin ich wieder da...

26. Oktober 05

Kampf der Giganten

von Gunda

Irgendwie hatte ich mir schon gedacht, daß die Omamoris nicht so direkt zum Sammeln gedacht sind. Immerhin findet man sie bei Japanern, wenn überhaupt, dann nur vereinzelt irgendwo. Da gibt es dann mal eins zu Hause oder an der Tasche und eins im Auto. Das war's.Cimg9734_small
Wir hingegen haben diese kleinen Glücksbringer mit verschiedenen Zuständigkeiten, die man hier an Tempeln und Schreinen kaufen kann, immer eher als Souvenirs betrachtet und irgendwann beschlossen, sie zu sammeln. Jedes unserer "Glücksbringersäckchen" ziert hinten ein kleiner Zettel mit dem Anschaffungsmonat, dem Namen des Schreins, dem Ort und der Zuständigkeit (z.B. "Gesundheit" oder "gutes Studium").
In Kyoto hatten wir wegen des hohen Schreinaufkommens eine gute Gelegenheit, unsere Sammlung ziemlich stark zu erweitern. Oft konnten wir nicht herausfinden, wofür die Omamoris nun gut waren und nahmen sie erstmal einfach mit. ("Wird schon nichts Schlechtes draufstehen.")
Heute hatten wir dann das Ehepaar zu Gast, das ich einmal in der Woche mit deutscher Grammatik quäle. Denen habe ich unsere Sammlungserweiterung vorgelegt, was bei ihnen erstmal heftiges Lachen auslöste. Erstmal lag es wohl an dem ersten Omamori, das ich ihnen vorgelegt hatte: "Leichte Geburt"; und das, obwohl ich gar nicht schwanger bin. Später jedoch erklärten sie uns, daß jedes Omamori einen Gott als Hilfe sozusagen "anziehen" würde. Wenn man nun mehrere Omamoris hat, dann streiten sich die Götter, wer dem Besitzer nun helfen soll, und das bringt Unglück. So gesehen tobt in unserem Tatamizimmer schon seit einiger Zeit der "Kampf der Giganten"...
Cimg9729_smallErstmal war ich total verwundert. Aber ich fand Thomas' Erklärung doch ziemlich zutreffend: "Stell dir vor, eine muslimische Freundin würde dir erzählen, sie sammle Kruzifixe und würde bei jeder Kirche, die sie besichtigt eins kaufen. Würdest du das nicht auch komisch finden?" - Na klar würde ich das komisch finden! So sind wir Ausländer halt: etwas merkwürdig.
Trotzdem denke ich noch darüber nach, wie Götter, die eigentlich Gutes tun wollen, plötzlich Pech bringen können. (Abgesehen davon, daß Glück mit Hilfe der Omamoris durchaus käuflich zu sein scheint...) Wir haben uns für folgende Lösung entschieden: Die Götter merken ganz schnell, daß bei uns Hopfen und Malz verloren ist und ignorieren uns. ("Diese Christen haben eh keine Ahnung.")

25. Oktober 05

Langsam wird es bunt...

von Thomas

200510251306_1 Langsam beginnt Japans zweites weltberühmtes Naturschauspiel neben der Baumbluete: Die Laubfaerbung! Die Ginkos werden gelb, der Ahorn rot... Immer wieder wunderschön!

Klogeschichten, Teil 2

von Gunda

Da denkt man, man hätte alles aufgeschrieben, und dann kommt immer noch mehr nach, wenn man sich erstmal mit dem Thema beschäftigt...

Cimg9260_smallInzwischen hat Ortrun auch die Gelegenheit gehabt, die Duschtoiletten selber auszuprobieren und war meist enttäuscht davon, daß es bei den öffentlichen Toiletten keinen Fön für ihren Allerwertesten gab.  ;-)
Und das, nachdem sie doch tatsächlich eine Klobrillenabdeckung für eine Freundin erstanden hatte und uns somit, was die japanische Art, Toiletten zu benutzen angeht, glatt überholt hat.

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Dafür hat das Katastrophenschutzzentrum toilettentechnisch gleich zwei nette Dinge für uns bereitgehalten: Einen Hinweis beim Klo ("If you lost balance you gonna fall down on shit!") und eine "Instant Toilette" mit Reservoir und kleinen Klosteinen für den Notfall. (Eigentlich nur ein besserer Plastikbeutel...)Cimg9714_small_1Cimg9713_small
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24. Oktober 05

Nachträge

von Gunda

Nur so zur Info:

Einiges der letzten zwei Wochen haben wir noch nachgetragen oder neu bebildert. (Obwohl wir sonst weniger nachtragend sind...)
Mehr von Ortruns Besuch gibt's beim Link, der diesmal rechts ist, unter Oktober.

Für Neu-Fans unserer Seite: Wenn man die Fotos anklickt, werden sie vergrößert. - Ihr könnt also die Lupe wieder Oma zum Kreuzworträtseln zurückgeben.

Zu guter Letzt

von Gunda

Ortrun ist weg. Da gibt es nichts dran zu rütteln.

Inzwischen wissen wir auch schon, daß sie gut in ihrer Wohnung angekommen ist und dem wohl schon etwas müden Aleks gleich einen Teil ihrer hier angesammelten Schätze gezeigt und geschenkt hat.

Und wie war's für uns? Ein bischen was konnte man ja an den Kurzberichten der letzten Tage schon ablesen. Insgesamt würde ich es wohl mit "schön und anstrengend" zusammenfassen.

Toll war für uns, unseren Alltag mal mit fremden Augen sehen zu können, nochmal mit neu staunen zu können und vor Augen geführt zu bekommen, was wir hier eigentlich schon alles gelernt und geleistet haben ohne, daß uns das so richtig bewußt wäre. (Und auch, wie "tatamisiert" wir schon sind...) Und zum Glück wollte Ortrun auch nicht das "Standardprogramm" durchziehen, was uns die Möglichkeit gegeben hat, auch an Orte mit ihr zu fahren, die wir selber noch nicht gesehen haben. So war es für uns wirklich keinen Moment langweilig.

