Wochenend-Ausflug
von Gunda
Wenigstens kein Regen…
Voller Elan haben wir uns aufgemacht, um erst gemütlich Möbel zu begucken und dann zum Mt. Tsukuba (Mount Tsukuba, bzw. Tsukuba-san) zu fahren.
Gegen Mittag waren wir an der Bushaltestelle, um festzustellen, daß der Bus nur einmal am Tag fährt, und zwar Vormittags. Glück im Unglück: Die nette Dame von der Touristen-Info konnte Englisch, hat uns alles erklärt und uns noch Infos über den Berg und die Umgebung (auf Englisch) mitgegeben. – Unsere Orientierung wird immer besser.
Also war nix mit „Natur“, und wir haben einfach noch weiter woanders gemütlich (teurere) Möbel angeguckt, sind nach Hause gefahren und haben einen Wellness-Abend gemacht.
Entdeckung des Tages: Eine komplette Wohnzimmereinrichtung im viktorianischen Stil mit Marmor-Imitat-Plastik-Möbeln und Blümchen-Bezügen. (Schnell in die Designer-Abteilung, um nicht laut loszulachen…)
Langsam bekomme ich Heimweh. Nicht nach Berlin oder bestimmten Leuten (Die sind ja zum Glück Dank Internet und Telefon recht nah.), sondern nach vertrauten Wegen, nach Alltagsritualen und Menschen, die ich gut einschätzen kann (abgesehen von Thomas). Es ist, wie sich den ganzen Tag durch einen unbekannten Urwald zu kämpfen und immer Neues freischaufeln zu müssen, ohne den Weg nutzen zu können, den man schon freigelegt hat. (Vielleicht sollte ich öfter Wäsche waschen? – Das kann ich ja jetzt. ) Und in dem Maße, in dem Thomas diesen Alltag bei der Arbeit langsam bekommt, wünsche ich mir auch einen. Der wird hier sowieso nicht so schnell in immer gleichen Trott ausarten. Dafür bin ich auch viel zu neugierig. Es wird langsam Zeit für einen Job und eine eigene Wohnung. Leider habe ich noch immer nichts von der deutschen Botschaft gehört, wo es vielleicht etwas im Rahmen des „Deutschland-in-Japan-Jahres“ für mich geben könnte.


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