Festfazit
von Gunda
Nachdem wir jetzt den ganzen Tag immer mal wieder an dem Fest teilgenommen haben, kommt hier nun sozusagen das Fazit.
Wir sind an den besagten Buden langgeschlendert und haben es sogar fertiggebracht, uns gekonnt auf Englisch anquatschen zu lassen, sodaß wir in Erfahrung bringen konnten, daß heute leider kein Feuerwerk stattfinden wird.
Der Wagen ist nach einer längeren Pause mehrfach die Straße beim Bahnhof ein Stück hoch und wieder runter gefahren, wobei jeweils am Ende der Strecke ein interessantes Manöver vollzogen wurde: Der obere Teil des Wagens wurde ziemlich schnell (mit sämtlichen Leuten drauf) mehrfach um die eigene Achse gedreht, um dann in die Richtung zeigend angehalten zu werden, in die es zurückgehen sollte.
Je dunkler es wurde, desto mehr Leute waren auf der Straße. Zum Schluß war es um den Bahnhof herum so voll, wie wir es noch nie erlebt hatten.
Natürlich rief das ganze Fest auch die Ortspolizei auf den Plan. - Eine Gruppe älterer Herren mit Leuchtstäben, die sich später bequem mit Stühlen an einigen Punkten niedergelassen hatten, ab und zu ein Auto in seine Schranken wiesen und sich ansonsten mit Getränken von einem Lastwagen selbst bewirtet haben.
Am Rande des Geschehens tanzten einige Teenie-Mädchen zu etwas westlicherer Musik, und ich konnte es mir nicht verkneifen, eins dieser Knicklichter-Armbänder zu erstehen, damit ich wenigstens einmal im Leben ne kleine Leuchte sein konnte. ;-)
Junge Leute waren eigentlich überall zu sehen, und niemand schien irgendwelchen religiösen Ernst aufbringen zu wollen. Im Gegenteil: Es ging sehr lustig, locker und laut zu, trotzdem an einer Stelle ein mobiler Schrein aufgebaut worden war, an dem die Leute in all dem Trubel, mitten unter den Leuten, beten konnten.
Später sahen wir dann sogar noch andere Ausländer. Erst war es nur ein Pärchen; später lief uns gar eine ganze französischsprachige Gruppe über den Weg.
Alles in allem waren wir am Ende des Tages ziemlich begeistert, daß sowas auch mal bei uns stattgefunden hat und wir uns sogar ein bischen zugehörig gefühlt haben.


Was befindet sich an den Holzspießen, die der Mann auf dem 1. Foto verkauft? Rohe Fische? :-) Und wozu dient die Holzkiste vor dem Schrein-Tisch auf dem letzten Foto?
Kommentiert von: Tim | 17. Juli 05 um 17:59
Hallo Tim,
Danke erstmal für´s Interesse :)
Und nun die Antworten: Auf dem ersten Photo sieht man Grillfische. Die werden als Ganzes auf eine Holzspieß gesteckt und über Holzkohle gegrillt. Schmeckt ganz gut, ist aber recht schlecht zu essen.
Die Holzkiste vor dem kleinen Altar dient dazu, Münzen als Spende hineinzuwerfen. Danach klatscht man dann in die Hände, um den Gott auch so richtig auf sich aufmerksam zu machen und spricht dann lautlos sein Gebet. Diese Kisten findne sich in unterschiedlicher Größe vor jedem Schrein.
Als wir Neujahr in Tokyo am Meji-Schrein waren, hatte man dort eine grosse Plane vor den Schrein gelegt. Die Menschen haben dann abertausende von Münzen dort drauf geworfen, so daß ein sich ein riesiger Teppich aus Geld vor dem Schrein ausbreitete. Das war sehr eindrucksvoll.
Kommentiert von: Thomas Lottermoser | 17. Juli 05 um 22:51