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10. Oktober 05

Fremdenführer

von Thomas

Eigentlich sind wir ja selber noch Dauertouris hier in Japan und immer auf der Suche, noch was neues zu entdecken, aber für Ortrun müssen wir jetzt die Fremdenführer spielen :)

Und damit es nicht zu viel auf einmal wird, versuchen wir ihr alles im Schongang näher zu bringen. Am Samstag war erstmal Ausruhen angesagt und nur zum Essen gehen und Einkaufen sind wir kurz raus gegangen. Nicht weit weg und erstmal ein Westernstyle-Restaurant, damit es nicht gleich zu fremd ist. Der Supermarkt war dann vielleicht schon spannender, mit all den fremden Sachen und vor allem der Geraeuschkulisse aus Musik und Werbegeschrei.

Am Sonntag haben wir dann die nähere Umgebung etwas erkundet und sind nach Tsukuba gefahren, Countryside, alles ziemlich verwestlicht, Japan-lite sozusagen. Bummeln im Baumarkt, damit sie mal sieht, wo wir unsere Wohnungseinrichtung her haben, Bus fahren in Japan, Essen gehen im Kaufhaus, ein bisschen herumbummlen, irgendwo war ein Kinderfest der örtlichen Forschungsinstitute usw.

Heute dann der erste Härtetest: Tokyo. Wir hatten uns viel vorgenommen, einen möglichst guten Querschnitt wollten wir ihr bieten: Erstmal Shinjuku mit seinem Megabahnhof und den Wolkenkratzern, den Menschenmassen, den riesigen Videoleinwaenden, der allgegenwärtigen Neonreklame, die großen Kaufhäuser und dazwischen immer wieder auch kleine, enge Straßen mit Geschäften und Lokalen. Vielleicht am ehesten das Bild, dass man von Tokyo hat, wenn man es nur aus dem Fernsehen oder Kino kennt.

Dann gings weiter nach Omotesando, alles schön edel und nobel, ein Designergeschaeft nach dem anderen und mittendrin der Oriental Basar, mit allem was der Japan-Touri den Daheimgebliebenen mitbringen möchte.

Dann die naechste Touri-Falle: Asakusa mit dem Senso-ji und den vielen Verkaufsstaenden, wo man nur Ausländer und Japaner trifft, die selber Touris sind...

Und dann war der Tag auch schon vorbei... Eigentlich wollten wir noch mehr machen, ihr zeigen, dass es auch in Tokyo ruhige Ecken, ohne Touris gibt, Tempel und Schreine, ohne Menschenauflauf, die man sich in aller Ruhe ansehen kann. Dann wollten wir mal nach Ginza fahren, aber daraus wurde alles nichts, der Tag war um und wir sind wieder zurück aufs platte Land gefahren.

Ob sie jetzt einen guten Eindruck von Tokyo bekommen hat? Wer weiß, wenn wir Pech haben, wird sie Tokyo als laute, graue Stadt in Erinnerung behalten, aber vielleicht können wir in den naechsten Tag ihr Bild noch etwas erweitern und wenn es dann auch mal nicht so regnet wie heute, sieht es vielleicht auch schon wieder ganz anders aus...

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Kommentare

Während ich das so lese, stellt sich (unbewusst) die (zweifellos blöde) Frage ein: Wie lange habt ihr eigentlich gebraucht, um mit den Essstäbchen zurecht zu kommen, und damit problemlos essen zu können?

Also bei Gunda weiss ich es nicht, sie konnte das schon, bevor ich sei kennengelernt habe. Ich selber habs recht schnell gelernt. Letztes Jahr war ich einmal kurz in Japan und da ich mich nicht total blamieren wollte, hab ich es ein paar Tage vorher mal ausprobiert. Erst dachte ich, dass wird nie was, aber letztlich ging es dann ganz schnell. Zur Uebung hatte ich dann gleich mal eine Schale Reis leer gemacht :)

Inzwischen macht es eigentlich keine Probelme mehr. Die Perfektion der Japaner habe ich natuerlich noch nicht erreicht, vor allem was das zerteilen von z.B. Fisch angeht, aber das Greifen funktioniert sehr gut.

Ne Schale Reis kann ich auch ohne Stäbchen leer machen... ;-)

Ansonsten hab ich das seit ich ca. 16 war immer wieder mal probiert, aber irgendwie unangenehm gefunden. Ich hatte immer das Gefühl, vor dem vollen Teller zu verhungern. Dann habe ich gemerkt, daß die chinesischen Stäbchen einfach zu groß und zu schwer für meine Hände sind. Deshalb waren dann 2001 die japanischen Stäbchen wie eine Offenbarung. Damit habe ich erstmal drei Mahlzeiten gebraucht, damit es irgendwie klappt. Dann habe ich es öfter ausprobiert und war ein paar Mahlzeiten später schon recht sicher.
Hier gibt es für Kleinkinder Lern-Eßstäbchen mit Finger-Halterung.

Hallo,

wenn ihr mal ein relativ ruhiges Plätzchen in Tokyo besuchen wollt, dann kann ich euch den Inokashira-Koen empfehlen.
(Inokashira Oncho Park, Inokashira Mitaka-city)
Ist ein sehr schöner größerer Park mit See, worauf man mit Schwanentretbooten rumpaddeln kann. Erreichen kann man den Park mit der orangfarbigen Expressbahn "JR Chuo Line" Richtung Hachiyoji oder Takao, Ausstieg ist Bhf. "Kichijoji". Vorsicht, nicht den SuperExpress nehmen, der hält in "Kichijoji" nicht! Dann im Bahnhof aus den Schranken geradeaus raus, die Treppen runter, weiter geradeaus, an der Ampel über die Inokashira Str. rüber, am Marui Kaufhaus vorbei immer weiter geradeaus. Dann kommt man recht bald im Park an. Eine Karte findet ihr unter
http://www.tokyuhotels.co.jp/en/TI/TI_KICHI/map.html
(Ist zwar die Angabe vom Kichijoji Tokyu Inn Hotel aber brauchbar, um sich zu orientieren)
Man könnte zwar auch im Bhf. auf die Keio Inokashira Line Richtung Shibuya umsteigen und fährt eine! Station und steigt Bhf. Inokashira-Koen aus aber das wäre rausgeschmissenes Geld! Man kann bequem vom Kichijoji Station zum Park rüberlaufen.
LG
Tomo

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