Ortrun hatte im Vorfeld gesagt, sie wolle unseren Alltag kennenlernen und sei gar nicht so an Touristischem interessiert. Aber irgendwie kam dann doch alles anders als jeder von uns dachte: Ortrun war an allem möglichen interessiert. Vorallem auch an Kramläden, Souvenir- und 100-Yen-Shops. Jeder zu Hause sollte was von der bunten merkwürdigen Welt, die sie gerade dabei war für sich zu entdecken, abbekommen. Und bei uns zu Hause stapelten sich Tüten mit Kleinkram, der bald im ganzen Wohn- und Tatamizimmer rumflog. Klar war alles schnell wieder aufgeräumt, obwohl Thomas und ich bis zum Schluß dachten, Ortrun müßte sich selbst ein riesiges Paket nachschicken. Aber an den letzten zwei Abenden hat sie es doch tatsächlich geschafft, jedes Kleinteil Stück für Stück optimal in den Koffer zu legen und dabei noch nichtmal Übergepäck zu haben. - Sowas schaffen wohl nur studierte Mathematikerinnen...  ;-)Automatenbilder7_medium_1

Aber das war noch längst nicht alles. Weil Ortrun nicht so ganz genau wußte, was sie sehen wollte, konnten wir ihr getrost "unser Japan" präsentieren. Das, was uns gefallen hat, wovon wir begeistert sind, was wir typisch finden. Und trotzdem hat sie natürlich auch unseren Alltag mitbekommen, wie wir hier so sind, wie wir leben und wahrnehmen. Und später wußte Ortrun dann schon mehr über die Möglichkeiten, die es hier gibt, hat ein bischen was gelesen und dann doch Wünsche geäußert.

Alles in allem ist wohl mit der Zeit die Tour durch "unser" Japan auch etwas zu "ihrem" Japan geworden, das ganz bestimmt sehr anders, wahrscheinlich aber nicht weniger spannend ist. Und so soll es ja schließlich auch sein. Wir wollem ja keinem was aufdrängen. Deshalb war es nach anfänglichen Angleichungsschwierigkeiten zum größten Teil Ortruns Tempo, Angucken, Fotografieren und Staunen, das uns durch die Gegenden geleitet hat.

Anstrengend war für uns natürlich ein bischen, den Alltag in unserer kleinen Wohnung mit noch einer Bewohnerin mehr zu meistern. Plötzlich war alles bis ins kleinste Detail anders und manchmal eben etwas aufreibender. Schließlich hatte ja jeder so seine Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse... Aber letztlich hat ja alles ganz gut geklappt.

Das (auswärts) Essen war natürlich auch immer schwierig. Denn wenn man unterwegs ist, geht man ja auch mal durchaus was essen. Ortrun ist aber Vegetarierin, was das Ganze nicht so einfach machte. In Japan gehört zum Essen Fleisch. Oder Tofu, dann aber mit Fischflocken. Und wenn man gezielt Vegetarisches bestellt, bekommt man oft Fisch oder Huhn. (Ist ja kein Fleisch...) Algen schmecken nach Fisch und was damit zubereitet ist, folglich auch. Und nur Reis ist auf Dauer auch öde. (Klar, es gibt auch eine handvoll sauteure vegetarische Restaurants; aber die muß man dann eben lange suchen.) Eigentlich haben wir zum Glück oft nach einigem Suchen was gefunden, und Ortrun war auch experimentierfreudiger, als sie selbst eigentlich vorher dachte; aber kulinarisch wird sie wohl kaum viele positive Erinnerungen an Japan haben.

Ich bin vorallem froh, daß Ortrun jetzt mehr weiß, wie es hier bei uns ist und daß sie wohl besser verstehen kann, warum wir gerne hier sind. Mehr wollte ich gar nicht. Schön ist auch, daß sie jetzt Japan in ihre Welt trägt, was erzählt und Fotos und Mitbringsel unter die Leute bringt. Natürlich ist es ihre Wahrnehmung von den Dingen; aber jetzt ist sie auch ein bischen Kulturbotschafterin. So, wie die Maus und wir...

23. Oktober 05

Die Neue

von Thomas

200510232337Wir haben eine neue Kamera :)

Gestern sind wir auf dem Rückweg von unserer Fahrt mit Ortrun nach Yokohama noch zu Yodobashi Camera in Shinjuku gegangen und haben uns eine neue Digitalkamera als Ersatz für unsere alte gekauft. Der Einfachheit halber haben wir eines der Nachfolgemodelle unserer Casio-Exilim gekauft. Statt in kühlem Blau, präsentiert sich die Neue nun in edlem Schwarz. Einen Sucher hat sie nicht mehr, dafür ein riesiges Display, das fast die ganze Rückseite der Kamera ausfüllt. Ein paar neue Features hat sie auch, leider fehlen auch ein paar alte, wie z.B. die von Gunda kürzlich entdeckte Couple-Shot-Funktion, mit der man ein Bild ganz simpel doppelt belichten konnte. Man kann halt nicht alles haben...

Der erste Eindruck ist bisher sehr gut, ein bisschen rumgespielt haben wir auch schon, das Meiste  klappt, die Bedienung ist einfach, da fast identisch mit der alten Kamera. Mal sehen, wie es weitergeht mit dem guten Stück und wie lange sie hält. Passend zum Totalschaden der alten Kamera, sind jedenfalls die Warnhinweise in der Bedienungsanleitung der neuen: Das Objektiv ist immer noch das empfindlichste Teil...
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Abflug

Abflug

von Thomas Sie ist gestartet! Und wenn man es auf dem Bild nicht gut erkennt, der Flieger ist sauber abgehoben und Richtung Europa entschwunden. Jetzt muss sie nur noch heil ankommen...

