Fieber-Philosophien
von Gunda
Sonne!
Aber das machte mir gar nichts aus, denn ich konnte ihr gekonnt durch eine heftige Erkältung in unser dunkles Appartment entfliehen. (Sagte ich schon, daß ich mich auf die Wohnung freue?) Irgendwie werde ich mich noch an das Klima hier gewöhnen. Aber in der kalten Wohnung ist das gar nicht so einfach.
Also habe ich ein Buch verschlungen, ein bischen rumgehustet und das gemacht, was man eben so macht, um eine Erkältung etwas angenehmer zu gestalten.
Wenn man so den ganzen Tag im Bett liegt, kommt man ausführlicher dazu, vergangene Eindrücke zu reflektieren. Da kamen mir also nochmal die japanischen Autofahrer in den Sinn.
Was ich da in den letzten Tagen so gesehen hatte, entsprach irgendwie nicht so richtig meinem Sicherheitsbedürfnis, was Straßenverkehr angeht: Kleine Kinder unangeschnallt auf dem Beifahrersitz oder auf dem Schoß des Fahrers / der Fahrerin, Hunde auf dem Schoß des Fahrers oder halb aus dem Fenster hängend, Minifernseher im Auto, die vom Fahrer während der Fahrt benutzt werden, Handytelefonate während der Fahrt … oder doch gleich SMS; da braucht man dann gar nicht mehr auf die Straße zu gucken. – Ich bin seitdem doch etwas vorsichtiger, wenn ich die Straße überquere…
Ja, und dann ist da noch der Umweltschutz. Mal eben für ’ne halbe Stunde in den Laden; das reicht für den durchschnittlichen japanischen Autofahrer noch lange nicht aus, um den Motor abzustellen. (Benzin kost’ ja auch fast nix in Japan…) Aber es kommt noch schlimmer: Autohäuser sind ja hier sowieso etwas kundenfängerisch ausgerichtet; aber daß bei jedem zweiten Auto der Motor läuft, damit der Blinker funktioniert und so vielleicht die Blicke der Kunden auf sich zieht, erschüttert mein deutsches Öko-Herz doch gewaltig.


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