No sex, please!
von Gunda
Dem Ausländer-Magazin "Metropolis" (politisch korrekt: "English magazine for Japan's international community") konnte man kürzlich entnehmen, daß es schlecht um den Nachwuchs an Japanern (und von Japanern) bestellt ist:
Der Minister für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt sagte offenbar, daß, soweit das Ministerium das ermitteln konnte, ein Drittel der japanischen Ehen ohne Sex oder nahe daran seien. Sieht man mal davon ab, daß sich natürlich die Frage aufdrängt, wie das Ministerium das herausgefunden haben will, kann man im gleichen Text auch noch lesen, daß der Minister meint, die Japaner seien frigide. Das wiederum findet "Metropolis" verständlicherweise merkwürdig, denn kaum etwas wird hier so sehr konsumiert, wie Sexblättchen und Comics mit gleichem Inhalt. Fast jede Tageszeitung hat mindestens ein Bild von einer fast nackten jungen Dame irgendwo drin, und sei es nur in der Werbung. - Vielleicht spricht das einen ja noch eher an, wenn man sowas von zu Hause nicht kennt? ;-)
Doch weiter im Text: 10% der Japaner (so viel, wie die Einwohnerzahl von Tokyo) lebt allein, was für diese Menschen ein SO großes Problem darzustellen scheint, daß sich ein neuer Geschäftszweig an deren Bedürfnisse angepaßt hat: "Unazuki-ya" ("Nick-Laden") heißen die Firmen, in denen man sich für ca. 100 Euro jemanden mieten kann, der einem zwei Stunden lang zuhört und dabei unablässig nickt. (Vielleicht bräuchte man sowas nicht nur als Single gelegentlich?)
Weiter kann man lesen, daß es auch als Problem empfunden wird, daß sich viele Japaner nicht mit Menschen des anderen Geschlechts wohlfühlen. (In gewisser Weise ja auch ein Hinderungsgrund für die Zeugung von Nachwuchs...) Deshalb gibt es an die 3000 Heiratsvermittlungen in Japan, die nicht die Partner, sondern deren Eltern zusammenbringen und sie sich eine Weile gegenseitig über das jeweilige Kind ausfragen lassen. Anschließend bekommen die Männer eine dreistündige Lektion in Gewinnend-Lächeln und wie man über Dinge spricht, an denen die potentielle Braut interessiert sein könnte. Das, so das Magazin, scheine besser zu wirken als Kontaktanzeigen.
Der Artikel schließt mit dem Zitat eines Heiratsvermittlers in Nagoya: "Lately, we've seen an increase in so-called middle-aged parasites, single men in their 40s who still live with their parents."
Angeblich gehört unsere Generation, die man haufenweise mit Kindern auf der Straße sieht, sodaß wir schon den Eindruck bekommen haben, es gäbe hier keine Paare ohne Kinder, noch zu den "Babyboomern". Aber vielleicht sind da ja auch Klone dabei?
Jedenfalls waren Thomas und ich uns einig, daß alles oben Genannte nicht der Grund dafür sein kann, daß westliche Ausländer bei japanischen Frauen manchmal höher im Kurs zu stehen scheinen als Männer gleicher Nationalität.


ja :D, ich nochmal
nur so am rande, aus dem munde so einiger japanischer frauen habe ich, mit eigenen ohren einige details in dieser sache zugetragen bekommen ;)
- geheiratet wird nicht aus liebe
- sondern wegen der finanziellen situation ;)
- japanische maenner sind gemeinhin ( in diesem fall vorallem die jungen !) als schwach angesehen (von japanischen jungen frauen !)
- die grundeinstellung vieler jap. maenner ist noch ein wenig hinter her ( so in bzg. auf das rollenverhalten ;) !)
nur so am rande und natuerlich ohne gewaehr ;)
ich mag uebrigens die jap. frauen sehr ;)
th.
Kommentiert von: thomas | 24. Mai 05 um 23:14
Wenn ich dazu jetzt noch mehr schreiben würde, was mir durch den Kopf geht, wirfst Du mir wieder vor, ich würde meckern. ;-)
Tatsächlich habe ich eine sehr westliche Sicht auf Beziehungen und das was gut oder schlecht dafür ist.
Das, was Du dazu geschrieben hast, kannte ich natürlich schon schon.
Ich würde im übrigen als westlicher Mann die meisten japanischen Frauen auch ganz toll finden. Aber das ist ein anderes Thema...
Kommentiert von: Gunda | 25. Mai 05 um 16:09