22. Oktober 05

Abschlussfahrt

von Thomas

200510221618_1 An Ortruns letztem Tag sind wir nach Yokohama gefahren, ins dortige Chinatown. So konnte sie noch ein wenig den Unterschied zwischen Japan und seinem Nachbarn sehen.

21. Oktober 05

Sommerverlängerung

von Gunda

200510211412_1Heute ging's bei strahlendem Sonnenschein nach Oarai an den Pazifik. Wir haben noch Peter in den USA gewunken, mit einem Einheimischen gequatscht und nasse Füße bekommen.

20. Oktober 05

Heiliger Totalschaden!

von GundaCimg9702_small

Ich bin ganz ahnungslos mit Ortrun zum Ushiku-Daibutsu gefahren. Erstmal keine große Sache, wenn man mal von den seltenen Fahrzeiten des Busses absieht.

Besonders toll war, daß Ortrun beeindruckt war und wir gleich angefangen haben, ganz viele Fotos zu machen. Gleich am Eingang gab es eine Fotowand mit aufgemalten Daibutsus, in die man seine Hände und seinen Kopf stecken konnte, um 2005102055sich als Buddha fotografieren zu lassen. Erstmal haben wir uns gegenseitig fotografiert, dann noch ein Ehepaar. Das wollten wir dann auch. Beide auf dem Bild wäre ja noch viel toller. Also habe ich der Frau meine Kamera gegeben. Ist ja auch in Japan normal, irgendeinem Fremden seine Kamera zu geben, um ein Foto von sich machen zu lassen.
Doch kaum waren wir an der Fotowand angekommen, ließ die Frau meine Kamera fallen. Die knallte mit der Kante des Objektivs auf den Steinboden und regte sich anschließend nicht mehr. - Totalschaden. Zum Glück war die Speicherkarte unbeschädigt.Cimg9706_small

Der Frau war das Ganze natürlich total peinlich. Sie konnte auch nur Japanisch. Trotzdem habe ich verstanden, daß sie mit mir die Adressen austauschen wollte. Offenbar wollte sie auf irgendeinem Weg die Kamera ersetzen. Da das ein Auslaufmodell und schon etwas älter war, wäre eine Schätzung durch eine Haftpflichtversicherung wirklich ein schlechtes Geschäft für uns gewesen.
Wir haben also die Adressen ausgetauscht, wobei ich ungefähr dreimal erklären mußte, daß diese japanische Adresse wirklich meine Adresse ist.

Kaum waren wir am Daibutsu angekommen, klingelte mein Handy. Die Frau war dran und Cimg9707_smallfragte, wo wir sind. Ich habe versucht, es ihr zu erklären, war mir aber nicht sicher, ob sie uns finden würde. In der Zwischenzeit habe ich Yukie zum Dolmetschen angerufen. Kurze Zeit später tauchte die Frau auf der anderen Seite des Gelände-Zaunes auf. Ich rief Yukie nochmal an, und nach einmal Hin-und-Her stellte sich heraus, daß die Frau mir den Kamera-Preis sofort in bar geben wollte. Ich war ziemlich überrascht; aber sie wollte es wohl so schnell wie möglich vom Tisch haben. Da mir Thomas kurz vorher noch am Telefon gesagt hatte, wie teuer die Kamera damals war, habe ich diesen Preis aufgeschrieben. Sofort holte die Frau ihr Portemonnaie raus und drückte mir einige Scheine in die Hand. Mehr als den aufgeschriebenen Betrag. Wechselgeld lehnte sie aber ab und entschuldigte sich noch tausendmal bei mir.

Sehr gerührt und aufgeregt machten Ortrun und ich uns an die Besichtigung des Daibutsus.
Und Samstag wird das Folgemodell unserer Kamera (viel toller als die alte) gekauft. Ganz wohl ist mir dabei immernoch nicht. Aber ich glaube, daß das vorallem für die Frau die angenehmste Lösung war.Cimg6267_small
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19. Oktober 05

Immernoch alles in Ordnung

von Gunda

Schonwieder nix passiert!
Eben gab's mal wieder ein nettes kleines Erdbeben. Toll, daß wir Ortrun das noch "bieten" konnten, wo der Taifun schonwieder unverrichteter Dinge an uns vorbeigezogen ist. Aber immerhin hatten wir ja schon neulich im Tokyoter Katastrophenschutzzentrum geübt...

Also: Uns geht's prima. Und das, obwohl Ortrun kurz danach noch etwas verdattert auf dem Sofa rumsaß. Thomas hat gar nichts gemerkt. Der war grad auf dem Weg zur Bushaltestelle.

Neu im Kaufhaus

von Gunda

200510191813_1... Suesskartoffel-Softeis!

18. Oktober 05

Es weihnachtet noch mehr.

von Gunda

Cimg9691_smallNeulich bei "Toisarasu"...

Wetter-Infos

von Thomas

Im Moment nähert sich Taifun Nr. 20. Wo er genau ist, dass sagt einem die Japan Meteorological Agency. Unter folgendem Link findet man die aktuelle Taifun Situation:

http://www.jma.go.jp/en/typh/index.html


Und die Japan Weather Association verrät einem, wo es gerade regnet (für alle, die es nicht selber merken, wenn sie im Regen stehen...):

http://www.jwa.or.jp/area_info/radar3.html

17. Oktober 05

Nix passiert

von Thomas

Es ist wie verhext, immer wenn wir in Kyoto sind, dann gibt es um Tsukuba rum ein Erdbeben und zu Hause haben unseren Leute zu Hause Sorgen, weil sie im Fernsehen (übertriebene) Berichte vom "großen" Beben sehen und uns, weil wir eben unterwegs sind, nicht erreichen können und wir selber bekommen nix mit und melden uns also auch nicht...

