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27. September 05

Wie's um's Visum steht

von Gunda

Da hab ich schon mehr als einmal neidisch auf den großen Glückskeks an meiner Seite geguckt. So einfach geht das: Vertrag und Antrag auf Verlängerung abgeben, und schon hat man ein Visum für ein weiteres Jahr im Paß.

Und bei mir?
Antrag auf Verlängerung abgewiesen. Grund: Ein Working Holiday Visum gilt nur für ein Jahr und wird nur einmal im Leben erteilt. Mögliche Lösung: Einen neuen Status beantragen. Als was? Was mache ich? Kultur- und Sprachunterricht. Also: "Human / International Expert". (Klingt toll, oder?) Einen Teilzeitvertrag habe ich auch, kann also nachweisen, daß ich gebraucht werde, und im Notfall bürgt Thomas für mich.
Fehlanzeige! Es kann nur ein Japaner für mich bürgen, und ein Teilzeitvertrag reicht nicht aus, um meinen Lebensunterhalt zu garantieren. Abgesehen davon habe ich keinen Hochschulabschluß, müßte also mindestens 10 Jahre Berufserfahrung nachweisen. Hilfe!!! Was nun?
Neben dem Grübeln nach Lösung fühle ich mich zurückgewiesen und bin drauf und dran, das Handtuch zu werfen und einfach nach Deutschland zurückzugehen. Zum Schluß siegt die Vernunft, und ich fange an, zu kämpfen.
Heiraten wollen wir in Deutschland; das scheidet aus. Einen Bürgen suchen? Erstmal was anderes probieren.
Also die Firma, bei der ich angestellt bin, um Rat fragen. Die zeigen sich erst kooperativ, stellen sich später quer, weil es zu viel Arbeit wäre. Hin und her, die Zeit wird knapp. Als sie merken, daß ich ihnen dann wirklich verloren gehen würde, lenken sie ein: Ich bekomme pro forma einen Vollzeitvertrag, der dann wieder in einen Teilzeitvertrag umgewandelt wird, wenn ich das Visum habe. Aber was ist mit den 10 Jahren Berufserfahrung?
Also erstmal zur englischsprachigen Ausländerberatung nach Tsukuba. Die sind echt fit. Dort erfahre ich, daß von einigen Ländern das Studium mitgezählt wird. Auch von Deutschland. Und endlich hat es mal sein Gutes, Langzeitstudentin gewesen zu sein...  ;-)  Dann hab ich noch schnell was von nem Arbeitgeber in Berlin schicken lassen, die Papiere im allerletzten Moment von meinem Arbeitgeber hier (Ich war schon am Bahnhof, um die Einwanderungsbehörde persönlich zu vertrösten.) bekommen und am letzten möglichen Tag alles eingereicht.
Ein paar Tage später (In der Beratung hatten sie was von "bis zu einem Monat" gesagt.) hatte ich die Benachrichtigung im Kasten, daß ich kommen soll. Aber da stand nicht drauf, ob ich das Visum nun bekomme oder nicht. Thomas konnte sein Visum abholen, und so sind wir heute leicht angespannt wieder mal nach Mito gefahren. Und dann hatte ich plötzlich ganz schnell mein Visum und eine "Multiple Re-entry Permission" im Paß.
Das Wundern kam auf dem Rückweg in der Bahn: Ich hatte das Visum bis 1.10.2006 beantragt und eines bis zum 27.9.2006 bekommen. Muß ich jetzt drei Tage vor Thomas zurück nach Deutschland? Aber das ist ja noch hin. Wir werden sehen.

Cimg8925_smallJetzt nehmen wir erstmal an der Volkszählung teil. Leider konnte der Zettelverteiler kein Englisch. Er hat uns aber eine Erklärung (Sogar auf Deutsch!) unter die Nase gehalten, in der stand, daß wir eine Übersetzung bekommen. Sowas hatte der Typ anscheinend nicht dabei und verstand auch nicht, was wir haben wollten. (Selbst mit Hilfe des Übersetzungscomputers nicht.) Der hat wahrscheinlich sowieso schon nen halben Herzinfarkt bekommen, als er gesehen hat, daß er den Zettel an Ausländer verteilen muß... Inzwischen haben wir aber auch die Adresse der zu dem Austeiler gehörigen Homepage gefunden, womit die Übersetzung nicht mehr weit ist. Am 2.10. kommt der Herr wieder und holt die Bögen ab.Cimg8926_small

Oh weh! Da fällt mir ein: Wir haben uns keinen Registrierungsbogen für das Schwein geben lassen! - Schnell noch ne Mail hinschreiben, die sollen uns was schicken!

