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18. Juli 05

Friedhofstourismus

von Thomas

Heute sind wir bei strahlendem Sonnenschein (und entsprechend unertraeglichen Temperaturen...) in den aeussersten Osten Westen Tokyos gefahren, nach Hachioji. Warum? Nun, durch Zufall hatte es sich ergeben, dass ich im Internet nach den Grabmaehlern der japanischen Kaiser suchte und dabei auf Hachioji stiess. In dem Ort sind der Showa-Tenno, der Vater des jetzigen Tennos, und der Taisho-Tenno, sein Grossvater, sowie deren Ehefrauen beerdigt. Und da der Ort nicht so weit weg ist, sind wir heute also da hingefahren, um uns die Grabmahle direkt anzusehen.

Hachioji stellte sich als nette Kleinstadt etwas groesser als Arakawaoki heraus. Der Park mit den Grabmaehlern war etwa eine halbe Stunde Fussweg vom Bahnhof entfernt. Bei der Hitze schon eine kleine Strapaze. Aber es hat sich gelohnt. Der Park stellte sich als kleine Oase der Ruhe, abseits des hektischen Gewimmels der Stadt heraus, in den sich ausser uns kaum jemand hin verirrt hatte. Zwischen grossen Zedern sind breite Kieswege angelegt und ausser einem kleinen Teich mit ein paar der landestypischen bunten Zierkarpfen, gibt es keinerlei Schnickschnack zu sehen und genauso schlicht wie die Umgebung, sind auch die Graeber angelegt. Cimg7404_smallJede Grabanlage besteht aus einem terassenfoermigen Huegel, auf dessen oberster Stufe sich ein mehrere Meter breites, halbkugelfoermiges, mit kleinen Steinen dicht bedecktes Grab befindet. Jedenfalls nehme ich an, dass das das eigentliche Grab ist. Man konnte leider nicht naeher heran, denn die ganzen Anlagen sind jeweils eingezaeunt, nur eine Steinsaeule, wohl mit dem Namen des dort begrabenen und ein grosses Holz-Torii befinden sich ausserhalb der Umzaeunungen. Alles in allem scheint mir das Ganze recht typisch fuer Japan zu sein, sehr schlicht und wenig pompoes.

Auch wenn die Anlage recht interessant und schoen war, Stunden konnte man dort nicht verbringen und so haben wir uns noch nach weiteren Zielen am Ort umgesehen. Hachioji liegt wie gesagt im Osten Tokyo und die Auslaeufer der Gebirge oestlich und noerdlich Tokyo reichen dort schon bis in die Stadt hinein. Am interessantesten schien der Mt. Takao bzw. Takao-san zu sein, auf dem sich eine grosse Tempelanlage, der Takaosan Yakuoin Tempel, befindet. Wegen der Hitze sind wir dann erst noch eine Station mit der Bahn an den Fuss des Berges gefahren udn dann mit einer Bergbahn auf den Mt. Takao hinauf. Die Bergbahn ist angeblich die mit der groessten Steigung in Japan. Fast 32 Grad betraegt diese an der steilsten Stelle und in der Tat, war das ziemlich beeindruckend. Bis zum Ende nahm die Steigung stetig zu und man hatte permanent das Gefuehl, auf eine Wand zu zufahren. Wirklich eine Erlebnis...

Oben auf dem Berg war recht viel los, ganz im Gegensatz zu dem Park mit den Kaisergraebern. Die Tempelanlage war recht komplex und schlaengelte sich in mehren Stufen bis zur Bergspitze hinauf. Das besondere an dem Berg sind die sogenannten 'Tengu', mythische Berggeister, dei dort beheimatet sind. Zwei von ihnen bewachen jeweils die verschiedene Tempelgebaeude, einer mit einer langen Nase und einer Art Faecher in der Hand und ein zweiter mit eine Schnabelnase und einem Schwert in der Hand. Im ersten Moment waren wir beide etwas verdutzt, denn die Statuen hatten auch noch jeweils ein paar Fluegel und erinnerten (waeren die Nasen nicht gewesen), an so manche europaeische Engelsdarstellungen.

Die andere Besonderheit habe ich erst auf dem Rueckweg bemerkt. Ein kleine Treppe neben dem Weg fuehrte auf eine Lichtung mit einem wohl buddhistischen Gebaeude, dass aber so gar keine Aehnlichkeit mit den sonstigen japansichen Tempeln hat. Ganz aus weissem Stein mit einer lang auslaufenden Spitze, sah es eher wie ein Tempel aus, den man von Bildern aus Indien oder Indochina kennt. Keien Ahnung, was das war, gab leider keine Info auf Englisch dazu :(

Danach sind wir dann aber wieder zurueck gegangen. Die Fahrt runter mit der Bergbahn war fast noch beieindruckender als die Fahrt nach oben, es konnte einem fast schwindlig werden :)

Neben bei hat Gunda dann noch was entdeckt, das wir uns beim naechsten Besuch anschauen werden. Ein Photomuseum, in dem man wohl selber Trickaufnahmen vor verschiedenen Hintergruenden machen kann. Das Infoblatt und einige Plakate machten eine sehr interesanten Eindruck...

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Kommentare

Attila Wurm

Nette Reisebeschreibung! Aber ein kleiner Tip zur leichteren Orientierung: Landkarte anders rum halten! Dann sind die Gebirge und auch Hachioji im Westen Tokios, dort, wo sie auch hingehören... :-)
Übrigens ist Hachioji (mit dem Takaosan, 600 m ü.d.M.)noch lange nicht im "äußersten" Westen Tokios, da kommt noch viel Bergland. Der höchste Berg Tokios ist 2000 Meter hoch! Auf zum Klettern!

Thomas

Schoen bloed :) Danke fuer den Tip, natuerlich im Westen!

Das mit dem 'aeusserst' ist so eine Sache, Hachioji liegt, wenn ich die Karte richtig deute, doch direkt am Stadtrand, oder? Okay, die Stadt zieht sich dann noch weiter nach Nordwesten. 'Aeusserst' ist wohl etwas zu grosszuegig gewesen...

In jedem Fall danke fuer den Kommentar!

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