von Thomas
Heute sind wir mal mit dem Rad losgefahren. Von hohen Gebäuden oder Brücken in Arakawaoki kann man in der Ferne eine riesige Buddha-Statue sehen. Das ist der Ushiku-Daibutsu. Vor allem Gunda wollte sich die Figur immer schon mal ansehen und da das Wetter gut ist radelten wir los. Laut Karte müsste der Daibutsu gut 10 km weit weg sein, also kein Problem. Als wir uns langsam dem Ziel nähern, kann man die Figur endlich sehen: Es ist einfach nur gewaltig! Ein riesige Steinstatue, die alles in der flachen Landschaft überragt, Felder, Bäume, Häuser, Fabriken, nichts ist auch nur annähernd so hoch.
Schließlich kommen wir an. Das Gelände ist ein riesiger Friedhof und wir müssen noch eine ganze Weile radeln, bis wir den Eingang endlich finden. Dort gibt es ein paar Buden mit Fressalien und Andenken sowie eine Info-Tafel: 120m ist die gesamte Anlage hoch, der Sockel 20m , die Figur alleine 100m (Das ist mehr als doppelt so hoch wie die Freiheitsstatue mit ihren 40m...).
Ein Problem gibt es jedoch: Wir sind zu spät, man kommt nicht mehr rein. Etwas enttäuscht sind wir schon, sind aber selber schuld, wären wir halt eher losgefahren... Aber so haben wir wenigstens einen Grund, wieder hierher zu fahren. Es lohnt sich!
Zurück fahren wir einen etwas anderen Weg und kommen so kurz vor Arakawaoki an einem Okonomiyaki-Lokal vorbei. Da wir Hunger haben, gehen wir ganz mutig rein... Das Lokal ist ganz nett, es ist jedoch nicht viel los. Eine Frau gibt uns eine Karte, alles Japanisch. Na ja, vielleicht geht es auch so. Da kommt auch schon ein Mann und fragt was wir wollen. Ich sage "Okonomiyaki" und er versteht :) Was Schweinefleisch, Käse und Mayonnaise auf Englisch heißt, weiß er zum Glück und hinter uns hängt ein Poster, mit dem Gewünschten darauf und zur Bestätigung zeigen wir nochmal darauf.
Nach ein paar Minuten kommt die Frau nochmal und bittet uns mit Richtung Küche zu kommen. Dort gibt es eine kleine Bar und dahinter die große Ofenplatte. Das ist toll, so können wir gleich sehen, wie unsere Okonomiyaki gemacht wird.
Ach so, was ist das eigentlich: Nun so eine Art japanischer Omelette. Etwas Teig wird dünn auf der Ofenplatte verstrichen, darauf kommt viel geraspelter Weißkohl und dann noch ein paar Bohnenkeime und noch was, von dem ich gar nicht wissen will, was es ist. Dann noch unsere gewünschten Schweinfleischstreifen und ein paar Gewürze. Oben drauf wieder etwas Teig. Das Ganze wird dann immer wieder gewendet (Wir erleben eine schöne Performance des Meisters) und dabei immer platter. Zum Schluss wird noch ein Ei zerschlagen und verstrichen, der Pfannkuchen kommt darauf. In denselben wurden vorher noch ein paar Nudeln gefüllt, dann noch etwas Soße oben drauf, ein paar Fischflocken und geraspelte Algen und das Okonomiyaki ist fertig zum Servieren. Schön stilecht in einer Gusspfanne auf einem Holzbrett.
Sehr lecker muss ich sagen, obwohl ich wegen der Algen etwas Bedenken hatte. Dazu gibt es noch eine Suppe und ein paar Schmankerl: Für Gunda etwas japanischen Kartoffelsalat, ein paar Fischkekse und zwei Mandarinen.
Alles in allem ein toller Event, mit viel Radebrechen in Japanisch und Englisch auf beiden Seiten und drei älteren Herren als begeisterten Zuschauern. Als wir gehen sind wir ganz begeistert. Hier kommen wir bestimmt wieder her!
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