Passiert ist natürlich nichts, ein Beben der Stärke 5 oder so, verursacht in Japan keine Schäden. In anderen Weltgegenden bricht dann ja oft gleich der Notstand aus. Den Medien daheim ist das aber oft egal, gerade jetzt, nach dem großen Beben in Pakistan, macht auch der kleinste Wackler eine gute Meldung aus und entsprechend "informiert" macht man sich daheim dann Sorgen.

Also nochmal für alle: Nix passiert, wie immer bisher :)

16. Oktober 05

Kinkaku

von Thomas

200510161526_1 Endlich mal Glück mit dem Wetter in Kyoto. Der goldene Pavillon bei strahlendem Sonnenschein!

Ginkakuji

von Thomas

200510161303_1Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: Der silberne Tempel!

15. Oktober 05

Toji

von Thomas

200510151524_1 Japans höchste Pagode - im Regen...

14. Oktober 05

Gundas new style

von Thomas

200510141915_1 Kaum sind wir Kyoto, meint Gunda, dass sie ihr Image aufpeppen muss...

Bleibt alles anders

von Gunda

200510141045_1 Was bleibt: Wir fahren mit Ortrun übers Wochenende mit dem Shinkansen weg. Was anders ist: Kyoto statt Ise. (In Ise waren alle Unterkünfte voll.) Wird bestimmt trotzdem toll.

13. Oktober 05

Arbeitsam

von GundaCimg9212_small

Welcher Besuch kommt schon mit zur Arbeit? - Ortrun!

Naja, zumindest teilweise. Z.B. zu dem Mädchen, dem ich Cimg9227_smallDeutschunterricht gebe. Da haben wir mit einem selbstgebauten "Twister"-Spiel
und deutschem Knabberzeug (Brezeln und Erdnußflips) eine kleine "Deutschparty" veranstaltet, die allen sehr viel Spaß gemacht hat. (Jetzt kennt auch die Mutter die Grundfarben auf Deutsch und weiß, was rechts und links, Hand und Fuß ist.)

Das Spiel haben wir dann dagelassen.Cimg9229_smallCimg9247_smallCimg9228_small
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12. Oktober 05

Ortrun goes Tokyo

von GundaCimg9181_small

Cimg9190_smallDer Nezu-Schrein mit seinem kleinen Gang aus Torii (roten Toren) und das Tokyoter Katastrophenschutzzentrum Ikebukuro mit seinem Erdbebensimulationsraum standen auf dem Programm.

In letzterem waren wir mit Yukie und haben gleich noch eine Rauch- und eine Feuerlösch-Übung zusammen mit einigen japanischen Angestellten durchgemacht. War natürlich alles ziemlich gestellt. (Der Rauch war Wasserdampf, "gelöscht" haben wir ein Video von einem brennenden Papierkorb.) Ortrun stellte zusammenfassend fest, daß man vor Erdbeben zusammen an einem Tisch sitzt, vor sich auf dem Tisch Sitzkissen zu liegen hat, die man sich dann unter dem Tisch über den Kopf hält und auch sonst natürlich immer gut vorbereitet ist... (Die Brillen sind von dem Erdbeben-3D-Film, den wir vorher gesehen haben.)
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Welcome & farewell party

von Thomas

Nachdem das zweite Jahr nun begonnen hat, fangen natürlich auch die ersten Dinge an sich zu wiederholen. Vor etwa einem Jahr gab's für mich und ein paar Kollegen, drei oder vier waren es glaube ich, eine Willkommensparty. Heute war es wieder soweit, allerdings konnte nur ein neues Mitglied begrüßt werden, während zwei die Gruppe verlassen und einer innerhalb der Gruppe wechselt (ERATO nach CERC). Ein paar Hochzeiten gab es noch zu verkünden, drei genauer gesagt. Von einer hatte ich vorher gewusst, eine zweite konnte ich mir denken, die dritte überraschte mich gänzlich. Eine Hochzeit fand innerhalb der Gruppe statt, ein ERATO-Forscher heiratete eine CERC-Assistentin. Das ist auf zwei Arten typisch: Zum einen wird alles, was weiblich hier ist, früher oder später von einem der Wissenschaftler geheiratet (es denn, die Dame ist schon verheiratet, oder sie ist ein so genannter 'Christmas cake', eine wenig schmeichelhafte japanische Bezeichnung für eine Frau, die mit 30 noch keinen Mann gefunden hat und damit als zu alt gilt, um noch das Interesse der männlichen Japaner zu erregen), zum anderen hat man es ihnen nicht angemerkt. Liebesbeziehungen werden halt nicht nach außen hin sichtbar geführt, schon gar nicht bei der Arbeit. Die Kollegen, mit denen man enger zusammenarbeitet, werden es wohl gewusst haben, aber an uns Ausländern geht so was in jedem Fall vorbei, so was erzählt uns keiner (umso mehr Aufmerksamkeit erregt Gunda hier natürlich, die mich schon mal zum Essen abholt oder sonst wie vorbeischaut).

Was gibt's über die Party noch zusagen? Vor einem Jahr war mehr los, damals waren mehr Profs da, diesmal hält Tokura-sensei allein die Stellung (damals hatte Kawasaki-sensei noch die Party mit einer Art japanischen Kriegstanz und viel Geschrei beendet...). Das Essen war damals auch irgendwie besser und selbst wenn mich meine Erinnerung täuschen sollte, wofür ich heute 3000 Yen bezahlt habe, weiß ich nicht so recht, besonders da man hier überall schon für 1000 Yen ein prima Essen bekommt...

