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16. November 04

immermehr zu Hause

von Gunda

Zuerst kam der Mann von Yamato Transport mit unseren Seekisten. Thomas stand also wichtig mit der Checkliste im Zimmer, während der Mann ganz vorsichtig zuerst unseren Boden mit Pappe ausgelegt und schließlich die Kisten draufgestellt hat. (Ganz im Gegensatz zu dem deutschen Möbelpacker in Berlin, der unsere mit „Fragile“ bezeichneten Kisten einfach in seinen Laster geschmissen hat.) Thomas durfte jede Kisten-Nummer abhaken, als es auch schon wieder an der Tür klingelte und die Internet-Techniker vor der Tür standen. Die guckten sich kurz das Modem an und fingen gleich an zu lachen, denn die Fernseh-Techniker vom letzten Besuch hatten schlicht und einfach vergessen, das Modem einzuschalten, weshalb bei uns natürlich das Internet nicht zu funktionieren schien. Nach einigem Hin und Her klappte dann alles ganz ohne neues Kabel. Inzwischen war der Transport-Mensch auch schon verschwunden, und so hatten wir nach relativ kurzer Zeit den Rest unseres Orga-Zeugs fertig und damit den Grundstein zu einem halbwegs vollständigen Haushalt gelegt.

Thomas ging zur Arbeit, und ich fing an, einige der Kisten auszupacken. Das heißt, ganz so einfach war das nicht, und ich habe auch nicht sofort damit angefangen.

Da standen also die Kisten, die ich zum letzten Mal in unserem berliner Wohnzimmer gesehen hatte, und wirkten so fremd und unwirklich hier in Japan, in einer Wohnung, in der wir ein ganz anderes Leben führen und doch immernoch die gleichen Menschen sind. – Es wäre wohl leichter gewesen, krassere Schnitte zu machen…

Ich habe nicht gleich angefangen mit dem Auspacken, weil ich Angst hatte, angesichts der ganzen Sachen, die wir von zu Hause mitgenommen hatten, und die mich zum Teil schon sehr lange begleitet haben, Heimweh zu bekommen. Als ich mich dann daran gemacht habe, die Kisten zu öffnen, war es auch ein bischen so: Ich habe mich daran erinnert, welchen Platz die Sachen zu Hause hatten, wo sie hingehörten und was ich vielleicht vergessen hatte, einzupacken. Hier waren unsere Möglichkeiten, Dinge zu verstauen, andere, und ich mußte für alles erst einen Platz suchen. Die vertrauten Dinge wirkten so fremd in einer Wohnung, die aber auch schon ohne diese Dinge vertraut geworden war.

Vielleicht habe ich zu viel darüber nachgedacht; aber am Ende des Tages war ich doch etwas durcheinander.

Inzwischen haben die Sachen fast alle ihren Platz, und ich habe mich daran gewöhnt. Letztlich sind sie doch ein Stück Zuhause, das mit uns hierher gekommen ist.

Lustig war auch das Auspacken am Abend zusammen mit Thomas. Irgendwie hat sich in unserem Gedächtnis der Inhalt der Kisten innerhalb dieser zwei Monate, die sie unterwegs waren, ziemlich verändert. Jedenfalls gebrauchten wir oft Sätze, wie „Wo ist denn … ?“ - „Was? Das hast Du gar nicht eingepackt?“ oder „Huch, das hab ich auch mitgenommen?“ Jedenfalls haben wir jetzt Dinge hier, die wir nicht brauchen werden (z.B. Backblech und Kuchenformen, weil wir keinen Ofen haben) und Dinge, die wir ein bischen vermissen. Aber das wäre wohl immer so gewesen…

Da sich inzwischen schon so einiges eingependelt hat und wir so eine Art Alltag (Thomas mit seiner Arbeit, ich mit dem Haushalt und der Jobsuche) haben, werde ich nicht mehr jeden Tag beschreiben. (Sonst wird es auch einfach zu langweilig…)

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