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Folgende Weblogs beziehen sich auf den Eintrag Wie's um's Visum steht:

Kommentare

Gratulation! Da hast du ganze Arbeit geleistet (und deine Firma auch)! Normalerweise muss man in so ner Situation einen Japaner heiraten...

Naja, ich wollte ja nur ein Jahr länger bleiben, und nicht für immer. Wenn ich nen Japaner geheiratet hätte, hätte Thomas das vielleicht nicht so toll gefunden...
Ich hatte auch noch nen Bürgen in petto und nen Japaner, der mich gleich adoptieren wollte. ;-)

Hi,
habe mit Interesse den Beitrag verfolgt und gelesen.Ich will auch nach Japan und besitze leider keinen Hochschulabschluß.
Ist es dennoch möglich ein Tourist working Visa für 1 Jahr zu bekommen das würde mir erst mal reichen. Wäre Dankbar über jede Info und Hilfe die ich bekommen kann.

greetings

Hallo Chris!

Wen Du schon Student bist, dann ist das einfachste ein Working Holiday Visum. Dazu brauchst Du nur eine Studienbescheinigung, darfst noch keine 31 Jahre sein und brauchst ein paar tausend Euro auf dem Konto (genau wiess ich es nicht mehr, 2000 bis 4000 waren es glaube ich). Mit dem Visum kannst Du ein Jahr in Japan bleiben und machen, was Du willst. Allerdings ist es nicht unbedingt einfach, einen Job zu bekommen. Haengt vor allem davon ab, wieviel Japanisch Du kannst. Besser ist, von Deutschland aus zu suchen und erst rueber zu gehen, wenn Du eine feste Zusage hast.

Zum Working Holiday Visum hier ein Link:

http://www.mofa.go.jp/j_info/visit/w_holiday/

Hallo und Danke schon mal!
Nur das Problem ist ich bin kein Student, das Geld würde ich haben. Nur fehlt es eben an Hochschulbildung, was wahrscheinlich das ganze nicht einfacher macht. Der einzigste vorteil den ich dort habe ist das meine Freundin schon dort ist und ich erst mal Unterkunft hätte. Nur Sie besitzt natürlich ein B.A. und Unterrichtet Englisch als Native-speaker. Ich bin in besitz der doppelten Staatsbürgerschafft Deutsch/Ami und habe nur eine abgeschloßene Lehre und ca. 8 Jahre Berufserfahrung ohne Lehre und bin 27 Jahre, wäre 28 wenn ich rüber gehe.Ein 3 Monats Visum bekommt ja jeder glaube ich, nur ein Holiday Working Visa für ein Jahr. Werde wahrscheinlich schlechte Karten haben,oder? Fakt ist, ich komme auf jeden fall erstmal zumindest für 3 Monate. Aber ein 1 Jahres Working Visa glaube ich würde mir schon mal mehr möglichkeiten an Jobs bieten. Denn nach meinen Recherchen bei den Jobs für die ich in Frage kommen würde, wird meistens eigentlich immer ein Working Visa verlangt und Resident in Japan. Die anderen Jobs in dem ein Visa gesponsort wird verlangen mindestens ein B.A. ( nicht das erste mal das ich kotzen könnte wegen meiner geringen Bildung)Werde erstmal den link begutachten und mich mal schlau machen. Danke noch mal!
Bin aber immer noch froh über Ratschläge und Tips. Top Seite übrigens mit einer der Informativsten hier in Germany über Japan die ich bisher gefunden habe.