11. Oktober 05

Rakeru

von GundaCimg9145_small

... So heißt das "Omuraisu" (Reis-Omlette)-Restaurant, in dem wir uns alle zusammen mit Linda und Peter getroffen haben.
Daß es lustig war, sieht man wohl den Bildern an...
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Rückschau auf ein Jahr Japan III: Entdeckungsreisen & Urlaub

von Thomas

Leben in Japan heißt nicht nur Arbeiten und zusehen, wie man seinen Alltag meistert, es ist auch irgendwie ein großer Urlaub, eine einzige Entdeckungsreise, bei der man immer wieder auf Neues und Unbekanntes stößt. Das ist schon so, wenn man hier nur einfach lebt, aber es ist erst recht der Fall, wenn man sich hinausbegiebt und quer durchs Land reist. Und das haben wir bisher schon ausgiebig getan...

Die größte Tour haben wir letzten Frühjahr unternommen, als wir nach Hiroshima, Miyajima, Kyoto, Osaka, Nara und zum Fuji-san gefahren sind. Nach Kyoto sind wir inzwischen ein zweites Mal gefahren, 3 Tage nur. Trotzdem haben wir dort schon sehr gesehen, Tempel, Schreine, verschiedene Stadtviertel, Matsuris und vieles mehr. Kyoto ist vielleicht bisher der Ort, der uns hier in Japan am besten gefällt. Es am vielseitigsten, das Alte ist hier noch relativ lebendig, aber trotzdem ist auch ein moderne Stadt. Die Mischung ist hier irgendwie besser, als in Tokyo, wo das alte Japan nur noch in kleinen Inseln eine Rolle spielt.

Mit der anderen japanischen Megametroploe, Osaka, sind wir nicht so recht warm geworden. Vielleicht lag es auch am Wetter, am ständigen Regen, dass uns die Stadt etwas trostlos vorkam, aber irgendwie war das nicht so ganz das Wahre. Während Tokyo noch irgendwie viele Reize hat, abwechslungsreich ist, erschien uns Osaka einfach nur groß zu sein, eine moderne Großstadt halt. Aber vielleicht täuschen wir uns auch, was kann man nach wenigen Tagen schon abschließendes über eine solch riesige Stadt sagen. Aber das war halt unser Eindruck, gefangengenommen hat uns Osaka nicht.

Von den Resten der alten japanischen Kultur konnten wir uns natürlich schon viel ansehen. Die Schreine und Tempel von Nikko hatten wir letztes Jahr zu Weihnachten besucht. Das war als Weihnachtserlebnis zwar sehr skurril, aber nichtsdestotrotz ungemein eindrucksvoll. Ganz ähnlich war es auf Miyajima und in Nara. Alte Bauten bis zum abwinken...

Aber während das alles touristische Klassiker sind, ist es für uns auch immer wieder schön, wenn wir einfach mal in unserer Umgebung herumreisen und dort die eigentlichen Entdeckungen machen können. Denn außer Tokyo und Yokohma gibt es hier noch eine ganze Menge mehr Möglichkeiten, um einen interessanten Ausflug zu machen. In Tsukuba selbst kann man sich den Tsukuba-san anschauen, auf dem es einen sehr schönen Schrein gibt. Der Berg selbst, die Landschaft ist für Spaziergänge und Wanderungen sehr geeignet. Dann gibt es im Nachbarort, Ushiku, die größte Statue der Welt. Der Ushiku-Daibutsu ist mit 120m fast dreimal so groß, wie die Freiheitsstatue in New York. Seine Bekanntheit ist er aber selbst unter Japanern quasi gleich Null...

Ein paar Kilometer nördlich von uns liegt Tsuchiura. Neben dem jährlichen Feuerwerkswettbewerb, gibts mit dem See Kasumigaura, immerhin der zweitgrößte Japans, zumindest ein nettes Ziel, wenn man mal eine Fahrradtour unternehmen will. Apropos Größe, in Fukuroda, ganz weit im Norden der Ibaraki-Provinz gibt es den größten oder zweitgrößten Wasserfall Japans. Zweimal waren wir schon dort, einmal im Herbst, einmal im Winter. Nicht ganz soweit im Norden liegt Mito, die Hauptstadt von Ibaraki. Und wenn man da mal nicht gerade zu einer Behörde muss, kann man sich zum Beispiel den Kairakuen-Park ansehen, den landesweit berühmtesten Pflaumenpark.

Etwas umständlich, da es keine direkte Zugverbindung gibt, ist es, zur Küste von Ibaraki zu fahren. Dafür lohnt es sich aber durchaus. Im letzten Herbst waren wir in Isohara, relativ weit im Norden gelegen, gewesen und im Sommer sind wir dann ein paar mal nach Oarai an den Strand gefahren. Das werden wir auch bestimmt naechsten Sommer wieder machen.

Wo waren wir noch? In Narita z.B. und das nicht wegen des Flughafens, sondern wegen des schönen Matsuris dort. Und wir werden bestimmt nochmal hinfahren, denn die Stadt selber war auch sehr nett und den örtlichen Tempel müssen wir uns auch noch genauer ansehen. Zweimal waren wir dann noch in der Gegend westlich bzw. nordwestlich von Tokyo, am Takao-san und in Chichibu. In Hakone waren wir auch schon, da müssen wir aber nochmal hin. Damals hatten wir einfach zu wenig Zeit und hatten kaum was von der Landschaft gesehen.

Überhaupt, wo wir noch überall hin wollen... Die Liste ist viel zu lang :(

Wo anfangen? Ich möchte z.B. noch einmal höher auf den Fuji-san rauf, Gunda will unbedingt den Buddha in Kamkura besichtigen, wir waren noch gar nicht mal auf einer der anderen Inseln, nach Hokaido wollen unbedingt nochmal. Oder doch lieber nach Okinawa? Tiefschnee würde ich diesen Winter gerne einmal erleben, Laubfaerbung haben wir auch noch nicht in voller Pracht erlebt, Kirschblüten müssen wir uns auch noch mal richtig anschauen. Und jenseits von Japan? Es wird nie wieder so einfach und billig für uns sein, mal nach Korea oder China zu fliegen, die Chance sollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Und sonst? Wahrscheinlich fällt mir der Rest erst hinterher ein, aber ich hoffe, man sieht auch so ein wenig, wieviel wir schon gesehen haben, wieviel noch bleibt und wie sehr es uns alles gefallen hat...

