Jede Menge Kohle
von Gunda
... haben wir jetzt zu Hause.
Trotzdem lohnt ein Einbruch bei uns deshalb nicht unbedingt, denn es handelt sich wirklich um echte Holzkohle. Nicht das, was man gepreßt in Deutschland zum Grillen verwendet, sondern einfach verkohltes Holz, bei dem man sogar noch die Struktur, Kerben und Rillen, manchmal sogar die Jahresringe erkennen kann.
Warum ich Kohle gekauft habe? Nicht zum Grillen, so viel steht fest.
Zuerst habe ich nur darüber gelesen, daß es in Japan üblich ist, diese Art von Kohle zur Reinigung zu benutzen.
Reinigung? Mit so einem Stück Dreck, das alles schwarz färbt?
Aber wer z.B. die guten alten Kohletabletten in Erinnerung hat, weiß, was gemeint ist: Kohletabletten wirken gegen Durchfall und leichtere Vergiftungen, weil die Kohle das Gift und die Flüssigkeit an sich bindet. Und wer schonmal einen Wasserfilter auseinandergenommen hat, weiß, daß der Filter im Idealfall auch aus nichts anderem besteht als aus Kohle.
In Japan macht man sich diese Wirkung auf ganz verschiedene Arten zunutze: Zur Luftreinigung (gegen Feuchtigkeit und Gerüche), in Papier eingeschlagen, um die Wäsche frisch zu halten, zum Trockenhalten der Schuhe während des feuchten Sommers, im Badewasser, um das Wasser weicher zu machen, im Aquarium, damit das Wasser klar bleibt, manchmal im Reiskocher oder sogar in der Waschmaschine.
Ich glaube nicht, daß ich alle Varianten ausprobieren werde. Erstmal habe ich ganz klein mit dem Aufstellen einiger diskreter Behälter mit Kohlestückchen in Bad, Toilette und Flur angefangen, weil sich dort wegen der feucht-warmen Luft am ehesten Gerüche und Schimmel bilden.
Heute habe ich dann ein Stück Kohle zum Kochen in mein Teewasser getan und war restlos begeistert: Weiches Wasser, das kein bischen mehr nach Chlor oder irgendwas anderem schmeckt (wie es das hier sonst immer tut)!
Nach diesem durchschlagenden Erfolg werde ich dann auch demnächst mal versuchen, das Badewasser zu "veredeln". - Von der Reiskocher- und Waschmaschinen-Variante werde ich dann aber wohl doch Abstand nehmen.
Hier scheint das schwarze Zeug SO beliebt zu sein, daß inzwischen aus der edleren Version sogar Schmuck hergestellt wird. Auch Kosmetikartikel, die die reinigende Wirkung ausnutzen, gibt es hier schon lange.
Also: Her mit der Kohle!


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