Langsam wird einiges klar...
von Thomas
Das Übliche: Der große Chef ist mit seinem Gefolge wieder aus Tokyo angereist und daher versammelt sich um 9:00 Uhr alles im Besprechungsraum. Die Besprechungen scheinen immer dem nach gleichen Ritual abzulaufen (welches mir im Detail allerings noch nicht so ganz klar ist, verstehe ich doch quasi nix...), nur in der Länge unterscheiden sie sich wohl etwas. Schon nach 20 Minuten steht der Zeitplan für den restlichen Tag fest und alles verlässt wieder den Raum.
Vistenkarten: Meine ersten Visitikarten, die ein Arbeitgeber für mich drucken ließ, habe ich heute von Matsuura-san bekommen. Dafür mußte ich also erst nach Japan reisen... Wie auch immer, sie machen schon was her, eine Seite Japanisch auf der anderen Seite der gleiche(?) Text nochmal in Englisch. Kartentechnisch bin ich jetzt fast vollständig. Bankkarte, Krankenkarte, drei Ausweise bei der Arbeit und jetzt die Visitenkarten. Jetzt fehlt nur noch die Alien-Registration Card...
Der nächste Höhepunkt des Vormittags ist der Vortrag eines der Chefs des Springer-Verlages (nein, nicht der mit der Blöd-Zeitung...), der über den "Science Citation Index" referiert. Sehr viele Infos, eigentlich zuviele, und eine Erkenntnis: Mein neuer Chef ist der am dritthäufigsten zitierte Physiker der Welt. Und da er noch relativ jung ist und sehr aktiv, ist da nach oben noch vieles offen. Da kann ich nur hoffen, dass ich da auch meinen kleinen Beitrag zu leisten kann...
Die Mittagspause verbrachte ich mit Roland, der wieder aus Tokyo angereist war. Es ist ganz interessant, auch mal mit einem Europäer über die Arbeit hier zu sprechen (zum Beispiel über die Frage, warum wir hier keine Sekräterin haben...), denn bei aller Höfflichkeit und aller Nettigkeit im Umgang mit mir, werden mir die japanischen Kollegen wohl nie wirklich direkt erzählen, wie das hier alles "so läuft". Das ist halt nicht ihre Art...
Am Nachmittag dann die für mich wichtigen Gruppenbesprechungen. Arima-san ist inzwischen auch da und dann geht es auch schon los. Es ist schon faszinierend, auf wievielen Gebieten hier geforscht wird, die alleine für die Optikgruppe (bzw. die "Orbitronics Group") relevant sind. Da tun sich einige Möglichkeiten auf. Was genau auf mich zukommen wird, wird jetzt auch langsam klar. Der Kreis der möglichen Substanzen wird langsam eingeengt, die Anfragen an Experimente werden konkreter. Darüberhinaus geht es um den Aufbau einer Anlage für nichtlineare Spektrokopie, also das, was mir aus meiner bisherigen Arbeit wohl vertraut ist und weswegen die mich ja schließlich auch hier haben wollten.
Na dann man los...
Wo ich schon beim Thema dann man los bin: Die Besprechung fand ein jähes Ende, da Taifun Nr. 23 sich unaufhaltsam auch auf Tsukuba zu bewegte und Tokura und andere wieder zurück nach Tokio mußten. Für Gunda und mich wurde der Taifun allerdings wieder zum TV-Ereignis: Als es soweit war, schliefen wir schon seelig und bekamen nichts mit...


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