10. Oktober 05

Fremdenführer

von Thomas

Eigentlich sind wir ja selber noch Dauertouris hier in Japan und immer auf der Suche, noch was neues zu entdecken, aber für Ortrun müssen wir jetzt die Fremdenführer spielen :)

Und damit es nicht zu viel auf einmal wird, versuchen wir ihr alles im Schongang näher zu bringen. Am Samstag war erstmal Ausruhen angesagt und nur zum Essen gehen und Einkaufen sind wir kurz raus gegangen. Nicht weit weg und erstmal ein Westernstyle-Restaurant, damit es nicht gleich zu fremd ist. Der Supermarkt war dann vielleicht schon spannender, mit all den fremden Sachen und vor allem der Geraeuschkulisse aus Musik und Werbegeschrei.

Am Sonntag haben wir dann die nähere Umgebung etwas erkundet und sind nach Tsukuba gefahren, Countryside, alles ziemlich verwestlicht, Japan-lite sozusagen. Bummeln im Baumarkt, damit sie mal sieht, wo wir unsere Wohnungseinrichtung her haben, Bus fahren in Japan, Essen gehen im Kaufhaus, ein bisschen herumbummlen, irgendwo war ein Kinderfest der örtlichen Forschungsinstitute usw.

Heute dann der erste Härtetest: Tokyo. Wir hatten uns viel vorgenommen, einen möglichst guten Querschnitt wollten wir ihr bieten: Erstmal Shinjuku mit seinem Megabahnhof und den Wolkenkratzern, den Menschenmassen, den riesigen Videoleinwaenden, der allgegenwärtigen Neonreklame, die großen Kaufhäuser und dazwischen immer wieder auch kleine, enge Straßen mit Geschäften und Lokalen. Vielleicht am ehesten das Bild, dass man von Tokyo hat, wenn man es nur aus dem Fernsehen oder Kino kennt.

Dann gings weiter nach Omotesando, alles schön edel und nobel, ein Designergeschaeft nach dem anderen und mittendrin der Oriental Basar, mit allem was der Japan-Touri den Daheimgebliebenen mitbringen möchte.

Dann die naechste Touri-Falle: Asakusa mit dem Senso-ji und den vielen Verkaufsstaenden, wo man nur Ausländer und Japaner trifft, die selber Touris sind...

Und dann war der Tag auch schon vorbei... Eigentlich wollten wir noch mehr machen, ihr zeigen, dass es auch in Tokyo ruhige Ecken, ohne Touris gibt, Tempel und Schreine, ohne Menschenauflauf, die man sich in aller Ruhe ansehen kann. Dann wollten wir mal nach Ginza fahren, aber daraus wurde alles nichts, der Tag war um und wir sind wieder zurück aufs platte Land gefahren.

Ob sie jetzt einen guten Eindruck von Tokyo bekommen hat? Wer weiß, wenn wir Pech haben, wird sie Tokyo als laute, graue Stadt in Erinnerung behalten, aber vielleicht können wir in den naechsten Tag ihr Bild noch etwas erweitern und wenn es dann auch mal nicht so regnet wie heute, sieht es vielleicht auch schon wieder ganz anders aus...

09. Oktober 05

Erstmal kleine Kreise ziehen.

von GundaCimg9111_small

So mit Jetlag in den Knochen und in einer so völlig anderen Kultur ist es doch ganz gut, erstmal klein anzufangen. Z.B. mit Alltag.
Da sind der Besuch in der frisch aufgebauten Weihnachtsabteilung bei Joyful Honda (inklusive einem Modellhaus mit Hasen und der Aufschrift "Happy Easter"), das touristisch eher unattraktive Tsukuba und der Pudding aus schwarzem Sesam dann doch erstmal genug...
Cimg9118_smallAch nee, Fotoaufkleber haben wir noch im Automaten gemacht und abends was gespielt.
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08. Oktober 05

Ortrun ist da!

von Thomas

200510081158_1Unser erster Besucher aus Deutschland ist da. Ortrun ist heil mit dem Flieger gelandet, der Zoll hatte auch nix zu meckern, trotz der vielen Mitbringsel, und nu is sie da, in Japan!

07. Oktober 05

Happy Birthday JST

von Thomas

Heute jährt sich der Geburtstag des JST, meines Arbeitgebers, zum zweiten Mal. Und zur Feier des Tages haben alle seine Angestellten heute einen freien Tag :)

Da das AIST, das Institut, an dem ich arbeite, aber nicht dem JST untergeordnet ist, sondern nur unsere ERATO-Gruppe, müssen alle anderen heute arbeiten, nur ERATOSs haben frei...

06. Oktober 05

Rote Solidarität

von Gunda200510060909

Nein, ich will an dieser Stelle nicht die vermeintlich "guten alten Zeiten" loben; es geht um etwas ganz anderes: Eine kleine rote Feder.

Gestern habe ich mich noch gefragt, was diese Feder an den Jacken der Parlamentspolitiker wohl zu bedeuten hat, und heute habe ich selber eine. Und nicht nur ich. Thomas hat auch eine und einige Leute auf der Straße und fast alle Angestellten im Rathaus...

Wer hat da Federn lassen müssen und wofür?

Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Japan hat seine soziale Ader entdeckt. Wer für die staatlichen Sozialeinrichtungen spendet, bekommt diese rote Feder zum Aufkleben.
Nichts Besonders, oder?

