Endlich Schnee!
von Thomas
Nachdem es gestern so heftig geschneit hatte, sind wir heute kurz entschlossen zu einem Ausflug aufgebrochen. Nach Fukuroda, das ist etwa 100 km nördlich von Arakawaoki und in gut 2 Stunden mit der Bahn zu erreichen. Wir waren dort zwar schon mal und haben uns dort Japans größten Wasserfall angeschaut, aber da es dort recht schön war und wir die Hoffnung hatten, dort Schnee zu finden, haben wir uns entschieden ein zweites Mal dort hin zu fahren. Und unsere Hoffnung wurde nicht betrogen, es gab dort noch reichlich Schnee!
Wir sind vom Bahnhof wieder in das Tal, in dem sich auch der Wasserfall befindet, gelaufen, dann jedoch abgebogen und die waldigen Hügel raufgelaufen. Da die Sonne schien und es Tauwetter gab, war der Waldspaziergang sehr lustig. Immer wieder vielen kleinere und größere Schneeklumpen von den Zweigen und trafen uns entweder auf dem Kopf oder verfehlten uns nur um Haaresbreite :)
Viel los war nicht und wir hatten den Wald fast ganz für uns alleine, der Schnee war noch unberührt, außer ein paar Tierspuren gab es nur unsere Abdrücke im manchmal mehr als knoecheltiefen Schnee...
Zum laufen wäre das jedoch ideal gewesen (hier fiel uns wieder die Erzählung von Roland ein, den ein erstaunter japanischer Reiseinformationsmensch gefragt hatte: 'Can you walk on snow?'), hätten nicht die Japaner die Angewohnheit, die besonders steilen Stellen des Weges zu betonieren! Schnee auf Beton... eine super Rutschbahn!
Aber letztlich ging es doch, wir haben uns Zeit gelassen und sind dann schließlich oben auf einem der Hügel angekommen, auf dem sich ein kleiner Schrein befindet, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick auf das Tal hat. Die tief verschneite Anlage lud natürlich zum Bilder machen geradezu ein und wir haben diesem Hobby wieder ausgiebig gefrönt ;)
Der Abstieg ins Tal war dann mit ähnlichen Schwierigkeiten versehen, wie der Aufstieg, aber es ging und wir sind heil unten angekommen. Zum Wasserfall sind wir allerdings nicht mehr gelaufen. Angeblich soll er ja im Winter zufrieren, aber angesichts der Geräusche, die wir hörten, war er das jetzt offensichtlich nicht und da Gunda wegen ihre noch nicht ganz verheilten Erkältung auch etwas geschafft war, sind wir dann wieder Richtung Bahnhof gelaufen.
Jedoch nicht ohne vorher noch was zu Essen. Die Spezialität von Fukuroda sind die Fische, die man wohl in den Flüssen im Tal fängt und die man aufgespießt und über Holzkohle gegrillt, an vielen kleinen Buden dort kaufen kann. Da ich jedoch Fische mit Kopf und Flossen und allem was sonst noch so in einem Fisch drin ist,
nicht unbedingt mag, hat nur Gunda sich diese Spezialität geholt, während ich mir ein paar gegrillte Reisbällchen gekauft habe. Die sind zwar etwas zäh, jedoch gegrillt und mit Teriakisoße bestrichen, schmecken sie gar nicht so schlecht.
Am Bahnhof angekommen, mussten wir dann noch eine Stunde warten, bis der Zug endlich kam und saßen währenddessen in dem etwas zugigen Warteraum. Das Bild der Landschaft draußen hatte sich während des Tages sehr verändert, während am Morgen alles noch mit Schnee bedeckt war, war dieser inzwischen fast ganz geschmolzen... Mal wieder Glück gehabt ;)


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