greetings

Also, jetzt melde ich mich mal selber.
Du brauchst keine Hochschulbildung, um ein Working Holiday Visum zu bekommen; das hatte Thomas mißverstanden. Du brauchst genügend Kohle (mindestens 2000 Euro), die auf dem Konto liegt (notfalls ausleihen und hinterher zurückgeben) und mußt unter 30 sein. Ein Motivationsschreiben brauchst Du noch und ich glaube einen Lebenslauf. Das Visum gibt's natürlich bei der japanischen Botschaft und in Japan bei der Einwanderungsbehörde. Deine Motivation sollte natürlich nicht sowas in der Richtung "Japan hat mich schon als Kind fasziniert, und ich lese gerne Mangas." oder "Ich hoffe, in diesem spirituellen Land meine innere Mitte zu finden." sein. - Spinner gibt's vorallem in Tokyo schon genug. ;-)
Aber Thomas hat Recht: Wenn Du nicht unbedingt als Englischlehrer "verwurstet" werden willst, sondern in Deinem Beruf weiterkommen willst, solltest Du erst mit der Absicht zu bleiben herkommen, wenn Du hier einen Job sicher hast. (Ich habe zusammen mit der Suche von Deutschland aus über ein Jahr gebraucht, um das zu finden, was ich wollte.) Und Du solltest unbedingt kommunikabel Japanisch sprechen. (Als Englischlehrer braucht man das nicht unbedingt.)
Aber als "Westler" stellt man sich das wirklich ganz anders vor. Man denkt, Japan sucht den Kontakt nach außen und gerade zur "westlichen Welt" und ist dann bestimmt begeistert über jeden Ausländer als Bereicherung. Dem ist nicht so. Ausländer machen Probleme, kommunizieren anders, verunsichern, wenn sie nicht Japanisch können (Die meisten Japaner fühlen sich mit Englisch so unsicher, daß sie im Zweifelsfall lieber gar nichts sagen.), erwarten andere Arbeitszeiten und mehr Urlaub. Das und vieles mehr stört die japanische Ruhe. Deshalb sind japanische Firmen um des Betriebsfriedens Willen oft gar nicht allzusehr auf ausländische Mitarbeiter aus. Japan ist sich oft selbst genug. Wenn man aber fließend Japanisch kann, öffnen sich einem viele Türen. Auch Job-Türen.
Also, für mich wäre die Zitterpartie mit erst kommen und dann vielleicht bleiben finanziell und emotional echt nix. Aber wenn Du das willst, mach es. Du solltest es Dir nur nicht zu einfach vorstellen.

Hey Danke für die Info erst mal, habe ich aber auch schon gefunden mitlerweile und mich schlau gemacht und einen hauch von Hoffnungs Schimmer erhalten. :) Der anschließende Beitrag war sehr Interessant.
Habe schon von meiner Freundin erfahren was das Problem ist. Sie fühlt sich sehr Isoliert weil Sie nur ein wenig die Sprache spricht. Kontakt hat Sie nur zu anderen Ausländern und zu einem Mädel das Englisch perfekt spricht. Ansonsten ist es sehr schwer Soziale kontakte zu finden vorallem in dem vor Ort in dem sie wohnt bei Osaka.Weil Sie eben nicht Japanisch spricht, oder zumindest ganz wenig.
Ich stelle es mir auch nicht einfach vor und denke nicht blauäugig das jeder in Japan mit einem Job auf mich wartet und freude daran hat das ich Deutsch, Englisch spreche und kein Japanisch kann.Bin aber durch die Botschafts HP auf einen Link gestoßen für Working Holiday Visa halter. Dort stand das wenn man nicht zu wählerich sei man über sie auf jeden fall irgend eine art von Beschäftigung bekommen könnte. Zumindest wenn man bereit sei für wenigstens 3 Monate zu Arbeiten.So lange ich erst mal über die Runden komme und bei meiner Freundin bin ist alles in ordnung. 1 Jahr geht schnell vorbei. Allerdings wenn ich vorhaben sollte doch länger zu bleiben bzw. wir, dann wäre es schon Ratsam wie Du sagst was zu suchen was zu einem passt.Aber ich muss erst mal Japanisch lernen. Und ich denke wenn ich dort bin und es Notwendig ist, sind das schon mal die Besten Voraussetzungen. Das Problem ist einfach auch das ich auf jeden fall bei meiner Freundin sein will, das eigentlich der Hauptgrund. Aber ich stelle es mir auch als eine nicht zu vergessene Lebenserfahrung vor.Ich würde natürlich am liebsten in Ihrer nähe Arbeiten können, deswegen erst hin und dann schauen.Mir ist ehrlich gesagt auch nicht ganz Wohl dabei. Aber ich will es trotzallem versuchen.
greetings und Danke für Hilfe!

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