Japan und seine Nachbarn
von Thomas
Momentan ist das Verhältnis Japans zu seinen Nachbarn im Westen besonders schlecht, nicht das es in den letzten 150 Jahren irgendwann einmal besonders gut gewesen wäre, aber in den letzten Tagen ist es mal wieder auf einem Tiefstpunkt angelangt.
Die Ursache für das Missverhältnis zu seinen Nachbarn Korea und China liegt in der aggressiven Kolonialpolitik der Japaner seit der Meji-Zeit bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Die Eroberung Taiwans und Koreas, die immer ausgedehntere Besetzung Chinas und schließlich der Pazifikkrieg, in dem das imperialistische Japan fast ganz China und Suedostasien eroberte und dabei unzählige Kriegsverbrechen beging.
Dies ist nun 60 Jahre her und wie das Beispiel Europa zeigt, sollte diese Zeitspanne eigentlich für eine Versöhnung ausreichen, aber hier ist man noch weit davon entfernt. Japan ist in keinsterweise bereit sich für die Gräuel des Krieges zu entschuldigen, zwar gibt man offiziell alles zu, zahlt auch (allerdings als Wirtschaftshilfe bemaentelte) Entschädigungen, aber eine offizielle Entschuldigung liegt noch in weiter Ferne.
Aber warum ist das alles gerade wieder so aktuell? Nun, Japan möchte einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und stößt dabei auf Skepsis und Ablehnung vor allem bei China. Und dann gibt es noch einen ganz konkreten Auslöser für die aktuelle Krise, ein japanisches Schulbuch, in dem die japanische Kolonialpolitik gelinde gesagt etwas "geschönt" dargestellt wird, ist vor einigen Tagen veroeffentlicht worden. Massaker werden als Unruhen mit vielen Toten beschrieben und vor allem die Leugnung der massenhaften Verschleppung chinesischer und koreanischer Frauen, die dann als "Sexsklaven" für japanische Soldaten dienten, erregt die Gemüter. In Südkorea gab es große Proteste und in Peking und anderen chinesischen Staedten kam es sogar zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen die japanische Botschaft sowie japanische Restaurants und Geschäfte schwer beschädigt wurden.
Und nun werden die diplomatischen Bälle hin und her geschoben. Japan verlangt von China eine Entschuldigung und Garantien, dass sich so was nicht mehr wiederholt. China interessiert das relativ wenig und mahnt eine andere Haltung Japans zu seiner Vergangenheit an, worauf Gestern dann z.B. die Japan Times wieder die mangelnde Selbstkritik chinesischer Geschichtsschreibung und die einseitig negative Darstellung Japans beklagte und auch Südkorea noch einen Seitenhieb, der in die gleiche Richtung zielt abbekam.
Tja, so wird man das Problem wohl nie lösen können. Hier muss wohl oder übel auch einmal die japanische Seite sich bewegen, sich, wenn auch teilweise zu recht, immer nur über die Anderen beklagen und Dinge gegeneinander aufzurechenen, hilft da wenig. Aber eine Aenderung dieses Verhaltens liegt wohl noch noch in weiter Ferne...


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