Ein bischen schon, denn mit der Hilfsbereitschaft ist es hier nicht ganz so selbstverständlich, wie z.B. in Europa oder Amerika. Auch, wenn in Deutschland viele schimpfen, daß sich nur jeder selbst der Nächste ist und das anders werden muß, so ist es hier doch deutlich schlimmer. Das Problem ist, wie bei vielem hier, ein kulturelles:

200510060916Aus der Sicht eines Japaners gehen Helfender und der, dem geholfen wird, eine soziale Verpflichtung ein, eine Art "Vertrag". Das Helfen ist dabei so etwas wie ein Geschenk. Und Schenken bedeutet in Japan, etwas Gleichwertiges zurückschenken zu müssen. Wenn ich also jemandem helfe, kann ich eine Gegenleistung erwarten. Schlimmer aber noch: Wenn ich Hilfe brauche und auch annehme, muß ich etwas zurückgeben.
Das ist der Grund, weshalb sich unter Umständen die gestürzte alte Dame mit Händen und Füßen wehrt, wenn ihr jemand aufhelfen will. Denn: Was könnte sie (einem Fremden) zurückgeben?
So ist es unter Fremden. Wenn man dann aber Mitglied einer Gemeinschaft (in Arbeit oder Freizeit) oder einer Familie ist, sieht die Sache schonwieder ganz anders aus. Da würde jeder für den anderen alles tun. (...und das wird auch von jedem erwartet!) Immerhin wird sich dort ja immerwieder eine Gelegenheit zum "Zurückschenken" ergeben.

An oben Beschriebenem merkt man ganz deutlich, daß Deutschland eine christliche Tradition hat. Auch, wenn es einige Leute inzwischen unter "Humanismus" verbuchen oder es sonst irgendwie anders nennen; Nächstenliebe, und damit auch Solidarität, hat christliche Wurzeln. Daran ist nicht zu rütteln. Vorallem z.B. im Vergleich zu Japan nicht.200510062054

Und weil Japan das Sich-um-Fremde-Hilfsbedürftige-Kümmern gut tun wird, unterstütze ich die Aktion mit meiner Feder. Wer die Homepage anguckt, wird das Ganze vielleicht als etwas unbeholfen und aufgesetzt empfinden. Aber es ist ja hoffentlich erst der Anfang von etwas, das Japan zwar weiter "verwestlichen", aber auch ein gutes Stück sozialer machen wird.

Neue-alte Aliens

von Thomas

So, jetzt ist der letzte Teil der Verlaengerungsprozedur für unser zweites Japan-Jahr auch abgeschlossen. Unsere Alien-Registration-Cards wurden heute Morgen im Rathaus von Ami-Machi erneuert und wir können unser hoffentlich auch wieder schönes und ereignisreiche zweite Jahr im Land der aufgehenden Sonne beruhigt angehen, der offizielle Papierkram ist jetzt jedenfalls erledigt :)

05. Oktober 05

Schirmchen wechsel dich

von Thomas

In Japan wird nichts gestohlen!

... na ja, fast nichts... Schirme zum Beispiel wechseln immer wieder ihren Besitzer, wie wir schon einige Male feststellen mussten (s. z.B. hier und hier). Heute ist es wieder mal passiert. Ich hatte meinen Schirm unten im Foyer in den Schirmständer gestellt und als wir dann zum Mittagessen gehen wollten, war er natürlich weg... Ok, nehme ich also irgendeinen anderen, der so ähnlich aussieht. War aber schon ein etwas älteres und angegammeltes Exemplar. Ein schlechter Tausch. Warum also sich nicht der Landessitte anpassen und dieses Exemplar gegen ein besseres "tauschen"...

Gesagt getan, nach dem Essen habe ich mir dann einen anderen Schirm genommen. Allerdings war das Ding auch nicht so toll, nicht mehr neu und relativ klein... Aber immer noch besser, als der andere, dachte ich mir jedenfalls.

Aber wie auch immer, als ich zurück kam, stand mein eigener Schirm wieder im Schirmständer im Foyer. Ok, ich also hin und flux die Schirme wieder ausgetauscht :)

Bilanz: Ich habe meinen neuen Schirm wieder und zwei andere Leute haben ihren alten Schirme ausgetauscht... Letztlich hat niemand was verloren...

Oder war das jetzt moralisch nicht ganz einwandfrei...?

04. Oktober 05

Fernsehnotizen

von Gunda

Koizumi hat seinen Volkszählungs-Zettel abgegeben. Japanische Männer weinen öfter als gedacht: Bei der Geburt des Kindes, bei Hochzeit, Trennung, TV-Dramen und beim Fußball. Der Herbst ist jetzt unweigerlich da. Zikaden verschwinden, Krähen werden dominanter. Da die Übergangszeiten hier sehr kurz sind, ist schon "Autumn sale" angesagt.

Was'n dat?

von Thomas

Es sieht irgendwie aus, wie verkümmerte, zusammengewachsene Weintrauben, was ich da vorhin an einem kleinen Baum/Strauch hier am AIST entdeckt habe. Irgendwie ganz schön eklig :(

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Der "Händewasch-Ort"

von GundaCimg9069_small

Auf vielfachen Wunsch gibt es jetzt endlich den heißersehnten Beitrag zu Toiletten in Japan. (Eigentlich dachten wir ja, das wäre in etlichen anderen Blogs und Reisetagebüchern schon erschöpfend genug erwähnt...) Darüber könnte man eine ganze Doktorarbeit schreiben. Ich erhebe deshalb keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit.

Cimg9072_smallHeutzutage sagen die meisten Japaner "toile", wenn sie die Toilette meinen. Das haben sie vom englischen "Toilet" abgeguckt. Aber ich lasse wohl erst einmal den "Fachmann" ran:

" (...) Die Toilette (o-te-arai, wörtlich: Händewasch-Ort) wird man Ihnen jedoch sicher zeigen.
Für die Wohnungs-Pantoffeln gilt, daß sie nie in die Toilette hineindürfen. An der Toilettentür heißt es also: 'raus aus den (Wohnungs-) Pantoffeln, rein in die (Klo-) Pantoffeln'. Man sollte die Toiletten-Pantoffeln beim Herausgehen so hinstellen, daß der nachfolgende Besucher bequem hineinschlüpfen kann, also gehen Sie rückwärts aus der Toilette hinaus und streifen Sie die Pantoffeln in der Weise ab, daß sie wohlausgerichtet ins Innere der Toilette zeigen.
Heute haben viele Eigenheime westliche Sitzklosetts, immer häufiger mit allen möglichen High-Tech-Schikanen, aber typischer sind die zum Hinhocken, wobei man sich logischerweise in Richtung auf die halbkugelförmige Abschirmung hockt. Mit dem Hebel dahinter wird gespült. Oft gibt es heute zwei - einen für groß, einen für klein. Papier sollte immer vorrätig sein. Es darf - wie bei uns - ins Klo geworfen und hinuntergespült werden. Toiletten ohne Spülung gibt es heute aber selbst in und um Tokyo noch massenhaft. Den Abtransport besorgen die bakyu-umu-kaa (Vakuum-car = Entleerungswagen)."
(aus: Lutterjohann "Kulturschock Japan")

Ich persönlich habe hier in Japan noch nie ein Plumpsklo oder dergleichen gesehen. Interessant wäre auch noch zu bemerken, daß besagter Entleerungswagen früher auf dem Land übersetzt "Honigwagen" genannt wurde...

Der schlimmste Fehler, den ein Ausländer in einem japanischen Haushalt machen kann, ist, mit den Toiletten-Pantoffeln versehentlich aus der Toilette zu kommen und dann auch noch damit am Eßtisch zu erscheinen.Cimg9074_small

Daß die Toilette in Japan immer getrennt vom Bad ist und daß man an deren Eingang die Schuhe wechseln muß, hat nicht unbedingt den Grund, daß Japaner ihre Toiletten nicht putzen würden und dieser Ort besonders dreckig wäre. (Obwohl hier oft ein anderes Verständnis von Sauberkeit vorherrscht als in Deutschland.) Das Ganze hat auch latent religiöse Gründe: Reinigung ist das zentrale Ritual des Shinto. Wen wundert es also, daß gerade der Ort, an dem man den meisten Schmutz läßt, separat behandelt wird? Und daß der Toilettenraum vom Bad getrennt ist, hat schon ab zwei Personen vorallem morgens unschlagbare Vorteile. Nur: Heizen kann man diese Räume meistens nicht. Damit man also im Winter nicht an der Klobrille festfriert und es nicht allzu ar...mkalt wird, bauen die meisten Japaner nicht etwa eine Heizung in den kleinen Raum ein, sondern beheizen die Klobrillen. Aber das ist noch längst nicht Cimg9075_smallalles:

Wenn man erstmal durch sein Körpergewicht der Toilette klargemacht hat, daß wer da ist, ist so ziemlich alles möglich: Heizen, Spülgeräusche, um andere Geräusche zu übertönen, Hintern waschen, vorne auch, Trockenpusten,... Aber noch neuere Toiletten können viel mehr als "waschen, fönen, legen": Da gibt es eingebaute Radios, mp3-Player und neuerdings sogar Internetanschluß, manchmal sogar mit Verbindung zum Arzt. Diese Toiletten analysieren die Exkremente und senden die Daten gleich weiter an den zuständigen Arzt. Abgesehen davon, daß mehr als ein Patient mit einem solchen Klo wohl der blanke Verwaltungshorror für jeden Mediziner wäre, fände ich die Vorstellung, daß mein Arzt schon vor mir weiß, wann ich schwanger bin, ziemlich merkwürdig.Cimg9073_small

Eine "einfache" Klobrille mit Heizung und Waschgelegenheit kostet ungefähr 200 Euro. Diese elekronischen Gefährten haben so wohlklingende Namen wie "Apricot", "Washlet" oder "Shower Toilet". (Da konnte ich mich nicht zurückhalten und mußte Linda diese blöde Frage stellen: "Oh, you shower in your toilet?")

Wir hätten an dieser Stelle gerne ein Video von Wasserspielen gehabt; aber die funktionieren nur, wenn man auf der Klobrille sitzt, und dann kann man es nicht filmen...

Cimg5353_smallWeil sich das nicht jeder leisten kann, gibt es auch noch preiswertere Möglichkeiten, bequemer zu sitzen. Z.B. auf einer mit Stoff bezogenen oder beklebten Klobrille. Wir haben trotz unserer anfänglichen Belustigung davon Abstand genommen, weil es uns doch irgendwie zu unhygienisch erschien. In der Nachbarschaft hat man dieses Problem allerdings gelöst, indem vermutlich die Hausfrau jeden Morgen die ganze mit Stoff beklebte Klobrille samt Deckel abmontiert, reinigt und dann zum Trocknen aus dem Badfenster auf der (außen befindlichen) Klimaanlage abstellt.200510031653

Die oben beschriebenen Hock-Toiletten sind interessanterweise wirklich nur noch im öffentlichen Bereich zu finden und auch bei Japanern nicht mehr so unbedingt beliebt. Wie es um diese Toiletten herum aussieht, kann sich jeder vorstellen. Es muß schon Zielwasser gewesen sein, was man da in die Toilette abläßt, damit kein Tropfen daneben geht. Da meine Hosenbeine tendenziell eher lang sind, kremple ich sie zur Verwunderung der Umstehenden oft hoch bevor ich eine japanische Toilette betrete.
Öffentliche Damentoiletten sind im üb